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Der nationaldeutsche Jude · 1930-08-01 · Nr. 8 (August 1930) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 8 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 Imperialismus und JSättonaUatmii I >> Von i'rltz Mey«r-8chönbrunn. ng I Do^bemerku Der Derkafler, von dem wir schon in Nr. 3 unseres Bm», »neuen Natioyplisten" um Schauwecker, Jünger u. a. Seine anderen Ufer" ßu werten. Westlerischer Nationalismus, wie er sich in Frankreich und England z. B. kund tut. ist chauvinistischer Imperialismus. Man betrachte doch die kulturzerstörende. zivilisatorische Kolo- „ialwirtschaft in Indien, Annam, Aegypten und China, und vor allem die sinnlos-seelenlose VersaiÜerei. welche die europäischen Minderheiten ohne jedes Selbslbestimmungsrecht brulaiiiiert. Der englisch-französische Sozialismus, der auch leider bei uns Eingang gesunden hat, ist im letzten Grunde individualistisch, und wenn er wie heute in England einmal zur Macht gelangt ist, sieht, er dem imperia istischen Liberalismus zwilligsbruderhaft ähnlich. Niemals findet man hier einen Funken jener frommen Scheu und Achtung vor der gottzegebenen Idee der anderen Nation, wie ans das Männer wie vorder, Lessing, Fichte und Goethe lehrten. „Nationalismus" und „Nationalismus", welch rin Gegensatz besteht in diesem Begriff eines parteiisch heute zum mißverstandenen Schlagwort heruntergekommenen Dinges, um das man sich sogar die Schädel einschlägt ohne gefühls- und denktlar den Wert: den Sinn und den Un-Sinn dieses Wortes in icincr Bedeutung zu erfassen. Im Sinne einer englischen, streng rationalen Seeräuberinoral Elisabethanischer Zeit oder einer dynastischen oder parlainentarischen,2mpenalistrk des Kontinents ist Nationalismus etwas durchaus anderes als in der sich bis zum letzten Blutslropfen wehrenden Eidgenossenschaft oder dem griechischen Befreiungskampf des sich aufopfernden Leonidas oder den Besrciungs- und Verteidigungskriegen der Deutschen von 1813 und 1914. Jammervoll wird solch ein hoher, reiner Nationalismus — man sehe von den unvermeidlichen Unreinheiten in der Wirklichkeit dabei ab — heute in unserem parteizerrissenen Vaterland« mißverstanden. Entweder artet er in chauvinistischen Hatz selbst gegen den einzelnen Ausländer und Nichtdeutschen aus, oder — dies geschieht besonders in Deutschland! — es bildet sich ein Traumland von Internationalisten. die von den Nutznießern der mammonistischen Internationale ausgenutzt werden. Diese Drahtzieher einer log. „Humanität" bedienen sich mit wahrhaft teuflischem Geschick des Parlaments, der Presse, des Theaters und des Filmes. An diesem üblen ^Treiben haben Juden ein über ihre Zahl weit hinausreichenden Anteil. Ein offensichtlicher 2ieweis des üblen Gewissens ist das Verschweigen auch der sachlichen Kritik der deutschtumsbewußten Juden an diesem landesvcrräterischen Treiben: die sattsam bekannte Weltpresse, die kurch kosmopolitisch-rational-sozialistische Utopien das Volk gängelt, fühlt sich sehr wohl dabei, die Schrittmacherin des Meltfinanzkonzerns zu sein, der sich auch nicht einmal entladet, sich als Messias aufzuspielen! Dieser verlogene, geschästs» ä-ile^Pseudo-Mestianismus verführt die unglücklichen Volk» — in *tnid) Rathmau bestätigt verschiedentlich diesen Mangel der; rutschen an Nationalgefühl). Mißtrauisch wird heute darum in den Kreisen der Maschinen- und Handarbeiter jenes Wort „national" betrachtet: man denkt dort mit einigem Fug und -Icht sogleich an jene sturen Rechtskreise, denen das Wort „wzial und sozialistisch" arg zuwider ist. Es sind dieselben >->cise. die den, Juden schlechthin als etwas Böses und Verächtliches zu betrachten gewohnt sind und auch hier keine kritische cicllung zu gewinnen vermögen, Kreise, deren Hatz aber selbst u ch liberal lahm ist, und nicht wie der des Hakenkreuzes Inscquent wegen der bitteren Enttäuschung des Marrismus "einer Idee heraus judengegnerisch ist. , Also sowohl rechts wie links gibt Uran sich den sozialen lgiösen Verknüpfungen zu gelangen Nur in solchem gröberen kulturpoli^il R..l»nen kann und darf man die heute ettualisierende Judenfrage I heutigen Durchschnittsjuden als natio >'>e'ahr betrachten (etwa im Sinne wie ichuidig-schuldlos entfremdeten und entamu oocr mag man die Judenfrage als Libero Sozialist, nur indirekt durch den Antike htrachten und das Phünomm Israel o* chchttch behandeln wie etwa der obligate materialistischen 19. Jahrhunderts relativ Raffael und Goethe und Dostojewski — — nebeneinander stellt! isch weit gespannten mehr und mehr sich betrachten, mag man naler Mensch als eine! den dem Volkstum i zelten Proletarier» — Ier und mariistijcher „Mitismus angeregt, objektiv wertend neue Gelehrte des späten ipistisch einen Racine, sine ira et Studio ies einen Aufsatz