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Der nationaldeutsche Jude · 1930-06-01 · Nr. 6 (Juni 1930) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 6 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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iiirfit, dieses Schicksal zu verallgemeinern, greift er — in- .oweit ganz folgerichtig — von seinem persönlichen Erleben unmittelbar auf allgemein Menschliches über. Das Erleben des deutfchen Volke!» als organisch gewachsener Kultur- und G:fühlsgemeinschaft nimert ihn nicht. Er erfaft uiid schildert mit viruoser Technik deutsche Einzeln, enschen. die! er von auhen sieht. .»> Teil sogar schätzt. wie ein intelligeniter. psychologisch geulter. der Volkssprache kundiger Ausländer, deren Gei einschaftsschickfal ihm aberZrenid bleibt, weil er es infad) nicht sieht und es ihn schlief;'ich mcht innerlich angeht. Erich Maria Remarque in trotz seines vernichten Autornamens ein Deutscher. Aber auch er findet nn Wort für das ungeheure und ungeheuerliche Schicksal, ns unser deutsches Volk als Ganzes durchleben muhte. Die Inligkeit seines „Helden" und seiner Korooralsäzaftskameraden *: citeljt, soweit sie nicht durch den Selhstermiltungstrieb zwangs- .uifig geregelt wird, im wesentlichen darin, sich unentwegt id zu tun. Bei passenden Gelegenheiten erstreckt sich'ihr Mitgefühl auch auf Angehörige der feindlichen Heere, selbst .aif verwundete Tiere, aber das deutsche! Volk in seiner Ge- -nmtheit tut ihnen keineswegs leid, peil dem Volks schfckn l einfach keiner ihrer Feld- und Lctzarett-Eedanken! ge- Besonders verräterisch für die Grundgesinnung. aus der ieics Buch geschrieben wurde, ist di: Szene, in der ein jum 'lntcroffizier beförderter ehemaliger Gymnasiast seinen alten .-ehrer. der inzwischen als Landsturminiann eingezogen worsden -t. auf dem Kasernenhofe „schleift" — aus Rache dafür. der Lehrer bei Beginn des Krieges ihn und seine Mit- \1uilfr bewogen hat. sich als Kriegsfreiwillige zu melden. Der meintlich „Zerstörte" ihre Theorien in Papier, Tinte, Reichsmark und englische Pfunde umsetzten. ' Das Erlebnis des deutschen Volkes ist noch heute längst! nicht beendigt. Der Kneg mit seinen Schrecken und der sogenannte Friede mit seinen Demütigungen und Freiheitsbeschränkungen war nur der Anfang dessen, was das deutsche Volk durchleben muh. um sich zu einer Zufriedenheit zurückzufinden, die vielen Einzelnen bereits mit dem Ablegen der Uniform beschert war. Franz Schauwecker hat für diese Seite der Dringe wohl die prägnantesten Worte gefunden: „Wir muhten den Krieg verlieren, um die Nation zu gewinnen." . ollige Mangel an Verständnis dafür. dah der Lehrer iat, Empfinden heraus gehandelt hat, bäh er einfach getan was er für seine vaterländische Pflich: hielt. — dieser Mangel;'t charakteristisch für das ganze Bich, viel ckmrakteristischer, als die mehr oder weniger wascheihten Gefechtsbildcr die eingestreuten, trotz aller Kraftgusdrücke papi'ernen Pachtungen. Und so finden wir den Grund dafür, dah narque und Zweig „sich in e Wir haben die! deutsche Ration noch längst nicht gewonnen. Deutschfühlende Menschen jeder Art' und jede» Alters suchen sie heute noch, suchen sie auf völlig verschiedenen . Wegen, und wo die!Wege sich kreuzen, gibt es blutige Köpfe, zum mindesten hähliches Gezänk und gegenseitige Bezichtigungen über Krientz- und Friedensschuld. Aber die breite Masse derer, die Wehr an sich selbst denken, als an das heute nicht über das persönliche linder Krieg ihnen oder den Ihrigen ge 48anze. kommt noch ggmach hinweg, das bracht hat. Und da! um sind die Remarque und Zweig mehr „Konjunktur" nicht nur unter der; Gesichtswinkel persönlicher Röte sehen können und denen die heutige Rot des deutschen Volkes. dieses lebendigen O:ganismus. näher geht als die künftige Rot, die irgendwann .und irgendwo einmal der ganzen Mensch heit oder einem ihref Teile aus einem neuen Kriege erwachsen könnte. Verständnis, selbst an gutem Willen mm aus einem ethisch reinen and Lenem einzigen Buch lriestserlebnis und ihre Kriegsvera htung vom Herzen .brieben haben", während andere Tagebuch" nennt sie :,KriegsverI»errlicher" — nicht schnell fertig weig war das geworden sind. Sür Remarque l'bnis, rudere. Kriegserlebnis nir persönliches für S ch a u w e ck e r, B e r die durchaus nicht „Kriegsver herrlichen!' sind, war rrieg ein Erlebnis des deut Erlebnis der Einzelnen konnte im g "Waffenstillstand abgeschlossen sein und >r Viele abgeschlossen, die noch viel chen Voltes, mstigen Falle mit , Bekenntnisprinzt Der Senat der Universität'Wien echt erlassen, das in der ösberreich rutschen Presse, nicht nur der akad> alert wird. Das Wesentliche die ah die Gesamt-Studentenschaft in „ >U wird. Eine „Nation" umfaht r Universität Wien, die „gleicher rache sind und mindestens ein -örcr zählen". Die Grundlage fü »er Studentennation soll „das im ale abgegebene