Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 6 (Juni 1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 es ist' m öglick», Aber wir wollen den die 2üdischnationalen nicht erwarten das? iie es nicht einmal gern sehen würden, dem feierlichen Augenblicke dadurch gerecht werden, 1 bo j wir uns erinnern, Zehn 2ahre ist es her, das; m in es wagen durfte, mitten^ im deutschen Volks eine Pctrtci des „jüdischen Volkes" zu' gründen! Zehn ^>ahre herrscht diese Partei, unterstützt durch bereitwillige Mitläufer und i i den kritischsten . Augenblicken bekomplimenticrt von ahge »lichen «öcgnern. über einen groben Teil ' der deutschen j K ultusgcmcindcn. vor allem über die gröszte deutsche Genfein »e Berlin. Tie neuen Gemeinde- und Lan.desverbaids- W ab len iteben vor der Tür. Zehn 2ahrejHerr s ch a f l der 2 ü d i s ch n a t i o n a l e n mühten a u ch d c n bisher 2n differenten unter den jüdi chen T e u t s ch e n bewiesen haben, wohin e s i f i f) r t _u) e n n m an d ein (Gegner mit müdem A ch s eil z > ck e n das Kampifeld überläßt. Honen wir. daß cs gelingen wird, für dieie Wahlen auch die Schlaffen und 3 ragen aufzurütlclii. das; .es gelingen wird, die Parteigängc: des „jüdischen Polles" auf den schmalen -Raum zurückzydr, »gen. der ihrer an sich geringen Zahl innerhalb der Gtzsa ntheit der deulicl>en 2uden gebührt. Tas wäre ein höchst geeignetes 2ubiläumsgeschcnt. Dreyfus und kein Ende. Ter „P o I i I i s ch e n W o ch e ns ch rt f 1" entnel^mc; wörtlich folgende Notiz: T i e A s f ä r e E o h n. Tberir Trcnius. der Held der, bekannten Affäre, Hl in Tcuricblanv plötzlich wieder modern geworden. Büche' werden über' ibn geschrieben: .sein Prozeß ist drama inert. C torft Trenius lebt noch und hat gegen die AMü irung des nach ihm benannten Stückes in Frankreich Ein pnich erhoben: „Er in ein guter, wohlsituierter, jüdischer Fansilienvater mit sehr reichen und noblen Verwandten, u ' ihm nicht, als Märtyrer des Ultranatiobali > E->-ke» Kriegshetze und des Antisemitismus auf die ch «r^kommcn. Er fühlt sich als hoher französischern 01F per er in." 2o schreibt die literarische, Welt. Ihr nchlag. das Trama: „Tie Affäre Cohn" zu nennen den Widerstand des Tbcriten Treyfus nicht brechen, wohnlich suchen sich unsere sogenannten Linkskrtiie Helden unter den bereits Gestorbenen. Stellen sh ' einen noch Lebenden aufs Postament, so lehnen di« , pricienen es gewöhnlich bald ab. So Herr Treyrus. Man braucht aus der n e u e n .Treyfus-Affäre, di> zurzeit in immer neuen Ueberschüttungen mit Büche n, trägen, Tramcn und Zeitungsartikeln verabfolgt wird gerade eine innerpolilische Affäre zu machen, wie „Politische Wochenschrift" tut. Aber eine andere Fra > cs. ob es dem Anichen Teutichlands im Auslande w Nutzen bringt, wenn die zur Zeit her „Affäre" sel ist die damals höchst gespannten außenpolitischen Veshä ' gerechtfertigten oder wenigstens erklärten Mahregeln Staatsmänner und Tfiiziere wieder einmal vor dent p der Feinde von gestern zum Gegenstände der scharf«n seitens deut«ci>tr Staatsbürger gemacht werden. Ter fprnfi Hinweis auf die Geböte der „Gerechtigkeit' t mätzig kaum. lim die Enihüllungsflut zu rechtfertigen. Wir der Treyfus Zeit und ihren Nachwirkungen noch nicht genug, um dieie Tinge rein historisch zu betrachten, trachten wir sie aber im Zuiammenhang rtiit. Teulsch heutiger Stellung in einer noch vorwiegend feindliäen weit, so kann die Wirkung für Teutschlanü nur schädlich Und für die