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Der nationaldeutsche Jude · 1929-12-01 · Nr. 12 (Dezember 1929) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 12 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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ßücberlcbau. Wilhelm von Scholz: Der Weg nach Jlok. (Horen- Verlag, Berlin 1929.) . Wenn man sich durch.einen Wust zionistischer, pazifistischer, icrikanistischer und ähnlicher „Werte" hindurchgearbeitet hat. es eine wahre Erquickung, ein Buch zur Hand zu nehmen, -s nicht dem geringsten „Ismus" dienstbar und dabei im litcii Sinne deutsch empfunden ist. Wilhelm von d, dl} liebt es. aus dem grellen Licht des Alltag; in die dmmcnmg des „Zwischenreiches" zu flüchten, in jene; Grenzend zwischen nüchternem Geichchen und ewigem Sinn, an Heil Pforte Erdgebundcnes zurückdleibt und scheinbar Be ngloscs zur Bedeutung cingeht. Im mittelalterlichen Breslau ginnt der Läuterungswcg des Inquisitors Johannes von »ristrano. des asketischen Mönches und glühenden Fanale rs. der das Reich Gottes auf Erdqr schaffen will, indem Zieher und Juden verbrennt und zuyl Glaubenskrieg gegen die Türken aufruft. Ein erschütterndes Erlebnis, der frciillige Flammentod des von ihm zuni Krüppel gemarterten . „den Ephraim, wirft ihn aus der Bann. In wirren Fieber l..ü»»cn dämmert ihm die Erkenntnis seines Irrtums, Noch cmmal gesundet sein Körper, noch einmal beschreitet er den Vl’cii der Gewalt, aber mit jedem Schritte entfernt sich sein inneres Wissen von seinem leiblichen | Tun. Und als der junge Türke, der für feine Form des Glaubenseifers geilorbcn ist. tot zu Fützen des einst so streitbaren Mönches liegt, in dessen eigener Weg des Eifers zu Etrde. Im Kloster Jlok fallen die letzten Schlacken von seiner Seele und sein Blick »eilet sich für die vielen Wege, die zu Gott führen. Zwischen Leg Schatten des Juden Ephraim, des jungen Türken und des von ihm selbst einst verbrannten Ketzers Johann Hus gehr iein llnsterbliches in die Ewigkeit ein. Das Werk des Dichters Wilhelm von Scholz will iiid;t abschnittweise zwischen Büro und politischer Versanim lung durchblättert werden. Sein Sinn erschlietzt sich nur dem, der es in stillen Stunden voll innerer Sammlung ge »jetzt. Aber, wer solches „Zeitopfer" nicht scheut, wird mehr ge Irinnen, als durch ein Dutzend „zeitgemätzer" Bücher. M. N. Joseph Bickermann: Don Quijote und Faust — Tie Helden und die Werke. (Arthur Eollignon, Berlin 1(»29.) Bickerinann' s Buch verdiente ausführlicher bc .iprochen zu werden, als es in diesen Blättern möglich ist, die ja nicht literar wissenschaftliche» Forschungen und Feststellungen. sondern ausschließlich nationaldeutschen Strebungen dienen sollen. Rur so viel sei hier gesagt: es handelt jid> l ei diesem Werk eines russisch jüdischen Gelehrten um i ein weisen". Der Sah Freuds „Religion iit Illusion" wird in Parallele gesetzt zu »ein sowjetistischen Glaubenssatz „Religion llt ' rttt 'Mtfi nttflon Aiie K/mt CAmMlv<ii(iUHKe ises und gut gclungcncs Buch, das^ zwei bedeutende Ecklieilcr der Weltliteratur — den „Doy Quijote" des E^r- .antes und Goethes „Faust" -4in reizvolle geistige '-ezichungcn zueinander setzt, welche blc' intimen Renner dieser Werke zu wertvollem Nachdenken und vertieftem Eindringen m die zugrunde liegenden Ideen