Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 4 (April 1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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nichts von Ahlwardt, Knüppeil von unserem dem „Stürmer" und ’. , der m ganzen lärmender Gttchäftsantisemitismus -ich neben dem gutgläubigen A gti^miiismus breit macht? Jedenfalls zeitige das Jubentun, immer wieder Anti- «mitismus. Warum? „Gewöhnlich wird dieser oder jener -Gesichtspunkt als der alleinige ödet doch ausschlaggebende in .1! Mittelpunkt gestellt, j. B. die Rassenfrage oder die Religion." Aber keins von beiden ist stichhaltig oder doch indcutig bestimmend. „Wäre! dgs jüdische Problem nur ■ in Rasscnproblem. so wäre es sehr leicht zu lösen." Aber wie unsicher sind alle unsere Kennjtnisse" auf diesem Gebiet! sie Gegenüberstellung der völlig entgegengesetzten Lehrlieinungen von Luschans und E. Fischers beweist es zur Genüge. Di^ einen erklären das Judentum und seine „zerrende Wirkung" aus völliger^ Rässenrcinheit. die andenr :us „Bastardierung" und „jüdischem Rasscnsumpf". Aber /es gibt kein Volk, in dey, n!i ch t m e h re r e R a s s!en necken", und so kann der zersetzchde jüdisclze Einflust nicht allein daher kommen, dast die Juden von altersher ein Miichvolk sind. Den berühmten 'Schädelinder mit seinen willkürlichen Grenzbestimmungen „gibt Passarge daher preis. .Das einzige Merkmal des jüdischen Gesichts in Europa ist das südarabische Mund- und Raseinerbtcil." Wo es fehlt, lönne man z. B. die Sephardim voii den Südeuropäern kaüm unterscheiden. Aber auch dies Erbteil kann man für Hey jüdischen Charakter nicht verantwortlich machen. , -Ebenso ist es „eine alatte Unmöglichkeit, dast die negroide Beimischung bei einigen .'pcnigen den jüdischen Charakter bedingen und |bie jüdische 'Hasse minderwertig machen foll"L Soweit kann man Passaxge durchaus beipflichten: die Rassenamisemiten freilich werden dies nicht gern hören. Wo aber stcjckt des Pudels Kern? Damit kommen ioir endlich zu! der „neuen" Hypothese Pas'arges, die die Patentlösung bringen soll, der einzigen selbständigen des dicken Buches, die (r aus eig-nen Eindrücken in Palästina gewonnen hat. obwohl! er sich bewuht ist. „dast ihre Richtigkeit in keiner Weise erakt bewieien werden kann", und obwohl er einräumen must, dast sich Palästina seit dem Altertum landschaftlich stark verändert hat (Verödung' und Verkarstung durch das ländervorwüstende Arabertum). Also eine ungewiste neue Theorie zu so vielen alten? Und doch Hl es nur die alte Milieutheor e Tbines iKIimae Rasse und historischer Moment), die ihrer'ssits lauf Beile Stzendhäl und der Aufklärung fustt, Ausklärungsmaterialismus und — Dechrminismus in neuem, naturwisieinschaftlictzem. Gewände. Wie weit diese Methode allein zum 3ictc führen kann, lästt sich liier in Kürze nicht erörtern. Rur eine Frage drängt »ich sofort auf: Bleiben die Wirktingei) der Einflüsse auf die Entstehung eines Volkstums unveränderlich bestehen, auch wenn die Ursachen seit Jahrtausenden verschwunden lind? Der kürzlich verstorbene verdienstvoll«! I)r. I. Goldstein pflegte zu sagen: „Unsere Vorfahren l>ab:n 1400 Jahr« in Palästina gelebt, aber 2000 Jahre in" lDeutischland.? Sollten diese 2000 Jahre in ganz anderer kulttirgeagraphischer und ethnischer Umgebung wirkungslos aebliebcfn sein? Ja. sagt Paisarne, denn die Juden haben sich im Ghetto l igelartig eingekavielt. ..Das Ghetto als kulturelle Lebensform zeigt, wie es mög'ich war, dast der Jahweorden als in einzelne Gastkolonicn aufgelöstes Nationalvolk sich bald 19001 Jahre erhalten hat und sogar wiederholt eine schier unglaubliche Entwickelung bis zur Beherrschung der Stdiaten.