deutschen 2uden im besonderen wird es gerade vorteilhaft -ottIcii, wenn die nach außen hin stehenden Schwierigkeiten demnächst — wie fast regelwäß. nach innen schlagen und man sich dann in Deutschem« innert, daß dieie mindestens, überflüssige Aufwärmuflg Iveichichten in der Hauvtiache von jüdischer Seite vera Man wird sagen: ein französischer 3uble längst rcingewa.schen war. wird, von deutschen 3u mit jüdischer Betriebsamkeit nochmals reingewaschcni schmutzig wird dabei — die. Wäsche desjd i chcn Volke s. Fanen wir zusammen: Treyfus selbst lehnt es üb, neuem «Gegenstand einer Affäre zu werden. Deutschland die Erörterung nur sckraden. — und den deutschen crit .recht. Wozu der Lärm'? Eonstantin Brunner über die Zwischenschicht «Aus dem soeben erscheinenden Buche: „Vor Pflichten der 2uden und von den Pfli des Staates", Gustav Kiepenheuer Verlag. Berlm 1 Noch einmal, nein: es ist nicht aus bösem Willen sie mit dem Zionismus sich erlassen und für den zionis Aufbau geben, obwohl sie geben wollen, Ganh g cs in ihr Wille zu geben. Und wenn der Zipni i d cs mus, weit «zier. Vorwird Geihrr einmal Gee. bei t ch endlich! seinen Bankrott selber anmeldrn würde wir uns Vornicht die e ist rklich durch tnisse scher zprum lritik llarnügt tehen fern Brands Umsein, nicht entg — er alter ist. der den und u t - von kann Juden den t e n! «30.) daß ti chen cwih. chnus ich glaube, sie würden immer noch weiter geben. Sie gebens kaum für die Siedelungen, für die wissemchaftlichcn Institute oder aus Pietät» und am wenigsten geben fies dem Zionismin, von dem sie wissen, dah er bankrott ist. Sie gebens dem Aberglauben! ' Sie lassen sichs was kosten für ihren Aberglauben. an den sie nicht mehr glauben, der aber doch noch da und immer noch etwas warm, wenigstens noch ein- Sentimentalität ist.' Es ist nicht, dah in ihnen ein eigen licher Konflikt bestünde.. aber ein Sichdoppeltschcn. dem i\- sich nicht entziehen können. Wie sie ja auch stolz sind aui ihr 2udcsein und zugleich desselben sich schämen. Sie schäm, sich ihres Verachtetseins und sind stolz, weil dieses unve, schuldet: aber in ihren Stolz mischt sich doch auch vo: dem alten Aberglauben. Ganz ohne Stolz und ganz oh>-, Scham finden sie sich auch genötigt,zu denjenigen „2uden wißen", worin sie, und zwar generalisiert als d i e 2ud>?::, als komische Figuren mit häßlichen Charaktereigenschaften iuii selbst auftreten lassen: sie stellen sich dabei auf den Stände, der feindlichen üblen Nachrede, glauben diese, rein objektiv aus dem 2nteresse des Witzes, leihweise, und liefern ihrcn Feinden, den' Antisemiten, willkommenstes Material, inbem sie ihre Sclbstporträts nach dem Antisemitenspiegel male,! und treffen. — eigenttich liefern sie sich selbst damit ein antisemitisches Treffen. Nicht anders machts der große Witz des Zionismus, der große Witz ohne Pointe: der Zionismus ist der beste Bundesgenosse des 2udenhakic:, der diesem das jüdische Volk glaubt, aber ernsthaft glaubt. Und da sind alsdann die nichtzionistischen 2uden. die glaube» das jüdische Volk weder dem Judenhaß noch dem Zionismu s aber beider ewiges Reden: 2hr seid „die 2uden oder das jüdische Volk" geht in sie ein. Sie wollens um die Welt nicht hören, dah „die 2uden" dasselbe soll sein wie „das jüdische Volk": das ift nicht wahr! Und dann hört es doch in ihnen der alte Residualaberglaube, ist stolz darauf, schäme sich und bezahlt dafür. 