Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 9 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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T Der ..einheitliche" Centraloerei». Ans der .^Jüdischen AusderAufklärungs- Teitglokken. mV h v i i ui v i> Z eitun g für Oft« deutschland". 15. 8. 30. Lentralverein und Zionisten. Vorläufiger Ablchluh der Verhandlungen. Tie Verhandlungen zwilchen dem Lentralverein und den Zionisten» über die wir in der vorigen Woche ausführlich berichtet haben, sind, wie wir zu unserer Freud« melden können, zu einem zwar nur vorläufigen, aber günstig gen Abschluß gekommen. Wie wir erfahren, haben sich Vertreter der beiden Gruppen in einer Vorbesprechung derart geeinigt, dah man während des Wahlkampfes in einer neutralen Organisation gemeinsam wirken wird. Man hofft, dah sich dieser neutralen Organisation auch noch andere Gruppen des deutschen Judentums anschliehen werden. Dieser Be- ' schluh bedarf noch der Zustimmung der Organisationen selbst, an der aber kaum gezwcifelt werden kann. Diese Meldung bedeutet einen sehr wesentlichen Fortschritt für alle die Bestrebungen, die auf eine Zusammenfassung des deutschen Judentums gerichtet sind, und die wir seit vielen Fahren dauernd unterstützen und vertreten. (Sperrungen zum Teil riftderOrtsgruppe emnitz des Central- Vereins. , Ebenso Widerspruchs- 4II wie die gleichzeitige Zugehörigkeit zu den beiden politisch grundverschiedenen Organisationen des Centrq lvereins und der Jtwish Agency ist auch erre gemeinsame Abwehr des Antisemitismus seitens des Ci ntralvereins und der zionistischen Vereinigung, da die Gründlar en der Abwehr in direktem Gigensatz zueinander stehen. 1 Der Centralverein fordert die Gleichberechtigung der Juden auf Grund ihrer!Zugel,orig keil zum deutschen Volk als unlösbarer! Besta rdteil des deutschen Volkes un > bekämpft die Behauptung. als seien die Judest ein F emdoolk in Deylschland, als Verleumdung. Die Zionisten daaesen bekennen sich zu oreseist - Fremdvrslke und verlangen die El nchberechligung nur auf Grund ihrer deutschen Siaats Zugehörigkeit, als Bürger des deutschen St lates. Anlage des Heftes,! daß weniger das religiöse Problem als das Problem des Zusammenlebens mit Nichtjüden im Blickmrnkt des Interesses der Mitarbeiter stand: Aus diesem Grunde war es auch nicht möglich ebenso wie die politischen Sauch die religiösen Gegensätze innerhalb des Judentums darellen und m ihrm Auswirkungen sichtbar zu machen. . . . lleicht geht doch manchen Lesern auf. dah sie sich selbst Mrabsehen würden, wenn sie nur Dinge lesen wollten, die ihrem bisherigen Standpunkt entsprechen und kein eigenes Nachdenken erfordein. Wir unsererseits möchten wünschen, datz auch auf anderen Gebieten in Deutschland die Gegner sich vor der Oeffentlickckeit gemeinsam über ihre Ziele aussprechen, statt, wie e > für charaktervoll gilt, sich in der Oeffentlichkeit zu beschimpfen." Die Gesinnung, die in diesem Vorwort und ini der Antogc b<:s ganzen Heftes zum Ausdruck gelangt, kann nur aufrichtig begrübt »erden. Ob der Zweck erreicht werden wird, .«st freilich zoeifelhaft. Wir können uns vorstellen, mltz em bisher übe! „innerjüdische" Gegensätze und über die Judenfrage im ga izen wenig unterrichteter Nichtjude, der 70 Sölten Ausführungen echter und falscher Zionisten. An- ÄHanger der „Emei seits Andererseits" Richtung, nationalr Juden, a! inungsloser Pastoren, gewerbs- und geiksmähiger J udenfeinde usw. hintereinander liest, am Schlüsse selbst nicht mehr recht weih, ob er jüdisch oder nicht-, ludlsch ist, und noch weniger, welche der jüdischen Richtungen" er beiahen soll. MrrNiche Aufklärung wird nur der Leser erhalten, der es bei der Lektüre dieser kurz gefahten Ausschnitte nicht bewen! »en. sondern sich durch das Heft anregen läht, an den Quellen zu trinken, d. h. sich von den Organisationen der jüdiscken Richtungen, deren Darlegungen ihm pnma vista emleichten, ausführlicheres Material einzufordern. Die Süddeutschen Monatshes Das September-Heft der „Süddeutschen Monatshe gewidmet. Es enthält Aufsätze i ungen, darunter einen Aufsatz Judentum" von l)r. Mar Vorwort sagt die Schriftleitung ll v > Gilt Krast arbeitet, eines von uns vorgenpmmen. Die Schriftleitung.) nach Zur Naturgeschichte der Zionisten. i Im „Monta politischer Stasti ist. finden wir*'in Humor-Abteilung fdl