Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 3 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Verbandsnadmcfoten. 1. Berlin: Am 5. Februar d. -I. sprach in einer von Mitgliedern und Gästen gut besuchten Versainmlung unseres Verlvndes Herr vr. Paul Fechter. Redakteur der Deuten Allgemeinen Zeitung, über das Thema „K unft* trieb und Judenfrag e". Zn eingehenden Aushrnngen. die sich gleichmätzig durch sachliche Schärfe und »ornetMiheit!bcr Form auszeichneten, legte der Redner von mein Standpunkt als nationalgesinnter. jeden verallgeeineriiden ..Antisemitismus" mit Entschiedenheit ablehnender Iiriit und Literat dar. wie grober Schaden dem Gedanken :> friedlichen und verständnisvollen Zusammenlebens deutler Richtjuden und Juden durch dem hemmunqs- und vor Hem ehrfurchtlosen Kunstbetrieb gewisser jüdischer Preise „ausgeseht zugefügt wird, wie osel aber auch durch die unegrcisliche Duldsamkeit gesündigt! und verdorben wird, die Mbit unzweifelhaft deutschgesinnte Juden diesem Treiben ent gcnbringen. Wir hoffen, den vorMlichen Portrag. der ,it starkem Beifall aufgenommen wurde, in einer späteren linnimer dieses Blattes unseren Lesern wenigstens in aus- .ihrlicherem Auszuge zugänglich machen tu tonnen. Die Aussprache war sehr lebhaft, hielt sich aber, von 'enigen Ausnahmen abgesehen, auf einem Hohen. Niveau. .l'Oii christlichen Gästen sprachen die Herren B ü r g e r in e i st e r Schwan, I>r. de La porte und l)r. o. d. Trenck, von indischen Gästen u. a. Herr I>r. Monty Jacobs, der die ..B o s fische Zeitung" und Herrn Kurt Tucholsky argen die Angriffe anderer Diskussionsredner zu verteidigen versuchte, Herr-I>r. Julius B ab und die durch ihre Schrift gegen den Zionismus bekannten Herren I>r. Blanke» seid und l>r. P i n n e r. Den Standpunkt unseres Verbandes vertraten der Vorsitzende Justizrat 1>r. Sieg mann und die Vorstandsmitglieder Rechtsanwalt Walter Simon und l>r. Rauman n. 2. Weitere Veranstaltungen: Für die nächste Zeit sind «zunächst unverbindlich) Vorträge der Herren v. Oppeln- B r o n i k o w s k i und Walter B o e h in e r < Verfasser des Aussatzes „S o w j e t - E r p e r i in e n 1 und Judentum") in Aussicht genommen. Es ergehen besondere Einladungen. 3. Hauptversammlung: Die diesjährige Hauptver- > a »i in I u n g findet im April d. I. statt. Die Einladung erfolgt satzungsgemätz in der nächsten 'Rümmer des Mit Icilungsblattes. 4. Fugendgruppe: Ein Voitratz von W a I t er S o n n e n - berg über Rassefragen gab Anlab zu lebhafter Diskussion. Die Erörterung wird am 6. März fortgesetzt. Es ergehen besondere Einladungen. Der Vorstand. ßücberfcbaU* Mynona (Dr. S. Friedländrr): Hat Erich Maria Remarque wirtlich gelebt? «Paul Steegemann- Verlag. Berlin. 1929). Dar Buch nennt sich eine „D c n l m a l s e n t h ü l l u n g" und nt auch eine. Vcibcr hat der Verfasser die von ihm cnthiilltcn Tatsachen in einen besonders witzig sein wollenden «Lchnörkelstil eingewickclt, so datz es nur mit den grötzten Schwierigkeiten möglich iit, sich durch die 250 Seiten hindurch zuarbciten. Tut man es dennoch, so erfährt man viel Aus- ~ schluszrciches, über den Einzclfall Remark- R e m a r g u c hinaus für die Erkenntnis unserer Zeit Wesentliches. Auch die völlig rcmargucfrommen Verehrer dieses iclbitgewühllen Repräsentanten einer „vom Kriege zerhörlen GcNeratioiL.' wird es interessieren, das, ihr Dichter nach dem Kriege in sclbstvcrliehcner Ossizicrsuniform mit dem E. K. I umher gewandelt ist, dasz er sich mit der ersten Namens Verwandlung 5 Erich Paul Remark in Erich Maria Remargue nicht be 1 gnügt, sondern sich als „Erich Freiherr v. Buchwafd genannt R c m a r I" polizeilich gemeldet, und welchen blöd- . „mondänen" Kitsch übet Autos, 'Weiber, Reiien und Schnüvie - dieser „Zerstörte" zehn Jahre lang ziiiammengeschricben Hai. che er sich aus seine Kriegscrlebniisc bemnii und sich als Verdüsterter photographieren lieh, klm dieses tatsächlichen Enthüllungs-Materials willen verlohnt sich die Lektüre des Ri N n 0 n a - Buches, M. N. I)r. Hans F. K. Günther: R aiienkunde des jüdischen Volkes 11. F. Lehmanns Verlag. München,. 