Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 10 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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nationale Politik in den iKcifjeji der ©e^jncr j ü d i s ch n a t i o n a l c r Politik! Und diesen Mann hat inan tatsächlich, nachdem er auf' der Eemeindeliste mit knapper Mehrheit abgelehnt war, auf der Landesverbandsliste als „liberalen" Kandidaten aufgestellt! Er wird, wenn die Wahl nach den Wünschen der Karlchen Mietznick-Tertianer verläuft, als „Nicht-Zionin" mit anderen seinesgleichen und Zahlreichen Lauwarmen in den Landesverband einzjehen. wirdl natürlich zu den anderen Zionisten, die sich selbst sonennen, in den beiten kollegialen Beziehungen stehen, wird auf seine „liberalen" Fraktionsgcnoisen besänftigend cinivirlen, wen» etwa dem einen oder andern einmal ein „nnjüdilch". energisches 'Wort entschlüpfen sollte, — und so wird alles beim alten bleiben, auch in den Gemeinden selbst, die Jüdischnatioii.rlcn werden weiter Punkt auf Punkt gewinnen, die Nichtjudcn werden mit dem Anschein von Recht sagen, das; „die Juden" trotz aller Nuancen doch schlieszlich eine'dem deutschen Volke wesensfremde Masse seien, und das Deutschtum der deutschen Juden wird Iangsani — viellcicht gar nicht einmal langsam —, Hb er jedenfalls s i ch c r v o r d i e H u n d e g e h c n. Soll es wirklich so kommen'?' Die /Antwort liegt bei denen, die bisher blindlings den Karlchen Micsznick- Tcrliancrn gefolgt sind, weil sie bei ihnen das Deutschtum gut aufgehoben glaubten, und vor allem bei den 57'«!» Prozent Nichtwähler, die bisher 'glaubten, die Gemeindepoljtik ginge sie nichts an. Beson-ders diei'e, die bisherigen N i ch t w ä h I e r. iv e r d e n e n d l i ch b e g r e i f e n m ü s s e n, i das; -in den Sitzungssälen der- Gemein dck ö r p c r s ch a f t e n die deutsche u tu n f t ihrer Binder c n l i ch i e d e n ' w i r d. Und - wenn ' sie zu dem Ergebnis gelange», das; ihnen ihre Kinder zu schade sind, mit in Palästina arabischen Pogromen, englischen 'Schikanen und eigenen Enttäuschungen ausgesctzt zu werden, zu schade, um in deutschen Ghcltosckuilen durch jüdischnationale Näbbincr und jüdischnationale Ncligionslchrer 'inseelische Heimatloiigleil hineingezüchtct zu werden, zu schade, um in jüdischnationalen Bünden und Klubs, auf jüdischen Sondersporlplätzen von ihren nichtjüdischen Altersgenossen, den Mitbürgern ihres spätere» Lebens, abgeriegelt und zur Veriläiidnislosigkeil gegenüber dem deutschen Enipsinven „erzogen" zu werden. ivenn iie auf Grund der bisherigen Erfahrungen zu dieieii Ergebnissen gelangen, dann müssen sic auch die praktischen F o l g e r^i n g e i( ziehen. Diese Wälgerungen lauten: ' C' n diesem Wahlka m p f darf niemand, der ein Deutscher sein will, der Wahlurne f e r n - bleiben. Es geht nicht um „knncrjüdiiche Dinge", cs geht um das Deutschtum. Tua res affitur! C'ii dieiem Wahliampf mus; j e d r r. lkn t e r s ch i e d der religiösen Anschauung z u r ü ck 1 r e t e n. Dieser W a h l t a m p f i ft ein politischer, kein religiöser K a m p f. Deutsch oder u n d e u 1 s ch i kt d i e Los u n g. Der gen! Iviienen Front der Jüdi'chnatioiialen muh eine g-cschlossene Uro ntder Deutschen' entgegenaeitellt werden. Wer religiöse Ideologie treibt, während die Gegner, das Deul'chtiim untergraben, kämpft mit Holzi'chmertern gegen Flammcnwericr. I n dies e in W a li!! a in v f darf dic fr ü h r u n g der Deutschen nicht wieder, den- Karlchen Mies; nick Texlianern überlasse» werden, die für die heutigen Zuilände verantwortlich sind: Wir brauchen in den Gemeindekörpcrichaflcii e n 1 sch t o i s e n e Deutsche, die tlarschend genug Und, den j ü d i > ch n q t i o n a l e n Zersetz u n gs w i l l e n auch dort zu erkennen, >vo er „religiös" oder „hiTmanitär" verschleiert öl, und energisch genug, jedem Anträge, der sich unmillclbar oder, mrttetbar gegen unser Deutschtum richtet, ohne jede Furcht vor dem Geschrei der Jüdischnationalen und . ihres Anhangs e n tg c g e n z u t r e t e n. o n dies e,m Wahlkampf und' in d e r Gern e i n d c a r b e i t. die ihm folgen wird, müssen die Jüdisch nationale n-als das behandelt werden, was sie sind, als die Feinde unseres Deutschtums, nicht als freundliche „Kolleg en", i mit denen man nur gewisse Meinung sver-'' schied enheiten hat. Damit wird der persönlichen Ehre der Zionisten, die nur zum Teil Demagogen, zum grohen Teile ehrlich überzeugte, aber innerlich deutschfrcmde Menschen sind, in keiner Weise zu nahe getreten. Man kann mit ihnen über Muiik reden oder über Psrichoanalme oder' über die neuesten Fortschritte des Flugwesens, aber