Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 12 (Dezember 1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Kampffront der jungen Generation 6ine Entgegnung. Von l^largarete pulvermann. „Weil am Beginn unseres Lebens das Leid eines ver- .nichtenden Krieges stand" — deshalb ist es noch nicht notwendig. sich mit gierig gefaxten Zipfelchen >eines sogenannten. Glückes zu begnügen. > Die Inflation iit vorüber. Damals erhandeltes man sich für Milliarden. die am nächsten Tage' Nichts waren, irgendwelche Dinge, ohne nach ihrer Herkunft, ihrem | wirklichen Wert, ihrer Brauchbarkeit für uns viel zu fragen^ Unser Menschentum iit kein Inflationsgeld. Unser Menschentum mutz ausreifen, denn aus ihm entwickelt sich der Charakter und damit die Widerstandsfähigkeit gegen spätere Schicksalsschläge. Glück iit natürlich ein weiter Begriff. Jeder spcht es in seiner Weite, aber niemals wird es zu finden sein iiz gierigem Erhaschen. Die Ouanlität der Erlebnisse üt jedenfalls kein Matzilab. Deshalb ist cs notwendig, einen anderem Standpunkt zu finden.! ' - Bor einigen Jahren, als ich selbst. schwer Jikit diesen Dingen rang, .fand ich in einem Buch von Fro^nk Thictz folgende Worte:! zwingt, zum Nachdenken über die Begriffe „Vaterland' „Heimat", „Heim" und verleiht den Worten Boden st Sndigkeit,'Volksgemeinschaft und vor allei^ Muttersprache einen nie gekannten Wert. E mag jemand noch so vermeintlich anational eingestcll:. abenteuerlustig und schulsprachgewandt ins fremde Lau kommen, der Engländer. Däne, Holländer oder Franzose siel in ihm nur den Deutschen, den er entweder mitztrauisch meid. oder dey er sich als Repräsentanten eines fremden Volke recht genau betrachtet. In wem dann allerdings nicht das Gefühl erwacht. „Dem werd' ich zeigen, was ein deutscher Junge, was ein deutsches Mädel ist" — der i st ein h o f f n u n g s l o sc i Philister. Hn untere Jugend. „Glück ober Unglück iit nicht eine Gabe, die man gleich einem Orden oder Entlaisungsbrief von übergeordneter Initan; cntgcgennimmt, sondern die Differenz ius Aufgabe und ihrer Bewältigung, Situation und hrcr Beherrschung." Dies halte ich für eine 'Nichtlinie, dij akzeptiei t werden kann, sie iit weder optimistisch noch pcsiimistish, weder rationell noch ideell. Ja, sind denn Nationalismus und Idealismus überhaupt Gegensätze'? Ich bestreite das entschieden. Unsere junge Generation iit rationalistisch lediglich aus Notwehr und Selbsterhaltungstrieb und kämpft in dieser Form einen sehr anzuerkenncndcn Kampf-gegen Sentimentalität, für Lebenstauglichkeit. 'Jlun, wo gehobelt wird, fallen spane, und ich möchte bei bicscr Gelegenheit die Eltern der jungen Generation um etwas' mehr Einsicht.utzd V:ritändnis kür das. was hier vorqcht, bitten. Die Vermögen dis Mittelitandes und zu 99 der Inflation zum Opfer gefallen, die Emanzipation der jungen Generation, iit Tatsache. Der junge Menich also, der heute in de» Beruf oder ins Studium tritt, hat eine doppelte Aufgabe zu bewältigen: er nutz ohne oder mit unzureichender geldlicher Hilfe von tHa'us erwerbsfähig werden und sich autzerdem. in seinem Gefühlsleben mit den zahllosen neuen Problemen auseinänAersetzen, - die aufgetaucht Und. Dieser schwere Kampf erzcrigt ofl Unlust-' itimniungcn und Verschlossenheit, Unzugänglichkeit zegenüber häuslicher Inanspruchnahme, was dann leicht als ,?Nespektlosjgkeit" beurteilt wird. Das braucht es gar nich zu sein. Nicht jeder Jugendliche iit eine siegernatnr, und l er Plätze an der sonne lind gar sehr wenige. Manche En Täuschung im Beruf oder in einer Freundschaft, die teils in dtr eigenen Unzulänglichkeit, teils in der der anderen