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Der nationaldeutsche Jude · 1930-12-01 · Nr. 12 (Dezember 1930) · p. Seite 2

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 12 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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der Hand lag, dab wir unseren Wahlerfolg hätten vergröbern rönnen, wenn wir den Xampf gegen die Liberalen geführt und ihnen m der ryorm, wie )ie ui Wahirämpfen üüufl) i|t, lyrc früheren Lunden vorgehatlen hätten. Tie Jurückhauung, die wir unin üieier A>ui|ia)i aufeciegl haben, giot uns ein besonderes Recht, heute nur der lloeralen Mehrheit ein ernites, ein sehr ernilc- Wort zu reden. Tie Libelaien texuii weroen darüoer im ilaren sein, dab »til oer wreeiazang einer .Mehrheit, mu. der irrzielung eines Wahmeges , noch nichegeu-onuen »l. ^retzi vegiifnl erst der etgenruit>e Svanip,, uuo in zeoem Kämpfe eni>che>vei schlietz- Uch nicht, nie Lahr, lonoern oer,'we>>ri oer tamp,enoen -truppe. r.atz vei oen ^uoija„tatlonaie:i, auch wenn |ic Diesmal oic ch,u.acheren Bataillone in oen -tanip, fui-ren, der Wille zum <-iege ,vrroe,teht und der „u>ei,t oer -truppe" ein im iuitichiiiqeu ciiine guter ul, tann nur oer teugnen, oer die 'tDaiM^it iücht jcijcn tont. Unter den ^udiichiiatio,taten sinit neuen Demagogen oer iirupeitoieiien Gattung naturuch ckWf ein paat „>-eiu-e Btuoet: aoer oie ganze -truppe i>t ,e>l m oer L>a>.d oer Führer, uno die Fayrer willen genau, was sie tooiien. tie uioe.aten, die vor oer Wahl in der Repraientaiitenuersa.nii'.tuiig sich ueiaiigttn, ijaoen ' niemals getuusji, . was sie tvouten, uno haben! auaniemals wirtiia-e Führer gehabt, t ie ^uopchna^onaien yaoen tni Wahiiamp,e nicht mit Unrat): daiaui hiugeu,ie>en, Dab’ einige der fuotichnattojiaten '^eichtuiie, oon denen oie oeutmze Teiienuichteit am menten et regt wurde, >o der Veteytutz uoer die Vatästina-Lpende oer oeutmieu ch»euerzahtrr, einni.nmig, also.mit Ju,limmung 0er livetateu cheprazeutauteil gchagi wproen sind, Lie Repra'eiitgiuen oon oainats >uio zum a.eil auch -Die Repräsentanten oon heute ünd motgeii: o.e «yrage liegt at>o nahe, oo sie sich morgen ttieoet bereit,indeu iahen weroen, gemeiii,ain mit den ^>uoi,chna.ionaie,l deutsche- Getü sur unoeuische Jweae zu vergeuue.t ooct ayntichen ge,ayltichen- Unstig. zu treiben. aCajj Die Wtogtichteii zu so.chen rootgapgen befiehl, tann niemand von der Land wei-en, der ,ich die.iitanienstlfle der 24 liberalen meplchentanien ansiehl. Es. >ino unter ihnen Mamen von enetghche», unzwei,eihafl' deutschjühtende» Rtanncrn und «Ltauen, oie jinj nur arichetheit - incht dazu hergeben werden, durch üustlnimung oder auu) nur durch Tulpung die jüdifchuationalen Bw-eac zu loroern. Uber neoen.ihnen finden wir wieder die Rainen oer gleichen Richtpersoiuichteiten, deren Ichlkncs und untiarcs Bethaaen die verausviioung der bisherigen Jufianoe er,t cc.ndgiicht hat. Mit. finden die typischen üwl,cheniu,ichtier mit der garten Beimischung tüdischnationaien itmp'inoeiis, die beiieioe nicht Zionisten oder auch nur Jionislensreunse genannt sein wollen, die auch selbst nicht daran glauben, Latz >ht Dump,es Alliudeniuiii >ich vom „füdischen Boll-ium" nur durch Den Flamen unlerscheioct,- Sie aber unweigerlich auf Die luDychnaiiDihile Leite jaiien, sobald man in geeigneter Weise an ihr „judiiches Herz" appelliert. Wir r ' finden Die rettung-los unitaren stopfe, Die einfach nicht Ber- Iland genug lfaben, die juoischoolliiche Tendenz ' eines oon der Gegenpartei geirelilen Äiurages