Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 6 (Juni 1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Deutfcbe KriegsHteraiur. \ f, -»e «3 G c - gellt Che wir in niedias res gehen, müssen wir — ». mal wieder" — einige Binsenwahrheiten ausspreche r. deutsche Kriegsliteratur ist keine „jüdische Angelegenhei halb werden uns jüdische Kritiker sagen: Ihr befah mit Dingen, die Euch nichts angehen. lar.auf i st z widern, das; uns nationaldeu ps ch e Iudei angeht, was Deutschland ängeht. Döm fühlenden Juden ist sein Deutschtum nicht nur ei ic richlung. wie die Strahenbahn und das allgemeine recht, wir haben nicht nur äuheren. sondern stärksten "Anteil an ihm. Das Deutschtum besindet sich heute t stand einer schweren Krise und ein besonders aufschlu Erscheinungsmerkmal dieser Krise ist die deutsche literatur. An dieser symptomatischen Zeitericheinuyg und dar» der jüdische Deutsche — gleichviel welcher ricbtung so wenig oorübergehen. wie ein anderer d Bolksgenone. "W>ir wissen natürlich, dah die Kriegsliteratur!a anderen Ländern blüht, wenn auch nicht in dem Mi in Deutschland. Wir wissen ferner, dasgewisse deuss Zeugnisse dieser Literaturgattung in zahlreiche fremde übersetzt sind und im Auslände mit grösstem Intete leien werden. Die Gründe beider-Erscheinungen in "Auch in den Siegerländern wirken die durch den Ki i die Friedenstimitellung ausgelösten llmwälzungen noch fort, auf wirtschaftlichem, soziologischem, innerimt politischem Gebiete. Auch jenseits der deutschen Grei ktebt das Bedürfnis, durch Aussprache die innere Lc klären und den Weg zur kleberwindung der Kriegszcr;u ebnen. Das; die gewissen Erzeugnisse, gerade der lcbeu Kriegsliteratur auch im Auslande viel gelesen, bat seinen besonderen Grund darin, das; man trotz a gellen Friedens- und Freundsckntttsbeteuerungen den auch beute noch nirgends recht traut und das; man Kriegsbücber in erster Linie als Mittel zur Erkennjtn ..Mituten Mentalität" wertet. Um io mehr muh deutsche interessieren, welche deutschen Bücher dieser im Auslande vorwiegend gelesen werden. Durch die deutschen Leitungen und Zeitschriften rade jetzt eine zuerst von den „ Süddeu 1 schen Mbr heften" veröffentlichte, von anderen Blättern mehrt gänzte und je nach der Parteirichtung kommenticjr sammenstrllung deutscher Kriegsbücher Mit den Auflagen. An der Spitze marschiert Rema'rg.ue mit Buch „Im Weiten nichts Neues", dessen Gcsa läge mehr als 2 Millionen Eremplare betrögt, davon in .Deutschland, der Neit im Ausland. Ahm folgt rn bar Arnold Zweig mit dem ./streit um den geauten Griicha": in Deutschland 80 600. im 22 Eremplare. Der dritte ist Ludwig Ren« Krieg"! mit insgesamt 125 000 Eremvlaren. Ob dies auch Ilcberietzungen umfahl, ist aus der Zusaminqni nicht erkennbar. In weitem Abstande folgen dann B : u bürg. Jünger, schauwecker, von der 8 Seldle, Bronnen und viele andere mit Auflage die zwischen 70 000 «Werner Beumel.burg „Sperrfen T eutichland"» und 2000 Eremvlaren schwanken. Zu dem Rekordenolg des Remargue - Bucheder „N i n g". eine politisch rechtsstehende Zeitschrift: N ein a taut an der spitze iteht. und zwar mit ei re! tage, die die aller anderen Werke, selbst wenn Matt sic a weit übertrifft. überrascht nicht und kann nur als E: Neklame des Ullstein-- Berlages gebucht werden, wenig wir Nemargue und kill, stein lieben.'4- Formel erscheint uns denn