Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 11 (November 1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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aus nicht jo weit;u gehen, in dieser Antwort ein stück divlomatiicher Stilkunst" zu sehen. Ohne Ueb> aber wird man sagen können, dah Herr Hitlerl-mcht Dummkopf zu sein scheint, den mancheans ihndz versuchen. Das; Unterschätzung des Gegners hÜt täuichungcn bringt, haben wir erit kürzlich bei der R wähl erfahren müssen, doppelt unklug aber ist es. eigenen Fehlern nicht zu lernen. Ihn. wie eis vielfach mar. als ..einen Teil von jener Kratl'szu-bezeichnen, das Böie will und stets das Gute schafft'/, >ist ebenso .- Vermutlich' will er, ftic’ ro'ir all D e li.t > chland das Beste. und nur seine sind cs, die höchst bedenklich erscheine Ä^eiiter- «jrtreibung ganz der i machen :rc Entichstagsaus den der Fall .die stets verfehlt, e. für Mittel Ein Gutes jedenfalls, darüber kann kein Zu eitel beheben, bat Hitler zuwege gebracht: Er bat der Welt die A u g e n für uns Deutsche geöffnet. Da z gerade er c» war. cs braucht uns nicht zu kümmern. wir teilen auf den Erfolg, gleichviel, w e r ' i h n vollbringt. Wir nanonaldeutschen Juden gehören nicht ju jenen „Politikern" von unselbständiger .Haltung, die., an Mintcrwertigteitsionivlercu krankend, ihren ..Charakter" erit da )urch er weiten zu inüisen glauben, das; iic — ..grundsätzlich" — den Gegne: auch da bekämp'en. wo er dem Lande Vortei e bringt. So erkennen wir mit ganz besonderer Genügtuung die grobe Wandlung, die 'ich zugunsten Deutschlands in England voll zieht. Inders als bei uns und es dort die Gazetten, welche 'in Wabrbeit die öffentliche Meinung machen, von der wiederum die Politik dieies . . . Mutterlandes der Demokratie benimmt wird. Das bei wei'em bedeutendste englische Zeitungsunl^rnehmen hellt der „R o t h e r m e r e - K o n.z e r n" dar. mit ein r groben V-nabl von Blättern, die alle in riengen Auslagen erscheinen, und von denen die ..DailvMail" mit einer Zw.eisttillioncN auilaac das gröszte ist. In die>er ..Dailn Mail" tnnf sind am 2-1. Sevteniber und 2. Oktober Leitartikel aü; Lord^ Rothörineres weder erschienen. von denen sich-der erite mit der ..Hi'lcr Bewegung" bckaszt.'derzweite iich mit den .Kn'iter» .dieses Hstierartik-ls auseinandersetzt. .Es' ist ielbstverhündlich eine llnmöglichkeit. den einen öder anderen Aus- 'a!z. geschweige denn beide an dieser Stelle miederzuqebcn, wir wok'en uns daher auf Anfang und-Ende des erster Artikels lenchräüken. Hierzu sei anzenrerkt. dstb die'er in Piünchcn aelch'iebcn..aLrrde. wo Lord Rothermere iich vom 14. bis 2 ’. Ievtembcr aufgehalten hat: ..Deutschland, eine w i c d e r g e b. o r e n e Rati o n. Ein neues K a v i t c l in Europas Geschichte. Bon Viscount R o t h e r m c r e. Diele letzten zehn Tage baden e/nen anderen N eilenhcin in der Entwicklung der europäischen Geschichte errichtet. Es bat hch eines , vieler ungeheuer bedeutsamen Ereignisse zug'tragen, welche von Zeit zu Zeit ein neues Kavitst in den internationalen Angelegenheiten'önnen. Der durchgreifende, fortreihende Enolg der Deutschen Nationalsozialistischen Partei, mit anderen Worten: der faschistischen Parte», bei der allgemeinen Wahl am ,14. September wizd. dieses sist meine fehe.lleberzcugung. ein dauernder Markhein difi'er Zeit «ein. Er wird als der Beginn einer neuen Enochc den Beziehungen der deutschen'* Nation und dem Welt foribeheben.".iSchlusz:t ..Ich sage lsch voraus: In den nächhen paar Jahren werden nicht -wenige Merkmale von Europas Karte sich verändert haben, von denen pie Politiker, die 1919 in Paris versammelt waren, selbstzufrieden glaubten, iie batten sie fisr -fehgelegt." — zwl'chen Reit tchr ' uperlichtimmer Die llrlckche von Lord Rotbernteres Begeisterung, wie ans einigen , Stellen keiner Aufsätze ersichtlich, ii Hitlers Kampfansage gegen^den B ol fch-e w i s m u^s. Wenn man bedenkt, welch ein Schreckgelvenh dieser für < iTTe Engländer daritellr. und das; die Konservativen im Iaöre 1924 mit ihrer gegen ihn gerichteten Parole einen überwc ltigenden Wahlsieg davonaetragcn haben, so ist die Snmppthie für Hitlerwohl erklärlich. Ein grober Teil^ der deutschen „öffentlichen Meinung" es erübrigt sich zu tagen, welcher — hat Lord Ratbermert w-gen keiner Artike^ aufs ichärfne angegriffen. Klüger vom deutschen Standpunkte wäre es g -wesen, sichder Wandlung dieies Männes zu 'reuen, d e m e n ungeheurer E i n fl u b >'i ch -b i sh e r in u nbei-l. voll her Weile gegen uns ausgewirkt hat, und ber mit seinem Einflub