Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 3 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 fr'imcnbtn Verhältnisse in der Sowjet-Union absolut irrig gleich welche Oiebiete es seien, ob Staatskunst. Wüsenid.jft, Technik, geistige Anschauungen, ja seelische Regungen — jv uetden eben proletarisiert. und zwar sofort mit allen c.deiiklichen und überhaupt möglichen Mahnahmen. Das Wichtigste aber an all bieiclt, Tatsachen ist. dah diese ,'ciie. von einer fanatisch gepredigten Ethik geformte Dogdas erste Dogma, die erste Religion Ht. die sich die > -Wirtschaft dienstbar gemacht hat in der Erkenntnis. dah> ja-*-: Ethik verblassen, absterben muh. wenn die verzweifelten Kumpfe der Menschheit um ihre Eriitenz zum Eebrauch von -n.jucln führt, die die Moral des Dogmas zu untergraben .eignet sind. Es ist also Tatsache geworden, dah den neuen oiäubigen nichts übrig bleibt zur Eiijrenz. als die Ersehe t-j Dogmas zu erfüllen. proletarilirrten Landwirtschaft festzusehen, ganz zu schweigen!! natürlich davon, irgendwie als Intelligenz gewertet zu werden. Die rein urmongolischen Kosaken, die rassisch und in ihrem Jahrtausende lang nachweisbaren Familien Kult. also ihrem Dogma, völlig ungebrochen sich als Nomaden in den -steppen Mittelasiens bis zum Bürgerkriege erhalten hatten — weder die orthodore Kirche, noch die moslemitüche Religion, noch die Jahrhunderte dauernden Kriege mit den zarischen! Heeren konnten diese Nation unterwerfen—, sind Anhänger des! neuen Dogmas geworden .... oder aber sie werden sterben.! Das ist die einzige Prognose, die Menschen, Nationen, - Nassen zu stellen ist. denen es beschicden wurde, Objekte des! Sowjet Erpcrimentcs, zu werden. Denn der unaufhörlich : prophezeite Zusammenbruch die'es neuen Systems ,kann für! die wirklichen Kenner der Verhältnisse — weil das System ( „Calmudfcbul«“r Sine Szene aus dem' Kabarett „Kaftan“. I Phot. Atelier Robertson, Derlka. >Zu unserem Hrtthel auf Seit« 6. j Was strenggläubige Juden zu dieser „künstlerischen“ zu dieser Gattung des Kunstbetriebes zu bemerken iit, finden^ Verzerrung eines ihnen heiligen Brauches seitens ihrer „Brüder unsere Leser in dein oben angeführten Aufsatz: „Kcfahr inr ud Schwestern aus dem Osten“ zu sagen haben, mag ihnen Westen! Kaftan, das Oitjudenkabarett“. Ergebnis: Diese neue 'Ibst überlassen bleiben. Was vom deutschen Standpunkte Kunststätte war dringend notwendig! M Dah solche Erperimente unter den gegebenen Umständen J'i‘i;t übertragbar sind auf mittel- und westeuropäische Länder, i-il sie weder das seit Jahrtausenden schwer unterdrückte inchenmaterial. noch die unerschöpflickze»; Neichlümer, nvck gigantischen Reserven an allem besitzen, also die wirtiltliche Basis schon fehlt, steht hieb ja nicht Z»r Diskussion. . Dah aber im Hinblick auf die Berhältnisse in der L-owiet- - ion alle anderen Regungen. Hoffnungen völlig wertlos sind. ^-!>er der nüchternen psychologischen Forschung. was zu tuen > >. um die Auhenstehenden von ihren Zrrtümcrn zu heilen i.!) den Tatsachen entsprechend aufzuklären' ist unbestreitbar. . In erster Linie muh es sich darum handeln, die deutichndischen Staatsbürger, die aus Unkenntnis der Verhältnisse!?r sich und die Welt irgendwelche Besserungen ihrer Person- oder der allgemeinen Verhältnisse erhoffen, von die'em Wahn durch permanente Aufklärung zu heilen. Ihre Ideen Wurden sich ebenso utopisch erweisen wie die Versuche des proletarischen Zionismus oder die, einen Ersatz für den total sozialisierten Handel zu finden, oder sich i» der absolut eben von einer überragenden Ethik und nicht den Ausflüssen der Praris abhängig ist — nur als eine auherordcntlich vage Idee erscheinen. Aus dieser.Tragödie des russischen Judcn-z^ tumes. als einzige von den vielen! Nationen innerhalb der Sowjrtgrenzcn keine Autonomie erreicht zu haben «sollte das etwa der historische Beweis sein, dah es keine jüdische Nation als solche gibt?), ergibt sich noch eine zweite Notwendigkeit für das Judentum überhaupt. Es kann nämlich nicht genügend gegenüber den Jrrtümern und den bewuht bösartigen Entstellungen über einen angeblich jüdischen Bolschewismus in jeder Beziehung propagandistische Aufklärung über die Tatsache der alleinigen, absoluten Herrschaft des geborenen Adels der Proleten in allen Funktionen des Staates, der Partei und der Wirtschaft gegeben werdest. Auf diese Weise allein kajrn der immer grotesker werdenden antisemitischen Hetze und andererseits dem im proletarischen Staatswesen aus tiefster Seele verachteten Salon- und Edel-- Kommunismus der§ Intellektuellen und Literaten der Boden entzogen werden.!'