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Der nationaldeutsche Jude · 1930-06-01 · Nr. 6 (Juni 1930) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 6 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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1 T*- ibi. Im iimersten Wesen vermögen sich die Juden. ganz >1 jchgültig unter welchem Volle sie vor ihrer Ernwanderyng t lebt haben. gerade mit dem puritanisch-konservativen eNg- 1> amerikanischen Wesen nicht recht abzufinden. So kommt es, das, überall dort, wo ihr Ernfluh stark; runeflt, wie es vor allem in New York der Fall lift. .:> nicht nur ziffernmähig die gröhte Ansammlung jüdischer wohner in irgendeiner Stadt der Welt hat. sondern .idurch einen ausgesprochen auch nach auhen hin stark zutalgeetenden jüdischen Charakter angenommen hat. die demoatischcn, also persönlicher Freiheitsbeschränkung gegenüberelenden Clemente weit stärker sind, aldie konservativen, ie sich überwiegend in der republikanisch, n Partei zusammenaden.') Die äuherliche Assimilisierung ist allerdings überaus amf. illcnd. Selbst bei den so zäh an den änherlich unrcrieikenden Merkmalen hängenden Oftjjidcn ist in Haärnd Barttracht. Kleidung. Hal-! > ..,»8 und dem schnellen Erlernen -er' englischen Sprache insbeudere die junge (Generation innen merkwürdig kurzer Zeit n . den langansässigen Ele unlen kaum noch zu unter- .I^iden. Der Drang, in der von Volksgenossen zu lol-ncn. der die Ditscitc von >,'ew Port in vielen Strahen u rein jüdischen Quartieren .macht hat. verliert sich mit iroser Schnelligkeit, sobald an ie Stelle der ursprünglichen Trmut Behaglichkeit in den lelensuinitänden tritt. Dann le-innit das Bestreben, aus den .'lienucn A, B, C. aus Hefter- : rcct imb wie die Cihettostrahen onft b.ihcn mögen, nach weiter :eil!ich gclcgcn.n, nicht ausnlilichlich von Inden bewohnten Avenuen. Lerington. uiadison. ja weiter im Norden ach der 5. Avenue zu ziehen. : is man endlich im Westen .intet. Dieser Zug ist sogar aus der Bühne j» dem umähiaemal aufgeführten Meistererl „Der Auctioneer", der! errorragenden Leistung des -lenialcn David Warfield, verwendet worden. Damit nicht Vi rerwech'eln ist die im Normen von New Pork an einzelnen -teilen und besonders in dem Bezirke Bronr vorkommende ihcttoartigc Ansammlung, diö mir eine Folge davon ist. ah der ursprüngliche Bezirk n der Qstscite 1>ii klein geordcn ist, um die Zahl der u'lrömenden. am freiwilligen Ictlo festhaltcnden .Juden 'mnehmen. Die oben besprochene ge- A'chastljche Abneigung erstreckt ‘!> auch auf die wohlhaben-- --»> ja sogar die sehr reichen nd seit langer Zeit in Amei'a ansässigen, in ihrer Lebensiltung vollkommen assimilierten jüdisck>en Familien, «ie l;rt dazu, dah unter diesen Familien ein engerer Berkehr tlfiudet. das; sich Vereine, Logen und Klubs bilden, denen isschliehlich Juden angehören, und'wie es in vielen Bade- Nen Hotels gibt, die sich nicht scheuen, durch Plakate zu rtünden. das, sie jüdische «iäste ablehnen,, so bestehen i^ercrseits auch derartige Stätten, in denen die „gentilcs" aichtjuden) nicht willkommen sind. - i Man mus; diesen Tatsachen klar-ins Auge blicken, wenn Hoffnung nicht finken soll, das; eine Einamerikanisierung r.Juden mit der Zeit doch erfolgen kann. So wie es >a ahl auch' in den meisten übrigen Ländern in Europa der '.11 ist. tarnt der heilende (Einfluß der Zeit, der die trennenden gcnsätze beseitigen würde, nicht zur (hcjtung kommen, so i.mge durch die Zuwanderung der polnischen, russischen und Gbett^ in Amerika. (Zu dem Aufsah S. 4.) sitzen, sich das Trem ende immer wieder zur Geltung bringt und den Andersfühl enden die begueme (Generalisierung ermöglicht, dah „die" Juden diese ihnen unsympathischen Eigeitschaften besitzen. Erschwert