Bekennt» eHörigkeit und Muttersp Weim mans so hört, möchts schon jetzt,Anhaltspunkte dafür A,! Pro »>d eine neue For im ludentenrecht nur ludentenun recht der österreichischen rre» und zu verewigen. Für. den Fgll. ber Volkszugehörigkeit" bestritten -richt entscheiden, das aus drei v stellten Professoren, einem Vertret hebenden Studentennation und einen Nation" bestehen soll. Wie dieser < an ein jüdischer Student sich gchürigkeit „bekennt", ist voraus r t„Deutsche- Studentenschaft" gen» -s „Arierprinzip" hochhaltenden >rd im Schiedsgericht gegen den n drei Professoren werden stets mir stn.' wie die Verhältnisse in Oesterr s fünftes Mitglied des Schiedsg sthig ein Vertreter der „jüdischen" rludentennation Mitwirken, der «beit» nd. ein Jude habe in der „Der den Schriftsteller melburg und war damals Jahre später praktisch als icr- Reihr .gedas f a»z und Ertjiclc der Das »ein als die anderen, die das Kriegsgeschehen Der Erfolg der Remarque und Zweig hätte gewis; nicht so groh sein können, wie er schliehlich geworden ist. wenn die Bücher der beit en nicht durch eine skrupellose Reklame grohgeschrien wordei wären. Aber auch diese Reklame hätte nichts genützt, wenn sie nicht auf vorbereiMen Boden gefallen wäre. Dic^Müdigkeit und Schlaffheit eines grohen, viel zu grohen Teiles des deutsche» Volles, die weitverbreitete Bereitschaft, die Nation pceiszützeben, um die persönliche Ruhe zu gewinnen, haben di: Konjunktur herausgebilvet, die dieser Gattung der Krieg »literatur zum Gedeihen verhalf. Die Lage unseres deutschen Volkes ist heute so fern von behaglicher Ausgeglichenhiit, dah Müdigkeit und Selbstaufgabe — Selbstaufgabe b< r Nation — ein Verbrechen ist. Wir sind weit entfernt divon. „Kriegsverhcrrlicher" zu sein. Wer den Krieg erlebt Hai. kann ihn nicht verherrlichen. Aber um unserer >n n e r e n 2 Lehrhaftigkeit willen, die wir im Kampfe um deutsches Dasein brauchen, wollen wir die Zeit nicht vergessen, zu der wir mch nach auhen wehrhaft waren. Und e nicht als berufene Vertreter deutschen denen der Krieg nur Aniah zu Klage- , liedern war und die sich dann „ihr Kriegserlebnis vom Herzien geschrieben haben und damit Schluh". darum gelten uns d Wesens und Geistes Teirglol'l'LN. s» I!l hat ein Student Kck>en wie in der re »mischen Presse, viel es Studentenrechts Studentennationen" die ordentlichen stammung und Mütit zent aller ordentli die Zugehörigkeit amtlichen Rat is über Volks «che" bilden, leidlich scheinen. Le erkennbar, dah dies m darstellt, das ..... „Arier" zu le« iill. dah ein „Bekenn ipird, soll ein Schi akademischen <st er der den Einsp' Vertreter einer an! Apparat arbeiten -ur deutschen Vol zusehen. Der Vertrri qnnten) selbstverstäni I tschen Studentennafi Juden stimmen, bestens zwei das ^ich mm einmal lieg ichts wird wohl d. h. jüdischnationa ei alts der Meinung tschen Studentensch« n- ^l)Serist. zerrer erben ZU iourd< r» fl1** neue könni dev Au eue alte alimis! dsinat mch en ird. kster ich on Bz«, Ht «!■ n) ein u" nichts zu suchen mentiert, trotz oder deutschen Volkszugel und der Rektor bach. hat in einer schüft" ganz offen lich wird gegen nünftigen Prinzips österreichischen Akad^! besondere von den Erfolg bleibt abzuofa Immerhin: Der ist richtig und Bestiminungeir beit Wickelung darstellen Deutschen Reiche wi die Jüdischnationaley einmal als Deutsche „jüdisch» Volkes" dieser Völkischkeit m Regierungszionisten. direktoren. Presseche wenn man diese Sech' lichen Registern zu zugehörigkeil" abzug» Bekenntnisses die V abhängig gemacht w der Herren sich <nii~ feit bekennen" wür lick ln ürknn Zehn 3' Die „Jüdische üblichen geräuschvoll, n Bestehens. Dah wir ■MB -*■ ‘ '• btt Ergebnis: der Jude wird hinauskompligerade wegen seines „Bekenntnisses zur örigkeit". So ist zweiflellos der Plan. Wiener Universität, ein Graf Gleis- Rede' vor der „Deutschen Studenten zitgegeben, dah es so gemeint ist. stlatürse Verbiegung eines an sich sehr veroon einem nicht unerheblichen Teil der mikerschon jetzt Sturm gelaufen, insn^tional-freiheitlichen Korporationen. Der »arten. Grundgedmrke des neuen Studentenrechts :te bei ehrlicher Handhabung der sgangspunkt einer begrühenswerten Ent- Gerade wir deutschfühlendcn Juden im in Oesterreich leiden darunter, dah sich je nach Gelegenheit und Vorteil und ein midermal als Angehörige eines aufspielen dürfen. Die Musterbeispiele it Umschaltungs-Vorrichtung sind unsere die bekannten Herren Ministerialusw. Wie begrühenswert wäre es. en zwingen könnte, ein offenes, in amtverzeichnendes „Bekeimtnis zur Volkstben, und wenn von dem Ausfall dieses «rwendung in deutschen Staatsämtern rde. Man dürfte gespannt sein, wieviele dann noch zur „jüdischen Volkszugehörighhre „Jüdische Volkspartei"., Volkspartei" feiert in chen bei ihr l Formen das Fest ihres zehnjährigen nationaldeutschen Juden mitfeiern, wer- UtÜiä

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