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Der nationaldeutsche Jude · 1930-07-01 · Nr. 7 (Juli 1930) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 7 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Dichtung versucht werden solle, auf den Verhandlungswege Erleichterungen der ursprünglichen Beengungen zu erreichen. Tann hieh es. dem Sinne nach, weiter: Sollte es nicht gelingen. diese Erleichterungen durchzusetz<n. so bleibt trotzdem nichts anderes übrig, als die Bedingungen zu unterschreiben. Tic Rheinbrücken bei... (sosgen vier oder fünf Rainen) sind von den Revolutionären gesperrt, und damit das Heer von derlZufuhr aus der;>cimot abgeschnl 1 ten."- * Einer Dreimillionenarmee war durch Sperniitfl der Brücken, deren Sprengung beim versuch gewaltsamer Oesfnung befürchtet n>erden mutzte, die Schlagader unterbunden. Time Verpflegung und Munition, ohne Pferde. Gerät und ^'edarf jeder Art. lebensnotwendige Dinge alles, von der im Feuer der letzten Schlachten entblötzt war und die nur ans der Heimat erseht werden konnten, wäre der Eiidkampf. der letzte Gang um die Entscheid l> ung ein Wahnsinn gewesen, weil von vorn- I'crcin.zum Scheitern verurteilt. Sollten sie. die ihr Pulver verschossen hatten, gleich den E,rotzoätern vor 95 Jahren an der Katzbach. lallten sie — die Gewehre um drehen und mit den Kolben auf die Tanks, die Mörser und Minen werfer d re i n sch,l a,g e n? — Ein Dreimillionenlieer. das beste, das tapferste, das ruhmvollste seit den Tagen ,'mlius Cäsars. rollte die ehrwürdigen, von unverwelklichem Lorbeer umwundenen Feldzeichen ein. um in die — dankbare >>iimat zurückzukehren und — dort entwaffnet zu werden. General Pershing aber, der Höchstkommandierende des anierilanischen Truppenkontingents, schrieb später in seinen Rriegserinnerungen. „die deutsche Revolution war ein Eeichenk des Himmels: unser Glück war so arotz, dah wir's aniaiigs nicht fassen konnten."-Auch Lord Asquith spricht lich ähnlich in seinen Denkwürdigkeiten aus. nur noch etwas drastischer. „Wir pfiffen. Eoddam, auf dem letzten Loch, denn uns war bei der Oktoberoffensioe die Puste ausgegangen. Tann kam die.Novemberrevolution in Deutschland, und ein Zlein fiel uns vom Herzen." — Diese Militärs und leitenden Staatsmänner in England und Amerika, sympathische Kollows, die, aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen, neben ehrlich zu. datz sie bis zum Waffenstillstandstage des auten Endes durchaus nicht so sicher waren, trotz aller noch so ichönen Erfolge im September und Oktober. Teilsiege übrigens, wie sie hundertmal, auf dieser und. jener Seite, im Kriege vorgekommen sind. Nachdem sie den Gewinn in der rasche haben, machen sie sich ein Eitravergnügen daraus, mit behaglichem Schmunzeln der erstaunt aufhorchenden Bölkerrunde zu verraten, in welcher verzwickten Klemme sie geleckt haben bis zum letzten Augenblick: An der „mit allen 3ch/kanen" aüsgebauten Siegfried-Linie hätten sie sich die ,'lüpfe eingerannt, wie zweimal vorher' beim Vorstotz zum Goldenen Horn, an den Fotts der Dardanellen. Bei uns aber gibt's noch immer eine Menge Parteistuben-Strategen und Wahlvereins-Staatsmänner. welche Denen, die nicht alle werden, haarscharf beweisen, die Revolution habe auf Com- .ngne und Versailles keinerlei Einfluf gehabt. Was nützt . mit ihnen zu streiten? Ausländiscl >e Publikationen, die oteignet sind, ihre sorglich gezirkelte« Kreise zu stören, i'inorieren sie einfach: sie haben sich bi i so schöne, beaueine, bandliche Dottrin ausgedacht: ,.gleich ir der ersten Marne- .lacht war Deutschland schon kaputt gerracht." einen richtigen' Schlager, der, wie alle Halbwahrheitei. dem rechtschaffenen "! iliiter eingeht wie Weihbier mrt Doppelkümmel. Dagegen! •mint nichts auf. es scheucht die Nebek aus dumpfem Hirn, nitigt aufsteigende Beklemmtzngen unh ist gut für die Veraunng. Die schiauen Erfinder dieses qlle Einwände nieder- 'lagenden Universal-Brausepuloers pflegen sich triumphierend auf einen, übrigens apokryphen Äusfpruch aus deutschem .ochverständigenmunde zu berufen, übersehen aber, datz er;J> höchstens auf die — mißglückte -j- Durchführung des, Schlieffen'schen Planes beziehen kann, keinesfalls auf das ' udresultat. Es ist doch wirklich zu absurd. Man stelle sich aor: ein Krieg, der schon im Sommer 1914 verlorenwar ' nd ungeachtet dessen noch bis in den Herbst 1918 hinein dauett. und in dessen Verlauf der Besiegte nicht nur die i ckcken Feinde aus dem Lande schlägt (Winterschlacht 1915 in; 'iafuren), sondern seinerseits im Osten vom Finnischen Meeri men bis zum Schwarzen Meer, im Süden von Verona lü- Damaskus, und im Westen so tief ins Gebiet 'des Liegers vorstötzt. datz seine Langrohrgeschütz-Granaten auf ben Pariser Boulevards krepieren. (Sommeroffensive 1918.) -nein, ihr höchst schätzenswerten Patteiguattiermelster: eure nachträglichen Bulletins halten einer mft Mitteln der Ver» N'iuft geführten Nachprüfung nicht Stand, und auch dieses wird euer gesunder Menschenverstand euch sagen: Der llm» 'turz während einer den Frieden einleitenden Waffenstillstandsverhandlunpatzt in diese, l'-'chst heikle Situation hineitz. wie die Faust Pli WWWW WWWW >W > wmrnmm^ n ins empfindsa so lange auf sich wg! drei Monate länger zum Teufel, auf ei Deutschland wirklich mit voreiligen Futz am Ende klüger ge Heimkehrer von selbe Motten: erst mit andere, weit dringlich gebracht war? wegen, Revolu datz ihr Staat die Republik! e Auge. Republik? — Nun, sie hat rten lassen, dah sie sich ruhig noch zwei, hätte Zeit lassen können. Warum denn, istmal so eilig? Waren die Throne in so morsch, wie ihr sagt, warum denn dritten sie zertrümmern?- Wäre es nicht wesen, sie unter der Last der gekrönten zusammenbrechen zu lassen? Mit anderen Monarchie abzurechnen, nachdem die ere Rechnung mit der Entente ins Reine Erst Frieden, dann, meinettion, und ihr hättet gezeigt, bürger, datz ihr reif seid für die n nz n hl Als in Rom und der Schreckens Gassen scholl, dachtt Feldherrn, zu stürzen nicht verstanden, in Ihrer Erbitterung gaben dem ewig a namen „t.unctator" womit sie ihrer Un; hüteten sie sich wo! durch innere Krisen bürgerliche Eesinnuy mürbenden Taktik de» Gegners müde, Wort „Lunctstor" zum cosnomen oiti mit dem ehrenden Früchte römischen dritten Punischen Kr auf dem Trümmer) späte-r Cleinen deutscher Erötz ruf Spannung aufs höchste gestiegen war. „biannidal ante portas" durch die Keiner daran. Quintus Fabius, den obschon Viele, die seine Zauderstrategje chittäuschlen Herzen Hatz gegen ihn hegten, achten sie Luft in beitzendem Hohn und isweichenden Truppenführer den Svott- (Zauderer). Dieses aber war auch alles, friedenheit Ausdruck gaben: im