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Der nationaldeutsche Jude · 1930-09-01 · Nr. 9 (September 1930) · p. Seite 8

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 9 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Der Hcfcbcr-ZctteL Der Ausdruck, bin wir als Ueberfchrift für diese trachtungen gewählt 'haben, stammt von dem Breslauer Zionisten-Führer Dr. L u i. Er hat ihn in einer Dtrsammjung angewandt, die in Breslau von dem Ce ntra ln erlern gemeinsam mit den Zionisten veranstaltet> wurde, um den Juden in Schlesien klar zu machen, nach! welchen Gesichtspunkten sie am 14. September ihr Wahlrecht Nun Deutschen Reichstag auszuüben hätten. Der Zusammenhang, in dem der Ausdruck fiel, war der. dah zunächst der Reise- Direktor des Centralvereins Dr. Holländer jede > einzelne Partei daraufhin gewürdigt hatte, wie sie sich zu den Juden stellte und ob sie demgemäh — im.Sinne des Herrn Holländer? — von Juden ^gewühlt werden tollte oder! dü Dr. Me. Im Änschluh daran hat Herr Ur. Lur die Würdigung se nes Verbündeten Dr. Holländer gewürdigt: hinsichtlich der Deutschen Staatspartei meinte er, Herr Dij. Holländer labe ihr „einen Koscher-Zettel ausgestellt". fiten ein s«n ultrr en" nuer tlchen einer Mich der hnt des des tjinie igjetzt Die den dieser pzael Ifldet ten ryagt. Zäh Mit dieser tatsächlichen Feststellung sind wir schoil m km „Milljöh". Das; der „unbeirrt deutsche" CentfalvM mit den unbeirrt undeutschen Zionisten ein Bündnis geschl hat, um bei den Reichstagswahlen, Schulter an Sch: zu kämpfen, ist unseren Lesern bekannt. Unter „Zeitglos' haben wir die triumphierende Nachricht des Breslg Zionistenblattes über diese „Zusammenfassung des Heu Judentums" abgedruckt und daneben die Äeuheruyg trotz aller Bestrebungen der „Holländer-Richtung"! w; beutsch gebliebenen Ortsgruppe des Centrälvercins,. in jedes Bündnis mit Jüdischnationalen entschieden achgel: wird. Leider steht die tapfere Ebcmnitzer Ortsgruppe Centralvereins innerhalb dieses eigenartigen VereinsgebI ziemlich allein.' Im übrigen herrscht auf der ganzen die „Holländer-Richtung", die seit Jahren mit gröhe keit den Kurs auf den Zionismus gehalten hat Und glücklich im jüdischnationalen Hafen angelangt ist. Breslauer Wahlversammlung war ein. für dendeutschfuhleis' Juden geradezu erschütternder Beweis dafür, wohin Verein gekommen iit, der vor 37 Jahren von Pa: Löwenfeld unter dem Zeichen des Deutschtums gfgrü wurde und der noch heute den Satz von der „unbeirp Pflege deutscher Gesinnung" in seiner Satzung zu führjen Erschütternd das ist das richtige, unvermeidbare Wort. Es ist erschütternd, mit anzusehen, wie eine nicht kleine Menschengruppe, die einen wiederum nicht kleinen Pfozertsatz intelligenter Menschen enthält, in einer von Tag tzu Tag zunehmenden Verblendung dem Abgrund zutaumeltl- Diese Leute glauben heute schon allen Ernstes, dah die oeut chen Juden ihre Stellung, innerhalb des deutschen Volkes und Staates verbessern können, wenn sie zu den Eeschicktn ijres Vaterlandes eine rein jüdisch orientierte, Intevessenten- Stellung einnchme.n. Ter mit Recht so erledigte Georg Bernhard hat vor einigen Jahren — ebenfalls ovr (inet Reichstagswahl — in einer damals nur von den. Zionisten einberufenen Versammlung das unsterbliche Wort geprägt: „Als Juden können wir zu den!Wahlen iur eine jüdische Stellung einnehmen." Man hat dieses Wort später abzuitreilen