Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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MW» ■nr Der Canz in's 6bctt^. Der jüdischnationale Sportklub Bar Kochbq oe :cnkstaltet ein Ballfest, das nach seiner bescheidmen Ankündi-sung der „jüdischm Gesellschaft" einm ganz besonderen Gen; tz bietm soll. Wir gebm einm Teil der Einladung im Folgenden buch stabmgetreu wieder: - u«i» 12 llir - höhepunkt des festes i der grobe bar kochba-schSnlteitsweMpe; rerb, wir suchen: ' die schönste jüdin von Merlin jury: Siegfried arno, max ehrlich, kurt Herren sammy gronemann, lesser-urV, joseph Oppenheimer, daniel p rerln. teilnahmeberechtigt ist jede besucherin de* batles. 1. preis: eine reise nach Palästina. Es ist zu bedauern, datz dieie ..Gesellschaft", die zur deutschen Volksgemeinschaft strebt, sich nicht geschosser der „reise nach Palästina" beteiligen^ kann. Die <«*'*1* Er würden vielleicht die Erlaubnis zum Daueraufenthal i wmn die „schönste jüdin von berlin" darum l so innig ssen an gländer geben, ittet.. Kongretz zur Annahme vorgelegte Entichliehung nur ani Widerspruch der deutschen Delegierten gescheitert ist. Es war! töricht, aus dieiein einen Vorgang auf freundschaftliche G:sinnung für uns zu schließen, in. allen Fragen der Repcrationspolitik hat er — später wie früher — Frankreich se undiert. Aber gerade darum will es uns scheinm, das; seine Worte, als die eines ehrlichen Gegners, besondere Beacht; ng verdienen. und wir wollen, im Auszüge, »einen Leitamikel wiedergeben. den die Morgenausgabe des Brüsseler „Peup e" vom 16. Januar veröffentlicht hat: Bei diesen Vorgängen in Polen! hat sich nicht allein um eine Frage der Unterdrück; y Minderheiten .... sondern um eine Flra, Rechtes der Mehrheiten-^ . . Nach Mein kehr aus China habe ich von den Vorgängen kr gehört. Wohl muh ich zugeben, datz die Geichip Diktaturen der letzten Zeit manche schreckliche und Seite aufweist, aber keine, so wage ich'zu sagen schändlich, wie diejenige der Wahlvorgänge in Polpi ist einer Regierung, die es noch wagt, sich in Genf treter eines freien Volkes zu gebärden, erlaubt, ge i Menschenrechte und gegen alle Einrichtungen der Dem in einer Wehe vorzugehen, wie es Europa feit zehn nicht erlebt hat. . . ." Man könne nur ein Wor^ finden, fährt Bandervelde fort, und dies sei: L u m Und am Schlüsse seines Artikels schreibt er: „ . . . nötig, ohne jede Verzögerung und ohne Einschränkjr volle Wahrheit zu erforschen. Besonders diejenigen die die Befreiung Polens vom Joch ausländischer seinerzeit mit stiller Sympathie begrüht haben, d kein Stillschweigen bewahren zug 'einerunmenschlichen und mit Brutalitä gehenden Diktatur.'" c ls be : l d Nun, die Mahnung des Sozialisten Bandervelde Stillschweigen zu bewahren", - hat eine Anzahl in De erscheinender und deutschgedruckter Blätter beherzigt haben nicht geschwiegen. ... Laut haben si Stimjme zugunsten Polens erhoben. ... ein Unrecht" — schreibt der Vorwärts — „der _ Grenzhevölkerung einzureden, sie könne bei den heutigen Verhältnissen nicht eriitieren." Und von der doch ganz liehen Erregung in Deutschland über die jüngste, schwere Grenzverletzung bei Oppeln, besonders schwer weil sie — im buchstäblichen Sinne — angesichts weilenden deutschen Auhenministers verübt wurde, Erregung über diese ausgeklügelte polnische Herausfo behauptet der Vorwärts, sie sei..eine blind, artige, nationalistische Hetze gegen Polen", — ihrem Berliner Schwesterorgan an vornehmer Gesinnund eifernd, denunziert die ..Volkszeitung für das Vogtlai ' deutsche Regierung, sie hätte mit der Ministerreise n preutzen und Schlesien-.... „zum mindesten die einer Demonstration gegen Polen beabsichtigt". Nack gelassenen Einleitung fährt sie mit erhobener Stimm „Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren eine Art g e i st i g e Ma) bilmachung gegen betrieben wird. Vielleicht rechnet man damit, datz Mobilmachung andrer Art bald folgt. . . haben mehrfach Gelegenheit genommen, an dieser die amtliche, halbamtliche und nichtamtliche, aber a mehr als wohlwollend geduldete Polenhetze weilen. Die Dinge spitzen sich an der Ostgrenze imme da; Sie l T l beit es g der e des fr Rück- Polen te der blutige ist so n. Es Deren alle okratie Jahren dafür e r e i! Es ist ng die Staaten. Mächte ürfen n st e n t vor- „kem i tschland Sie ihre „Es ist deutschen Grenz natüronders l eshalb, s dort n der derung bös- Mit wettd" die Ost- Wirkung dieser - fort: hier v ah 'i ölen eine Wir e auf tlich hinzu- ' mehr r u. und die Regierung gsetzt Oel ins schwelende euer. . . ." Der freundliche Leser verzeih«, daß wir seine Nerven einer so harten Kraftprobe unterziehen. Aber, wie der Preuhischc Ministerpräsident. Herr vr. h. c. Braun, gesagt hat: „Ein Volk, tzas die Wahrheit nicht verträgt, achtet sich nicht selbst" Darum wollen wir — und damit soll's