der Dichtungen veranlassen Immen. — Diejenigen unserer Leser, die sowohl den „Don Snijotc" wie den „Faust" gründlich studiert und mit Liebe ersaht haben, werden deshalb den Bickermannschen Forchnngswegen und Ergebnissen mit Nutzen und Geyntz olgen. M. F. H. E. von Kalinowski: Judas JschariVt. (Verlag ürunow & Co.. Leipzig 1929.) . i Einer der unzähligen Versuche, die rätselhafte Gestalt!des '»das zu deuten und seinen Verrat über die dreitzig Silberinge hinaus zu erklären. Hier ist Judas der glühende Patriot, er Jesus dazu fortrcitzen will, sich als König der Juden n die Spitze der nationalen Freiheitsbewegung^ zu stellen, nd der zusammenbricht, als „des Menschen Sohn" auch n den Händen der Häscher sich yicht zum Schwerte bcennt. — Die Darstellung ist bewegt, aber ohne Tiefe, und gerade die Hauptgestalt gewinnt kein Leben. Das Zeit- ' o.Iorit bleibt schattenhaft: die Deutung des Wortes „Jschariot" als „Verräter" ist sprachlich nicht begründet. Z. K. S. R. Minzloff: In geheimem.Auftrag. (Verlag v. A. Brockhaus, Leipzig 1929.) . Beschreibung einer kurz vor dem Weltkrieg im Aufträge >cr zaristischen Regierung unternommenen Reise nach Uranchai, dem rätselreichen Lande der Sojoten im Quellgebiet des Jenissei. Die Darstellung ist fesselnd und wird durch zahlreiche gute Abbildungen unterstützt. M. I. I)r. W. Schmidt: Der Oedip'us-Kompler der Frcudschen Psychoanalyse und die Ehegestaz - > n n g des Bolschewismus. (Sonderabdruck afis Nationalwirtschaft". Berlin 1929.) _ , I ‘ Der Verfasser ist katholischer Geistlicher „und Profestbr an der Universität Wien. Seine Broschüre ist die Wieder^ gäbe eines in der „Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft gehaltenen Vortrages. Sie bekämpft auf streng. Wissenschaft- > iicher Grundlage den Versuch Freuds. Den Oedlpus-Kompkei „als eine der wichtigsten Grundlagen i«r ganzen gesellschaftlichen. sittlichen und religiösen Kultur der Menschheit zu trist Opium": .an Beikrielen aus dem Eherecht SowjetNitzlands wird aufzuzeigen oer ucht, datz die Freudsche Theorie in letzter Konsequenz zur „Au Hebung der allerletzten Verbindungen der Familie" und zur 1 egalisierung der Blutschande führe. Zu dem sachliche i Inhalt der Schrift Stellung zu nehmen, sei der Fachwissenschift Vorbehalten. Registriert sei hier nur noch der vom Ver asser aus einer Schrift des Professors Elemc» zitierte San, der „PanserualismuL? der Freudschen Theorie sei vielleicht behandelten Patient die Verbindung von „aus den besonderen Kreisen zu erklären. aus denen ihre Vertreter und vielleicht auch die von ihnen n vor allem Hervorkommen". Damit ist „wissenschaftlichen Fragen mit Gesinnungsfragen aitgcdeutet, die den Erörterungen über die Psychoanalyse und ihre praktische Handhabung eine besondere, gerade uns Juden interessierende Rote gibt. l)r. M. Ludwig Lewisohn: Das Erbe im Blut. (Paul List Verlag. Leipzig 192 9). Diese glühende Beachtung und ein ' Kritik, die trotz aller Gegensätze de? Empfindungen nicht . die Glut eines suchenden Herzens übersieht und die Leidenschaft, mit der ein Mensch um Erkenntnis ringt. Aufgerollt ir breiten Bildern ist das Schicksal einer jüdischen Auswander irfami.ie, deren Wanderung von Ost nach West geht, aus deip Ghetto Kownos in das republikanisch Mit einer seltenen Schärfe zeichnet . hieben der