Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 2 (Februar 1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Ift der Verband nationaldeutfcber eine reebtsfteb^nde Organisation? Juden Vorbe m « r k u n g. Der Verfasser dieses Aussatzes, «in jugendliches Mitglied unseres Verbandes, ist ein überzeugter nationaldeutscher Jude und ein ebenso überzeugter Sozialist. Wir bringen seine Ausführungen, obwohl sie zum Teil Bekanntes, zum Teil nicht völlig Klares enthalten, weil wi» uns freuen, dag auf diese Weise wieder einmal zur Beseitigung der Legende beigetragen wird, unsen Verband identifiziere nationale Gesinnung mit parteipolitischen Anschauungen irgendwelcher Richtung. Wir behalten uns vor, auf einige Meinungen des Verfassers später ausführlich einzugehen. Nur Eines sei schon heute Hervorgel »oben, das der Verfasser offenbar nur deshalb nicht weih, weil er die Kämpfe unserer Gründungszeit nicht selbst mit durchlebt hat. Das Märchen, daß wir parteipolitisch rechts ständen, ist bei Gründung unseres Verbandes von . anderen jüdischen Organiß rtionen verbreitet worden und hat in schwächeren fjirnen so fest Wurzel geschlagen, daß es bis heute trotz völliger Vermeidung jeder parteipolitischen Werbung in unseren Reden und Schriften nicht gelungen ist, diese Fehlmeinung gänzlich auszurotten. Die f«harrliche Totschweige- Taktik, die von gewissem linksstehenden Tageszeitungen gegen unseren Verband geübt wird, geht offenbar noch auf den Verleumdundsseldzug unserer Gegner aus unserer Gründungszelt zurück. Die Schriflleitung. Ein Verband nätionaldeUtscher Inden kann »eine Aufgaben nur dann voll etfüllsn, wenn ihm ein großer Teil der deutschen Iuden angehörr. Wenn es uns nun bisher -nicht gelungen ist, die Mehrheit der deutschfühlenden Iuden in unserm Verbände zusammenzufassen. so müssen wir »ach der Ursache dieser bedauerlichen Tatsache fragen. Einer der Gründe — ich betone» ausdrücklich einer —!■ liegt darin, daß der Verband stationaldeutscher Iuden vielfach fälschlicherweise fü!r eine politisch rechtsstehende Organisation gehalten wird. Das liegt einmal daran, daß viele den Verband gar nicht kennen und nun aus dem Namen diesen falschen Schlüs» ziehen. Bedenklicher ist schon, daß manche durch die Lektüre! des Mitteilungsblattes zu dieser — ich wiederhole: falschen — Ansicht gekommen sind, Gewiß hat in diesem Blatte nie ein parteipolitischer Aufsatz gestanden. Aber zweifellos sind hiervorwiegend rechtsstehende Persönlichkeiten zu Worte gekommen. *) Und da niemand aus seiner Haut heraus kann, winde die Gesinnung der schreibenden sichtbar und vielfach stiit den Anschauungen aller Verbandsmitglieder identifiziert, nicht denen Lu machen, die sich in Ideen einsetzten, sondern uns andern mich nicht aus —, die wir das Blatt ^ilisiertcn, ohne unsere Gedanken an dieser Stelle zum Ausdruck zu bringen. Es ist deshalb notwendig, einmaß deutlich zu sagen, was wir nationaldeutschen Iuden unter „national" verstehen. Das Wort „national" hat in den letzten Jahren einen schlechten Klang, bekommen. Nicht, weil man sch scheut, sich zum eigenen Land hu bekennen, sondern weil einige wenige Parteien in den letzten Jahren das gute Wort „national" entwürdigt Haben, indem sie es nur für ihre Handlungsweise in Anspruch nahmen. Es gelang ihnen leider, weiten Kreisen des deutschen Volles zu suggerieren, daß „nvtivngl" und politisch rechts >as gleiche wäre. Wenn w i r nun unsere nationale deutsche Gesinnung betonen, so widerstrebt iesl uns zunächst, daü-rnd von unser» innersten Gefühlen zu sprächen. Aber wir durften acht länger schweigen, da unsere jstdlschen Gegner durch ihr Auftreten der, Oeffentlichleit vielfach lein falsches Bild von der wahren Einstellung des größten »Teils der deutschen Juden >um deutschen Volke gegeben haben); ■ Ein Vorwurf ist daraus hrer Weise für unsere natürlich — ich schließe *) Diese Meinung des Verfassers Mitarbeiter unseres Blattes stehen ppl ist irrig. Einige ständige ittsch links. SH« Schriftleitung.j Verständigungsarbe Volksgenossen ist ein: ständigungsversuche di kreise wenden. Tenn Juden, das wir überw aller Parteien. 