doch zu einfach. Zweifellos Erfolg, insbesondere auch der Auskandserfolg eines in hohem Mähe von der Geschäftstüchtigkeit und den Mitteln des Verlegers abhängig. Aber damit allein »ii «o auhergewöhnlich hohe Auflagen-Ziffer nicht erklärt, der geschickteste, reichste und wagemutigste Verlege» durch Neklame allein einen, derartigen Erfolg nicht L können, wen» nicht die Erfolgsmöglichfeit sozusagen Luft läge. Die Tüchtigkeit des Literaturhändlers pic anderen Händlers kann sich nur auswirken, weitst „Naie" hat. die nicht nur die allgemeine Konjunktur sondern auch das, was gerade.im Augenblick der kauf und kaufkräftigste Teil des Publikums verlangt. Es mag. seltiam erscheinen, dah eine Konjunk Kriegsbücher 10 Jahre nach dem Kriege einsetzen konnte dem in der Zwischenzeit in weiten Kreisen — wiederun Unterschied der Parteirichtung — geradezu ein tiefe/ Wille gegen diese Literaturgattung bestanden Halle. Gründe dieser Erscheinung erkennen wir am klarste i, wir auf sie die Fachausdrücke der Psychoanalyse ai Die durch das Kriegserlebnis erschütterten Menschen viele Iahre hindurch das Bedürfnis, gerade dieses Lr das den GrundschlammZhrer ursprünglichsten und g;h^i Triebe aufgewühlt hatte, zu „verdrängen", aus dem , mmer Die Des- Euch n e r - lies k eutsch- Ein- Wahliineren Zu- Hteiches riegskann lartei- < utscher ich in wie Grrachen e geklärt und heute ruherzpn bege zu rpttung deutle rden, offieiitschen qeutsche der uns lttung , ch ciifsei a 91!A, fo vrz!) tt c geatscr- Zuder einem ntauf- 0 000 nittel- 2ersland .Der Zahl ellung m e l - ing. iffern, rum bemerkt .Dah Aüf- »diert, g der o ) ic ic iit der ' Ruches Gcldd eine Auch würde mgen n der jedes r die chittert, rchlligste tifr für nachohne! Vider- Die indem nden. hatten ebnis, msten nachen Von h! » x Naumann. Bewuhtsein auszuschalten und in den tiefsten Winkel de Unterbewussten zu verbannen. , Aber das Verdrängte u» unterirdisch Fortwirkende hat in Nacht- und Wachträume > die "klusgeglichcnheit des Lebens gestört, bis der Mensch rci dazu war, sich durch Bekenntnis den inneren Frieden zurück zugcwinnen. Dah dieser Bekenntnisdrang nicht in gleiche Stärke bei allen bestand, dah für den einen früher, für dc anderen später die Stunde schlug, in,der ein seelischer klebe druck das Ventil gufrih, dah auch in dieser Offenbarung stunde noch der eine mehr und der andere weniger ehrli», gegen sich und andere war. alles dies braucht kaum gesazu werden. Aber es kann ganz gewih kein reiner Zufall sei. und es wirft grellstes Licht auf die innere Gleichartigkeit d. äuherlich so verschiedenartigen Menschen, dah im groben un. ganzen in aller "Welt gleichzeitig der Aufschwung der Krieg literatur einjetzte. Und es kann ebenso wenig nur Zufall sein, dah unter den Bekcnntnisbüchern gerade die den Haupterfo! hatten, die eine innere Abkehr vom Kriege predigen. D» Verleger der Remgrgue und Zweig habett die fein Naie dafür gehabt, dah gerade die durch diese Bücher g. stützte Firm, das Kriegserlebnis abzureagieren, bei de»! deutschen und schliehlich auch bei dem ausländischen Lei. Publikum besondere Kauffreudigkeit auslösen würde. Wir wollen versuchen, auch diese Erscheinung zu verstehen Vielleicht kommen wir dem. Verständnis näher,- wenn u» lesen, was eine politisch linksstehende Zertschrift, das „Tage b u ch", zu den Auflagcziffern der Kriegsbücher zu bemerke» hati