zu durchityauen, wenn die ibegenpariei nur geschickl genug ist, dein Anträge ein religiöses oder humanitäre- Maiuetchchi uiiizuhängen. Und wir linden ichllctziich die in menschlicher £>iit|id)t unsympathischste Gruppe der ewig „Würdigen", die aus der sogenannten Lachlleyieit ein Gewerbe mackzen, den grötzten Wert auf freundlich-iollegialc Beziehungen zn völlig dedenten- . freien und jede Lchwäche au-nutzenden Gegnern legen, und auch dann noch unentwegt „sachlich" dieiven, wenn sie selbst recht- und Jinis gcohrfcigl. weroen. Tiese Zuiammensetzung der liberalen Mehrheit beruhi datauf, datz diese Mehrheit selbst das Lrgevnleiner ganzen Reihe von Kompromissen und Ruäsiihten auf tveldgeber, „Rotabeln" usw. ist. Es darf nicht oergegen werden, dab inan zuerst allen Ernstes, sogar . ein paar Unterzeichner der Jewish /XLencz-Ertiaruna auf die Randidatenline gesetzt hatte: noch in der entscheidenden Bcrsaininlung im Heirenhausc stritt man sich lediglich darüber, ob diese Veule als „Erponenlen" oder nur als „Pcrsönlichkcitcn" übernomincn werden sollten. Tab diese schlecht getarnten 'ZüdiichiiatioNalen schlieblich doch nicht als liderale Repräsentanten in das (Semeindchaus. cinziehen, beruht nicht auf dem Willen der liberalen, sondern darauf, dab sie selbst, die Jewish Agency^eute. die taktische 'Torheit begangen haben, sich formell oon den Liberalen zu trennen und als. ’ „Positiv-Liberale" eine Splitterpartei aufzumachen, die dann jiuch sofort durch die L i st cnv erbin dung. mit der „U e b e rp a r t e i" des Herrn l>r. 3smär Freund ihr wahres töcjichl zeigte. Rur nebenher sei darauf hitigewiesen, dab die Führer dieser „Positiv-Liberalen", dieser liberalen Jüdischnationalen. die um ein Haar Revräsentanten. der eigentlichen Liberalen geworden wären, der ^lachwuchs der alten Eentralvereins-Boiizen sind, Stoff zum illachdenien für diejenigen, die in den Vätern dieser Lrodnitz, Fuchs, Ti eh usw. noch jminer brauchbare Erzieher zum Teutschtüm sehen. Als Ergebnis der vorstehenden Betrachtungeir stellen wir fest: Tie heutige liberale Mehrheit besteht aus Persönlichkeiten. die in Hinsicht auf das Teutfchtum zum Teil unbedingt zuverlässig, zum anderen Teil unbedingt unzuverlässig sind L)b die tiberale Mel>rheit in dem Ztampfe. der jetzt b ' ginnt, eine deutsche Mehrheit sein wird, hängt davon a_. ob die zuoerläfsigen Deut-ichen es fertig bringen. Dt ührung innerhalb der liveralen Fratiion zu erreiche, " und so fefizul-alien, datz auch die Freunde des Paläfiin^ Unternehmens, der EhettosäMle, der tvhetto-Schiedsgeria nicht bei paisender Gelegenheit zu den Iüdlschnationalen üv. laufen und dah die anderen schwanlenden lSestallen d. deutschen Führern nicht in den Weg taumeln tönnen, w>, . einmal zu einem energifchen Vor,tob angesetzt wird. L. Form, in der oon den Leitern der Liberalen der Wa! tampf geführt worden ist. war. vom deutsaien Ltandpun. aus betrachtet, durä>aus erfreulich. Wir haben, — w. übrigens auch ooy judiichnalionaler Leite feflgejtellt woröc ist —, in den Wahlflugdtäitern und Wahlreden der Lioerat,.. alles das wiedergefunden, was wir selcht seit zehn Jahren : unseren Reden und Lchrifren der deutschen Ludeiiyeit e>. zuhämii.eiii versucht haben. Ta es uns stets nur um b Eaä>e und niemals u>n diese oderjene Perfvn geht, Hab.,, wir die>en. unieren miitelbaren Erfolg mit groger Freu, gebucht, ganz abgesehen von dem perionlichen Vergnügen, d: aus unferem eigenen Vitkabularium stammenden Ausoruae u Wendungen buchj.abcngeireu wieoerzufinden. Itein: die Lit ralen