Man kann nicht mit ihnen über das Deutschtum reden, von dem sie nichts verstehen und das sie nichts angeht, wie uns ihre j ü d i s ch n a t i o n a l e n Interessen, ihre Jllusionspolitik in Paläitina. ihr „j üdis ch c s B r u d e r g e f ü h l" für afrikanische F a - lascha,' portugiesische Marannen und ostjüdische Halbasiaten «der Ausdruck stammt von dem Juden Karl Emil Franzos!) nichts an gehen Zwischen den Jüdischnationalen und uns besteht die Gemeinsamkeit der Menschlichkeit und. soweit hüben und drüben die Menschen religiös sind, die Gemeinsamkeit der Religion Aber es besteht keine, trotz aller ideologischem Künsteleien nicht die geringste Ge in eins« m seit des nationalen Empfindens, und lediglich auf das nationale Empfinden kommt es in diesem entscheidenden Augenblicke an. Bleiben die Jüdischnationalxn nach der Neuwahl innerhalb der Eemeindekörperschaften in der Minderheit, die ihrem wirklichen Zahlenvcrhällnis zur Gesamtheit der deutschen Juden entspricht und die zur Zeit nur durch jüdischnationales Reklamegeschrei uns ängstliches Flüstern der Karlchen Mietznick-Tertianer vernebelt ist, so besteht für die Zukunft nicht mehr der gering'!« Anlasz, mit diesen Leuten endlose Diskussionen zu führen. Man lasse sie reden, soweit es die Geschäftsordnun-g erlaubt, und gehe dann über ihr Ge-' rede zur Tagesordnung über. Man lehne jeden ihrer A ntrüge ab, der unmittelbar oder mittelbar auf die Vergeudung deutscher Steucrgelder für d e u t s ch f r e m d e oder dem Deutschtum schädliche Zwecke h i n a u s l ä u f t. MögensicsichihrGhettoselbstganznachihreni eigenen Geschmack errichten, aber sie mögen nicht verlangen, das; wir unsere Kinder in ihr Ghetto einpferchen lassen und datz wir mit unserem Gelbe den Bau ihrer Ghettomau er n bezahlen. Wenn die Erfahrungen, die wir unter der Herrschaft der Jüdischnationalen und der Duldung der Karlchen Mietznick- Tertianer gemacht haben, diesmal dazu führen, das; die Zionistenherrschaft gebrochen und das ganze jüdischnationale Unwesen in Deutschland in seinen Winkel zurückgedrängt wird, dann wollen ivir dankbar dafür sein, datz uns diese Prüfung auferlegt wurde. Der 30. November wird zeigen, ob die jüdischen Deutschen die Prüfung b e - st a n d e n h a b e n. M. N. Kleinigkeiten. Prag in Palästina. Nach Zeitungsmeldungen fanden in T e l - A o i v (Palästina) Kundgebungen gegen die Aufführung eines Films mit Zwischenteilen in jiddischer (statt hebräischer) Sprache statt. Bon den Demonstranten «Zionisten!) wurden Stinkbomben geworfen. Die Polizei sah sich zur Räumung der trotzen veranlaszt. - Der <zi o n i st isch e) Bürgerm ei st er hat die Aufführung des Films verboten. Kann man sich Bezeichnenderes vorstellen, als dieses „nationalistische" Verhalten der Zionisten an Orten, wo sie „zu Hause" zu sein glauben, während sie bei uns so inbrünstig gegen jeden Nationalismus sind! Echo der Presse. Das Sonderheft „Die Juden frage«' der „Süddeutschen Monatshefte" (Heft 12). das auch einen Aufsatz von 1>r. Naumann enthält, ist> bereits in zweiter Auflage erschienen. Besprechungen des Heftes, in denen auch der Aufsatz des Herrn Dr. Naumann erwähnt wird, finden sich in vielen Zeitungen. — Ein viel beachteter Aufsatz „Die Juden frage" von unserem Mitglied S. Rait erschien in der «rechtsgerichteten) Wochenschrift „Der D e u t s ch e n s p i e g e l" «Heft 34 vom 22. Audust 1930). - Ausführliche Auszüge aus unserem letzten Mitteilungsblatt finden sich in den rechtsgerichteten Zeitschriften „Der Ring" und „Standarte". Verbanclsnackricbten. 1. Jugendgruppe. Unsere BerlinerJugendgruppe veranstaltet ihre erste Zusammenkunft in diesem Winterhalb jahr am Dienstag, den 7. Oktober d. I.. abends 8', Uhr, Nürnberger Stratze 69a, bei Reiff. 1>r. Mar Naumann spricht über das Thema: Gemeinde wähl und Pflichten der Jugend. Anschlietzend freie Aussprache. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen und um Einführung von Gästen gleicher Gesinnung. 2. Wahlhilfe. Mitglieder und Freunde unserer Sackn. die sich bei den am 30. November d. I. stattfindendcn Gemeinde- und Landesverbands-Wahlen bc tätigen wollen, werden gebeten, ihre Anschrift und gegebenenfalls ihre Fernsprechnummer schleunigst der Geschäftsstelle mitzutei^n. Ackslagenersatz und am Wunsch Vergütung für Zeitverlust werden zugesichert. Der Vorstand. Für die Schriftleitung verantwortlich: 0r. Walter Laaser, Berlin; Verlag: Verband nationaldeutscher Juden <k. «.. Berlin W 3ö. - Druck von Rob. Rohde Nchflg., Berlin W. 35, — Für Herausgabe und Schriftleitung in Oesterreich verantwortlich: Verband national' 'deutscher Juden. Wien II. Praterftratze 34. Zimmer 22.