Dort heiht cs: „Die Nemargue, Renn und Zwei, habjcn sich in einem einzigen Buch ihr Kriegserlebnis und ihr. Kriegsverachtung vom Herzen geschrieben, sie haben drei: Publikumswirkuttgen und grohe Auflagcnerfolge erzielt,; ii. haben das Ihrige getan und damit Lchluh. Was tun ab. die prominenten KrieZsverherrlicher, die « ch a uwecker und Beu me Iburg? sie haben aus ihrem Fronterlebcn einen Eriüerb gemacht! Sie schreiben mit einer Redseligkeit, die ihren; Begriff von der Verschlossenheit des echten Soldaten so grohartig pahl. und mit einer Betriebsamkeit, die anderswo als .jüdisch' anzusprechen pflegen, ein Kriegsbu.1 nach dem anderen." Diese Worte treffen den Kern M Diyge. allerdings in ganz anderem Sinne, als der Verfaii.. des T a g e b u ch - Artikels meint. Richtigzustellen iit zunächst, dah der „Krieg" von Ludwig Renn nicht mit den Büchern von Remargu und Zweig zusammen genannt werden darf, als gehörte» alle drei Bücher in dieselbe Kategorie. Ludwig Renn i: — wenigstens in diesem Buche — keineswegs ein Pazifist, im Sinine einer vorbehaltlosen Ablehnung jedes, auch eines dein Vaterlande aufgezwungenen Krieges. Er steht dem Krieg erlebnis rein sachlich gegenüber. Bei allem Wissen um d>. Schrecken des Krieges weih er vor allem um soldatische uue vaterländische Pflicht. Seine „Helden", der schlichte und gan unpathetische Soldat, der sich zu Beförderungen und Aufzeichnungen emporkämpft, der zuerst ungeschickte Einjährig^ der : durch Verstand und Willenskraft ein hervorragende Offizier wird, und viele andere lebenswahre Gestalten seine Buches sind Menschen, die nicht nur gegen ihre „besser. Ueberzeugung schliehlich tun. was ihnen befohlen wird. C lind Pflichtmenschen in höherem Sinne, die sich bewuht sind dah> es ein Allumfassendes, Allerhaltendes gibt, aus dem sutz der: einzelne Mensch nicht ausschalten darf und kann, au.» wenn er unter der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft persönli aufs schwerste leidet: das Volk, das Vaterland. Renn selbst spricht es am Schlüsse seines Buches einmal au in feiner nüchtern eindringlichen Wortfassung: „Aber i». war traurig. Das verfluchte Vaterland stau mir doch nah!" - jGanz anders Zweig und Remargue. Der „deuti» Dichter" Arnold Zweig ist in diesem Blatte sch» einmal Gegenstand ausführlicher Betrachtung geweu.. <„G r i sch a - K u n st"; Oktober 1928>. Für und. wider R. ma!raue iit eine ganze Bibliothek zusammengeschriel worden! Die künstlerifchen Leistungen Beider stest./i hier nicht zur Erörterung. Nur ihr Verhältnis zum Deut!/ tun, ist zu prüfen.' Und in dieser Hinsicht zeigt sich alle dings — im klärest Gegensätze ju 'Senn — bei diesen beifc.\ meistübersetzten Autoren eine weitgehende Uebereinstimmun.- Der Begriff des Vaterlandes kommt bei Beiden sozusagc» nicht vor. Für Arnold Zweig mag dies kein Vorwurf sein. C nennt sich selbst einen Iüdischnationalen und betätigt sich a: eifernder Propagandist des Zionismus. Von einem Auto'.. lj»"r in dieser Empfindungswelt lebt, kann man nicht erwarte noch weniger verlangen, dah er das deutsche Krieg: erlebnis anders aufnimmt und verarbeitet, als ein Fremder beliebiger Abstammung, den der Zufall während der Kriegs zeit in Deutschland oder Deutschlands Etappen festgehaltci. hat. Sein Kriegserlebnis ist nicht ein deutsches Schicksal sondern ein ausgesprochenes Sonderschicksal, und wo er oer