^ ja der Welt (in der Gegenwart) hat erleben können!"! Damit verlästt Passarge die angeblich alles erklärende kulturgeographische Basis und geht zu (iner religion-gescbichtlick'en und völkerpsnchologischen Methode über, deren Parallelen er aber nicht nur den noch! heute bodenständigen!' Nachbarvölkern der alten Hebräer, z.!B. den-Drusen, entlehnt. was sich methodisch rechtfertigen lästt. sondern allen möglichen Naturvölkern, am liebsten den — Auftralnegern. Sabei stützt er sich fast einzig auf.ein neues Buch des P. Win- Ihuis, „Das Zweiaeschlechterwe'ein bei den Zentralaustraliern und anderen Völkern", um agf Grund solcher j Analogien die Jahwereligion als primitivsten Animimus ustd Zauberglauben hinzustellen. Einen ztvcitey Hilfsbegriff zur Er- Ilärunq des Ghettos entlehnt ee aus- Turkestan: di? Sorten. Als Sorten bezeichnen die Rüsten die dottige unterdrückte Stadt- und Oasenbevölkeruna: -Pasiärae überträgt den Peariff auf jede von der Landschaft gelöste. wur>e'loke Stadtbcvölkerung mit „degene^atioen Domestikation-erschttnungen". vor allem auf die Ghettofuden. denn die alten Hebräer waren bekanntlich Ackerbauer und Hirten. Der Sorte hat -charfe Beobachtungsgabe und einen durch kein« Gefühlsregung getrübten Wirklichkeitssinn. „Schmieqlam wie ein Rohr im Winde, mit freundlich! kriechender Schmeichelei, ein Meister in Verlogenheit. Verste!lungskunst und Dtrschwiegenhcit, ein geborener Geheimbündler, | überwindet er die schlimmsten Stürme. Kein sich aufbäumender Stolz, kem ielbsthewusttes Ehrgefühl stören ihn in ois'em Abwebrkampfe. Wie der Mond der Erde immer nur sörne Vorderseite zeigt, die Rückseite aber verbirgt, so verstellt der Satte seine wahren Gefühle und Absichten." Im Hastvolke wirkt er als „Ferment der Dekomposition", wie Montm'en vom spätantiken Judentum sagt, als zersetzendes Spaltpilz. „In der Er- ....... „? zeugung sittlicher Fäulnis sieht er das mächtigste Kampf- Mittel gegen alle» Nichtsartische." Sein Ziel ist „die Zerstörung der Organisationen, der Moral und sittlichen Widerstandskraft des Wirtsvolkes". Jedes Mittel, selbst Meineid und Mord, wirk durch den Zweck geheiligt. Andererseits hält er streng au Zucht und Sitte in seiner Familie und in seinem „Geheimoiden". Er hat also nicht nur eine Doptzelnatur. sondern au h eine Doppelmoral, ein widerliches Gemiich häuslicher Tugenl und öffentlicher Unsittlichkeit. Das Musterbild eines solchen jüdischen Geheimordensj ist für Passarge der Kahal. die jüdische Ghettogemcinde. Sie steht unter den trenqsten. kleinlichsten Sitten gesehen, unter der Zuchtrute u iduldscrmer. herrschsüchtiger Rabbiner, die ihre Gemeindemitglieder durch ewige Gewissensfolter zu Psychopathen mac>en. durch geeignete Ehen und stete Hebung die „Talmudgehirne" und einen rabulistischen Verstand züchten, der die Juden zu Meistern spitzfindiger Dialektik und zu gerissenen Geschäfts euten macht. Zugleich impfen sie ihyen mit dem Gefühl geistiger Ueberlegenheit. mit Hochmut und Herrschsucht, glühenden Hast gegen alle Andersgläubigen. Ibefonders gegen di: Herrenschicht des Wirtsvolkes, und den Glauben an die AWeltherrschaft des „auserwählten Volkes" tin. Ohne diese Melsic shoffnung wäre das Ghetto eine unerträgliche Hölle. Abei Hast weckt Hast. „Es ist ein tragisches Verhänanis. dast?ine orientalische Lebensform als Folge der geschichtlichen Ent ricklung in dauernden Konttikt mit ganz fremden europäisch» Lebensformen geraten ist. Man aarf nicht fragen, wer den Streit angefangen hat. Von beiden Seiten schlägt man auf einander los: einer sucht den andern zu schädigen."