Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 10 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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V WWWWWWMWWMW Karlcben IVIicssnick-Ccrtiancr. Das Wort stammt vom Fürsten Bismarck, der damit in feiner souveränen. Art die Bezeichnung einer damals allgemein l,na,inten und belachten Witzblattfigur abgewandelt hat. ffic» memt waren gewisse Liberale der siebziger Iahre. mit denen Pisinarck „keine Politik machen konnte", weil sie eben ».-.rlchcn Mietznick-Tertianer waren, verrannte und unbelebrbare lotlrinäre. denen ihre Theorie über alles! ging und die aus ihrem ideologischen Pferch den Weg zur Realpolitik nicht, siiiden konnten. > Die »arlchen Mietznick-Tertianer! sind in Deutschland nicht ausgestorben. und der Humor der Weltgisschichte hat es gefiiLit. datz gerade heute, während mian in zweiten »reisen die 7'nden als undeutsch verschreit, ein^ jüdische Spielart dieser n.isaciprochen deutschen Erscheinung sich, bemertbar macht, t; verrotteten Zustände int jüdischen Gemeindelebcn. das uun'scit Jahren von den Zionisten und ihrtn aktivsten Partei qanqern. den Ostjuden, beherrscht Ipird. hätten sich niemals hnausbilden können, wenn nicht die, Interessen der Ziönistcn- «'.»gner durch typisch deutsche »arlchen Mietznick-Tertianer vern :en worden mären. Diese unentwegt würdigen vermeint liuKii Politiker und selbstgefälligen Taktiker» die in Wahrheit nur tatscheue Diskussionsredner, »opfnicker und Eincrieits- Andererieits-Erwäger sind, haben sich in das Gespinst ihrer eigenen Ideologie so rettungslos verstrickt, das; die zielhewützten und zum Teil skrupellos demagogischen Jüdisch iiülionalen mit ihnen stets leichtestes Spiel hatten und sich :vi den schwersten Schlägen, die sie . dem Deutschtum unserer »ullusgemcinden im Laufe der letzten „Legislaturperiode^ versetzten, auch noch auf die.Zustimmung ihrer nicht jüdiich- »aiionalen „Mitarbeiter" berufen dursten. Es hat den Anschein, als ob die Herren Tertianer im Tarife der Iahre nicht das Geringste zugelernt und auch durch die ihnen von jüdischnationaler Seite erteilten Lettionen die Reise für Beisetzung in eine höhere »lasse noch immer nicht erworben haben. Wenn es nach diesen Leuten geht, werden die dcutschfühlendem Juden in den W a h l k a m p s zu den am 30. November dieses Jahres stattfindenden Gemeinde- und Landesverbandswahlen auf den gleichen abgetriebenen Phrasenkleppern hineinholpcrn. auf denen sie selbst bisher ihre pseudo-parlamentarischen Reitt;.nitc zum Gaudium der sattelfesten Gegner betätigt haben. Man braucht nur die Reden und Zeitungsartikel zu lesen, mit denen diese vermeintlichen Führer ihren Anhang auf die Wahlen vorzuberciten versuchen, um die Ucbcrzeugung zu gewinnen, datz hier noch heute jedes B e r jtm n d n i s , fiir d i e ungeheuren Schädigungen fehlt, die durch das schlaffe und wirklichkeitsfremde Verhalten der bisherigen sogenannten Berircter des Deutschtums den deutschfühlendcit ä u den in n e r h a l oXd e r Gemeinden und der Geig mthcit der dsn 1 schen Juden im deutschen .i a t c r l a n d e z u g e f ü g t worden sind. Die Führer :'»b die Geführten aus diesen »reisen stehen heute ratlos ad verängsttgt vor dem Ergebnis der Reichstagswahlen, das, wie man es auch sonst politisch bewerten mag, nebenher imiiier-! in ein erhebliches Änschwellen der Judengegnerschaft weiter deutscher