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Der nationaldeutsche Jude · 1930-02-01 · Nr. 2 (Februar 1930) · p. Seite 2

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 2 (Februar 1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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0 der gleichen Sehnsucht nach Verständigung unter den Volksgenossen nun auch den jüdischen Liameradcn und Mitbürgern mit der gleichen rücksichtslosen Offenheit zu sagen, was wir Nichtjuden gegen die deutschen Juden aut! dem Herzen haben. Sie wissen alle, dah die Wucht oes Antisemitismus heute in Deutschland und nahezu innerhalb der ganzen weihen Naue immer stärker anschwillt. Diese Erscheinung muh ihre zureichenden Gründe haben. Ich kann zhr natürlich heute nicht bis in ihre letzten Tiefen nachgehen. Aber ich will wenigstens einige Grundlinien aufwciien. j . Gewitz üt es eine Vergewaltigung der Tatsachen, wenn man behauptet, „das Judentum" sei heute noch, gucr durch die. Volker und über ihnen, im Vollsinmi eine Nation. dic>cm Begriffe fehlt ihm neben dem Mexkmal eines eigenen Landes - -'das ich nicht für ausschlaggebend halte — der einheitliche nationale SUille, die technische l - Möglichkeit seiner Bildung. Betätigung und Senkung. . ülso die nationale Organisation. - ' Es fehlt ferner d'>» gemeinsame jiulznr. Tie Neste dergemeinsamen Neligion und des altehrwi rdigen Kultus, die vielfach nur noch in kümmerlichen 'Andenlungen erhalten und beobachtet werden, können kaum mehr.al^ ein Band lebendig fortwirlcnder Gemeinsamkeit aufgefahl j werden. Ueberall haben die Juden die Ztullur der Völker! denen sie sich angeschlossen. haben, nicht nur angenommen, iie sind vielfach, und gan> besonders in Deutickland, wertvolle Riitarbeiler an ' dielen nationalen Bulluren geworden- Nach einer von mir. selber aufgestelkten Begriffsbestimmung in eine 'Ration nur da oorhandwi. wo ein gemein iames nationales Ideal wirksam ist.! Hat da^ Judentum oin solches Ideal? .- Seine Heinde vehaupten es^ die Beh> rrschnng der weihen Nienichbeit durch das Judentum. .. . Tie Ueberzeugung. das; rin solches Weltmächtstreben im Judentum lebe, beginnt in allen Völker i der weihen Rasse unzweifelhaft zu eettarken. Sie üt der t efinnere Grund des überall feilzustellenden Anschvcllens des lAntijemilismu^. Was 'i>t an dieser .nachgerade uniperialen Auffassung Wahres? I Viele geistig rührende Löpfe rlier j Nationen sind mit Bewusstsein und Stolz die Träger undj Führer einer libernationalen Bewegung, welche den eilretnen tliglionalismus des 19. Jahrhunderts durch Uederbrückung und Versöhnung der nationalen Gegensätze überwinden chill zugunsten einer Organisation zunächst Europas und. DMEndziel, der ganzen Erde, der Menschheit. So (che in hohc>^m.nd idealen Streben gehört,, auch nach meiner persönlichen, in einer vierzigjährigen Denkarbeit erwachsenen Ueberzeugung, i ie -Zukunft unseres Geschlechtes Tag die geütigen Führer des Judentums hier in den vordersten Reihen tämpt'en, üt erklärlich. Ihnen ül der 'Rationalismus der abilingendcn Rüllufepoche überall ablehnend und feindlich cnlgegengelreten.l Aber bei diesem tlanu'ie vergeüen sie gar zu leicht, dah jedes Volk nationale Werte geschaffen hat. die es-nicht aufge^en Darf! ohne sein innerstes Weien zu verwässern, zu süüchcn, zu verleugnen. And selbst soweit es sich um den Rampf gegen nationale Besonderheiten handelt, welche dem Hochziel des kommenden Zusammenschlusses der Völker geopfert werden müssen und dürfen, vetgreifen He sich vielfach im Tenstpo. in den Mitteln, in den' Methoden.! Im Tempo: sie nehmen Entwicklungen vorweg, die nicht Jahre, sondern mindestens Jahrzehnte brauchen. Tie sind bestrebt, Zustände, Einrichtungen, Anschauungen .zu unter wühlen und zu zertrümmern, die Kreisen und' werloollots Schichten ^ller Nationen heute noch heilin sind. H»j^g^»mit aus Rückständigkeit und Schwerfälligteis, sondern. aus tief begründeter bluts- und ichickjalsmähiger. Verbundenheit. Die judüchen Vorkämpfer vergreifen!sich vielfach auch in den Mitteln. Gar mancher unter ihnen kämpft gegen diese nationalen Werte, die noch längst nicht ^entheiligt sind, und von denen! manche zum ewig unvergänglichen Bestände des deutschen Gefühlslebens gehötcn, mit dem ätzenden .Spott der gcütgtprägten, aber auch von Hah und Rachegefühl durchträniten Satire. In den Methoden: die jüdische Geistigkeit hat in einer Form, in! einem Ausmatz, mit einer Ziücksichtslosigleit die Führung ergriffen, die einen verletzenden Mangel an Feingefühl gegenüber dem Hausrechtsbewuhtsein des deutschen Volles bekundet. Ich will hier nui^ an die Tatsache erinnern. dah fast ohne jede Ausnahme die Leitung der reichshauptstädtischen, also in Deutschland immer ausschliehlie-r führenden Theater in jüdischen Händen ist. Nun besteht kanntlich daL Repertoire der Berliner Theater zu zwei Drill g und darüber aus ausländischen Werken. Begreiflich, d.