haben wahrend des W a h l ka mp fs sehr g., dculsch gesprochen, man neochte sagen: nationaloeutian' L. Fniunflssiage i,l, ob >ie auch nach dem Wahltamp eben,o nauonatoeullch sprechen und vor allein, ob na ti o n a l d qut i ch hau dein werden. Ties kann iu.i geschehen, wenn sie in ihren eigenen Reihen eiserne Tiszipl.. hallen undohne jede Ruajicht auf sogenannte bewährte Per jönlichtellcn, vor allem aber ohne fede Rüäiicht auf pcciöruit:. , und wirtschaftliche Llueroerbindungen jeden Frakllonsgeno.,.ii : ausboolen, oer auch nur Piiene macht, den Iüdijchnationau., entgegenzukominen. Plan hat im Wahlkampfe viel und nt. Recht davon gesprochen, datz die jüdischen (Semeinden t, Teutschland reine Religionsgeineiiiden sind — „Lhiiagoge flcinembcn“ nennt sie das preugische Luoengesetz —, und da es nicht nur unserein deutschen Empfinden, sondern ay..:- der inatzgebenden gesetzliä>en Bestimmung zuwiderläuft, wjn:: die Lüdischnationalen mit der ihnen eigenen <jähigkcit an i>|;m Plane feyhatlen, die deutschen Religionsgemeinden zu jüdimi , nationalen „Vollsgemeinden" umzugeftalten. Bei der ljeungt groben und in sich sehr ungleichmätzigen Rlehrheit der Lid. ralen bestehi die tüefahr, datz die unentwegten Tollri näre, die ^iarlchen Rtietznick-Tertianer unter ihnen an nehmen werden, man hätte genug getan, indem in., während des Wahllampfes den nalionalpölitisä>> Gedanken in den Vordergrund stellte, und jetzt es an der Zeit, wieder Religion zu treiben. Lolli, die liberale Führung diesen unfruchtbare Ideologen nach geben, so würde sie den durü aus real politisch denkenden Jüdisch nationalen nur in die Hände arbeiten. Uebe religiöse und mit der Religion z i; f a nt m c n hängende Meinungsverschiedenheiten mu und kann in den nächsten Jahren hinwe,- gegangenwertzen. - Teutsch oder undeutsch das war die Frage während des Wahlkampf, selbst, und das wird auch die Frage rtz,ähren der kommenden Lahre sein. Wenn die"»Liberal. sich durch innere Hemmungen und Bedenken verleii lassen, auch nur um Haaresbreite oon der Lii: des Teutschtums abzuweichen, wenn sie den tattn < sehr geschickten Gegnern auf den Leim gehen, die natüri jetzt ihre jüdischvöUjsckjen Pläne nach Möglichkeit „reiigit reifchleiern werden, dann hat nicht nur die liberale Fraili, sondern dann haben die deutschfühlenden Juden das Lp: verloren, trotzdem sie den Wahltanrpf gewonnen haben. In den Gemeindekörpersä>aften werden. — das ist gerain diesem Wahlrampfe sehr deutlich geworden —, nicht r „inncrjüdischc Angelegenheiten" entichieden. Die E>, mein de» und zumal die Grobgemeinde Berl sind der Punkt, in dem die Jüdisch nationale den Hebel ansetz^n, um das Deutschtum d deutschen Judenheit aus den Angein zu hebe In die Hände der 24 liberalen Gemeindepräsentanten ist : ungeheure Berantwortung gelegt, dafür zu sorge: tab auf dem Wege zum Ghetto nicht weiter sortgeschrill wird, 'dab die Bestrebungen, die Juden zum Bolk im Bol: zu machen, nicht weiter gefördert werden, und dab die j der Lchreckmszeit der letzten Gemeindejahre unserem Teutiä: tum zugefügten Lchädeil nach Möglichkeit wieder gutgema.' werden. Wir wünschen und hoffen, dab die Liberalen iidiese* Aufgabe gewachsen zeigen werden, und sie lverden un stets an ihrer Seite finden, wo es um das Deutschtum geh!. Aber sie werden in uns unerbittliche, auch den Weg in di. „auherjüdische" Oeffentlichkcit nicht scheuende Kritiker finden wenn es sich zeigen sollte, dab sie mcht Deutsche, sondern nur Liberale smd.!

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