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Der nationaldeutsche Jude · 1930-02-01 · Nr. 2 (Februar 1930) · p. Seite 3

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 2 (Februar 1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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T T 8 Nun werden Sie mich fragen: warum erinnern Sie uns an alle diese Dinge, die wir genau wissen? Können wir jüdischen Frontsoldaten etwas daran ändern? Können wir „niern Stammesgenossen verwehren, hervorragende Schrift- MtcrJ Theaterdirektoren. Zeitungsgründer. Staatsrechtsichrer, tüchtige Kaufleute und Bankiers zu sein? Nein, das können und sollen Sie nicht. Aber was Sie können und müssen, das ist dies: den Antisemitismus verstehen lernen. Sie müssen begreifen, dah er eine ehr ernst zu nehmende Abwehrbewegung der deutschen Volksseele gegen eine Ueberspannung der durch die Emanzipation entfesselten jüdischen Erpansionskraft darstellt. Dah das Hakenkreuz doch mehr bedeutet als, ein Sammelzeichen für ..nationalitätswahnbesessene Finsterlinge" und „radaulustige^ demagogisch verhetzte Neidbolde". Dah es das Symbol ist für eine gefahrdrohende Aufstörung der deutschen Menschbeit. einen grimmigen Entschluh zur Behauptung nationaler Güter, die sie sich nicht zerstören lassen will. Sie werden sich darüber klar sein müssen, dah es unmöglich ohne verschulden auf jüdischer Seite dahin hat kommen können, dah sich im deutscheir Volk und mit Abstufungen in, allen Völkern der weihen Rasse die Auffassung bilden konnte, als gäbe es eine jüdücbe Nation, die sich durch unzerrcihbare Bande des Blutes und Lebensgekühls verkettet fühle, eut'chlosscn. alle ihre durch die Emanzipation entfetteten Energie» an die Erringung der Weltherr- . dinft zu setzen. Was aber, werden Sie fragen, können wir tun. um dieses Mihveritändnis zu beseitigen, die Mitichuldigen auf jüdischer Seite zum Verstummen zu bringen und abznichütteln? Genau das. was Sie Heute- Inn ni't Ihrer heutigen Taanng. Ihrem rückhaltlosen, ouf-ichlizcn Be'cnntni; zum Deutschtum. Sie können nach mehr tun. Verbitten Sie sich von Ihren Ttammc-;qenos'en die nn'erminierende und aushöh'cnde Tätigkeit, | in der sich manche von ihnen gefallen. Rücken Sie deutlich und öffent'ich ab von jenen Vertretern des Judentums, welche für die Virtät. die Ihre deut'chblütigew. Mitbürger der grohen Vergangenheit unseres Volkes. unfern Heroen und der heroischen Welt-i anlchaunng entgcgenbringcn, kein Verständnis, sondern nur Hohn und Snott bereithalten. Er-!! klären Sie ihnen, dah Sie. so lebhaft. Sie vielleicht ihre aufbauenden Ziele bejahen, so entschieden die Methoden und Mittel ihrer Zersctzungsarbeit ahlehncn. Helfen Sie jenxn Typus, welcher in unser Wirtschaftsleben Grundsätze cinichinuggelt, die den ehrenhaften GM in Handel und Gewerbe zerrütten, mit Stumpf und Stieil ausrotten. Kurz: bekennen Tie Ihr Deutschtum nicht nur. sondern betätigen Sie es auch. Gleichen Sie sich Ihrer deutschblütigen Umwelt, dem Volke, zu dem Sie sich rechnen, nicht nur äuherlich in Sprache und Sitte an. sondern werden Sie auch innerlich zu Deutschen. Diese Forderung bedeutet keineswegs die Zumutung des Verzichts auf Ihre jüdische Eigenart, auf die religiösen und kulturellen Werte, die Sie und die Welt mit Ihnen dem Judentum verdanken. Aber Sie haben gewählt. Sie haben irch mit Wort und Gesinnung, mit Einsatz Ihres Blutes und Lebens zu Ihrem Deutschtum bekannt — tun Sie es nun auch weiterhin, auch im Frieden mit der Tat jedes Tages. Ueberwinden Sie die tiefe, tragische Verbitterung, die durch Ihr ganzes Leben und nicht zuletzt durch die Trübungen