Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 10 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Objektivität! Eine Stimme vom I Vorbemerkung. j . Tiefer Aufsatz i't uns neu einem | bet» initen beit tfdnationalen Politiker, der .11 n irre P e - wegung stets unterstützt ujnd als einzig mvglichen 28 x g zu« ,2!usgleichung'der Gegensätze a nlg e f -b e n hat. unverlangt eingoiandt morden., .leben diele Ausführungen wieder, weil sie ) u> c i f c I los der 2l nscha u u n g e i 11 c s | <1 r 11 f; e it Teils 11 liier er niä, tj ü d-iiche n 'Bolksgenofsen entsprechen und me I es die Pflicht jedes inr deutschen -Pylksgemeii schalt itredenden nationaldeutsch empfinde ndeis Iudm i«t, sich darüber zu unterrichten, wie man .wm ai deren Ufer“ die Tinge netzt. W< r ' P e r t ü n > n i s für fei 11 e e i g e 11 e A r t. u n d 'Auifas u n g verlangt, ''ln u tz dieses P e r t ä n ö n i s auch A 11 deren e n t g eg eil b ein ge n. Nur gegenseitiges Perltändnis kann die 'Brücke von Ufer;u Ufer bauen. Die Schrislleiti ng. Es mag paradvr erscheinen, wenn man, in^ einer jüt ischen anäerr Ufer erbebt, udenbie r. laggt itz Zeilichrüt eine solche Forderung, julk zur Stunde, Es in nicl t varador, ne in erheben:, es wäre für das Oji nun nur klug, üe zu befolgen, und mühte.^ nieitii- Tinge vorn anderen Uferaus richtig 111 leben oermnt vom Verband N a l i 0 n a l d e u t s che r I u d e n ge wexden. ' 3o ablonder-liches r Meinen, hier .bemüht , zugeipitzt formuliert/ bedarf der Begründung. Ich versuche sie. Aber ehe ich ne versuche, möchte ich leigen-, das-' ich eine gewisse A k t i v l e g i t i ni a't i 0 n d et 511 besitze, in vieler Frage als nicktjüdifcher Teutfcher zu'-jüdi'chen Teutschen;u sprechen. Ein Zufall meines Lebensweges bat mich einmal in das aus'chlaggebende Gremium eines rechtsgerichteten Perbandes geführt. Ties in einer ^eit. als title auf der Nechten vielfach - nur vielfach: es ilt töricht und unwahr, in behaupten, dies wäre a l l g e ni e i 11 der .Fall, - die scharf nationale Gesiiiiiiing in die typisch hakenkremlerilche ummaiidelte. Ick habe den Herren damals, im Einzelgeipräch und im beschließenden Gremium selbst, wieder und wieder ge>agt: ,,Tbr wollt" die Befreiung Teutfchlands. Ihr wiht, daswir keine Waffen haben und keine für einen /Befreiungskamvf ausreichenden .Waffen für absehbare Zeit, für fast schon unabsehbare »feit belommen tönnen.' Ihr wiht, das? mir rings um die Greinen Feinde ' 'itzeii haben, dassich jeder Nachbar in dem Genusgeraubten .Reichsbodens bedroht fühlen wird und fühlen muh sowie es mit Teutschland national vorwärts geht. Tänemark ilt durch Nordichles-vig. Litauen 'durch das Memelland, Polen durch Polen und Weitpreuhen, die Tlchechei durch die iudeteiideiitscheii Gebiete, Italien durch Sndtirol, Belgien durch Enpen und.Nialniedy zum eifersüchtigen Wächter darüber bestellt, das- Teutschland nicht ernarke und üch lein Eigentum zurücknehiite. Tie Möglichkeit, aus einem von dielen Länder»' einen Bundesgenossen gegen Frankreich in finden, in dadurch katastrophal eingeengt. ' Frankreich seinerseits Ht die grötzte Niilitärmacht der Welt. Bei vieler 'Jage der Tinge — was tut ihr? Turch eure H a k e n 1 r c 111! e r e i iche » cht. i h r das gesamte u d e n 111111 in d a s Lager der Feinde Tentschl a u d s. Ihr glaubt, das- Vieles Gesanitjudeiitum generalstabsmäs-ig organisiert und znsamineiige'ahk ist und marschiert, wie unbekannte Cberc anoidnen/ Ich halte dies für Nomantik, die der Lächerlichkeit nicht entbehrt. Aber darin stimme ich mit euch überein: Bei dem inneren Zusammenhalt, den das Iiidentnin über den Erdball hat iAusnahinen .verschlage» einstweilen wenig), bei der Kapitalsmacht, die sich in jüdischen ständen befindet, in'..das Judentum" ein Faktor-von Belang. .Was ihr mit eurer Hakenkreinlerei erreichen werdet, ist weiter nichts als dies: Bei den elften Anzeichen von einem nationalen Aufwärtsgehen in Trutsc! land wiid sich das internationale Ilidentum auer davorlegen. Wird feine Verbindungen spielen lassen, wird Baissen und Börsenderouten entfesseln und wird den ohnehin überhört schweren deutschen Befreiungskampf hoffnungslos fcl wer machen." 2k er io 1 n h a k e n k r e n 1 l e r 1 f cl e n Teutschen sprach, darf zu jüdischen Teutschen anders sprechen. Was erleben wir in. dfefen Tagen? 