jetzt die öffentliche Meinung Grobbritanniens zugunsten D >i t s ch l a n d s u m h i m m t. Nachwort der Schriftleitung, D ie in dem vorstehenden Aufsatz erwähnten Aflikel des Leid Rothermcre. die in der Dai>n Mail erlchietzen sind, haben in der deutschen Presse viel Beachtung gefunden, aber sie sind meist, wie es die freundlich« Gewohnheit unserer jöurnalistis hen Parteimänner mit sich bringt, unvollständig und dahei irreführend zitiert worden. Wir bringen nach stehend den Wortlaut der Anführungen, die Rothermere über Hitlers Birhältnis zur Iudenfrage und über die Judenfrage iiji allgcnu inen — unter besonderer Berücksichtigung der eng lischcn Inten — macht:! „Wollt ich Herrn Hitler einen Vorschlag machen darf! so ist cs> der. dab er die Politik seiner Partei in ähnlicher i -JUcifc Nvie Mussolinis leiten möge. Wenn er sich Mussolini zum Borbild nimmt, kann er Deutschland so grobe Dienste crwcikcn. wie der Duce sie Italien erwiesen hat. Ein Punkt, in dem die „Nazis" gut tun würden, dem Beispiel des Gründers des Faschismus zu folgen, ist die j Streichung des Antisemitismus aus ihrem Programm. 'Iudenhctzc ist ein törichter Uederrest mittelalterlichen Bor girteils. Ich ' gebe freilich zu. dab die jüdische Rasse seit dem . Kriege grobe politische Unllugheitcn begangen hat. Promiiieiitc britische Inden haben ihre Gemeinschaft durch d'e allzu lärmende. Beharrlichlcit mibliebig gemacht, mit der He — aus Kosten der schwer belasteten britischen Steuer zablcr — auf Errichtuna einer jüdi'ch nationalen Heimstäitc I in Palästina bestehen, die kein Iude über die Grenzen der gewöhnlichen Wchlläligleit hinaus wünscht. Wer im politischen Leben steht, empfindet ferner erhebliche Verstimmung gegen die Betriebsamkeit wohlhabend r jüdischer Persönlichkeiten und Organisationen, die durch alle möglichöu Mittel — finanzielle. gesellschaftliche, politische und vcriöu'ichc — aus Dicnststciken der britischen Regierung und Mitglieder des Parlaments für Zwecke, die den jüdischen Interessen dienen, Einflub zu nehmen versuchen. Taktlosigkeit ist immer einer der hervorstechendsten Fehler der Kinder Israel gewesen. Die britischen Inden sündigen in dicier Hin'icht nicht entfernt in dem Mab«, wie ihre Stammesgenoiien auf dem Festland., Trotzdem würden iie gut tun. Hch daran zu erinnern, däb die Führerschaft des bolschewistischen Feldzuges gegen Zivilisation und Re ligion beinahe gänzlich in den Händen ihrer Stammes igenauen liegt und dab dadurch dem Ansehen der jüdischen. > Rasse in jedem ihrer Ädoptiv-Heimatländer unvermeidlicher 'und unberechenbarer Schaden zugefügt wird." i Das sind Worte, 'gegen die man im einzelnen qewis; sehr viel einwendcn kann, die im ganzen aber doch von Juden und Nichtjuden, insbesondere; auch von Juden, ernsthaft beachtet werden sollten. 'Was Herrn Hitler betrifft,'hat es nach Er klärungen, die er gerade in letzter Zeit in Interviews abgegeben hak. den Anschein, das, er selbst -von seiner Auffassung der Iudeusrage allmählich zurückkommk. Er hat es nntiirliih nicht leicht, das Erforderliche über diesen Auschauuugs-Wechkel ..seinen Kindern zu sagest", nachdem er diese Kinder — wirklich politische Kinder — jahrelang mit judenhetzerischen Sch'.agutortcn gefüttert hat. Aber im Himmel ist bekanntlich mehr Freude über einen Sünder, der Bube tut. denn über zabl rtiche berussmäszig Gerechte. Wir sollten versilchcn. auch in dieser Hinsicht Deutschland zum Himmel auf Erden zu machen. bl. X. j. Venbanäsnackinckten.! 1. Wahlen. Wir vcriyeiten auf den Aufruf an der Svitzc dieses Blattes. -Berbandsmitglieder. insbeirndere Jugend liehe, die sich für die W ah larbeit zur Verfügung stellen wollen, werden dringend gebeten, ihre genaue A >: - sch ritt, gegebenenfalls auch die Fern sprechnummer, sofort der Geschäftsstelle mitzuteilen. Auslägen -Ersatz und aut Wunsch angemessene Vergütung fiür Zeitverlust werden zugesichert. 2. Berlin. Ein Vortragsabend mit Aussprache wir'ei» der zweiten Novem berhälfkc stattfinden.' Näheres iitird noch bekanntgegeben. 3. Fugendgrupve. Die nächste Zusammenkunft findet wahrscheinlich am Dienstag, den 11. November, d. itutt. Es ergehen besondere Einladungen. Auskunft erteilt die Geschäftsstelle «Ferniprech-Anruf am besten nachmittags 5i bis 6 Uhr). i Der Vorstand. Bücberfcbaih Zur Besprechung i st eingegangen:! Regiment Reichstag tKampf um Berlin Januar 1919) von Kurt Lamprecht fFackelreiter-Verlag 1931). Die Besprechung dieses Buches und anderer früher cingefandter Bücher bleibt wegen Raummangels für Die Dezember-Nummer Vorbehalten. Die Echriftleitung.