übrigen die Ungunst ihrer außenpolitischen Lage noch zu verschlimmern. Ihre staatsg bewährte sich. Hannibal, der "zersich nie in offener Feldschlacht stellenzog ^ab. und Rom war gerettet. Das verlor seinen ironischen Sinn und wurde »ans. und Quintus Fabius Eunctator Peiyamen „Marimus" ausgezeichnet. Die Staatsbürgergeistes aber reilten im en, und Publius Cornelius Scipio erntete elde Katthagos, w i e. 2 16 4 Jahre ceau erntete auf den Ruinen und Macht. d« Auch für den Gnst des 9. November gibt es ein Gegenbild im Buch der Geschichte: Es ist der 9. Aw des Jahres 70 unserer Zeitrechnung, man lese, was Flavius Josephus, Hauptmann im röm schen Belagerungsheere, über den Untergang Jerusalems geschrieben hat: Die Legionen des Titus stürmten gegen die Mauern, ihre Widder rammten gegen die Tore, ihre Katapulte schossen Feuerbrände auf die Dächer, und während dieses drautzen vor sich ging, waren die Gassen und Häuser der Jpdenstadt erfüllt von Patteigezänk und kleinmütigen Klagen^ Zeloten eiferten gegen Pharisäer, diese, von Entbehrungen bntnervt. wühlten im Verborgesten und hetzten den Pöbel gegen die Tapferen auf. die zum äutzersten Widerstand entschlossen waren. Auch dort hietz es: „Es wird so schlimm nicht weiwen. — Uebergeben wir uns der Gnade des Feindes, er wirb Schonung üben!" — Auch dort rächte sich -ie feige Hingabe an die Grotzmut des Siegers. Die Stadt und die Burg! und der Tempel, sie fielen in Schutt und Staub und Asche, ünd Jerusalem wurde dem steinigen Erdboden gleichgemacht, worauf es stand. Nur ein armer Mauerrest ist geblieben von aller Grütze und Herrlichkeit. Seinem Quadern sind zerfurcht von den Tränen der klagenden Urenkel jenes kleinmütigen Geschlechtes, und'dort. wo seil Jahr- - hunderten ihre Stirnen und Hände sich inbrünstig gegen den Stein pressen, ist er geglättet. Keine Klagen aber! ruken die einstige Grötze wieder zurück, und keine Tränen Haschen die Schuld des 9. Aw wieder ab. „Es wird so schlimm nicht werden!" — Wie oft haben wir diesen Beschwichtiqungsruf nicht schon! vernommen. und wie oft werden wir ihn wieder hören von einem Pakt zum anderen? — Die im Dämmer des 'Compwgnerwaldes mit sich Blindekuh spielen lassen mutzten, im hatten Licht des Versailler Verhandlungsfaa'es fiel ihnen die Binde von den Augen, und aus den Sviegelwänd-n starrte ihnen mit kaltem Hohn das grausame Antlitz der Wirklichkeit entgegen. Dio vierzehn Puntte Wilsons, auf die sie. wie auf granitene Grundpfeiler, ein neues Haus bauen wollten, schöner und wohnlicher, als das alte, was ist von chnen geblieben? » Die Zeit, die mildtätige, hat auch von unseren Wunden so manche geheilt und vernarbt, noch viele aber sind, die klaffen und bluten wie zuvor. Kerndeutsches Land und Volk ist uns entrissen. Danzig und Memel sind uns geraubt, und durch deutsche Erde zieht sich vom Süden zum Norden ein breiter Spalt. ,Die Sorge um's Saargebiet lastet auf unserer j Seele, und auf de rStirne brennt uns noch immer das Schandmal der Schuldlüge. vonallemUn- ' recht, uns zugefügt, das allergrötzte. In Ehrfurcht danken wir dem greisen Herrn Reichspräsidenten, datz er zur Weihe des Tannenbergdenkmals den schweigsamen Mund geöffnet und das ergreifende Wort von Deutschlands reinem Schild und fleckenlosem Schwett gesprochen hat. E s

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