28; ständnisfe zu vermeide,» daß für uns das Wp einzelner Parteien zu Sinne) ist jeder, und seine Arbe bringt, de n^ I n t zu dienen! Von Hermann 8imter. it zwischen jüdischen und nichtjüdischen : unser Hauptaufgaben. Diese Verrfen sich nicht nur an rechtsstehende jenes Fremdheitsgefühl gegenüber dem »den wollen, findet sich bei 'Angehörigen r müssen deshalb besonders Mißvcrsuchen und mit aller Schärfe betonen, rt „national" nichts mit den Zielen tun hat. „National" iin unserm der sich als Deutscher fühlt kt indem Bewußtsein v o l l - Pressen des deutschen Volkes gil t Re Wir können keine bezeichnen. 'Wohl deutsche Ziele: Der gleiche Interesse wie d» geringen deutschen erreicht wird, darüber gehen. In der Jnne^p Um bei dem 'Beispiel Reparalionslastcn ist Gesichtspunkten entfchic demjenigen, der offe i Volksgruppe zu vertrje nicht die nationale scheidend muß sein. Minderheit — also handeln. einzelnen urd der 'JU können wir leugnen, nationale Bindungen Politik als „d i e" nationale Politik es in der 'Außenpolitik gemeinsame Deutsche 'Arbeiter beispielsweise hat das r deutsche Industrielle an einer möglichst parationslait. Wie dieses Ziel aber werden die «Ansichten stets auseinanderolitik wird der Gegensatz noch größer, zu bleiben: Die innere Verteilung der ^ine Streitfrage, die nicht nach nationalen den roerden kann. Es darf deshalb zugibt, die Interessen einer großen tcn, sagen wir die der Arbeiterklasse, Scsinnung abgesprochen werden. Entwir nicht zum Wöhle einer kleinen rtwa nach jüdischen Gesichtspunkten —’ So sehr wir um> darüber klar sind, daß zwischen dem cnschheit die Nation steht, so wenig »aß es neben den nationalen auch übergibt, seien sie nun -kultureller oder wirtschaftlicher Art. Ma i deute nur an die religiösen Gemein samieitcn osder die gleicher sozialer Kk gemeinsamen Interessen von Menschen asscnzugehöriglcit. -Der Gegensatz zu internationalen Bindungen lassen sich durchaus mit »alio nalem Handeln und Irrtum, wenn Juden, die den bürgerlichen Parteien nahe-I stehen, einen nationaldeutschen Sozialisten für einen 'Widerspruch in sich se.bst h»ilten. Ucbrigcns sind die gleichen Leute auf der andern Sekte über einen zionistischen Sozialisten gar nicht erstaunt, obgleich dieser doch auch für eine nationale Idee eintritt. jedem an) g' Gcsii me»r, Fühlen vereinbaren. Esist deshalb ein i d die nationale Gesinnung zubilligen, der demokratisch kapita.istischen Republik chcs Kaiserreich ersehnt oder ob er für inwescn tämpft, solern er sitz nur. zum bedauern wir doch die heule vie.iach Und hier kann in der Tat ein—jeder für die Voltsgemeinschaft tun. 'Wir stellen gegen vorhandene Gegensätze, willen ist Kämpf notwendig. Aber' er t werden! Es geht nicht an., daß von irischer Seite in gehässiger 'Weise verecn hei.ig ist. 'Aber ebenso schärf muß nommcn werden, wenn van gewissen rnung für eine Minderheit des deutschen pruch genommen wird. A.lerdings ist einer sach.ichen Kampfesweise leine rein sie muß auch vom rem mensch.ichen .lt werden: Deshalb: Smarfer Kampf, rdigcn Ton auch im inner jüdisch c. n Wenn wir nun ob er auf dem Boden steht, ob er ein dcut ein sozialisti che; Gen^e Deutschtum bekennt, üb.iche Kampfesweisc für seinen Teil etwajs dürfen uns nicht b.i Um des Fortschritts .muß anständig gesüh jüdischer oder nichlj spottet wird, was dagegen Stellung Kreisen naliona.e Voltes allein in A, s diese Forderung nach deutsche Ausgabe Standpunkt aus gest aber'in einem anstä Leben! Trotz aller parte politischen und sonstigen Gegensätze eint uns mit allen deut chfühlenden Juden und Nichljudendie Liebe zur deutschen Heimat, die Verbundenheit znil deutscher Kultur und die Zugehörigkeit zum deutschen Volke. Un e.e Aufgaben liegen in Deutschland. In diesem Sinne — und n u r in diesem — sind wir national'