Ihres, Fronterlebnisses in Ihnen ständig wach gehalten und angestachelt worden ist. Begreifen Sie, dah Sie auch in dieser Beziehung Opfer, aber auch Mitschöpfer unserer Zeit des Ueberganges, der wehenxeichen Neugeburt kommender Dinge sind. Betätigen Sie diese überlegene Gesinnung, diese Eröhe des Verstehens, indem Sie sich ohne Vorbehalt einfügen in die deutsche Kultur, die deutsche Geschichte, den deutschen Kampf, das deutsche Schicksal! Dann, aber auch nur dann wird es Ihnen und auch Ihren Stümmesgenosseni in der ganzen Welt gelingen, den Antisemitismus zu über-! winden. Er wird erlöschen, weil keine Abwehr, keine Verteidigung mehr notwendig ist. Sie haben, Kameraden, über dieser festlichen Stunde das ernste Losungswort aufge«chtet: Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz! > Wenn dieses Wort mehr sein soll als eine dekorative Phrase, dann muh es Taten zeugen, deren Aktionsradius weit über die Bestrebungen Ihres Bundes hinausreicht. Dann muh aus Ihrem Kreis ein G c i!i des Veritcheys und Vcrzeihens. ein Entschluh zu Entgegenkommen und freudigem Opfer erwachien. der allein aus der W i r r n i 5 tu n i c r cr Zeit und unserer deutschen Gegenwart. zumal uns erlösen k a u n. Der die Gerechtigkeit, Vas nicht minder'freudige Entgegen kommen auf der andern Seite weckt und mit der Sclbitverständ lich'eit eines Naturereignis'«:». mit der Kraft eines tausendfältig sprof senden Bölkerfrühlings erzwingt. Ich will diesen Mahnruf aus klinge« lassen in das Wort des Grohech Kurfürsten, das sich auch an Ihre Herzen wendet: Gedenke, dah du -c i n Deuts ch e r b i st Dr. {Halter Bloem hielt den hier abgedruckten Bortrag „Deutsche Zwietracht und Judentum". Niemand erwartet, niemand verlangt von Ihnen, dah Sie Ihi Judentum vergcsien. Aber cs muh eingehen in Ihr 'Deutschtum. Sie müssen eingehen ins Deutschtum, ohne heimlichen Vorbe halt, ohne ein innerliches Hohnlächeln über den schen Träumer, der vom deutschen Träumer, der vom I u dentu meine Ge sinnungfordertundalsmöglicherwartet, die bei Ihnen, liebe Kriegskameraden. eino^Sclbstverständlichkeit irt. d i e aber andere und beträchtliche Kreise des Judentums etwa gar nicht mehr nötig haben, über die sie längst hinan^gechachfen zu sein sich cinbilbJn möchten. Dib Feinde des Judentums haben meine Ablehnung des Antisemitismus vielfach als Naivität und Weltfremdheit belächelt und verspottet. Beweisen Sie, dah ich recht hatte, wenn ich an Ihren guten Willen, an die Echtheit, Ihres Bekenntnisses zum Deutschtum geglaubt habe. Erneuern Sie mit mir in dieser Stunde den Fahneneid, den Sie finit dem Obersten Kriegsherrn als der Verkörperung und dem Gleichnis unseres Vaterlandes geschwore^i haben — erneuern Sie ihn dem Vaterlande sclbn, unserm grohen. geliebten, ewigen, gemeinsamen deutschen Vaterland! Vevbanäsnacbrickten. 1. Berlin. Am Mittwoch, den 5. Februar d. 2., ibcnds 8,/2 Uhr. spricht im Rahmen eines von uns vernistalteten Vortragsabends im Logenhaus, Ioachimsthaler Strahe 13, Herr vr. Paul Fechter. Redakteur der deutschen Allgeyreinen Zeitung, über das Thema .Kunst betrieb und Juden frage." Wir bitten unsere Mitglieder um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. GästeJTinb willkommen, soweit sie besonders cingeladcn oder durch, Mitglieder persönlich eingeführt sind. 2. Ingendabend. >Cin Iugcndabend hat am 4. d. Mts. stattgefunden. Die sondere Einladungen wir an Fräulein höchste Veranstaltung ickanntgegeben. Alle Marqo Wolfs wird durch be- Anfragen bitten H o l st e i n i s ch e Strahe 31 tUhland 4109> oder än die Geschäftsstelle zu richten. Der Vorstand.

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