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Der nationaldeutsche Jude · 1929-12-01 · Nr. 12 (Dezember 1929) · p. Seite 8

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 12 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Hu 9 dem Cageekampf. llnflatii und die Ostjuden. In der deutschen „Abwehrs-Presse und den mit ihr verschwisterten' Tageszeitungen erscheint Ungarn stets als das Land der angestammten Iudenfeindschaft. Richtig ist. das; es die Juden in Ungarn heute nicht leicht haben und das; z. B. Hochschulausschreitungen an der Tagesordnung sind. Neuerdings wird auch darüber geklagt. dah man „den" Juden die Annahme ungarisch klingender Namen unbillig erschwere. Wer sich über die wahren Gründe dieser Erscheinungen unterrichten will, lese in der „R e u e n F r c i e n Presse" vom 24. Oktober 1929 den Bericht über die Perhandlung das ungarischen Landtags. In ihr hat der Ministerpräsident Graf Bethlen wörtlich erklärt: „Es handelt sich darum, dah. wir die Ein wände r u n g des G a l i z i a n c r nicht wünschen. A u ch das ungarische Judentum lv ü nicht sie nicht. Ich bin daher i ii; dieser B e z i e hung einer Meinung mit den ungarischen Juden. Mit den Rainen Magyariiierungcn wollen wir nicht, das; die Bela Kun für Ungarn gehalten werden." Man darf diese Erklärung nicht-als teere Ausrede oder Ablenkungsversuch abtun. Unsere älitere Generation erinnert - sich noch recht gut der Zeit, zu der es in Ungarn keinen nennenswerten „Antisemitismus" gab, insbesondere von amt lichen oder organisierten Behelligungen der Juden nicht die Rede war. während wir in Deutschland schon -Stöcker, A h l w a r d t und den Dreschgrafen Pückler erlebt hatten, in Oesterreich der Luege r>- Antisemitismus haushohe Wellen schlug und Frankreich von her Dreyfus-Affäre bis auf den Grund aufgewühlt war. Aber > schon sdamals war erkennbar. das; auch in Ungarn eines Tages das Gebühren der zugikwandcrten und ständig zuwandernden Ostjuden Pie Dinge ändern würde. Dem Verfasser dieser feilen ist noch der Wortlaut dessen im Gedächtnis, was ihm vor etwa 25 Jahren ein von einer ungarischen Rejse zurückkehrender iFreund sagte: „Es üt nicht zum Ansehen, wie dort die Veigelblüh und Konsorten, früch aus Galizien importiert, zum Teil mit nagelneuen ungarischen Ranien 'ausgeitattct, sich aufspielen und wichtig machen. Das gibt eines' Tages eineu bösen Antisemitismus". Inzwischen hat Ungarn, genau wie . Deutschland, den Massencinitrom oitfüdiicher Ausländer über jff Jid) ergehen lassen und es hat vor allem die Räterepublik. .des von Graf Bethlen erwähnten „Bela K u n" durchleben müssen. Ist es verwunderlich, das; dort heute keine allgemein fudcnfrcundliche Stimmung herrscht? Und iit es nicht, io unerfreulich die Zustände im ganzen auch sein mögen, doch schon ein bemerkenswertes Zeichen der Gesundung/ das; man an amtlicher Stelle zwischen den alteingesessenen, nationalungarisch gesinnten Juden und den schlecht als Ungarn maskierten „Galizianern" zu unterscheiden beginnt? Auf die Gefahr hin/ unsere lieben, unentwegt auf „jüdische Würde" bedachten Zionisten wieder einmal tief zu ver stimmen, — wir sollten in Deutschland aus den Vorgängen in Ungarn innere lehren ziehen. —sen. Ein ehrliches Wort. '* Der Dichter Walter Bloem, der schon einmal in einem viel zu wenig bekannten Roman für Ausgleichung der , - Gegensätze eingetreten iit, hat in einer Versammlung des - Bundes jüdischer Frontsoldaten zu Hamburg Worte gesprochen,' die jeder Iuhe die Iüdiichnationalcn natürlich ausgenommen - beherzigen sollte. Rack einem Bericht des „Hamburger F r e in d e n b l a t t c s" hat der Redner ausgeführt: „Die Deutschen hätten in der Behandlung der Juden gefehlt: aber auch die andere Seite ist von Schuld nicht freizu sprechen, dkicht immer habe das Judentum ins einem B e st r e b e n . s i ch ' b c in deutschen Volke einzugliedcrn, das Ri ah der Besonnenheit gefunden. Das Ansch wellen des Antisemitis- ,mus habe seine Gründe. Vielen Deutschen erscheine das Hervortreten jüdischen G e i st c s als eine Bedrohung der nationalen geistigen Kräfte. Ein -ähnliches odergleichesBild gewahren wir in der Wirtschaft. Der Antisemitismus könne nur durch das Bekenntnis zum Deutschtum lund durch Betätigung in diesem Sinne überwunden werden." Es wäre aufrichtig zu begrühcn, wenn solche warmherzigen Mahnworte recht oft von oerständiglmgsbereiten Rkchtjuden