- Zwar kann das Judenchm durch seinen versehenden Einflust ür eine Weile die Herrschaft an lich reinen, aber es kann sie nicht behaupten. Der „Sorte" hat kmne Herrschernatur. Er ist anmastend, eitel, protzig, unduld'am. grausam, ohne piriönlichcn Mut. ohne Anstands- und Ehrgefühl. ohne Gem »insinn. Schliestlich erliegt er immer wieder dem Hast des Wi tsvolkes und stürzt ins Ghetto zurück, nachdem er unendlickcn Schaden eingerichtet hat. Ein nZier Zyklus beginnt. Nicht höher als die Moral steht für Passarge die Religion des Ghe tojuden. Sie beruht, wie schon gesagt, auf dem Zweiqeschlecherg'auben von Winthui-, dem primitivten Zauberglauben de Naturmenschen. „Die Re'igion des un erdrückten Ghettomleu stebt nicht Höher als die der Aust alneger." „Die Jc hwereliqion wurzelt in den pnmitiv len Anschauunaen des Naturmenschen." Jahwe ist bald «in „totemiltischer Kc llektivgott". bald ein Windgott, der mörderische, aber Regen und Fiuchtbarkeit bringende Samum. Wie freilich qeraie der intellektuell eingestellte, deienerierte Stadtmensch, der s crtoide Ghettv'nde. dem primitivsten Zauherglauben naiver Nuturvölker huldigen soll, wo doch aste Voraussetzungen dafür in seiner Umwelt fehlen, bleibt da; Geheimnis des Verfassers. Jedciffa'ls ist seit dem bedauerlichen Alterswerk „Die graste Täuschunq" de; Assyttoloacn und Halbiuden De'itzsch keine solch? Husarenattacke auf den jüdischen Gottesbezriff aeritten worden. Dast das jüdische Sittengesetz allster klein'ichen Kultvorichtttt-^n auch die zehn Gebote enthält, )ie Gnmdlaqe der christlichen und der modernen Ethik, fi ht die'en Un?nttvegten nicht an. „Wie der Chinese." sagt er. „vor seine' Höhlenwobnnnq eine architektonisch künstlerische Fassade setzt, so haben die Rabbinen l in den Fels des c nimistischen Zauberg'auben; ihre Lehre hineingcmeistelt nrd die Krabhöhle mit einem dütttigen Votbaü aus h!'Heren ethischen und reliniö^en Vorstellungen zu verbrämen g.-sucht." Wie entwürdigend bi"?re Jahwcauffasiung ür die Tochterreligionen des Judentums ist, scheint passarge gar nicht zu merken, wenn er schreibt: „Es kam tim Judentum) nicht zu einer A l, f lösung der pr mitioen Zweigeschlechterrcligion in eilten. Polytheismus mit zahlreichen Götterkreiscn. Demnach must die einfache Religi m der Maturvölker in ihrem Aufbau mit den am höchsten si chenden Religionen — Iahwerelegion und weiterhin Christentlm und Islam — die gröhte Aehnlichkeit haben." Ein Religionsforscher wie Hermann Wirth kommt in seinem „Aufgan,! der Menschheit" vielmehr zu dem Schlust, dast sich in dem b ldlosen jüdischen Monotheismus die hohe und reine Glaubenslehre des arischen Urvotkes erhalten hat. und dast die Bielzötterci ein Rückschlag primitiver Götzendienste niederer Rossen ist . . .! , Als Beweis fiir die Doppelmoral und das Wesen' des Ghettos führt Passarqe nicht etwa die. neuen wissenschaftlichen Ausgaben u id Uebersetzungen der jüdischen Lehre an. sondern er greift auf zwei Bücher aus der ersten Hälfte des 18 Jahrhundctts mrück: Bodenschatz. „Kirchliche Verfassung der heutigen, sonderlich der deutschen Juden" und Kirchner „Jüdisches Zeremoniell". Beide stammen aus einer Zeit tiefsten Verfalls < ind talmudischer Verknöcherung), die cher jüdische Historiker »es Judenttims. Erätz, als „Pettode der Verwilderung" kernzcichnet. Daneben benutzt er nur ein einziges neues Wei k. Brafmanns „Buch vom Kahal". Dast solche Unterlagen loeder wissenschaftlich noch für die Eegenwatt beweiskräftig sind, bedarf keines Hinweises. Jedenfalls schaffen sie nur ein Zerrbild.