oder zu bagatellisieren versucht, aber es hat wörtlich so in derselben „Jüdischen Zeitung sü^r Ostdeutschland" geständen, auderen Bericht über die jetzige Versammlung wir das schöne Wort vom Koscher-Zettel entnehmen. Der Unterschied zwi chen damals und jetzt ist nur der. das; damals die jüdisch( Wahlparole für die deutschen Wahlen in einer rein jüdischnationalen Versammlung ausgegeben wurde, während Herr Georz Ternhard erst später in den Vorstand des Centralvereins ausgenommen worden ist und jetzt der Centraloerein geneufam mit den Zionisten die gleiche Losung ausgibt. Selbst! erst indlich sägen alle diese Leute, sogar die Zionisten, wem man sie fragt oder auch nicht fragt, dah sie sich nur deshalb mit der Stellung der einzelnen Parteien zur IudenfrageNo eingehend beschäftigen, weil „der Antisemitismus eine!Ku turschande und für Deutschland schädlich" sei. Aber ebenso stlbstverständlich ist diese abgegriffene Wendung nichts als eine Verschleierung des wahren Tatbestandes, eine Äerschleie ung vor anderen und bestenfalls vor fiffi selbst. ' Wer den Bericht der „Jüdischen Zeitung für O st d e u t s ck l a n d" (Nr, 35 vom 29. August 1930), der in grühtxr Aufmachung erschienen jsts Wort für Wort liest und damit vergleiht. was vorher in der C. D. - Z e i t u n g , der „I ü d i s ch e n R u n d - schau" und anderen alljüdischen Blättern gedruckt worden ist, kann nicht.im geringsten darüber im Zweifel sein, Me >iese „deutschen Staatsbürger" es wirklichmeinen. Dah >iese Reichstagswahl für das ganzt deutsche Vaterland, für seinen wirtschaftlichen und politijchen Bestand, für die ganze > dev Ische Zukunft von vielleicht für Jahrzehnte entscheidender Bedeutung ist. dah es um Fragen der Realpolitik, um Reparationslasten. Steuerfragen., die .Arbeitslosenfrage, um Grenzfragen und nicht in letzter Linie um d,e Frage der Staatsgewalt geht, dah man über alle diese Fragen sehr verkhiedener Ansicht sein kann, dah aber z. B. zwischen Sozialdemokratie und Zentrum in diesen Fragen und auherdem in entscheidenden Kulturfragen ein weltenweiter Unterschied besteht, dah man also einem denkenden und oeranlroortungsbewuhten Staatsbürger nicht einfach die Sozialdemokratie und das Zentrum zur beliebigen Auswahl stellen kann, nur weil sie beide „nicht antisemitisch" sind. — das alles berührt diese deutschen Staatsbürger unbeirrt jüdischen „Glaubens" nicht im geringsten. Für sie gibt es nur eine Frage, von deren Beantwortung sie ihre Stellung zur deutscher. Reichstagswahl abhängig machen. Sie lautet: Ist diese oder jene Partei „antisemitisch"? Und die Wahlparole für jeden in ihrem Sinne „aufrechten" Juden lautet kurz und schlicht: Nur solche Parteien dürfen gewählt werden, denen w,r.> die „berufenen Vertreter des deutschen Judentums", den Koscher-Zettel ausstellen. . Herr D r. H o l l ä n d er hat in der gleichest Versammlung gesägt, gegen Hitler würde er sich mit dem Teufel selbst verbinden. Wir meinen, dah dieses Wort wahrer ist, als er selbst und seine Gefolgschaft bisher begreifen, dah diese Leute wirklich schon ganz im I Sinne des alten deutschen Volksmärchens dem Teufel ihre Seele verkauft haben, um ein paar Jahre des Wohllebens zu gewinnen. Verstehen düse Leute wirklich nicht, was Herrn Hitler und den Seinen die grohe Zugkraft gibt? Herr De. Holländer hat selbst einige Sätze gesprochen, die aujf ein gewisses Verständnis für die