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Der nationaldeutsche Jude · 1931-02-01 · Nr. 2 (Februar 1931) · p. Seite 6

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1931
Issue
Nr. 2 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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bi n gegen- Zurück- Redner ie Arbeit Klrbeit in der Sitzung vom 14. Dezember 1930 auch bei seitigen Dank- und Begrüßungsansprachen für de freienden Geheimrat Stern tum Ausdruck. Keiner dcr Titelt für notwendig oder zweckmäßig. tu betonen, daß qi in der Jüdischen Gemeinde Berlin tuglcich eine für Deutschland sein muß. Es ist bier nicht der Raum, bis in alle Berästelu igen den pincholoaischen Voraussetzungen dieses Phänomens ng, »tugehen. tu untersuchen, wie es kommt, daß dieselben Mä iner sich innerhalb und a u ß e r b a l b der Reoräienta lten-Versainmlnng verschieden äußern und sjch dieser Vcrlckiedenbeit sogar bewußt sind. Dif wesentlichste..Voransictz >ng lieat twejsellos in der Abgeschlossenheit^ in der ich dicke Männer beute befinden.' >^s wird erwidert wer! en. daß dieke Abgeschlossenheit ..von den. Anderen" verlch ildet sei und daß dieke üch geaen die Juden abkchlökken. nicht aber die bilden gegen sie. Es. muß einmal deutlich ause ekvrocken werden. daß an dickem Abübluß die Juden eben>o schuldig kind. wie ..die Anderen", nickst nur durch übergroße Hnpfindlichleit. durch das krampfha te Ausweichen vor jed r Möglichkeit. auch nur eine ..antisemitische" Bemerkung anhören tu müsten. sondern weit mehr noch durch im? -öffcntl che Ver halten gewisser „literarischer" und ..künstlerischer" Krei :. Wenn es möglich ist. daß einer der bekanntesten' Berliner Theater kritiker. Herr Alfred Kerr. im „Berliner Taaflstatt" bei der Besprechung eines Theaterstückes Gott als einen ..smarten Menschen" definiert »m nur ein eintiaes kleines Beispiel der letzten Zeit für viele andere heräiistugreifen .io teiat sich darin ein Z e r k e tz u n g s g e i st von dem die deutsch n Juden in aller Detfentlichkeit a b t u r ü ck e n Hab n. wenn ne stch nickt mit Reckt dem Verdacht ausietzen wo len. daß Uberglaube. Von vr. fi Der Aberglaube gleichviel, in welchen Formen er ß'ch äußert ist im Eirunde sicher nichts anderes, als der im llnterbewnßtscin weiter dominierende Berdr ingunas kmnpleüberwundener und aus dem Bewußtsein der Menschen entschwundener Weltanschauungen/ Die Weltanschauimg der jungen Menschheit primstivsten Stufe kaum erst erwachender Kultur areifsicherweise pessimistisch. Von der Natur stiefmütterlich ' mit nhnükchcn Abwehr- und Angriff ausgerüstet, kab kick liorne, sapiens in eine Welt des versetzt, das unbarmbertig non alten Seitenauf stürmte. Zunächst gant realistisch: in der Gestalt de Tiere. Außerstande, sich deren Angriffe tu erwehqe! er w-ikc darauf bedacht, diele wenigstens in geregelte m lenken - - nach keinem Willen t« regulieren. D ibm die Beobachtung daß die Bestien .nicht an pflegen, wenn ne lgrt kind. (£r beeilte stch daher, licken Dranae keiner Leinde Rechnung tu tragen, ihnen freiwillig D v f e r tum Fraß?. tiitriel*. bevor > ^obnickt des Hungjers tum blindwütigen Angriff üb dem Der lo,entstandene Gebrauch des regelmäßigen Dokeri stck aber nickt bloß-nach außen'in der qewünkchtexi ans. sondern batte auck im Innern de?' - Fnloen. —morastsch-r Natur. Indem dcr Mensch sich West,, tributpflichtig machte, erkannte er dieke W ..höhere", ibm übergeordnete gn. Darauf bastcrt die A---ehn„ng d,'x> nrimitjne -Naturvölker gerade den sichim^ nt-'tst„ tutest N'e-de^ sgsstn ijm ältest A-gv Krokodilen. beute noch mancke Kannibalen den Schlaga Frhhteitig erkannte der Mensch, daß.es außer d ünnfälüg be-nerkbaren Tieren auch noch andere Natu gab. die meistens nur.durch ihre Wirkungen «-Donner. 