Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 3 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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'mzservativen Berliner Tageszeitung zu leiten. Hart neben- Zgander offenbarte sich in diesen Kreisen neben den dumpfen, patriotischen Phrasen bald ein nationalistischer Geist, der i jeder zu den metaphysischen Quellen, der Idee, der deutschen Iradition strebte. Doch bedurfte es vieler Enttäuschungen ::b Irrwege, ehe sich ein solcher geistiger Nationalismus ,i5 rcaftfonärer Spietzerei befreien konnfe. Sturheit und -oliget Antisemitismus hat viele Menschen in diesen Jahren an 1920 bis 1926 von der nationalen Bewegung abgel reckt. s Dieser neue Nationalismus die C.-V.- leitung hat ihn des öfteren erwähnf — begnügt sich ' ineswegs mit einer Sutzerlichey Uniform ogmatiichen Parteizugehörigkeit — sondern andere seelische Haltung und einen tätigen eiintnis zur Nation, d. h. zum Gewachsenen, Organischen »r Ganzheit der gewordenen und werdenden Generationen.!„ EndtzDenker dieser Bewegung neigen locthischen Heidentum zu! Nur aus solchem nag ja erst jenes antike, das Bolk bemückend-beseeligende Phänomen zu erstehen, das Nietzsche als den nims, das Goethe als höchstes Glück de!r riesen hat: die Persönlichkeit. Wie fern oder einer blotzen er fordert eine be> Glauben: das Be, bisweilen einem Wesen heraus ver- Sinn eines Volks- Erdenkinder gesind wir solcher Erlösung in unserem formalistisch-snerkanfilen Staatsratio nalismus! , Auch die Rassenfrage ist in dieser Zeit — entgegen allen! b öswilligen Entstellungen — sehr' viel mehr durchdacht und acfördert worden. An die zentrale beherrschende Stelle der^ Näsle, die zweifellos in jedem Volke vorhanden ist, ist das!, >Hcksalsgemeinsame Volkstum getreten. Zudie'em können bis-,, weilen fremdsprachliche nachbarliche Völker sgchören. wie zi B. die Masuren, die mit über 95 °o für Deutschland stimmten, und die nicht befragten Pommereilen im Westpreuhen. die eleusowenn te'ragt wurden wi: die 3>/z Ästillionen Deutschen in der Tschechei. Ich greife hier — um die Entwicklung des nationalen «üedankens zu illustrieren — einige Beispiele heraus, zu denen «auch ich als Journalist Stellung zu nehn en hatte. Auf der Gegenseite bekämpfte man düse antiradikale gelinde Entwicklung durch Verschweigen ode' Verunglimpfung. Das? solche Taktik der alljüdischen Presse dem Masscn-Antiicmitismns Helsen mutzte, liegt klar auf der Hand. Nach und nach begreifen auch manche jüdischen Kr«ise. datz mit einzeiliger Anschwänung des Gegners einer Lösung der Frage nicht näher zu kommen ist. Im Laufe des Sommers erschienen darum selbst in der C. - V. - Zeitustg einige wertvolle Vekennt,nisartikel aus deutscher und jüdischer Feder. Aber, bereits die Bloemsche Rede wurde jetzt nur noch in! Zwanzig Zeilen gestreift! und behandelt , wie eine deutschvölkische Parlamentstede in einer alljüdischen Tageszeitung! Auch die dialektisch vorgehenden Abwehrvereine werden nur gennge Erfolge h iben, wenn, der deutsche Mitbürger merkt, datz diese Propal>anda nur als Schutz des „Andern": des Fremden, des Ungliubigen, lim das hebräische Wort zu nehmen, benutzt wird, statt gleichwertige Vertreter beider Parteien zu Worte kommen zu lassen. Wie wertvoll könnte hier der Rundfunk dialogisch aufklärend wirken. Einseitige Abwehranfklärung, in der b ftenfalls philosemitische Meinung herrschend zum Ausdruck kommt, hat etwa den gleichen Wert wie jene Friedenskonferenzen, in denen imperialistische Mächte ihren Kriegswillen und ihre K lmpfwerkzeuge mit pazifistischen Palmwedeln zu drapieren sich bemühen. Der Fluch der Lächerlichkeit ist solchen Lügen scher. Ein Lord Kitchener oder ein Ghandi ist echter und n ahrhaftiger. Aus diesem Cham: ungeklärter Fragen vom Wesen der Nation und der Wirklichkeit einer- Internationale erklärt sich jene V c l k s t ü m s---A n g st. von der die C. - V. - Z e i tu n g Tel) ■ richtig spricht. Rur , rücksichtslose Offenheit aus sauberster volksgemeinschaftlicher Gesinnung heraus kann hier einen modus vivendi finden, der jüdischen und nichtjüdischen Deutschen ein freundschaftliches, ja ein nationales Miteinander ermöglicht und die Begabung des jüd schen Geistes mitarbeitend harmonisch eingliedert. Das ahasvc rische Judentum aber wird, wie das Heine in seiner italien schen Reise beschreibt, auf den Kräbern seiner Feinde sitzend, sich weiter beklagen über die erfahrene Unbill — von denen es sich absonderte und nicht nur abgesondert wurde! Der Sinn der Emanzipation ist von weilen