g-Morg«n", einem Blatte, dessen dpunkt uns sonst nicht immer sympathisch »er — manchmal wirklich sehr guten lgende Notiz: scii Was ist ein Zionist? Zionist ist ein Jude, der mik der ganzen iuer Nationalen Ucberzeugung darauf hindaß ein anderer Jude.mit dem Gelbe itten Juden nach Palästina übersicdizlt. - te zur Zudenfrage. München erscheinenden te" ist der Judenfrage n Vertretern aller Rich- ^R ationaldeutsches Naumann. In ihrem Es ergibt sich aus der dii Der Scherz, daz der Zionismus darin besteht. Andere h Palästma zu chicken, ist nicht neu. die Ausgestaltung aber, die dieser alte Witz hier erfahren hat, rst ebenso originell, wie treffend. Sie paht vorzüglich auf unsere verehrten Herren Regierungs- und Ministerialzionistcn. auf die „nichtzioniitischen" Bankdirektoren. Chefredakteure und sonstige l>armlose Gemütes die sich in der Iewish Agency von „offiziellen" Zionisten Kusnutzen lassen, und auf gewisse Vereine, m denen offiziell» und inoffizielle Zionisten mit wirklichen Nichtzionisten „unbeirftes Deutschtum" treiben, ohne sich in der fortgesetzten Zahlung von Mitgliedsbeiträgen und Beiträgen für den „Kqmpffonds" stören zu lassen. meine Grundeinstellung. Deutschtum zu erschüttern, elmütig sein, wollte man im Stich und den Mut ie an das Deutschtum und liehst und selbst zugibst?" Du, lieber Freund, wirst mich in diesem Punkte besser verstehen, wenn ich Dir sage, dah alle diese Umstände nicht geeignet sindj metn Gefühl der Zugehörigkeit zum -as hietze wirklich feige und wan ob einer Enttäuschung die Fahne linken lassen. Dazu sind mein Glau, ineine Verbundenheit mit dem Deutschtum doch zu fest und zu natürlich, als dah solche Umstände, die letzten Endes »ur Aeuherlichkeiten sind, mein nai--—u~ einträchtigen könnten. Wollte ich . . ltlmmunaen den Jüdischnationalen Recht geben, so hiebe das, mich selbst, mein Deutschtum verleugnen, den wirklichen Antisemiten, die uns Juden das Gefühls-Deutschtum bereiten, Trümpfe in die Hände spielen. Ich , bin vielmehr Zit der lleberzeugung gekommen, dah gerade in Anbetracht »er geschilderten Verhältnisse erst recht besondere Anstrengungen geinacht werden müssen, um Verständigung zu suchen. Vorurteile *u beseitigen und auch eigeneFehler zu erkennen, mit dem Ziel, den Böswilligen die Waffen zu nehmen. den gleichgültigen die Augen zu öffnest. Also nicht resignierte Abkehr, sondern mutige Arbeit ist die Konsequenz meiner Erkenntnis! Das betautet sicherlich harte' Kleinarbeit, und -.azu Spott. Aerger und böswillige Verleumdungen von reiben Seiten. Davor aber darf!man nicht zurückschrecken. Z.unal nach meiner Auffassung gerade dem deutschen Akademuer die Aufgabe zufällt. das deutsche Volk zur Einheit und Einigkeit zu führen. Und noch u «Niger halte ich es für Zulässig, wenn etwa der Erfolg nickst oder nicht sogleich der aufgewandten Mühe entsprechen sollte, sich aufs hohe Pferd zu setzen, die „gekränkte Leberwurst" zu spielen und zu sagen: „Weil die anderen mich nicht wollen, will ich sie schon lange nicht". Nicht die geringste Berechtigung hätten wir dazu. Denn einmal bedeutet dieses „die Anderen" eine Verallgemeinerung, wie wir sie mit Recht den wahren Antisemiten vorwerfen. Viele der „Anderen" sind keineswegs böswillig und bedürfen nur der Aufklärung, vor allem der Kenntnis, dah Judentum und Deutschtum keine Gegensätze sind. Und schließ lich liegt es doch uns. als der kleinen Minderheit, ob. die Mehrheit zu überzeugen, dab wir Deutsche sind aus Geburt und Veranlagung, Deutsch« mit allen Vorzügen und meinetwegen mit allen Nachteilen unserer nichtjüoischen Mitbürger, und dah es unser Wille, ja mnsere innere Notwendigkeit ist. mit den nichtjühischen Nationaldeutschen unter gleichen Bedingungen Schult« an Schulter für eine bessere deutsche Zukunft zu arbeiten. > Ich danke Dir. iah Du mir durch Deine Anfrage Beranlassung zu diesen Bekenntnissen gegeben hast. Aus unseren verschiedenen Ausspnchen über dieses Problem weiht Du. für wie wichtig ich es halte, sich über diese Fragen nach jeder Seite hin, gen de auch gegenüber Nichtjuden, in aller Offenheit zu äutzern. Ich weiL dab auch Du die Offenheit liebst, und ich hoffe, dah Du weiter, wie bisher, gemeinsam mit mir die deutsch« Verständigung suchen- und mir helfen wirst. Brücken für Deutsche verschiedenen Stammes, aber gleichen Gefühls zu shlagen. - - Herzlichst Dein alter Freund £ I