ihren Gfund hat. spiegelt sich zu Haus als Unmut und ik^crichlossenheit. Hier setzt die Ausgabe des Elternhauses ein. Es mutz dem Jugendlichen eine Kraftquelle sein, an derier sich nervenmätzig wieder gusbalancie.ren ^ann. Aber auch der Jugendliche hat eine Aufgabe isn Elternhaus: Kritisch sein kann und soll er, das regt den Blut-, kreislauf an, aber der Kritik sind Grenzen gesetzt! durch die beiden Pfeiler „Gerechtigkeit" und „Taktgefühl". Picht jeder Vater iit ein Philister, und nicht jede Mutter gleicht einer sorgenden Henne. Es gibt Jugendliche weit unter 3p Jahren, die schon heute das Kainszeichen des Phriiiterttzmis, trotz cizcntriichster Ansichten und Outsider-Manieren, auf Iber Stirn tragen, während ihre Väter durch den Beruf und durch lebhafte Anteilnahme an allen Fortschritten der treuen Zeit sich hiervon freizuhalten gewutzt haben. , Weil es notwendig iit in unserer verwirrten Zeit, das Gleichgesinnte sich zu bcwutzter Tat zusammenschlietzen, darum rufen wir euch. Junge, datz ihr uns helft, unsere Idee zu stärken, auszubaucn und zu verinnerlichen. Jeder vo« euä>. dessen Jungsein nach Aussprache und Mitarbeit drängt, ist »ns willkommen, aber auch die Stillen wollen wir haben und die andern, die noch wenig Genaues von unseren Auf gaben wissen. Wir werden uns zusammentun zu einer guten Gemeinschaft, wir wollen versuchen, eine Kameradschaft der Einig e nd zu bilden, die jeder Dogmatik, allem Fach simpem und aller Schulmeisteret fern sein wird. Wir können euch noch lein festes Programm bieten von dem, was wir gemeinsam schaffen wollen, denn ihr seid es, dciren Vorschläge wir erwarten, deren Wünschen und Anregungen wir nachgehcn wollen. Darum mützt ihr zu uns kommen, ihr alle, die es angcht, wenn wir euch z» einer Zusammenkunft bitten. Weser festgesetzte Ncdcn, noch vorbereitete Feierlichkeit, noch längst bestimmte Diskussionen sollt und dürft ihr er warten. Wir wollen ganz einfach miteinander sein und der Stimmt ng und unserem gemeinsamen Entschlutz überlassen, was wi beginnen. Und so soll es immer fein, niemals darf der Ne z des Zwanglosen und privaten Zusammenfindens uns ent chwinden. Wir werden keine Gruppen und Grüppchcu unter u is dulden, euch alle brauchen wir. die schon fünfzehn Jahre <>lt sind, mm in aller Lebendigkeit und Beweglichkeit für die Idee des nationaldeutschen Judentums zu arbeiten. Wi> bitten die Eltern, unser Werben zu unterstützen, soweit es ihnen möglich iit. Niemand unter unseren Mit gliedern darf zögern, seinen Anteil an unserer Aktion zu er weisen. Kampffront der nation aldeutschcii Jugend i st st ä r k st e und s i ch e r st e Wehr gegen alle'unser Deutschtum bedrohenden und zer setzenden Einflüsse. ' Wir rufen euch. Junge, wir bitten euch, Eltern: Helft uns, den Gedanken des nationaldeutscheu Judentums in die Zukunft zu tragen! Zugendausschutz. 2. A.: Margo Wolfs. Walter Laase r. Zusammenkunft cier ^sugenci. Ein Allheilmittel zur Befriedung der „Meinungsverschiedenheiten" zwischen alt und ju/ig gibt eSf natürlich nicht. Aus eigener Erfahrung würde ich den tgltern, die hierzu irgend in der Lagernd, Vorschlägen, ihte Kinder ins Ausland reisen zu lassen. >-chon eine vierwöchige Ferienreise in einem Lande,' in dem nicht deutsch gesprochen wird — und eine solche Rei'e braucht nicht mehr zu losletz als eine gewöhnliche Ferienreise an die See oder. , ins Gebirge —. Die erste Zusammenkunft findet am Dienstag, den 10. Dezember d. Z.. abends 8 e Uhr. bei Gerd Unger. Berlin W.. Nürnberger Str. 66 ltzahe Untergrundbahnhof Wittenbergplatzf. statt. Wir bitten um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. M. W. W. L.