jüdischen Kreisen nicht erkannt worden, und gepeitscht von Unruhe, treibt eine friedlose Menge über den Erdball und -lätzt euch den nationalfutschen Juden durch den notwendig entstehenden Antisemitismus nicht zur Ruhe und Einbürgerung kommen. Ehrlich allein ist dem R i ch t j u d e n d e r T a t - Z i o n i st. der nicht auf halbem Wege stehen bleibt — Vermummungen und Täuschungsmanöver verabscheut — und der nationaldeut-sche Jude. Der beharrlich kosmopolitisch bleibende Z w i s ch e n s ch i ch t l e r hat später keinen Grund, den Empörten zu spielen, wenn er von Nationalisten nur als Schutzbürger anerkannt wird, dem u. a. Staatsfunktionen nicht anvertraut werden dürfen. — Als Nichtjude gebe ich zu -- nachdem ich mich Jahrzehnte mit dem Phänomen und Problem Israel abgegeben habe — datz die Entscheidungen nicht so einfach sind wie der Wald- und Wiefen-Antisemit und der liberale, sich vom gewinnlicheo. Augenblick treibenlassende Iude denkt. Wie der neue Nationalist kein Chauvinist und Imperialist, sein kann — so hat er auch der Judenfrage sich in menschlich verantwortnngsbcwutzter Meiie zu nähern, und nur da sich zu wehren, wo man seine Nation zerstört! i 7üdtfcbnatton4Ur Bieg im Centralveretn. Wir haben es längst aufgegeben, gegen den Centralocrein deutscher Staatsbürger jüdischen Glauiuns planmätzig zu polemisieren. Soweit wir den „Verein der unbegrenzten Unmöglichkeiten" in den letzten Jahren erwähnen mutzten, geschah es ausschlietzlich. um an irgendwelchen besonders bezeichnenden Gegenbeispielen darzutun. was geschehen mutz, wenn man in einen nach der Satzung „uneirrt deutschen" Verein wahllos und zahllos Mitglieder beiebiger Gefühlsrichtung aufnimmt Und in den Vorstand vermeintliche Prominente wählt, die den Zionisten näherstehen '.ls den Nationaldeutschen. Ein gewissermatzen abschlietzendes 'Gegenbeispiel dieser Art liegt heute in Gestalt eines Vorlandsbeschlusses des C.-V. vor. den der Verein unter der — anscheinend ernst gemeinten — Ueberschrift „D i e unverrückbaren Grundlagen des C.-V." verffentlicht. Dieser Beschlutz ist der Art, datz man schlechterdings nicht an ihm Vorbeigehen darf. Alfred Döolins beredsamer Stratzenhändler von Berlin Aleranderplatz würde seine Eindrücke in die Porte kleiden: „Das muh man gesehen höben, da mutz man öineingetreten sein." i Zunächst in aller Kürze \gency ist bekanntlich das nacht" für die „nationale Heimst ch e n Volkes" zugelassene Beratungsorgan. also ein Organ eines jüd Unternehmens. Sie hat praktisch, -trahenhänbler sagen würde, „nichts zu die Vorgeschichte. Die Jewish von der englischen „Mandatstte des jüdind Unterstützungsschnationalen wie der genannte melden". denn die Verwaltung besorgt England allein, allenfalls unter Berücküchtigung der Wünsch« bes arabischen Grotz-Mufti. Aber eines darf, soll und mutz die Jewish! Agency: sie hat Geld, möglichst viel Geld, und daneben Menschen z» liefern^ auf datz die englische Kolonie Palästina gedeihe und -die Araber jemand zum Totschlägen haben. Entsprechend dieser' dankbaren Aufgabe war die Jewish Agency früher identisch mit der internationalen Zionistischen Organisation. Nachdem aber endgültig festgestellt war, datz die Zionisten allein das Geld zur Füllung des bodenlosen Topfes nicht aufbringen können, suchte man geeignete sogenannte „Nichtzionisten". die gegen Beförderung zur Prominenz der Agency* Mitgliedschaft bereit wären, selbst weiteres Geld zur Sanierung des jüdischnationalen Pleite-Unternehmens zu geben und noch andere Stammesgenossen zum gleichen Zwecke zu schröpfen. Datz man diese „Prominenten" fand, ist selbstverständlich: es ist eine Fabel, datz die Juden durchweg sehr begabt seien. Und als die so „ergänzte" jewish Agency die Häupter ihrer Lieben zählte, als sie den jüdischnation a I e n Aufruf „Hilfe durch Aufbau" erheb, siehe da standen unter dem Aufruf die Namen zahlreicher Vorstandsmitglieder des „u n b ei r rt deutschen" Centralvereins. Als hingegen zum P r o - test gegen diesen Aufruf die „Erklärung deutscher, Juden" erging, siehe da trug auch diese Erklärung die Unterschriften zahlreicher Vorstandsmitglieder desselben Vereins. So st an den also im C-V.-Vorstand die jüdischnatrönale und die deutsche Truppe in offenem, selbst für viele Beitragszahler des C.-V. erkennbarem Gegensatz, wenn sich auch die C.-V.-Zeituna selbst pflichtgemätz bemühte, den Gegensatz zu vertuschen und zu tun. als ob alles in schönster Ordnung wäre. Es hätte zum Totlachen sein können, wenn es nicht zum Weinen gewesen wäre. Immerhin, es mutzte etwas ge-