wird die Sache auch, wie allerorten. dadurch, dah mter dem Druck der antisemitischen Bewcgung und auch ilirer unorganisierten/Aeuherungen untür den amerikanischen Juden eine sympathische Einstellung zur zionistischen Bewegung besteht. Nicht als ob sie — wenigstens m ihrer weitaus üi erwieaenden Mehrheit — den Wunsch hätten, sich einem nc tional-jüdischcn Staat in Palästina an zuschliehen oder gar dahin auszuwandern. Dazu geht es ihnen in den Verein gten Staaten zu gut. Allein die Tatsache ist unbestreitbc r. dah ohne die Sympathie und die starke finanzielle Unterstützung der amerikaniscknn Juden der Aufbau des zionistischen Palästina eine Unmöglichkeit wäre. Diese deutliche Symrathie für einen jüdischen Nationalstaat führt wiederum zu dcr Auffassung der >Amerikancr, dah „beit"L. 1 Juden an diesem mehr liegt, als an Amerika. Dah nicht genügend dafür Sorge getragen wird, zu vermeiden, dah viele Juden den durch Betrieb samkcit und Tüchtigkeit berechtigterweise erworbenen Wohlstand zu auffällig zur Schau tragen, führt zu dcr bedauerlichen Erscheinung, dah im amerikanischen Volkstum der -Begriff des „heiles" (so bezeichnet man die Juden, die durch diese Eigenschaften sich uuwünschenswcrt bemerkbar machen» nicht verschwinden will. Und dah unter den ins Ausland kommenden ameritanischei, Touristen diese Elcimnte stark ülcrwiegen und dadurch den meisten Europäein ein falscher Begriff von dem Wesen und Auftreten der Amerikaner gegeben wird, stärkt die Snmrathicn keinesweizs- und wirkt sich so als ein anderes der Momente aus, die der Ein amerikanisierung enigegenstchen. . Das alles hindert allerdings nicht, dah unleugiam die Juden in Amerika durch ihre Ncgsamkcit. den hohen Prozentsatz dcr geistig Begabten, und durch alle anderen Eigen schäften, die ihnen nun einmal zum Aufbau materieller Wohlfahrt zu eigen sind, gerade in Amerika sehr wesentlich dazu bcigetragen haben, die Prosperität des Landes zu fördern, und dah sie an seiner geistigen und kulturellen Entwicklung dankenswerte Mitarbeit leisten. Um so ' bedauerlicher ist es. dah sich das logische Ergebnis dieser Mitarbeit, die volle und ^ork./ uneingeschränkte Einamerikani- Die in hebräischen Lettern geschriebene Firma laufet: tzaUc'n°'am Religiösen ^durchaus pkot. Käthe Wittkov er ©rofsbanh-fUtate lm 7ud«nvf«rtel von The Public National Bank. auch in deutscher Sp vereinbar wäre, nur mit so auherordentlichcr Schwicriakcit vollzieht. Man hat ja rack>e jenes Stück gesehen, welches^ unter Irich iin tw'iifTrfv'r Snrnrhe dein Namen „Abes Irish Rose“ (in deutscher Sprache „Dreimal Hochzeit") Tausende von Aufführungen in Amerika erlebt hat. In seiner wesentlichsten Szene sprechen der katholische. irische Geistliche und der jüdische Rabbj Worte über ihr Zusammenwirken für die gemeinsame amerikanische Heimat, die jedesmal jubelnden Beifall auslöscn und zeigen, wohin der Geist und die Wünsche dcr Besseren im Lande gerichtet sind. Die Hoffnung auf eine Aufsaugung, aller später zu- Newanderten Elemente, und damit auch des jüdischen, paart sich mit dem Wünsche aller patriotischen Amerikaner, es möge endlich jenes einheitliche amerikanische Volk - eirtstehcn. das noch immer im Mischkessel in Bildung begriffen ist. (Gelingt dies — allen Hindernissen des innersten Wesens der (beschichte und der Struktur dieses Volkes zum Trotz — und schliche »sich die Juden bewuht uinb nachdrück - lalkanischrn jüdischen Elemente, die diese Gegensätzlichkeit be ... , . . , ... ——- J lich chresen Bestrebungen an. dann wird auch für amerikanisch-.: ' sie einmal die erwünschte Stunde der Einamerikanisierung *> „Demokratisch" und „republikanisch" im Partei sinne. Die Schriftlcitung. schlagen. k

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