1929). _ Ein Riustcrbeispiel des „wissenschaftlichen" Antisemitismus. ' mit betonter Sachlichkeit geschrieben, mit zahlreichen lehr inler eisanten Abbildungen ausgeitattet, nach belanntem Rezept die Zioniitcn als die einzig empschlenswertcn Juden heraus strcichcnd, aus den Schriften der n a t i 0 » a I d c n l i ch c n Juden zwar gelegentlich zitierend, wo es gerade in den Kram zu passen scheint, im übrigen aber nniere nationaldeutschc Be wcgung mit Inbrunst totschmeigend, wie es das „Berliner Tageblatt" sticht besser vermöchte. Eine ausführliche Besprechung des typischen Buches erfolgt demnächst. .! >. J u r B csprcchung sind ^weiter cingegangen : S. v. d. Trenck: Don Juan Ahasver lVerlag Leopold Klotz, Gotha). E. Ebing: Wille und Tat «Verlag Paul Ehristianie». Schwerin). I )r. Salomo» Breuer: B c l e h i n n g u n d R> cf h n u n g sVerlag I. Kauffmann. Frankfurt a. M.». 1 Besprechung bleibt Vorbehalten. — Me Ne den Hbgrund vertiefen. Vorbemerkung. . An dieser Stelle erscheinen sonst Notizen „A u s de in lageskampf". An ihrtr Stelle bringen wir heute einige Ausschnitte aus jenen Blättern, die entweder bestimmten „inner indischen" Richtungen dienen, oder eine bestimmte Art sogenannter Geistigkeit pflegen, einer Geistigkeit, wie sie vorliegend in den Kreisen der jüdischen Zwischenschicht geschützt wird. Man nehme sich die Mühe, die einzelnen Abschnitte im Z u sa ni in en ha ng zu lesen und einen einzigen zu überschlagen. Hier kann nicht :ehr von der Festnagelung und Ueberwertung einzelner Entleisungen die Rede sein. Hier wird an Stichproben, die be ebig verhundertfacht werden können, dargetan, wie von völlig erschiedenen Ausgangspunkten das schwer errungene Deutsch »n der deutschen Juden planmäßig ^eingekesielt und zutn Gegenstand des Abschusses gemacht witd. Auch der bisher »differenteste mutz sich angesichts solcher Aeutzerungen. die hcrall ineinandergreifen. die Frage vorlegen, ob d» wirk- >k> dcutschfühlenden, nicht nur auf inr formelles Staatsnrgerrecht pochenden Juden, die sich heute noch zum grotzen eil in organisierter Bequemlichkeit der Erkenntnis ihrer Lage lziehen, nicht endlich aus ihrem H a l b sch l u m m e r nfwach en wollen. Das Programm| ber nationaldeutschen «den lautet: > ' Berständigungsarbdit nach autzen.! Erziehungsarbeit nhch itzncn. Entwicklungsarbeit! an der Jugend. Dick drei Sätze enthalten dreifach das Wort: Arbeit, -er die folgenden Feststellungen >liest und ihren Sinn beeist. mutz auch»begreifen, datz Arbeit, ungeheure rbeit nötig ist, um die Brüske über den Abgrund l;u /-«lagen, der von geschäftigen jüdischen Händen immer wieder «sgerissen, verbreitert und vertieft wird. Wehleidiges 'lagen über Verständnislosigkeit der nichtjüdischen Volks- -nosten. klischierte Beteuerungen des eigenen Deutichu«ms sind nicht Arbeit. Wer wirklich arbeiten, wer den Abgrund Überdrücken Klarsicht habe», auf der fangen. will, mutz den Mul und die j il d i s ch e 11 Seite am» Die Schriftleitiing. Das „unsterbliche Blut". *— In der „Bayerischen Israelitischen Nein c i n d e z e Dt u 11 g" schreibt Kurt M ü n z e r unter dem obigen Titel eine Besprechung über das Buch des Halb juden Georg Fink »Mich' hungert". Was der Beurteiler dem Buche entnimmt, klingt in folgende Worte aus: „So sicht inan: der Jude kann sich bis ins kleinste Gehaben assimilicren: sein Judentum drückt sich unwandelbar i» 'Wesen und Wesensäutzerung aus. Es gibt — in der unpersönlichsten Jnitrumenlicrung - . einen jüdischen „Ton", i Eine Seite Wassermann. Schnitzler, Kerr, Theodor Lessing gehalten gegen einen Thomas Mann, Stchr, Heise, Spengler: und man hört sofort die Schwingungsdifierenz der „Töne". Es iit das Blut, das den Juden verrät. Es hindert ihn, Prolet zu werden unter Proleten^ wen» er noch von ihnen stammt und zu ihnen gehört. Der Jude ist der bürgerliche Mensch. Datz er sich in Rnszland an der Zertrümmerung des Bürgertums berauscht, iit Reaktion. Jude heitzt, immer noch, Familie. Und Familie iit Institution. Staat, Pietät, Konservatismus. Das Ikrjüdische verhindert Georg Fink, die von. ihm errungene Aktivität des westlichen Menickcn ganz durchzuführen. Die ostjüdische Leidensfähigkeit und -bereitschaft bestimmt sein Schicksal noch mitten im Berliner «Proletariat 1930." M a n ft e l l e s i ch v 0 r. d a tz d i e s e W 0 r j c i 11 e i n t liT“ Organ der R a t i 0 n a I s 0 z i a I i st e n g e st a n d e n. hätten. Welches Entrüstungsgeschrei über „vernagelten und gehässigen Antiiemitis nus" wäre von allen Seiten ertönt! Aber die „neutrale" Gemeindezeitung. das offizielle Nachrichten blatt des' „VerbandesBayerischerJsraelitischer Gemeinden" bring: diese Besprechung ohne jeden Kommentar auf der zweitei Seite des Blattes, als verstände es