Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 4 (April 1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6682492-5438679-5438860--485-4871677- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
T Stimmen vom Wir bringen Jeder der Artikel e nicht mit jeder eingi deshalb nochmals leicht zu machen. im fei i Hthält einen iefonti ■II P "!i u W anderen Ufer. genden drei Aufsätze bekannter nicktjüdischer Schri Ausführungen, die für unsere Leser wertvoll u Auffassung identifizieren, die in den Aufsätzen _ ier« hervorgehoben, um gewerbsmäßigen Mihv! UN) lZrief an einen Äonilten. I. tsteller verschiedenster Richtungen. ) beachtlich, sind. Daß wir unS - Zvm Ausdruck gelangt, wird nur Erstehen, ihre Tätigkeit nicht zu ie Schriftleitung. Von 6«rha»t R rrrmann Moftar. Lieber Srcjuttb! , j Tu hast Dich also entschieden. Du bist nun. wie Du Ibit schreibst, überzeugter Zionist geworden und wirst mit ■ r Konseguenz. die ich an Dir! und an allen lfiuten Deiner >iaHe liebe, so bald als möglich nach Palästina gel>en. Du , bittest meine Stellungnahme, und ich fühle heraus, das; Du leine» Glückwunsch willst.!! Jawohl, ich wünsche Dir Mlück. Ich stimme Deinem ^ntschlns; zu. weil und soweit! ei heroisch ist. Ein Mensch wie Du. beheimatet in rein geistigen Bezirken, aufgewachsen in erdfernem Asphaltmilieu. seusibbl von Seele und zart yoiT Körper. vernarrt in seine Komvliiienheit und skeptisch gegenüber allem Primitiven, kurz: eist intellektueller Jude wie Du it ill simpler, handarbeiterischerj Einfachstes erlebender und .iahlichstes erstzrebender Bauer werden. Das ist groß, das ist heroisch. Zu dieser Seite “^einesj Tuns sage ich ja von .laiizem Herzen, und ich beuge mich vor der gewaltigen inneren Logik des tficschehens. die darist liegt, daß gerade derjenige Teil der Menschheit, den das Schicksal, zumindest in Europa, um weitesten wegtrieb von der Scholle, jubelnd zu ihr zurücktebren will im krassen «iegensah K» dieser Zeit, die sich der Ickolle entfremdet. Und noch mehr: e; ist herrlich, daß Angehörige einer als anational rerichijreenen Menschengruppe aufrufen zur Pflege eigenen Volkstums. sicher doch wohl in der Erkenntnis, das; man dicjrnigen Eiefühle.x die allen Menschen gemeinsam sind, nur in der Tiefe des eigeüen Volfsliinis ergraben kann und dah durch solche Arbeit allein eine innerlich wahre Internatiönqle erstehen kann. Endlich weiht Du ja selbst am besten, wie sehr gerade ich. oft in uächtclangen tfiesprächen und oft gegen Deine Meinung, vom Judentum eine positiv nach einet Richtung hinweisende Arbeit verlangt und seine augenblickliare Rolle als Hans Dampf in allen (hassen abgelehnt habe: Aus all diesen Kründen stimne ich Dir zu — und es wird Dir bereits aufgefallen fein. Und. die Du in Deinem Brief! n{ Teilten istründen komme ich nun dah es gerade die (ckründe cht sonderlich betonst. Zu — und ich muh Dir gleich im voraus sagen: gerade Deine lfiründc sind es, die mich 'septisch machen.! Da schreibst Du also, die Sit Volk im Volke sei sowieso unqenin Dir nicht Vorhalten/ dah die Antisemiten das schon lange lation des Judentums als > und unhaltbar. Ich will ll nur feststellen. dah Du Hnb ich kann Dir infolge ich als Argument gegen •:ii!bcdt zu haben glauben: ichbv 7 ich zu ihrer Ansicht bekehrt hast. iien dasselbe entqeaenhalten. iva /ue verwende: nämlich, dah inah einem Volk, dem man iebenhnudert Jahre (hheltoernfhunq angedeihen lieh, schon iuige Jahrzehnte gönnen m»h.! usn sie wieder abzustreifcn: ' ah es ein nicht nur juristischer (hrundsatz ist. in ein I'n;ebendes Verfahren nicht einznqreifen. und dah man also lle/hand Merkwürdigkeiten und Schwerfälligkeiten und Ueberiiirfe uno Ilnterströmungen auf beiden Seiten nicht allzu ^agüch nehmen sollte. So rschtiq es ist. dah die ''manzipation noch nicht dieieniäen Früchte gezeitigt hat. hie van von ihr erwartete, so falsch ist es. von einem Scheitem ieier Emanzipation zu sprechend aht Ding will Weile haben, »d die Emanzivation war. darüber sind wir uns ja wohl och einig, ein sehr gutes Ding.!Der Sinn der Befreiung :ns dem (sthetto war freilich nicht die Begründung einer 'ducken Nation, sondein war dse Erwa'tuna. dah die Indenit Mitarbeiten würde am Aufbau der bisherigen Wirtsilion. Es ist aber zuzugeben, dah man sichs gegenseitig vfit leicht gemacht hat und dam Dankbarkeitsgekühle auf dücher Seite, angesichts des feindlichen Verhaltens der frühpr i Deutschland führenden Kreide auch nach der Emanzipation. >cht zu erwarten sind. Ebenso, gswik ist es aber, dah me Mücke Taktik oder vielmehr Iintaktrk des forschen Inbesch- Mmiens jeder erreichbaren Position nicht immer richtig uüd ver für den Einzelnen als fürs! bralnze segensreich