2 erfennbttr waren, stch selbst aber in rätselhaftes Dunkel Die. Sucht, dickes Dunkel tu ergründen, erhöh den m Blick ins T r a n s t e n d e n t a l e. Dabei bediente des Analogieschlusses und folgerte aus dem Vorhch sichtbarer Bestien auf das von unsichtbar bene,, man stch Wald und Flur. später auch den Hi»! vöskert dachte. Auch bei der Abwehr djeker feindlichen bediente man stch^der in der realen Welt erprobten des Dn-eens. So entstanden die Naturreligionen. verständlich erlebten dieke eine Entwicklung, oie allgemeinen Aufstieg' der menschlichen .Kultur primitivsten tu höchst durchgeistigten Daseinsformen ging. Aber geblieben ist.der pessimistische aedanke in der Auffciüunig des Göttlichen, kick am krastesten ans der höchsten Vollend,musst»?? de, reliaionen: im Hellenentum. ^-Habstii die Menschen Laute der Zeit, besonders seit dem Beginn des Ack anerkannt, daß nicht bloß böle, teritörende Dämonen, auch freundlickie. schöpferisch wirkende .Kräfte da geschehen beeinflussen, so bleibt dock dar .Hervorst G i ste ihn billigen. Wenn in den Berliner Kabaretts dauernd - die deutsche Not von jüdischen Konferenciers geschmacklo ironisiert wird, so wird natürlich das gesamte deutsckie Juden tum dafür verantwortlich gemacht. — Wir sind gewiß die Letzten, die solche Verallgemeinening billigen, aber wir müssen das Unsere datu tun, um sie tu verhindern. Sie wird jedoch gefördert, wenn die gewählten Führer der deuts«hen Juden, statt an deren Eniebuna tu arbeiten, gerade ihren Feinden, den Zionisten. - ewig nachgeben und ihr gantes Verhalten darauf tulchnciden. nur ja das Wohlwollen der Südilchnationaleu nicht t» verlieren. Es genüg? nicht, den Aufbau jüdischer Schulen tu verhindern, die nur der völligen Absonderung schon unserer Kinder diene» könnten, sondern notwendig ist darüber hinaus die positive Ertiehung der deutschen Juden tu unlösbaren Gliedern der deutschen Volksaanten. Daß die deutschen Jude in ihrer übergroßen Mehrheit den Willen hiertu haben beweisen die letzten Gemeindewahlen. Das Ergebnis dielet Wahlen ist aber kein Sieg, auf dem man ausruhc: kann, sondern erst die Voraussetzung, von der an weitere ernste deutsche Arbeit notwendig ist. Sonst wird die heute herrschende Generation erleben, daß ihre Nack kommen immer weiter aus dcr deutschen Gesamtheit von Jude» hinausgekuhrt und von Nichtjudcn hinausgedrückt werden. Die verebrlichen lideralen Herren, die sich die Durch kübrung einer schweren Aufgabe programmatisch vorgenomme» haben, werden gebeten, nicht nur ihre Reden mit ihrem Programm in Einklang tu bringen, sondern durch zielbewusste - Handeln tu teiaen. daß es ihnen ernst ist um eine völlige Abkehr von der bisherigen von den Iüdilchnalionalen mast i gebend beeinflußten Politik in der Jüdischen Gemeinde. u g o 8 p i e g l e r. ruf der war beim: lehr swakfen Grauens ihn