Volkskreise ins Licht gerückt hat. Aber nichts liegt eien Leuten fetNer, als zu begreifen, datz sie selbst für diese Abkehr eines grotzen Bolksteils von dem Willen zur Gemem- ‘•aftsarbeit mit jüdischen Deutschen verantwortlich sind. <5ie halten die jüdische Gemeindepolitit nach wie vor für ein -ing an sich, für eine — wie es in ihrem Sprachgebrauch i 'itzt — „tnnerjüdische Angelegenheit", und sie drücken sich um die Erkenntnis, datz diese vermeintlich innerjüdische Angelegenheit für das „autzerjüdische" Verhältnis der jüdischen Tcutschen zu den nichtjüdischen Deutschen von grötzter Bedeutung, datz sie in Wahrheit eine deutsche Ane l e g e n h e i t ersten Ranges iit. Die Gemeindepolitik, die von n Jüdischnationalen seit Jahren unter Duldung und kollegialer Mitarbeit" ihrer angeblichen Gegner getrieben : ird, ist darauf zugeschnitten, die Ä e l i g i o n s g e m e i n de n in sogenannte Volksgemeinden u m rügest ale n, die Juden zum Volk im D o l.ke zu machen. T atz die Nicht-Jüdischnationaken. vor allem die Religiösliberalen, dielen' Plan der Zionisten nicht, durchschaut hatten, werden sie selbst nicht behaupten wollenx sie haben ia tn endlosen Debattereden und Zeitungsauffätzen seit Jahren heore 1 isch dagegen geschwätzt und schwätzen noch heute darüber. Aber ebensowenig werden diese I Tertianerseelen behaupten können, datz sie praktisch irgend etwas Nennenswertes dagegen getan haben, die Flut! des Undeutschtunis inzudämmen. Ihre Politik war vom ersten bis zum letzten Tage ihres sogenannten Wirkens nur eine »ette von-Halbheiten. Zugeständnissen, faulen Kompromissen und verpatzten Gelegenheiten. Sie haben hier und dort, wenn die übermütigen Zionsbrüder es einmal gar zu toll trieben, lauwarm ein Kitzchen protestiert, haben ihre höchst langwelligen, höchst wohlgesetzten, höchst sachlichen und höchst wirkungslosen Reden gehalten, haben Bedenken erhoben und Paraaraphen-Ausegung getrieben, Haben sich dann aber schliehlich immer wieder n« ."V . achselzuckend unterworfen, wenn eine geschlossene Mehrheit sie 'niederstimmte. Sie selbst haben es meist nicht einmal zu einer geschlossenen Minderheit gebracht, denn'stets waren in ihren eigenen Reihen ein paar besonders bedenkliche Uebertheoretiker, denen die graueste Theorie stych nicht grau genug war und die ihren eigenen Fraktionsgenossen im entichcldenden Augenblick Hindernisse in den Weg legten, während die Gegner in geschlossener Front und gänzlich ohne theoretijchc Hemmungen auf ihr jüdischvölkisches Ziel losmarschierten. In den ganzen Jahren jüdisch- »gtionaler Schreckensherrschaft hat keiner von diesen Repräsentanten, die d a.s Deutsch-' tum hätten repräsentieren sollen, keines von diesen deutschgcsiunten GemeindcvorstaNdsuiidRatsmitgltedern. die von ihren jüdischnationalen ,;» o llegen" an die Wand gedrückt wurden, den Blut aufgebracht, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen und die Flucht in die O e f f e n t I i ch k e i t. i n d i e deutsche lOe f f e n t k i ch - teil zu ergreifen- Ihre ewige Angst war., von den triumphierenden Siegern als „unjüdiich" hingestcllt zu werden, l und ihre womöglich noch grötzere Angst, datz etwa ihre nichtjüdischen Mitbürger auf Unstimmigkeiten innerhalb der jüdischen „Gemeinschaft" aufmerksam werden könnten. Datz sie den sogenannten Antisemiten, deren Auf-, fassungder Iu d cnfr a g e ja mit der Auffa ssung .der I ü d i s ch n