für heute genug sein des grausam ernsten Spieles — n och eme Stimme zu Gehör bringen, und jenen Edelmann zu Worte kommen lassen, der schon einmal viel von sich reden machte, als ihn die Volksbeauftragten, inz November 1918, nach Posen entsandt hatten, um die Provinz für Deutschland zu retten Er hat die nicht zu retten vermocht, und wir wollen gern glauben,^ keinen Deutschen habe das Scheitern seiner Mission schmerzlicher getroffen, als ihn selbst. Ganz gewitz nicht gehör; er zu denen, die — nach Vanderveldes Worten — „Polens Befreiung vom fremden Joche mit stiller Sympathie begriff: haben". Und dennoch zückt er jetzt die ritterliche Feder, er. der deutsche Edelmann und Demokrat, zückt sie — „z u - gunsten einer unmenschlichen, mit Brutalität vorg.ehenden Diktatur und einer Regierung die gegen alleMenschenrechte und gegen alle Einrichtungen der Demokratie in einer Weise vorgeht, wie es Europa seit zehn Jahren nicht e r l e bf h'a t".-Die polnischen Terrorakte bagatelli sierend.' schreibt Herr Hello von Gerl ach im „Dortmunder Anzeiger":.Das deutsche Publikum ist über die Sach läge durchaus ungenügend, ja geradezu falsch untern'chtei. Der grösste Teil der deutschen Presse bringt nämlich nur, was gegen die Polen spricht, verschweigt aber die unleugbaren Ausschreitungen auf deutscher Seite." — Zur wirksamen Unterstützung der deutschen Regierunqsaktion. die be kanntlich durch Eingabe zweier substantiierter Beschwerde lchriften beim Völkerbundsrat eingeleitet wurde — sie ent halten annähernd vierhundert mit Namen. Ortsangaben und Daten belegte Fälle —. zur Unterstützung der Regieninq alio hatten auch die „Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier", die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Ver eine, des oberschlesjschen Kulturverbandes und sämtlicher Par teien kmit Ausnahme der Kommunistenl eine eigene Eingabe dem Völkerbund vorgelegt. Eine erschütternde Anklage- und Bittschrift ist es. in der alle Not und Oual und Hoffnung vieler hunderttausend Herzen sich ausspricht. Und'Herr von Gerlach schreibt dazu: „Ein beschämender Gedanke das; eine so blamable Eingabe den Völker bundsdelegierten zu gestellt worden ist!" Von „Dolchstötzen" hier zu reden, wäre übertrieben- und auch zu schmeich-lhaft, nur giftiae Sticheleien sind es. ins Anaeiicht des deutschen Volkes. Doch wessen Kovf vom Welnenschwarm umhin,mt wird, für den ist's schwer, ihn oben zu behalten und nicht die Nerven zu verlieren, zumal ans einem, so beitzen Terrain, wie es der Paukbod-n in Genf .nt. Herr Curtius. der heute antritt, um eine Suite zu schlagen, wird im ersten Gange — der Minoritätenfraae — Herrn Zaleffi eine blutige Abfuhr erteilen, die volnilchen Rechts Verletzungen sind durch Zahl und Beschaffenheit so schwer wiegend, das, es selbst Frankreich nicht gelingen wird, seinen Dnndesbnider berauszuvauken. Me Herr Curtius hingegen in den anderen Fragen abschneiden wird?-Es ist noch gar nicht so lanae her. das; die öffentliche Meinung in England, durch die Treviranusrede nachdenklich gemacht, sich für die Revision der deutschen Ostgrenzen zu interessieren beaann. Wir haben bereits -r in derl letzten Oktober- und November nummer des Mitteilungsblattes - darüber berichtet. Der psnchologische Moment ist verpatzt, die Lage inzwischen unseren Ilnqunsten w-deutlich verschoben. England heute mehr denn je auf gutes Einvernehmen mit Frankreich angewiesen. Wenn deutsche Leitungen selbst die Erträglichkeit der Grein Verhältnisse feffsteffen. von einer amtlich aeduldeten Hetze gegen^holen schreiben und in aller Gemütlichkeit ihrer Regie runa nachsagen, sie gi-tze Oel ins schwelende Feuer und habe bereits eine geistige Mobilmachung angeordnet, der bald eine andere folgen werde, so kommen diese deutschen Eraltatione;: dem englischen Cant sehr gelegen. Mister Snowden l;a< dafür bei einer andern Gelegenheit — in der letzten Haager Konferenz nämlich — das paffende Wort geprägt: „M a n kann von einem Engländer nicht verlangen, e r s olle deutscher sein, als die Deutschen selb st." . Wie dem -auch setz / wenn Herr Curtius heimkebrcn toird . . .,. „mit. einem Neisekoffer, worin kein Mitgebrinae für uns liegt" -r wie einmal der Chefredakteur eines Welt mattes, über Strelemanns Genfer Mitzstk^lg spöttelnd, ge schrieben hat —i wird ein qrotzes Schelten und Schimpfen hinüber und herüber, ein Zanken und Zungendreschen und Aneinanderoorbeijreden anheben, und solcherweise werden sie den Aufbau Deutschlands betreiben. Die Korrespondenten der Auslandspreise aber werden in den Cafes fifcejj, ange strengt und verständnislos dem babylonischen Stimmmwirrwarr lauschend, das aus dem deutschen Blätterwalde schallt. . . - Beim Jupiter, sie sind sympathische Leute, diese Deutschen, und man muh sie lie >en — aber verstehen? Nein, zum 1 Teufel, verstehen kann min sie nicht!