einwilden n. war Bahnen i half '< bei mgrenen natür ißdem er in der rgmaen. s wirkte Weile ' Renlchen anderen -len als göttliche abkch"» ten den -n ulw.s. n höchst rgewalten litz »kiv.l hüllten, eßschlicken nan sich idcuiein n. mit mel be- Mächte ' .stethndc Sellnst dem non den parallel r u n d - , s teigt Naturinch im rbaues. sondern Welt chendste n it Ebaraktcrtug der Götter der Neid, der das Verhältui- ' twilchen. Ilniterblichen und Sterblichen immer wieder' ver bängüisvoll trübt. Es ist das unvergängliche Verdienst des Judentums, diele Anscha uuno vom göttlichen Welen fundamental revolutioniert tu haben. Das Judentum hat an die Stelle einer mannigfach abaestuften in sich feindlich gespaltenen, nach Neigung und Charakter höchst uneinigen Götstermelt der Antilc den einig e i n t i g e n G o t t gesetzt. Nicht subjektine Leiden schgsten. sondern das objektive Etbos l-^ikt die Welt. Da-- Verhältnis des Menschen tum höchsten Wesen bestimmt nickt mehr die Angst vor cindm dämonischen Vernichtungswillen. sondern Dankbarkeit gegen den Schöpfer. Eine solche Ilmwältnng volltieht sich nicht von heute auk morgen, linkere gante heilige Schrift ist erfüllt von dem Kgmpse des optimistischen Monotheismus gegen den - Pessimismus dcr Naturreligionen. Daß dicker Kampf fort dauert.!das beweist der Aberglaube. Und das ist das Betrübliche, Erschreckliche an seiner Eristent- ' Bewußt bekennt üch ja heute wohl niemand mehr tu Baal, aber welche groteske Kapriolen schlägt das jüdisch: 1l u t e r b e w u ß t k e i n! Ahnt der ..qesetzestreue" Mann, die tioforthodore Frau, die in jedcxn Augenblick die drenebn erhabenen Eigenschaften Gottes tu beschwören bereit sind, daß üe beide im Grunde ihres einfältigen Hertens den ..Neid der Götter" um im Bilde des Hellenismus?» bleiben kn-ästen? Würden i<> sonst, wenn üvon irgend einem Glüästi'.stand ertählen. d»r dielen Neid heran' bekchmören könnte, fürsorglich das Wort „unberufen" an-- sprechen? In den primitiven Zeiten des unverhüllte» Dämonenglaubens bat man üch nickt mit di-ker Beschwörung begnügt, man hat vielmehr p h i, s i s ch die Götter zu hindern gesucht, etwas tu hören, was sie auf schlechte Eedaistcii bringen könnte: durch das Aneinanderschlaqen von Waffe? .' oder anderen t»r Hand b-sindlicken Gegenständen machte man - solchen Lärm, daß unwillkommene Dhrentengen keinen Lau erhgkchcn konnten. Dieser naive!Gebrauch lebt als Symbol frikch fröblick fort: man begleitet das Wort „unberufen" mi einem Klopfen auf den Tisch. . . . Freilich wird dieke Snmbol beute nicht mehr verstanden, und die meist kelu frommen Leute, die sich seiner unentwegt bedienen, wäre» kehr entrüstet, wollte man sie aufklären, daß sie mit dicker Geste nichf? Geringeres betwccken. als den hochheiligen Lenker der Geschicke am Zuhören tu hindern, wenn sie etwas Gute ertählen. ... .! * ' Und dock geht auch der Brauch, bei Verlobungen und Hochteiten Gläser tu terbrechen. auf dieselbe Auffassung zurück: Der Lärm, des Festqelages lockt unvermeidlich die Gottheii herbei. Erkennt diele nun. daß das. was üe hörte. Jubel und Iauchtien von Fröhlichen ist. dann erwacht ihr Neid und sie ruht nicht früher, als bis üe die „Freude in Leid" ver wandelt hat. wie es im Nibelungenlied heißt, das ja

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