war. 91» . ndiq erscheint also eine Aendoruchg der jüdischen Lebensart merbalb der ..Wirtsnation": n^cht notwendig jedoch ericheint >»ie Auswanderung.! .! Ilnd hier komme ich zu Deinem Hduvtgrund: zu Deinem nlhusiastischen Schwärmen für eiine Rückkehr in die Heimat -ffo nennst Du Palästina. l j Es tut mir skeptisch sein zu nicht stimmt. Dc sogar erst gezüch! der sich heimatlo-. Deinen, wie Di Was läge da nach ohne Vorbehalt mir nicht, roma, Wortes. Palästin eine» westlichen : mutung. dah ein am Werke ist u Kitsch zu machen forsä>er. über di ausgegossen hast. Völkerwanderung Wohnsitz zu begeii Volk das Lebe» z einmal Phantasier; nur das Milieu Das blieb dem sichts solcher lckk Rationalismus ttii umgekehrten Vor > Nun schreibst ganzen Welt den weis, das gütlich Araber vorausge der 'am Schicksal legcnheit bleiben'. heim nach Asien. die judenfeindlich ^3° weh. gerade da. wo D.i enlh»siastisch bist, chüsien. Aber es scheint mir. dah hier etwas h hier ein Eicfühl künstlich aufgebauscht "und > et wird. Es ist verständlich, dah jemand, fühlt., eine Heimat sich schaffen will. Aber Nieinst, so selbstverständlichen «iedanken: 1>er als Palüstinä? — den vermag ich nicht mitzudenken. Er erscheint mir. verüble es üch in einer unfruchtbaren Bedeutung des a liegt, gar nicht nahe, liegt besonders für ^uden nicht nahe: nahe liegt eher die Vergewifse Art jüdischer Senlifnentalität hier aus einer heroischen Tat einen heroischeni >roht. Nicht einmal der kühnste jener Rassen-! Du dereinst die Schale Deines Spottes hat von den «-erinanc» verlangt, die ganze zurückzuwandern, lisch an ihren ehemaligen en. dem inzwischen dort sehhaft gewordenes zu erschweren und alio zu gesunden. Nicht dieses Schlages haben erwartet, dah man ändern brauche, damit sich der (Heist ändere, .fionisnills Vorbehalten. Es erscheint angcidanlengänge eines mahlos übersteigerten r^ilbc, wenn.man Euch als Hakenkreuzler miV eichen betrachtet. Du. das Judentum werde in Palästina der Beweis dafür liefern, dah es zu ausbauender Staatsarbeit fäh g ist. Ich bezweifle nicht, dah dieser Bc- oder gewaltsam erzielte Einverständnis der _ setzt, glücken wird, und ich bezweifle ebensowenig. dah er der Welt höchst gleichgültig sein wird. Es interessiert den nichtjüdischen eieropäischen Menschen nicht im mindesten, was in Palästina pasücrt. von Auswirkungen auf die1 Politik irgendeines englischen Kabinetts und von einer vagen und^ leicht humoristisch gefärbten 'Anteilnahme wie etwa 'Amanullahs abgesehen: im übrigen wird das. was dort. leschieht, für Europa eine asiatische Ange- Alle 'Arbeit, die Ihr leistet, alles Beispiel, das Ihr gebt, altes Ente, das, Ihr erzingt, wird verpuffen. Noch schlimmer: >em Antisemiten wird -der schlüssige Beweis Jude». wie er stets behauptet hat. noch immer sich als 'Asiaten fühlen. Sie sind, so wird es Heiken, aus 'Asien gekommen, haben in Europa schmarotzert und tragen das Erworbene «Held und das erworbene 'Wissen zurücklassend ein ausgepowertes Europa. Wenn das Paläsünawerk wirklich' groh wird, dann wird!es Einstellung der weihen Rlenichheit, die sowieso allenthalbien im 'Wachsen ist. nur noch verstärken, der Jude wird in Pnlästina ausgeschlossener und' eingeschlossener sein, als er je ii Europa war. und Palästina wird nichts sein als_ein grohes (fihetto. Ilnd doch wäie hier eine schöne und vielleicht nie wiedfrkehrende Rlöglichleit. das Judentum für Europa noch weit z hen, als es bisher der ^all war. Warum das Ihr gel>en wollt in einem Lande, von dem Ihr Euch nu: einredet, dah es Euch etwas angehe, nicht »ns näher gerück. nicht uns gegeben werden'? Es gibt .. .. . .! Deutschland. Moorflächen. Sandflächen. die nicht kultiviert werden können, weil die Mittel dazu fehlen. Mit einem Bruchteil des tfieldes jedoch, das aufgewandt werden muh. um; ben auf deutichjüdische Einwanderer entfallenden Teil Palästinas ertragfähig zu machen, lassen sich diese deutschen Eebiete urbar machen. Ich kann diesen <fiedanken natürlich nicht im Einzelnen ausführen, bin auch gar nicht berufen dazu: aber reizt diese dlufgabe Dich nickt? Vermagst nicht geradi Du auf die Karikatur einer „Selbstvqrwaltung" gemeinscim mit Llrabern und Engländern zu verzichten? Jüdisches Siedlungen in Deutschland könnten zur Evidenz beweisen, dah alle die Züge Eures Stammescharakters, die bisher sich negativ auswirkten, zu Euren Vorzügen werden in dem Lluaenblick. der sie vor die richtige Aufgabe stellt. Eure Zähigkeit, die nicht geringer ist als die des deutschen Bauern. Eure Bireitschqit zu gegenseitiger Hilfe, die dckn Aufblühen eines tuutschen^orfes zugute kommen könnte. Eure scharfe Erkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, die sich b'