2ch habe gesagt, sie würden es immer noch für den Zionismus bezahlen, auch wenn kein Zionismus mehr wäre, der ja heute bereits gar nicht eigent lich Imehr eiistiert. sie aber bezahlens dem Zionismus, der nur noch ein Name ist: und ich möchte sagen, wenn der Zionismus dem Namen nach aufgehört, werden sie cs am' Ende dem 2udenhah bezahlen. 2n der Tat bezahlen sie ja dem 2udenhah. was iie dem Zionismus bezahlen. Sie sind nun so weit wieder ge kommen mit dem alten Aberglauben, es ist ein Rückschlag in ihnen, sie sind uitreifer geworden, als sie inzwischen schon gewesen sind: auf keinen Fall mehr wissen sie, worauf es ankommt. Tie einen, die Zionisten, sind so unreif, an das jüdische Volk zu glauben,- und die andern, die Nichtzioniiten. sind jedenfalls zu unreif, nein zu sagen und sagen lieber ja und bezahlen auf das jüdische Volk auch ohne, zu glauben: womit sie nicht nur den eigentlichen 2udenhah stärken, sondern auch das allgemeine Vorutteil. Alle Welt spricht heule wieder von einem jüdischen Volke: bestwislige Leute de schenken plötzlich die überraschten jüdischen Freunde mit ihren; jüdischen Volke. Man hatte seit der Emanzipation aufge hört so zu sprechen, man sprach von den 2uden: die inan heute aber wieder zu identifizieren beginnt mit dem jüdischen Volke. Nicht zuletzt die 2uden selbst machen mit ihrer Konfusion die Welt konfus, von der man auch nicht erwarten kann, dah sie fein unterscheide das Einerseits-Andrerseits der nichtzionistischen 2uden von der vollkonfusen Unreife der zionistischen 2uden. Es kann nicht verschwiegen werden, was am Tage ist: die 2uden unsrer Zeit zeigen sich verworren in; Tenkei; und im Handeln und versagen in der Pflicht erfüllung: die zionistischen durch Tun gegen sie, die nicht zionistischen durch Unterlassung. Sie haben gegen danativnale Heim für das jüdische Volk im Palästinan;andal ebensowenig protestiert wie dagegen, dah der zu solchem C>c schüft weder aualifizierte noch quantifizierte Zionismus in den Völkerbund einen Vertreter schickt, also einen fremden Volksangehörigen, der sie als Angehörige eines fremde:, eines jüdischen Volkes verleumdet: sie arbeiten in ihren Gemeinden, die, doch angeblich nur Religionsgemeinden sein sollen, zusammen mit der „jüdischen Volkspartei": sie dulden nicht allein die zionistische Propaganda, sondern unterstützen, ob auch mit verbundenen Augen, den zionistischen Aufbau: . und. statt in ihren Vaterländern der Schmach des Erscheinens zionistischer Blätter ein Ende zu bereiten, unterlassen ne ' sogak, diese Blätter gebührend zu kennzeichnen, geben dann, ihre 2ugend der offenen Verführung unter ihren Augen preis und tun die Wölfe gleich mit unter die Schafe .in eine. Stall. Das alles sieht doch aus, als wären sie mit drein verwilligt in die Schuld, und Genossen derer, die sie de kämpfen sollten. Sie stehen mit in der Schuld schon dur,i ihre Schwäche und durch ihr Versäumnis der Aufklärung üßer den Zionismus in ihren eignen Reihen. 2eglick>e äAclväche und Duldung gegenüber dem Ungehörigen ist an sich selbst auch Schuld. Schwäche und Duldung stärkt die Angehörigkeit, macht sie heuchlerisch oder despotisch, um, >o oder so. zu erlisten oder zu ertrotzen (S. 124/126). Schriftleitung und verantwortlich: Margo Wolfs, Bln)Wi Druck von Rob. Rohde Rchflg., Berlin W. 35. — Für Heiau« . deutscher Juden, Wi il merSdorf; Verlag: verband uatioualdeutscher Juden <k. B„ Berlin W 35. — gäbe und Schriflleituua in «Oesterreich verantwortlich: Verband national» n, Praterftrahe 34, Zimmer 22. xei