Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 2 (Februar 1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 Hua dem Cageakampf, Der „Indische Friedensbund". Der in der Ueberschrift bczcichnete Bund hat vor kurzem cine Kundgebung veranstallel, di.' zu. Bemerkungen vom Standpunkte der nationaldeutschcn Juden Veran:a>sung gibt. Vorausgeschjckt sei. dah wir die Frage deij pazifistiich: n lüe sinnung für eine reine Gewi.sensiache des : Einzelnen zu der wir als Verband nicht Stellung nehmen können. Es liegt uns fern, an dieser Stelle den Pazifismus als solchen oder, richtiger gesagt, die äuherst vieltältigen und dl rchaus nicht wesensgleichen Bestrebungen, die sich hinter dem Wort „Pazifismus" verbergen, zu krili iereit. Pur Eines .ist uns wichtig, dah nämlich die p a z i f i it i s ch e G e s i n n u n > u n d hie pazifistischen Be st rebungen'durchaus -ach« d e r E in zelnen bleiben, dah aber unter k : i» en U m st ä n d e n d e r A n i ch e i n e rw eck t w i r d. Pazifismus und! Judentum ständen in notwendigem inneren Zusammenhang. , ' Sn der! erwähnten Kundgebung. bei der > die ljüdischnationalen Pcdner stark im Vordergründe stanqen. nal der B a n k d i r tz k l o r Oskar Wassermann, chclaimt als 'Werber für das Palästina llnternehmen. nach dem iBericht der I. T. A. wörtlich gesagt: „Der jüdische Friedens-' bltnd kaitn getrost behaupten, dah die Juden D c u k s ch t ti n d s bis auf den letzten Mann hinter ihm st c h e n." D' icser Bchauplung muh mit gröhler Entschiedenheit widersprochen: werden. Es igibt unterden deutschen Juden Pazifisten und Gcgncr des Pazisisiüus genau so und w«hr!chcin.ich, in den gleiche i Prozentsätzen. wie unter der Gesam.h-'il der Dscutlchcn 'übtlhaupl.! Die von Wassermann besonders hervor gchobcne Äatiackie, das; bereits die jüdischen Propheten „den Friede» als! sittliches und poli.isches Ideal verkündet haben", Hl natürlich für die Frage, ob ein einzelner Jude aigesichts der h e u i i g e n politischen -Weltlage, i. nsbe -- sondere der Dage des deutschen Valcrlojndes. den Pazi iiiinis in dieser oder jener Formfür berechtigt hält, völlig belanglos. Ein jüdischer Deuticher, der bei a.Iem Abscheu vor politischem Abenteurertum und bei «allem Schmerz über die Nnausblciblichen Greuel jedes Krieges entschlossen iik. im Falle eines Angriffs auf das deutsche Vaterland „die Flinte auf de» Buckel zu nehmen", wie es eint August Bebel aulssprach, hat wohl sicherlich in dem gleickzetz Pratze Anspruch aüt 'Achtung seiner ehrlichen Ueb-rzengung. wie etwa der jüdischtzalionale Profei so r Einstein, der, erklärt hat, er würde „unmittelbaren oder mittelbaren K.iegsdienst unbedingt verweigern.und versuchen, seine Freunde szu derselben Haltung zu veranlassen, uno zwar unabhängig von der Beurtäilung der Kricgsursachen" «siehe Pri.teiluhgsblalt Ar. 9 1929 S. ß). Die Auseinandersetzungen, die demnach zwilchen deb Tmgern der'verschiedenen Ueberzcugungcn notwendig lind, mögen an anderer Stelle ausgetragen «werden, aber in jedem Falle an einer Stelle, die nicht den '.>l.nichein erweckt, als seien Pazifismus und Judentum identisch. Schon hie SchafmNg ciics bcjcnderen j j ü d i s ch e n Flicdensbundes chutz erheblichen Bedcnlen bcgjegnen. Pian wende nicht ein.rdah es auch einen evangelischen und einen katholischen Friesetlsbund gibt. Diese letztelcn Bunde sind rein re.igiös oricn.ierti. Dem jü hi scheu Fricdcnsbund aber gehören u. a. die ZLonistische Ver-- einigung. eine rein völtisch'e Organisation, und andere jüdische Kisrperschaflen, die nach ihrer Satzung mir leligiölen Bcsircbunäen^nichls zu tun haben, an. Einso beschaffener jüdisch esc FriedeNebund iit also etwa^ ganz anderes als ein ch r i st I ich - k o n f e s s i o n elil t r Bund der gleiche» Tendenz und muh auch in der deutschen Oefsentlichseit ganz anders wirlen.' Tie jüdischen Eaziststen. die sich berufen fühlen, in die em Bunde ihre persön iche Gesinnung al^ Normalgelinnung aller dcut chen Juden hinzuit eilen, imögen >i.h üoeelegen, ob üe nicht auf die e Weise den Judenfeinden, die so gern von den „Lueroerbii düngen" des Judentums sprechen, von neuem Waf,en in die Hand geben. I ' i | Habima und hoffentlich Ende. In der Notiz „Hebräisches Theater!' «Nr.j 12 1929 des Mitteilungsblattes) mutzten wir uns wieder eimnal mit der „Hadi m a" beschäftigen. Wir sagten damals: „Erst in diesem Jahre zeigen sich schüchterne Ansätze dazu, Vas; man den Werl dieses rustisch-jüdiicheu Unternehmens für das deutsche Volk rich.tg einzuschähen beginnt." Er tragen, hier einige - bemerkenswerte Preneslimmen nach. In der „Vossischen Zeitung" sagte Arthur Eloesser: „Alle diese Stammes- und Naf entheater, >o echt sie sich ethnologisch verbürgen, leiden an literarischer Unterernähning, die Habim r nicht weniger als das Jiddi Theater. Eigenes wäckjt da nicht viel. Fremdes wird v oben her zurccht gemackt und mit der nationalen Farbe zogen ... Die Bedingungen.bleiben eng. bei schön« .r Ueberzeugung. und nac» einigen Eiperimenten. die nur „ Anfang interessant sein können, kommt es auf ein öilli Schliersee hinaus. Nicht minder ablehnend äuhert sich die „Rote F a h n Natürlich ist für sie als getreue Anhängerin der Mosta Amizionisten die Habima „ein Bastard der Oktober-Re lution". der „den sentimentalen Tränen einiger Jntellcl eller seine Entstehung verdankt". 2m übrigen wendet das Blatt gegen die Verwendung der ,Zoten hebräiiö Sprache, die ein Mittel mstionalistischer Aspirationen in Hä», der arbeiterfeindlichen Zuonisten-Faschisten" sei. Folgerickheitzt es dann weiter: .«Auch in Palästina fand d.c Habima keinen Blöden, weil der aggressi s zionistische Fasch minus einen lendenlahm u Mvitizismus nichs gebrauchen kann." Also Einheitsfront gegen die Habima vom „Nati naldeutschenIud ei" über die „Vossische Zeitun ' bis zur „Roten Fa h che." Mehr sollte man eigentlich ni u verlangen kühnen. Immerhin: es gibt einen Ort in Berli.:. bis zu dem es sich noch« nicht herumgesprochen hat, datz v.e Habima kein empfehlenswertes Unternehmen ist. Dic.r Ört ist das Verwaltungsgebäude der Berliner Jüdischen Gemeinde. Hier verunstaltete der Vorstand dieser Körp rschatt — sclbstrerständ.ick auf Gemeindekost-n. denn wo ür Hod sonst die Steuergelder der jüdischen Deutschen da? — einen scstlichen Empfang für die Mitg.irder der Habima, bei dem cs gut alljüdisch zuging, so datz es sogar den liberalen Repräsentanten, die sonst gar nicht so sind, zuviel wurde. Eindrollige Einzelheit sei besonders registriert: Als „Tafelaufsatz" war auch F r i tz i M a s s a r y geladen, die als Künstlerin ' “ " "" ' gleicher Weise entzückt, gerade vom Berliner Gemeinde hrrrschcn- Iuden und Ehristen in -tandpunkte der in der kleinen -Fehler Judentum a u sg et den Jühilchnationalen und Orlhodoren aber doch wohl haben mühte, nämlich den, dah sie aus einen dem reten ist. Alfi ed Kerr und wir. Jni „Berliner Tageblat t"ifinden sich aus der Feder des!vo^ uns oft und mit Recht angegriffenen Herrn Alfred K e r r ifolgende Aussprache über eia in der Volksbühne zu- Bcrlin jaufgeiührtes, von Juden veriahtes Stück. „Apollo, Brunnen st rahe". ,,Der schlechte Kerl des Stückes, Spiritus Dector alles Ueblin. ist ein Jude Landsberger. Die Verfasserjuden macht» ihn zum Bedr lcker all der ullig-braven Mieterschaft. Ein schauerlicher ,jug. Es wird wahrhaf ig nicht verlangt, dah in Stücken der Jude die edlen Roller: spirlt. Nein: nein. Aber in einem Stück fürs „Volk" «wo der antisemitelnde Drang eh' schon unterirdisch-ahnungslos quillt) einen Ber i:io« Hebräer zum ausbcutinden Popanz, zum Brutalspekulantcn, zum geilen, feigen Kinopascha, zum Versippten eines Lubcwigs zu machen . . . Wer ist hier der brutale Spekulant? Ein chaldäischer Verfasser, würdelos-widerlich? Pfui Deubel!" Der Stil des Herr» Alfred Kerr ist ein Ding an Uch. Mir wollen heute über <>re»de haben, in der e i n i g z u s c i n. I» der „A u h e n p! i s ch e n Zeitung" diesen Punkt Sache mit nicht reden, da wir l:e ihm ganz und gar Die Vossische Zeitung über Palästina. o l i t i s ch e n Umschau" der „V ''» _ . „ finden sich, geschrieben von H c » s Zehrer, folgende btmerkenswerte Satze: „In Palästina schlicht eine Untersuchungskommiision ckre Ergebnisse über die letzten grohen Unruhen ab, ohne as eigentliche Ergebnis bei Namen zu nennen. Denn as würde lauten: es wird genau so weitergehc' ur P a l ä st i n a, wie bisher. Es ist ein Irrsinn, einem erwachenden eingeborenen Nationalismus einen künstlichen anderen 4iai:onalismus entgegenzusehen." Wir schlagen vor, dah Herr Hans Zehrer sich >»' mal . mit seinem Chefredakteur Herm Professor Ei c r g Bernhard unterhält. Vielleicht läht sich Herr Bc nh a r d davon überzeugen, dah es bedenklich ist. für einen solchen „Jrrsiim" weitere Vienschen- und (Seldopfer zu verla - S,v>lflt--luug uno oerauiioo, llich: Jli juii ÖS u 111, -LZilmerSvörf; «vertag «veibauv uottonaldruticver Juden E. B . Beilin W o.> -- Dr-rck von 8tod. Rohde <8. m. v H.,- Herlm W. 35. — Füij.HerauSqabe und Schrlfileitung m Oesterreich vecamwonlich: Verband - deuticher Juden Eien II, Prarerstrahe 84, Zimmer 22.