nationalsozialistische Bewegung zu deuten scheinen. „Die Nationalsozialisten sind nicht nur Lumpen. . . Sie sind ergriffen von dem Gefühl, dah alles versagt hat. Darum drängen sie sich zum dritten Reich. So erhält die BeweMng fast einen religiösen Charakter und wendet sich erfolgreich an die oerelendwen Gemüter des deutschen Volkes." Ist es glaublich, dah ein Mann, der immerhin so viel Verständnis für die Denkweise deutscher Nichtjuden aufbringt, nicht einen Funken des Verständnisies dafür hat. wie gerade er und feine Mitläufer, wie alle diese Angst- und Jnteressen- „Politiker", diese selbstsüchtig auf ihr eigenes vermeintliches Wohl bedachten Nur-Juoen den Hitlerleuten di« beste Wahlparole liefern? Begreift dieser Mann nicht, dah der Nationalsozialismus niemals so stark hätte werden können, wie er gegen jede gesunde Vernunft geworden ist. wenn der hemmungslose Judenbetrieb in gewissen politischen, wirtschaftlichen und „künstlerischen'! Kreisen, die widerliche Verbindung 'größter Aiyprüche mit larmoyanter Ueberempfindlichkeit, der immer deutlicher heroortretende Drang gewisser jüdischer Kreise, sich als nationale Sondergruppe innerhalb des deutschen Volkes aufzuspielen, — wenn nicht alle diese Erscheinungen, die nur ein Verblendeter übersehen kann, viele Hunderttausende nichtjüdischer Deutscher, die mit dem National, oziilis mus innerlich nicht das Geringste zu tun haben, in die Arme der Herren Hitler, Goebbels und Straffer ge - trieben hätten? Sagt es diesem Manne, der sich früher einmal einen Gegner der Zionisten nannte, gar nichts, wenn in . seiiier Gegenwart von Jüdischnationalen die Frage erörtert wird, ob Herr:Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil, den die Dänische Staattzpartei schliehlich auf ihre Kandidatenliste gesetzt hat, wirklich ein geeigneter Repräsentant „des Judentums" sei und ob nicht der bemühte Georg Bernhard besser gewesen wäre? Begreifen diese Menschen wirklich nicht, dah sie sich mit ihrer sturen deutschfremden Einstellung Schritt für Schritt in die Stellung einer „nationalen Minderheit", eines Volkes im Volke, dah sie fich systematisch in ein neues Ghetto hineinmanöverieren? Es gibt ein altes SBort, das heiht: Wen die Gottheit verderben will». dem verwirrt sie zuerst den Verstand. Ueber deutsches Gefühl wollen wir, für die «ine derartige Einstellung zum deutschen Volkstum rein empfindungsmähig unfahbar ist. mit diesen Leuten nicht stteiten. Aber dah sie. die doch bei jeder passenden und noch mehr bei jeder unpassenden Geleqenheit den jüdischen Verstand als ein besonders hochgezüchtetes Gewächs anpreisen, dah sie nicht einmal verständesmähig das Verderbliche ihrer Handlungsweise erfassen können. — das wird und muh jedem Deutschen unbegreiflich bleiben. Herr Dr. Holländer, Herr Dr. Lur und alle die Ihrigen suchen ihren Weg zur deutschen Politik mit geschwenttem Koscher-Zettel. Sie würden mahlos erstoämt sem, wenn man ihnen eines Tages den Koscher-Zettel belassen und dafür den Stimmzettel aus der Hand nehmen würde. M. N. Für die Schriftleitung verantwortlich: Dr. Walter Laaftr, Druck von Rob. Roh de Rchflg., Berlin W. 36. — Für Hera deutscher Juden. Bien Berlin; Borlag: verband uationaldeutscher Juden L. B„ Berlin W 35. — ''gäbe und Schriftleituug in Oesterreich verantwortlich: verband uatiorral- II. Praterftrah« 34, Zimmer 22. an Sg,

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