brachten, gehört zu den Ausführungen sind alS »Stimme vom Die Schriftleitung. Das jüdische Volk selbst, das völkischste Volk der Völker, hat sich dis zur bürgerlichen Emanzipation und bezeichnenderweise zum Teil auch darüber hinaus vor seinem Selbstaufgeben bewahrt und behütet. Gerade das Judentum, das in seinen libera en unorthodoren Teilen für den Internationalismus arbeilete, hatte längst in sich begriffen, wie das seine Schriften bezeugen, dab es eine Idee der Menschheit im Sinne Herders sei: mag es dies^ Idee auch wenig folgerichtig durchgeführt haben. Im >ozialistiich-li:eralen Lager des Weltbürgertums spielt, wie man weitz, die Judenfrage eine geringe Rolle trotz oder wegen der start jüdischen Führung. Seltsam ist es nur. wie tief gelagert trotzdem unter dieser liberalen Humanität, aus der ja auch der gierige Imperialismus oft hervorspriht, plötzlich im Affekt doch antisemitische Schimpsreden sich lockern, die der gleiihen Gefühlslage entquellen, wie. die des gröberen Antijuder tums. (Man lese Arnold Zweigs „Caliban".) Bei diesem fällt nur eine äuberliche Milderung dreses feindlichen Gi gensatzes fort, da der pseudo-mestianisch gefärbte Jnternation iNsmus hier ja als reinstet herrschsüchtiger Mammonismus heute erkannt ist, und diesen! Kämpfern der ethisch vornehme Juste gar nicht mehr in diesem Heiensabbat des goldenen Kalbdimstes.sichtbar wird: ja der völlische Mensch wittert auch in diesech vergeblich gegen den Strom des Geldjudentums ankämpfestden Israeliten wiederum nur einen messiaNisch-drapierten und darum besonders gefährlichen Juden. Tatsächlich ist es auch sehr schwierig, den mit allen Mitteln Mimikry treibenden, idealistisch-schillernden und redegewandten „Aroniten" voin vornehmen „Mosejuden" zu unter>chciden. *) So ist auch die Furcht vor der jüdischen Dialektik, die da aus Schwarz Weih macht, sicher ein wichtiger Grund, Juden den Zutritt zu nationalsozialistischen Volksversammlungen zu verwehren. In der C. V.-Zeitung schrieb man im Sommer 1929 des öfteren über diese „Volkstumsangst" des Deutschen bor einem unheimlichen elastischen Gegner! Leider brach der C. V. mit dieser Aufsatzfolge sehr schnell ab. Offener und folgerichtiger wurde das Problem im „N ational -> deutschen Juden" behandelt (Nr. 1/3 von 1927, Nr, 1/4 von 1928). Leider blieb der Widerhall in der Presse aus. Weder der nationale noch der sozialistische Arbeiter vermag den Juden in seiner äußerst ausgeprägten Pifferenziertheit kennen zu lernen. Die Geschichte des Judentums allein schon -ist äußerst kompliziert, weil sie mit den Entwicklungen aller Völker eng verbunden ist. Die wenigsten Juden kennen sich selbst genügend. 2m Bausch und Bogen hält man sie links für gut, wie auch die Menschen an sich. Für den Durchschnittsmenschen rechts ist „der Jude" hingegen der Jnbegrifk alles Schlechten und Zersetzenden. Beides ist gleich falsch. Neben Sonderheit aber das national ungefestigte deutsche Volk dem mit der deutschen Kultur eng verschmolzenen nationaldeutschen Juden, der eine äuherliche Taufhandlung als etwas Untraditionelles und Lügenhaftes verschmäht, aber fest mit seinem Wahlvolke verbunden ist. steht der idealische lalzionist, der sich der Verachtung der Fremden nicht aussctzen will, und in den Steinwüsten und Sümpfen Palästinas ohne Kompromisse „seine" Kultur fortführen will. Wann und wie toird in dem Parteigezänk unseres entnationalisierten zerri senen Vaterlandes der! Durchschnittsdeutsche diese unerhört schwierigen Zusammenhänge erfühlend begreifen? Und daöei die fast ans Tragische grenzende Situation des gutgcwillten deutschen Judentums erkennen, jener Juden, die begriffen haben, wie sie als biologisch ältere Menschenbrüder mit Takt sich in der Nation zu bewegen haben, un weder dem groben noch dem weit tiefer gehenden geistigen Antisemitismus Nahrung zu geben. Dieser geistig-seelische Antijudaismus besteht heute angesichts einer überheblichen jüdischen Schicht, die oft genug mit dem Gesamtjuden lum verwechselt wird, wirklich nicht ganz ohne Berechtigung. Wenigstens wird dies von einsichtigen deutschen Juden wohl kaum bestritten. Gespräche mit solchen innerlich vornehmen Menschen und Selbstbekenntnisse jüdischer ""-Meller 1 .£ k 5 and solch, sche L ins «ciu|ivunmuii|| Schriftsteller bestätigen dies auf Schritt und Tritt! Pflicht ist es andererseits, daß nai t-er j ü d i »es men, L e i st u n g in eine Reihe m und der bestechl von ') Die Ausdrücke l)r. Kurt H i l ■ tionalistische Älät» chlich fauberes Streben und en geradezu ohne Umschweife anerkennen. Män darf nicht einfach Bubers und BrunnersNpmen — mir nichts,dir nichts — it den peinlichen „Aroniten" ichen Geldjournaille stellen. „Aroniten" und e r. .Mosejuden" stammen Der Verfasser. läfifcuui

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