gesprochen würden. Sie smd die beste Bestätigung für den Kernsatz unseres Verbandspro gram ms. der „Erziehungsarbeit nach innen" fprdert. Ohne solche Erziehungsarbeit wird alles Pochen au? verbriefte Staatsbürgerrechte, alles Jammern über „Anti h mitismus" und schliehlich auch alles Protestieren gegen z onistische Uebcrgriffe vergeblich sein. Gerade der Erfolg de, jüdischnationalen Propaganda zeigt, auf wie schwachen Fühcii > noch das Deutschtum mancher deutschen Juden steht. Wir { k innen diese schwankenden Gestalten vom Zionismus nur weg fihren, indem wir sie dem Deutschtum zuführen und i men klarmachen, dah, wie Walter Bloem mit Reck hervorhedt, nicht nur die Beteuerung, sondern auch die Be tätig un q des Deutschtums nötig ist. um die Volksgemein hhaft mit den nichtjüdischen Mitbürgern herzustellen. „Man wird ihn eben auswendig lernen." i In einem Berliner Kabarett, das als Bohemien Zufluch' iji bestimmten Preisen bekannt ist. tritt ein ostjüdischrr «änger akaschinsky auf. der Chansons in jiddischer Sprach, ztmi Vortrag bringt. Dagegen ist an sich nichts zu sagen: in einer Riesenstadt wie Berlin mag es auch für diese Kunst äattung Liebhaber geben. Bezeichnend aber ist die Form, ih der ein Berliner Mittagsblatt die wclterschütternde Tal sache dieses Auftretens seiner Leserschaft bekannt gibt. Der Hymnus schlicht mit den Worten:, „S akaschinsky, ein schwerer Name. Man wird ihn ebezn aus wendiaZernen." T Wir lennen nun das Gebot der Zeit. Da wir IN Deutsch ljand keine anderen Sorgen haben, wird uns^lms Auswendig lernen eine Kleinigkeit sein. Die „jüdische Wählerschaft". Der „I u n g d e u t s ch e" gibt ein Inserat wieder, das in öln erschienen ist und zwar bemerkenswerterweise nicht nur l demokratischen und sozialdemokratischen Blättern, sondern uch i» den Organen des Zentrunis und der Deutschen Volks artei. Es ist von der Ortsgruppe Köln des Centraler e i n b deutscher Staatsbürger jüdischen »l a u b e n s erlasse», trägt die Ueberschrift „An die südliche Wählerschaft Kölns!", wirbt für die „republikanischen S artei en" und schlicht mit dem Satze: „Es ist Pflicht ier jüdischen Wählerschaft, geschlossen Zu ieser Versammlung zu erscheinen." Der „I u n g d e u t s ch e" bemerkt dazu: „Das Inserat zeigt, dah der Centraloerein . . . über den Rahmen des Vereins hinaus die jüdische Wähler schüft als eine Sondergruppe im deutschen Volke a n s i e h t. und dah er mit dieser Sondergruppe offenbar eine Politik der Querverbindungen in die ge nannten Parteien hinein verfolgen will. ... Die Juden sollten sich nach diesem eigenen Beispiel eigentlich nicht mehr darüber wundern, wenu sie von grdhen Teilen des deutschen Volkes als die Sondergruppe empfunden werden, als die sie sich durch diese Anzeige ja selb st anerkennen und zeigen." Der Schluh. den hier das im grohen und ganzen gemähigle ^rgan des Iungdeutschen Ordens zieht, ist natürlich salsch. Andererseits zeigt diese Kritik, welche Folgerungen in Nichtjüdischen Kreisen geradezu herausgefordert werden, wen» immer wieder der Versuch gemacht wird, den Anschluh an be stimmte politische Parteien als „jüdische Pflicht" hinzustelle». Die Herren Ortsgruppen-Centralvereinler sollten endlich be greifen, dah Judentum mit Parteipolitik nichts zu tun hat una dah man ein gyter Jude ebenso wi^ ein guter Deutscher sein rann, gleichviel, ob man sich als Republikaner oder als Monarchist bekennt. Im übrigen — waren dieselben Central pereinler, als sie sich kurz vor dem Umsturz in einer öffeiu lichen Kundgebung zu „Kaiser und Reich" bekannten, all: nur Vernunft-Monarchisten? Der logische Ministerialzionist. In Magdeburg hat ein zionistischer Redner gesagt (Iü . Rundschau. 19. November 1929): „Für die Juden sei Palästina mehr als die heima: ' liche Scholle, nämlich die Erde, auf dler allein sie j ihrer Bestimmung gemäh leben könnten." > Dieser Zionist ist Preuhischer Ministerialrat und Pressechef der Preuhischen Staatsregicrung in Berlin. l olff, Berlin SB 62; Verlag: verband nationaldeutscher Jaden E. B. Berlin SB 35. — 5. — i(ÜC unh SÄriftlcituno in h^rnnftnnrHtA» national* Schriftleitung und verantwortlich: Margo _ _______ Druck von Rob. Rohde G. m. b. H., Berlin W. 35. — Für Herausgabe und Schriftleitung in Oesterreich verantwortlich: Verband nationaldeutscher Juden, Wien II, Prpterstrahe 34. Zimmer 22.

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