a t i o n a I e n völlig ü b e r e i n st i m m t. die besten Argumente lieferten, indem sie sich' schlietzlich immer wieder in eine alljüdische „Gemeinschaft" hineinzerren Netzen und den krassen Gegensatz zwi'chcn deulschfühlenden und aindcutich fühlenden Juden vertuschen halfen, — daswolkrrn sie durchaus nicht oerstchcn, im letzten Grunde aus bei lächerlicheü Angst vor dem Vorwurf der mangelnden „Jüdjschleit". den zionistische Demagogen hätten erheben können. Dürch diese Augst, die Angst vor einer inhaltlosen Redensart, haben sie sich in allen entscheidenden Situationen lähmen lassen, wie nach der Tierfabel das »aninchen von dem Blick der Schlange gelähmt wird, und sie sind dann auch als hilflose »aninchen prompt, gefressen worden. Ein typisches Beispiel des Worb. Zwanges, dem gerade die Nur-Theorekiker. dis Doktrinärs, die Tertianer-Gehirne am leichtesten unterliegen. Sobald das Wort .,unjüdiich" erklang, war für »arlchcn Mictznick -4 mindestens für die Dauer der kritischen Sitzung und natürlich für das jeweilig folgende Selbstentschuldigungs-Stadium -4der Gehirntcil, aus dem eine deutsche Willensfunktion! hätte kommen können, stillgelegt. Und so konnte niemals der selbstverständliche Gedanke entstehen: Was geht es! uns Deutsche an. ob deutsch fremde Zionistc n!-u n d Ostjuden gut oder schlecht von uns denken? ft es nicht mindest e n s gleichgültig, ja s o g a r, e i n c Bestätigung, datz wir auf dem richtigen.idem d'e u 1 s ch c n Wege sind, w e n n diese Fremden gegen uns zetern'? Und — wenn schon ench m a l von R ü tz l i ch k e i t s r ü ck s i ch 1 e n die-" R e d e sein soll — i st es - nicht unendlich w i ch t i g e r. v o n unseren deutschen Volksgenossen verstanden zu werden, als von diesen angebliche» Glaubensgenossen. denen zum Tcil der E l a n b e n nur Mittel zum Zweck ist. zu dem Zwecke, ljnserdeutsches Volks tum zu u n t e r w ü h l c n und zu zersetzen? i Ter Grundfehler der »arlchen Mietznick-Tertianer war,, . an ihrer religiösen Theorie festzuhaltcn, während die Gegner unbekümmert politische Praris trieben, lknd aus diesem Grundfehler entsprotz die völlig verfehlte Einstellung zu den jüdischnationalen „Kollegen" in den Eemeindekörpcrschaftcii. Weil nach dem Gesetze die jüdischen Gemeinden.R e l i g i o n s - gemeinden sein sollen, trieb und treibt »arlchen Mietznick weiter Religion, auch wenn der Gegner Politik, treibt. Datz man Politik nur durch Politik b c k ä ist p f e n kann, datz alle religiösen Meinungsverschiedenheiten zurücktreten müssen, wenn die nationale Grundlage unserer deutschen Eristenz bedroht ist. datz jemand, der unser Deutschtum angreift, nicht unser Kollege ist. sondern unser Feind — das ist in diesen »reisen bisheriger Führer der deutschfühlenden Juden auch heute noch nicht verstanden i worden. In einer Versammlung des Berliner Liberalen Vereins hat man stundenlang darüber diskutiert, ob ein Unterzeichner der jüdischnativnalen Jewish ARency=(£rllärung, also ein Jüdischnationaler, der nur nicht so heitzen will, auf die liberale »andidatenliste gesetzt werden sollte, und — wenn ja — j>b nur als „Persönlichkeit" oder als „Erponent! seiner Gruppe". Als ob «in solcher-Mann, wen» er einmal gewählt ist. gleichviel ob afe „Persönlichkeit" oder als ..Erphnent". jemals eine ander« Politik treiben könnte; als die [einem eigenen jüdischnationalen Gefühl entsprechende, also j ü h i s ch -