Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 8 (August 1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6682492-5438679-5438868--524-4871713- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
blicken kann: an den städtischen Obertierarzt und Laboratorinmsleiter in Berlin, vr. Iuna k." ..... (Folgt! dessen sehr ausführliches Gutachtens.Was geschieht aber! wenn das Sckächtverbot tatsächlich auf Grund der antisemitischen Agitation durchgedrückt wird? Die strenggläubigen Juden, von deren konservativer Einstellung oerade unser deutsches Volk lernen könnte, damit es sich endlich einmal den Lehren jedes neuen Krakeelers gegenüber etwas kritischer einsteltt. würden zunächst versuchen, mit importiertem Gefrierfleisch im Ausland gelchächteter Tiere auszukommen." ..... (Folgen volkswirtschaftlich; Untersuchungen.) .Die wertvollen, kulturell doch st ebenden und mit unserer deutschen Heimat familienmätzig verbundenen Volksgenossen jüdischen Glaubens werden durch sie (Einwanderuna der Ostiuden) e r s e fcit. Was aber bet der Agitation für das 2 chä chtverböt am meisten empört und Veranlastuna zu diesen Zeilen gegeben bat, das ist das offensichtliche Merkmal der Unebrlickkeit und Unaerechtiakeit. das ibr an die Stirn geschrieben ist." — (Hier folgen Sätze über^die Ertziedriqung Deutschlands durch den Schuldparaqrapben im Versailler Diktat) ..... .Wir trösten uns damit, datz es noch einen Prügelknaben aibt. der weit hinter uns steht, und auf den auch wir schlagen und schimpfen dürfen. 'Wir verletzen und beleidigen, obwobl wir wissen könnten, wie stark ungerechte Verletzungen und Beleidigungen. gegen die man sich nicht wehren kann, schmerzen. Möae uns unser Unalück gerechter machen. — Krieg gqgen ieden Schmarotzer und Austauger christlicher oder jüdi'cher' Herkunft, aber Achtung vor jeder. ehrlichen lleberreugung, und wenn wir ste nicht teilen können. Kampf gegen sie in anständiger F o r m." Herr Pr. Haeüber erwartet keinen Dank. rWr wissen das, und wir wollen jbm auch nicht danken. Denn das, was ibm diele Sätze in die Feder diktiert hat. war seist eigenes, ehrliche-, tapferes deutsches Hem. Dieses aber wolle» wir. die leinen Aufsatz ..Das ewige Steckenpferd" vom Anfang bis zum Ende mit Ergriffenheit gelesen haben, ihm an dieser Stelle saoen: — Es ist das Bestem was von einem zeitaenöüi'chen Vubli-isten. dem auch der ..Völkische Beobachter? die ..arische Raste" und christliche Religion nicht abstrciten wird über den Antisemitismus geschrieben wurde. Wir selbst, die ohne der einen oder anderen zu lein. uns.' zu jenem Blut und Geist bekennen, dem die Menschheit den Ein-Gott Glauben. und die christliche Welt ihre Lehre verdankt. — wir haben dem nichts hinzuzufügen. Seit diese Blätter gedruckt werden, ist auf ihnen genug über die Irrungen und Wirrungen gesagt worden, aus denen der Anttsemitismus besteht. -- Sie sind ein weites Feld! ' „Ein weites Feld" voller „Irrungen und Wirrungen". — Der diese wundervollen Worte'von den menschlichen Leidenschatten geprägt hat, war — auch ein „Fremdstämmling", ein Abkomme jener gallischen Ration, von der uns die Geschichte aelehtt hat. datz sie „der Erz feind" ist. Auch sein Vorfahr ist ein Glaubensflüchtling gewesen — aber dem Land, das ihm zur Heimat wurde, bat er im Enkel den protzen' deutschen Dichter geschenkt. — Ihr sagt. Fontane sei arischer Rasse und christlicher Religion gewesen? — Nun gut — Z? israelis Ahnen waren Semiten unh jüdischen Glaubens, und weil sie es waren, mutzten (je ttückten, und die glückliche Insel, die gastlich sie aufnahm ward durch den Nachfahr zum brttischen Weltteich. — Aus der Geschichte müht ihr lernen, meine Freunde! [ Wenn dieses Blatt in die Hände der Leser gelangt, wird eben die Ausstellung ..Alt-Berlin" ihre Tore ge schlossen haben. Ob sie wohl dem einen oder anderen jener Besucher, die sich auf lautem Markt oder im stillen Kämmerlein zum Antisemitismus bekennen, die Augen geöffnet hat? Ms sie schauend von Raum zu Raum ge wandert und sinnend stehen geblieben sind vor den Zeug nisten deutschen Geistes, ob sie da wohl gesehen haben, wie viele unter den grotzen Gelehrten und Künstlern und Mäzenen einer nahen Vergangenheit — dem Judentum angehören? — Wenn von den Wänden der Säle die Porträts mit „semi tischen Gesichtszügen" auf sie herabblickten. Bildnisse be rühmter Männer und Frauen (Rahel Varnbaaen. Henriette Herz), deren Leben dazu»beigetragen hat, datz Berlin den Ehrennamen „Soree-Athen" erhielt, ist ihnen da wohl einmal der Gedanke gekommen, wie töricht es ist. verächt lich vom „jüdischen Gei st e" zu reden? » tlnier deutsches Volk, das edle, einst so mächtige und im Rate der Nationen geachtete, ist — nicht ohne eigene Schuld — zum Prügelknaben Europas geworden. Völker, die noch in den Kinderschuhen ihrer staatlichen Selbständigkeit stehen, glauben es demütigen zu dürfen. Mauern von Mihtrauen und Mitzgunst umgeben uns von allen Seiten — wir aber errichten im eigenen Lande 'Schranken der Scheu und des Hasses zwischen Deutschen und Deutschen. — Eintracht, ihr Brüder! Die Schlagbäume auf! Achtung! Wahlen zu den jüdischen Gemeindekörperschafleu Wir bitten unsere Mitglieder und jüdischen Freunde in Berlin, soweit sie wahlberechtigt (mindestens 2l Jahre alt» sind, die nachfolgende Liste aller zu ihrem Haushalt oder ihrer Familie gehörigen wahlberechtigten Personen sofort aiäzufüllen Und an unsere Geschäftsstelle zu senden. Es handelt sich zunächst um Prüfung der Wählerlisten; soweit wahlberechtigte Personen nicht eingetragen sind, veranlassen wir die Nachtragung. j Der Vorstand. Bor- und Zuname Wann geboren? Wohnung! > ... . ' . '' l t! 1 ...1- - . 1