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Der nationaldeutsche Jude · 1930-06-01 · Nr. 6 (Juni 1930) · p. Seite 3

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 6 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 in ttiub lieb hat. der züchtiget es." Aber auch dieser Einvand Mte wenig stichhaltig. Nichtdie Republikanische lritik an der republikanischen Reichswehr ist ..iS, A bst rufe, sondern die Art und Weise, wie jo geübt wird. Schlachtschiff, vergessen, als sie sich zur Londoner Flottenkonferenz begaben. Der artitelschreibend« Berliner Marinesachverständige hätte sie .rechtzeitig daran erinnern sollen. Schade. — Sachliche Kritik kann sich nur auf Tatsachen oder offenere Eigenschaften und Zustände erstrecken, auf Dinge also. >io bereits ,n Erscheinung getreten sind, oder aus Erscheiungsmöglichkeiten. die aus eben diesen Tatsachen, Eigenbasten und Zuständen resultieren. Verneinung a priori . aus Ressentiment aber, die sich tzicht auf Offenbartes Iniht. hört auf Kritik zu sein und wird zur Hypothese. Eine i-Iche Hypothese ist die durch, nichts bewaesene. weil erst durch so» Ernstfall zu erweisende -Behauptung, die Wehrmacht sei ■ii»c nichtige Soldatenspielerei, folglich Herflüssig und schlieb- .wie alles Ueberflüssige, schädlich, sb rundsah jedes Polijilors sollte es sein, sich vor Hypothesen zu hüten, weil diese, ine Erfahning lehrt, oft sehr schnell und furchtbar durch die togil der Tatsachen widerlegt werden., Hiervon abgesehen, j l eint es auch ein wenig philosophisches Beginnen zu. sein, Während sich die gesamte Linke über die absolute Zwecklosigkeit der deutschen Flotte einig zu sein scheint, sind ihre Meinungen über den Wert des Heeres zum Glück geteilt. Die eine Hälfte verneint seine Eristenzberechtigung, die andere beschränkt sich daraus, „nur" seine Zuverlässigkeit anzuzweifeln, leider geschieht es auf offenem Markte und mit 'weithin hallendem Tadel. Diese '— gemäkigten — Skeptiker finden, es sei ein dringendes Gebot der Stund?, die republikanische Reichswehr zu — rcpublikanisieren. Ihre Forderung begründen sie mit dem auf nichts gestützten. — vielmehr durch den Ausgang des Münchener Putsches zur Genüge widerlegten Argwohn, sie werde bei einem etwa erneuten Versuch ihren auf die Republik geschworenen Eid brechen und mit« den Putschisten sympathisieren. In der selbstverständlichen Treue, mit der das Heer an seinen ruhmvollen Traditionen festhält, suchen GKetto in Hme'rikä. (Zu dem Aufsatz S. 4.) piiol. Käthe Wiltkower Rcircbüro (m?udcnvicrt<l von Tort*. TlCKTf auf die im letzten mnerikanischen Flottenmanöver erwiesene ahiolute Untauglichkeit der Panzerschiffe hinzuweisen und soulsagen im gleichen Atemzuge die Streichung sämtlicher Kreuzer aus dem Grunde zu fordern, der blohei Stavellauf auch nur eines, einzigen würde die Ordnung und den Frieden der Welt erschüttern. Dem sachverständigen Verfasser jenes vor wenigen Wochen in einer groben demokratisch«: Zeitung veröffentlichten Artikels scheint die erstaunliche Inkongruenz, eine und dieselbe Behauptung auf zwei durchaus diskrepante Argumente n stützen, entgangen zu sein. Der profunde Emst, womit hier zwei sich gegenseitig aufhebende (Hypo-) Thesen verfochten werden, wird diel intelligenten Leser jen« Blattes nicht penig amüsiert haben, wir vermuten aber, dag diese Wirkung' nicht die beabsichtigte s war. Wenn es einem tüchtigen Kampfpiloten ein leichtes ist, mit einer wohlgezielten Bombe den chwerstgepanzer.'en Zehntausendtonnenkreuzer auf den Meeresboden zu versenken, so bleibt es unverständlich, wie die »nt Flugzeugaeschwadern und Bomben doch reichlich genug! versehenen Polen in solch einem lächerlichen, harmlos die, ostvreubische Küste kreuzenden Spielzeug eine emste Provokation »dd furchtbare Kriegsdrohung erblicken können. Auch ist es doch sehr wunderlich, dab die fünf grötzten Seemächte des d'lobus sich zu einem Kongreb zusammentun, um in monatelangen mühseligen Beratungen über Einheiten. Tonnenzahlen, Bestückungen. Kaliber, Panzerstärken, kurz gesagt, über Dinge >u verhandeln, die doch eines wie das andere und alle, zusammen sozusagen für die Katz sind, in diesem Falle richtiger für den Katzenhai. Vermutlich hatten die Admirale der Bereinigten Staaten ihre vordem erwähnten, im buchstäblichen Wortsinn oemichtenden Manöverergebnisse. Flugzeug gegen und finden sie den Verdacht, die Republik sei ihm verhaht' und es^ werde, sobald sich G»elcgenheit dazu bietet, die beschworene Gefolgschaft versagen. Alles dieses und noch mehr desgleichen finden!ftc in ihrer Kurzsichtigleit, nur das eine Naheliegende nicht» dab ihr Ziveifel an der Treue der republikanischen Reichswehr zugleich das eigene Mibtrauen in die Suggcstivkrjaft der Republik verrät. Versaillesdiktat! — Dawcsvertrag —' Locarnoabkommcn — Völkerbund —j Kelloggpakt — Poungplan — Flotttnkonfcrmz — — kein Zweifel. Par regiert die Stunde, und unser von Tränen der Rührung verschleierter Blick sieht nicht, dab der schwönke Palinenzwcig über seinem Haupte — in einem Gewehrla if steckt. Briand. der grobe Pancuropäjer. verwirft mit Gebärden des Abscheus die Bajonette und Kanonen und weist seinen Busenfreund, den groben Pazifisfen Paul Boncour an durch ein neues Kriegsdienstgesch gctnz Frankreich in ein eirziges grobes Rekrutcndepot umzugeltalttn. Rings um Deutschlands offene Grenzen wachsen Festungsgürtel, weittragend« Riesengeschütze werden konstruiert, giftige Gase entdeckt. Mammut Tanks gebaut, neue Kampfflugzeuge erfunden» und innitten dieser, wie nie zuvor, in Waffen starrenden Welt wandelt traumoerloren der Reine Tor dahin, die blauen Augen, in die Weite gerichtet, wo fern am Horizont der Silberstreif sich zeigt. Unter blühenden Bäumen wandelt er so und bläst auf der Friedensschalmei paradiesische Weisen. Der Blütentraum wird reifen — und Aepfel der Ens werden die Früchte sein, j Denn unbeirrt vom Geschwätz und Getriebe runden sie» der Völker Geschicke und geht die Wselt ihren ewigen Gant. — — Wohin rollst du. Aepfelchech? ' i, miyi m i, -cr- - ,. i. il.

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