-> die nichtjüdische deutsche Oeffentlichkeit zwischen diesen beis u Tatsachen einen Zusammenhang herstellt und die jüdü. Abstammung der Berliner Theaterleiter für die unerträgl:. Ueberfremdung ihres Spielplans ebenso verantwortlich mo wie für seine einseitige Einstellung auf Werke destruktiv die überlieferten, geheiligten Werte des Deutschtums . greifenden und zerstörenden Charakters. Ich könnte diesen kurzen Hinweis noch bedeutend weitern. Sie alle wissen, in wie starkem Mähe die jüdü Geistigkeit in alle Führerstcllungen unseres öffentlichen Lebe eingerückt ist. Eewih zu-einem grohen Teil infolge des hob Ranges ihrir Leistung. Aber unverkennbar doch auch du., ein Snitem gegenseitiger Förderung und dadurch bedingte gemeinsamer Zursickdrängung der nichtjüdischen Geistigkeit, t sich aus dem jahrhunderielangen Aufeinqnderangewiefensel des Iudenlüms inmitten einer feindlichen' Völkerwelt z. Genüge erklärt, in ihrer heutigen Auswirkung aber sich nac! gerade zu einer Bedrohung des nationalen Geistes niä> nur des deutschen, sondern alle^r abendländischen Völker cn: wickelt hat. die über kurz oderlang eine furchtbare Gegen wehr der nichljüdischen Menschheit hcrausfordcrn muh. 'Weniger offensichtlich, aber doch ebenso unverkennbar iauch dies: dah in dem allgemeinen Zusammenbruch de. deutschen Wohlstandes das jüdische Element vielfach, n? wiil mich einmal schonend ausdrücken, noch am besten davon gekommen jst. Ich bin kein Wirtsck>aftsfachma»n und dari mich in dieses Gebiet nicht zu weit verlieren — das aber mui; ich aussprechen, dah in weitesten Rrcisen des deutschen Volkes die Ueberzeugung verbreitet ist, die eigentlichen und einzigen ölriegsgewinnler, in Deutschland wenigstens, seien „die Juden" — wobei ich auch hier mir bewuht bin, wieviel Ungerechtigkeit in der Verallgemeinerung als solcher liegt. Das; aber eine solche Volksstimmung nicht bloh auf demagogische Hetze zurückZuführ'en ist, bedarf keiner Hervorhebung. Ich brarche auf gewisse Ereignisse der allerjüngsten Zeit nur eben linzuwcisen: auf Erscheinungen, die zur Vcrall gemeinerung geradezu herausfhrdern und den Schluh nahe legen, dah am allgemeinen Ssnken der öffentlichen Moral, wenn nicht üas Judentum in seiner Gesamtheit, so doch zum mindesten e> schreckend viele einzelne Vertreter des Judentums als Träger und Mittelpunkts: grauenvoller . öiorruptions cricheinungei eine schwere Mitschuld, ja vielleicht die Haupt schuld trage i. Werfen wir endlich einen Blick auf die Politik! Das deutsche Volk hat erst seit elf Jahren den Umsturz hinter sich — den Zusammenbruch der Monarchie n»d den Ueber gang zur republikanischen Staatsform. Breite Llreise unseres Volkes betrachten diese Entwicklung, trotz ihrer trüben Begleit umstände, als Fortschritt, als erwünschte und notwendige Angleichung Deutschlands an die politisch fortgeschrittensten Völker. Aber niemand sollte doch vekkennen, dah sie für grohe und wertvolle Gruppen deutscher Menschen eine Lata strophe ihres ganzen Lcbensgefühls bedeutet — einen Bruch den Millionen tapferer und treuer Herzen niemals verwinde» können. Dieser schmerzvolle Ucbergang ist den am Alten hangenden Deutschen noch erheblich erschwert worden durw die »Beobachtung, dah diese ganze Entwicklung von jüdischen Theoretikern geistig fundamentiert. vielfach von jüdische» Führerpersönlichkeitcn geleitet und von der grohen Mehrheit der jüdischen Volksgenossen mit Begeisterung begrübt worden Es ist menschlich verständlich, wenn sich in diesen grohen. Gruppen die Ueberzeugung; festwurzelte, die deutsch Revolution sei „jüdische Mache"! Um, nur einen einzigen Punkt herauszuheben: es üt ein in feiner Auswirkung tief bedauerlicher Umstand, dah di-, erste republikanische Regierung das grundlegende Werk de' Schaffung des Entwurfs einer nruen Reichsverfassung gerade einem iIuden übertragen hat. Das hieb denn, doch ber Feinden des Reformwerks eine zwar plumpe, aber höä wirksame Waffe in die Hände drücken. War denn diele Mann damals der einzig vollwertige Sachkenner, dem fein- Weltanschauung gestattete, sich der neuen Ordnung für itustaatsrechtliche Untermauerung zur Verfügung zu stellen. Ich weih sdas nicht. Dah seine Erwählung, ganz unabhängl von dems Wert seiner Leistung, eine grobe taktische U>. geschickl-ich^cit, ein nationales Unglück und eine schwere Be lastungsprobe für das neue System bedeutete, wird kein redlich Denkender bestreiten können.

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