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Der nationaldeutsche Jude · 1930-01-01 · Nr. 1 (Januar 1930) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1930
Issue
Nr. 1 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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■”T I* Jakob CQaffermann zwifeben Deutfebtum und Judentum, v-n Aeuheren Anlah dieser ernsthaften Betrachtung,' welche diel Person eines begnadeten Dichters zum kritischen Objekt nehmen muh. bilden die vielseitigen Aigriffe, die heute von zionistischer Seite gegen Wassermann gerichtet werden, und damit verknüpft Erklärungen, die;r selbst in der Presse 'veröffentlichte. Hintergrund des jülischnationalen Kess^ltrcibens. der hählichen und verabschei enswürbigen Polennl gegen den Dichter ist die Tatsache, das; Wassermann in eitKsm zur Berlesung in einer Versammlung bestimmten Schreiben an einen jüdisch-liberalen Journalisten gegen die praktische Verwirklichung der zionistischen Idee Stellung genommen hat. Aber schon der Beginn dieses Briefes „M eilte Situation gegenüb er-dem Judentum hat niemalsan Zweideutigkeit gelitten" muh Ausgangspunkt der kritischen Würdigung sein. Niemand wird hie hohe Wahrheitsliebe und den. Mut verkennen, mit der Wassermann den Zwiespalt feiges Ich einer Klarheit zu Zufuhren sucht. Doch dies alles kamt nicht über das seltsame Tapgen in Leere hinwegtäuschen, über dies Schwanken des Dichters zwischen dem gewollten und erwünschten Deutschtum und einem dennoch gefühlsmähig stärkeren, im tiefsten Grunde als Volfstum empfundenen Judentum. Diese schmerzliche Ungewihhieit ist ebenso sehr die Grundstimmung seines vor Jahren veröffentlichten Belenntnisbuches „M es» Weg als Deutscher und I u d e", wie sie sich noch heute in den scheinbar so festgefügten Sätzen des oben erwähnten Briefes offenbart: „Die wachsende Politisiening unserer Zeit hat ihr zerstörendes Gift auch in das Judentum getragen, und jene messianischrcligiöse Idee lgemeint ist dey Zionismus. Die Schrift!.» sollte plötzlich Wirklichkeit werdet^. ... Ich fand und finde es noch, das; das Judentum in seiner Dibspora legitimiert uud durch seelisches Märtyrertum beinahe geheiligt durch zwei Jahrtausende der letzte Hort der Humanität ist, ihr letzter Schutzwall vor dem Anmarsch der neuen grauenhaften Barbarei - des Nationalismus. Vor einigen Tagen las ich, das; ein jüdischer Sportverein sich geweigert habe. Mitglieder aufzunehmen, die sich nicht zunl Zionismus bekannten. Da haben Sie das ganzeElend. die ganzeArmseligteit, die ganze Verhetzung...." Ein ganzes Elend! Aber ist es nicht auch ein „ganzes Elend", wenn dieser gleiche Dichter auf eine Anfrage bezüglich seiner Stellung zur Ostjudenfrage, die doch einen Kernpunkt des Zionismus darstellt, einen Rückzug antritt, her nur unrühmlich genannt werden kann? Weil in der jüdisch nationalen „dienen Welt" Wassermann geschmäht wird, das; er früher einmal „einen Trennungsstrich zwischen den braven, deutschen, liberalen Israeliten und der Horde raubgieriger, vertierter, verwahrloster, wurzelloser Oltjuden gezogen habe", darum zeigt er heute Scheu vor seiner eigenen ehemaligen Erkenntnis und formuliert seine Haltung gegenüber den Ostiuden derart um: „Ihre Bemerkung! wegen der ^stjuden trifft in keiner Weise meine wirkliche Haltung und Stellung. Vor Jahr und Tag lieh ich mick> einmal zu einer » n g edu l d i g en A dw e h r g e st e h in re i h e n, d i e. v v n einigen jüdisch-nationalistischen Hetzblättesn aufgegriffen. Veranlassung und Verleumdung gab. W wissen als ich, wieviel lbeist, lyrerkraft gerade in diesem :tcdt" . ’! Es geht hier nicht etwa darum, den Dichter Wassermann einer mutlosen Gesinnung zu beschuldigen, denn er ist ja einer von denen, die nicht ruhen, sich zu analysieken, sich auf jüdische und deutsche Bestandteile zu prüfen. Wir kritisieren Jakob Wassermann nur deshalb, weil er ein Beispiel ist. Bald sind es die deutschen Elemente seines Wssens, die er ilärker fühlt, aber bald will auch der jüdische Anteil wieder das Seine, und wenn dann einer daherkommt und ihn als einen Wüterich^hinstellt, der die armen halbasiatischen Juden nicht als seine/,Brüder" anerkennen will, so erscheint er sich selbst unduldsam und öffnet^ seine Arme den „Märtyrern", denen er um Gottes wilkrr^ kein Leid tun wollte. Natürlich ist das keine erquickliche Situation, weder für ihn. den Suchende», den Kämpfer um eigene Haltung, nich für die grobe Ntasse seiner Mitläufer und Nachfolger, die sich in der „Zwischenschicht" formieren. Mar Naumqnn hat in seiner Schrift „Vom mosaischen und nichtmof»- i s ch e n Juden" dargelegt, dah wir nationaldeutschen Iut «n nicht nur den widerlichen und unsympathischen Gesellen, ten Ghcttomann. den aufgedunsenen Snob, den Parvenü, ten Mauschler, den abstohend Fremden als „Zwiichenschichtll r" aniprechen, sondern dah sich ein „zwischenschichtliiches" Emp linden durchaus bei einem Aestheten, einem Vergeistigtyr, einem im Wollen und in der Gesinnung Untadeligen finken kann. „Es gibt Z w i sch e n sch ich,t l e r von Io u t erst« jiu Wesen, von feiniter geistiger Kultur, voü eh furchterweckender Innerlichkeit". Ein" dir ler Fülle i>1 der Dichter Wassermann, dessen Leidenj der Konfikt zwischen seinem jüdischen Fühlen und seinem deutschen Dendn ist. Und dieser Dichter hat andererseits inseinen Werken so i tel Beispiele vollendeter Einfühlung in deutsche Art gegeben, lat unserer Nation so wertvolle nationaldeutsche Dokumente ipie „Kaspar Hauser" und das „Gänsemännchen" geschenkt, loh es eine böse und törichte Schmähung wäre, wollte man ihm schlechthin seine Zugehörigkeit zum Deutschtum ablprechen. Gcwih, Wassesikiann ist Deutscher u n d Iudp, er hat o >r bildlich für unsere! Heimat kraft seiner künstlerischen Scndr ng gewirkt, aber dies Deutschtum Erfüllt ihn nicht vollen »s, irgendwo bleibt in seiner Seele ein Eckchen, darin er and -re Götzen ausgestellt!hat. Und das eben ist »er Unter schied z w i s ch e> n den N a t i o n a l d e u t s ch e n. die i n st i n k t in ä h i g „den deutschcN.unqnur dp» deutschen Weg" geben, und den Zwis! c d e s m a l v o n neuem a Kein Zwischenschichtler kanjn e - äls t en las l c r » . d i e „s i ch weg finden". Kein Zwischenschichtler kan!n sich iem wahrhaft entscheid:p. sein Leben wird immer Zwischen Polen Judentum und Deutschtum schwanke». > Und Tragische ist, dah sehr oft besonders wertvolle, keistig und sittlich hochstehende Menschen diesen Konflikt als gfheime Kett last durch ihr Ledey schleppen. — n Wassermanns Bekenntni^buch „M e scher und Jude" finden die Juden tun? . . . Opfer Am Ende ve Weg als Deut „Was sollen aber reichend. Werbung Kälte, wenn nicht lung? Ein Leben srcudc, zu schleppe und deren i?.ihcrl auf Hohn, in N nur für che Verbrämungen fahlich für die Ettcuchtesen oder Söelenhafteii, wählen haben zivil losem Kampf? chcn grenzenloser Einsamkeit Es ist besser, nicht daratz u a l I e r l e i-L ä r in :r sollte besser Tiefe und M ä r - Teil des Volkes Diesem ehrlick e> unlösbaren Konflzk parvcnühaften halb doppelt bcdai ich die Schluhwor i schrift gegenüberstelsl bei allem B e w a r l. bei alle a n s ch a u u » g i m ä h i g und o den ein u n b ci Den Weg, a u Verkennung v halten kann. Wassermann Literatur unserer Mensch, gegen de kein Ehrlicher ctw von den Juden, wen» es gilt, den Deutschtum Weg ist heute wie tum und Judentunil der h c n s ch i ch t; m Scheid sich die Sä sind nicht wird mihdeutct. Aermittliing stöht Was bleibt? jene, die es auf Sclbitoernih Beklymmeicheit und ll pure Eristcnz abgesehen haben, iin die nur zu und aussichis zu denkeis n Bekenntnis eines im Einzelmenht -n tcs, diesem typischen Fa!l eines qpn encrscheinungcn völlig freen und d ernswürdigen Zwischenschicht lertmns möchte e der schon oben erwähnt« n ProgranUii en:.N a t i o n a l d e u t sch i st, w ii h t s e i n st am'in e s in ä s; g e r E i g e Pflege seiner e i g , n e n W c I] den tsche n Fragen instinklt- > n e Schwanken den W e g ' g e h rdares Gefühl ihm vox schrei dem ihn kein Spott und kci o n hüben oder drüben her au Den Weg des Deutschtums." st ein Dichter, der aus der deutschen Zeit üicht fortzudenken ist. Und er ist iin reines Wollen und edle Pcrsönlichk kit einwendcn kann) Aber er ist nicht ei» er yie man als Eideshelfer heranziehen sollkc, jüdischnationalen Geschrei gegenüber dis deutschen Juden zu betonen. Denn hin vor Jahren der Weg zwischen Deuts h- «nn lie: •u ouf n t t. t. c f-

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