2Bir erleben, dah in Teutschland die bei den breitesten Volksmasseu als spezifisch iüdilch geltenden Verlagshäuser, dah HUttein und Lachmann- 9JJoife in gewolltem und bemühtem Zusammenspiel mit den ihnen zugänglichen, selbstverständlich teaelmähig auch jüdischen ..Greifen des 2luslandes Baissen und Börsenderouten entfesseln, weil die Nationalsozialisten 107 Mandate errungen haben, n id weil stiller die alte nationalsozialistische These. es inützten ch e stopfe der Rovemberverbreckzer einmal in den Sand rillen, jetzt in Leipzig dahin umschrieben hat: Wenn der Nalionaliozialismus nach einer Reihe von Reichstags»»!', lrsiingen legal die legale Macht dazu errungen haben werde, derbe er einen Staatsgerichtshof einfehen, der in aller Form nchtens das „Köpferollen" herbeiführen werde. Ilm eines Jutiinftstraumcs willen, von dem man gewih bezweifeln kr nn. ob er ein schöner ist, der aber unzweifelhaft von Millionen braver Teutscher als erwünschter 2lkt ausgleiche» der Gerechtigteit im Herzen getragen wird, um eines Znti nftstiaumes willen, von dem das eine sicher ist, das? er K. wie er geträumt wird, niemals und unter keinen Um it iuben verwirklicht werden wird, um dessentwillen entfesselt Ullsteins B. Z. am Tage der Hitler-Vernehmung eine Börsen d -route. Frevles Spiel. Und, ohne mich weiter in moralische "Bewertungen zu verlieren, vom deutschen Standpunkt aus cm ungeheuer törichtes Spiel. Lachmann-Mosses 'Berliner Tageblatt aber — und man acht schwerlich fehl, wenn man im 'Artikelschreiber Herrn Theodor Wolfs persönlich zu erkennen vermeint —, erklärt r »id und nett, «nachdem die Putschgerüchte eine derart kata strovhale Wirkung getan hatten, dah die Neichsregie«ung scKies-lich. sogar den greisen Reichspräsidenten gegen sie zu n cbilineren für angemessen hielt»: Tie Panik ist doppelt 1, »berechtigt. Sie wäre berechtigt, wenn ein Putsch drohte: c droht nicht. Sie wäre berechtigt, wenn eine Regierungsb.'leiligung der 'Nationalsozialisten drohte: .sie droht nicht, ras berliner Tageblatt also. — „das" jüdische 'Blatt T o u t f ch l a n d s in den 'Augen von M i l 1 1 0 n e n von Teutschen, erklärt vorsorgend, in aller Form, jede Panik in deutschen Werte» für den Fall für berechtigt, baftjber Sinn der Wahlen in einem Kabinett „von Fr ick bis B r ü 11 i 11 fl" A usdruck finden sollte. Für eine von verschiedenen Leuten sicher verschieden hoch eilige stützte — Möglichkeit deutscher Z u k u n f t s p 0 l i t i k g bt das 'Berliner Tageblatt von vornherein s : i 11. c. n H ah Segen zu jeder 2* ör f e n p a n i k in d e lt-t i ib c 11 28 c r t c n , jeder 21 b b e r u f u n g kurz f r i it i g c r Kredite, jeder A n g st - und Hahmah nähme des ausländischen G r 0 h - und S p e f 11 Iitionsfapital. Ich meine, das sind Tinge, die den deutschen Juden der f i cfjj a I s Teutscher fühlt, als Teilt* shen und als Juden angehen. 2kie ilt es denn? So ist es: Jeder romantische Anglt ti aum von einem generalitabsmähig geleiteten internationalen Judentum wird jetzt in den 2lugen all der Millionen und 2 bermillioneii, die nicht hinter die Tinge sehen können, sondern nach dem äuhefen Schein urteileil müssen, durch das ^Berl dirartiger jüdischer Politiker und Zeitungsschreiber legitimiert. Tie alte hakenkreuzlerifche These, ihr kennt sie alle, öl: Tos internationale Judentum iit eine organisierte Macht, die das strahlende Teutschtum infernalisch haht, und ihm, wie Loki dem Baldur, nur den Untergang trachtet. Tie ehren uerten 'chsemühungen der Ullsteins und Lachmann-Mosfes er geben das Bild, dah das internationale Judentum, soweit es sichtbar wird, im Groh- und Spekulationskapital und an der 'Tbrie. dem Teutick tum in dem Augenblick den Untergang t: achtet, da' sich vieles Teutschtum stärker als bisher deutsch orientiert hat. «Ich spreche hier einigermahen plakatmälzig. 2 ber diesen Tingen wird man nur gerecht, wenn man vlakat nähig spricht. Tenn es handelt sich nicht um dje tkinsichl r äfer Politiker. Es handelt sich um die vagen Vorstellungen und das dumpfe Fühlenvon Massen.) Wer will einem völkischen 'Apostel noch widersprechen, der an der Hand solcher Tatsachen neue Wauen über die uranfänglich geletzte, t icküche Feindschaft des Judentums belehrt, selbst aufs Tiefste überzeugt, selbst in allen, vielleicht wankend gewordenen Ueber z> ugungen durch das Tatsächliche, das sich ihm so deutet und nur so deuten kann, unerwartet freudig bestätigt? 2Bcr uill widersprechen, wenn ein solcher 2lvoltel nach solchem Trieben neue Massen zu seiner Lehre, zu dieser Lehre be f 'brt? Wenn einem solchen 2lpostel die Gleichsetzung jener 300. die nach Rathenau „die 28elt regieren", mit den „12 Unbekannten vom jüdischen Kahal" als erwiesene Wahr hjeit wundersam bestätigt scheint und er sie überzeugt, überzeugend w^itergibt? «Ich weis; selbstverständlich, dah und was sich darauf er widern läht. Aber die Frage lautete: Wer will einem solche» 2lvostel noch widersprechen? Hoffnungsloses zu betreuen 1» schliehlich auch keine Politik mehr: ist Romantik. Wird i.» diesem Falle genau so Romantik, wie die völkische, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.)