jüdischen. „Gutsituierten" in Amerika, dieser seltsamen Zwischenschicht, die gesühlsuniicher in Leere umhcrtapi t. Der „Held" des Buches, der junge Arthur Lewy. find st nach Jahren des Kampfes und nach einer verfehlten Ek egemeinschaft mit einer Christin' endlich Zionismus seine Lösung für seine Zweitel Diese vermeintliche Lösung dürste' selbst leine Dauerlösung sein: eine Allgekneine-falls. Die Psychologie des Verfassers rein persönlichen Erlebnissen, die auch in seinen früheren W rken schon Ausdruck fanden. Für die Lösung der Judenfrige. der amerikanischen wie.der deutschen, ist nichts gewonnen mit der richtigen Beobachtungt datz mancher Ludwig Lewisohn auf dein Wege vom im Bekenntnis zum und Bedrängnisse, für Arthur Lewy lösung ist sie keine wurzelt offenbar in Arthur Lewy oder alten Jiddischst!» zun Pational-Amerikanertum oder National Deutschtum nicht b der Zwischenschicht t er „Assimilanten" stecken bleibt und dann eines Tages die Ftl cht rückwärts, ins „Unter sich-sein". i Abgeschiedenheit de neuen Ghettos einschlägt- Denn Ghetto lauert Hinte dem Trugbild der zionistijchcn Zuf „Arthur Lewy" selbst wird eines Tages erkennen, datz er nur die zweite Ent Ein sauberes u Weg hat. läuschung für die erste eingewechselt id ehrliches Buch, aber es öffnet leinen M. V. Verb^ndsnadmebten* Air 1. Berlin. Vcrbandsabend tnii Rechtsanwalt W a I „Halsmann Pr den Tatbestand dezugänglichen Zeitui g »ns deutsche Juden i sichtlich die Stimm > V bei der früheren beeinflußt worden schworenen der We> lektuellen gegenübe die sich an den mi wurde gerade dieser der Judenfrage inj hoben. Alle Dis jüdischen Gastes, wt Prozesse nur an eine bar geworden ist. wi Erfahrungen des tä gangdare Weg zui verstehens die „V e ish die den ersten 2. Weitere Bei Vortragsabend nich gröbere Veranstalt» teilung erfolgt in 3. Jugendarbeit unsere Jugend Zusammenkun 4. Vers cherung Berlin-Tempelhof. wald 1630) erteilt I! Beichte eines Fanatikers verdient ernste s zum Ziel gelangt, sondern zuerst in y die das ucht: 6. November fand im Rheingolv ein Gästen statt. Unser Vorstandsmitglied t e r Simon sprach über das T zema ozetz und Judenfrag e". Er legte viel erörterten Strafprozesses nach den sberichten dar und hob als das für interessanteste Moment hervor, wie offenng im Gerichtssaal diesmal ebenso wie erhandlung durch die Verständnislosigkeit t. mit der die Tiroler Richter und Gensart des angeklagten ostjüdischen Jfitel-! standen. In der j lebhaften Aussprache, Beifall'aufgenommenen Vortrag schlotz. Punkt als bezeichnend für die Entwickelung Deutschland und Oesterreich heroorge- §ussionsredner, einschließlich eines nichtren darüber, einig, datz in diesem Strafn besonders auffälliqen Tatbestand ofienin abgeschwächter Form zu den ständigen glichen LedeNs gehört, und datz der einzig Beseitigung solches gegenseitigen Njchtständigungsarbeit wach aytzen" Punkt unseres Verbandsprogramms bildet, anftaltnngen. Im Dezember findet ein statt. Für Mitte Januar ist chye lg in Aussicht genommen. Nähere Mitr Janizar-Nummer. Wir verweisen auf den Aufruf „A n und auf die Einladung zu der I u g e nsd - (S. 6 dieses Blattes). Unser Mitglied l)r. Hanns Aron, Johenzollernlorso 66 (Fernsprecher: Bärfiluskunft in Versicherungsangelegenheiten. Der Vorstand. t :n.

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