Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 12 (Dezember 1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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geschräncket. und überhaupt ihr Hausiren nicht ab^eschaffet wird, noch größer Unglück. . . nicht ohne Grund zu besorgen." Und wieder ist es der Rat, der sich um Gerechtigkeit und Schuh für die Iuden bemüht ..Wie eine Mäuer von Eisen standen die hohen Herren zu unserem Schutz utzd Heil", bcifet es in der Uebersetzung einer hebräischen Schrift über jene traurigen Vorgänge.! Eingekeilt gewissermahen zwischen die Intoleranz der Hamburger Behörden und die Orthodorie des Altonaer Oberrabbina s. das bis 1802 die Jurisdiktion üker alle drei Gemeinden ausübte, lebten die Juden in der Folgezeit imwefeitlichcn als Händler. Geldwechsler, Makler. Hauslehrer. Aerzte ein recht gedrücktes, wenn auch gesichertes ».'eben in Hamburg. Grunderwerb war ihnen verboten, zu den bürgerlichen «bewerben hatten sie keinen Zutritt. Dem Kaufmann war ein offener Laden ebenso wie ankündigende Geictäftspropaganda untersagt. Dus Wohnrecht war auf einige wenige Stratzcn beschränkt, die Gegend etwa zwischen der heutigen Neustadt m d dem Altenwall. Nicht einmal der - Besuch der besseren Kaffeehäuser urd Bcrgnügungslokale war den 2ud,n gestattet. In auffallendem Gegcnsch aber zu diesen Einschränkungen fear b die rege jüdische Betätigung in all, n Zweigen der allgemeinen Wohlfahrt »- rilcge, auch soweit sie ausschlietzlich christlichen Mitbürgern zugute karr. Als schönes Zeugnis sowohl für die charitative Tätigkeit der Hamburger Juden wie für den Gerechtigkeitssinn und Mut des Hamburger Senats ilchen -die Sätze da. die der Senat de n Gesetzentwurf von 1814 voranschickt', der in England als Dokument fi r< die Judenemanzipation galt: „Sie zaben sich durch ein stilles, bescheidenes und gemätzigtes Benehmen und die willigste Anstrengung mit anderen fürs allgemeine Wohl, ja selbst eine vorzügliche Wohltätigkeit und Vater landsliebe mehrerer unter ihnen ausgezeichnet."! Im Gegensatz zu ihrer sozialen Beschränkung stcjnd auch die geistige Aktivität der Hamburger Juden, die eine rfamhaste Anzahl bedeutender Köpfe herausst, llten, vornehmlich in der Theologie und Medizin. Neben zahlreichen anderen ang.en sehenen jüdischen Sck in Jonathan Eybesck ütz und Jakob Emden, die gegenseitig in heftiger theologischer deutendsten jüdischen seiner, allerdings heiiräisch geschriebenen, Autobiographie hat Emden der Nachwe Bildnis des Samuel Oppenheimer. t Kupferstich voq Pfeffel und Engelbrecht «etwa 1670 Slu8: $mltiiüi6iflfoitcii der Lliickel von Hamcl» 'südlicher Bcrlag, «erliig. Schriftsteller und Re Arbeiten ist sein V sich im „Hamburger Nachschlagewerk für des 17.. 18. und 19 Gelehrter, die Zeug >is ablegen für das rege geistige Leben der Inden im alten Unser bewährter Freund Sieg und seine Gattin R o s i haben keine Hute jüdische 'Preise. Zwischenfeld selbst — er hat es uns darob fassungslos erstaunt. In' Privatleben hat man es ihm bisfjc keineswegs zu vergehen Gegenteil: er erfreut sjcb gegeben. dah er unbeliebt sei. Im , nach wie vor der besten Verbindungen. Vercinsbcitragzahler und Mitinhaber rechts allgemein geachtet und auch . niemals Aergernis erregt. Er hegn ift1 nid>t, datz ein wegen «einer Sachlichkeit und seiner vornehmen Zurückhaltung so geschätztes Blatt wie die „Jüdische Rundschau" i' lich der „mauschelnden Geschmacklosigkeit" zeihen kann famtUc Zwifcbenfcld Mund Zchischenfeld lUtc jüdische Preise. Herr eigenhändig gesagt — iit seinem 'wohltemperierten wärtigen ermten hat für diese sct mehr Verständnis, qjls für Zionistcnblattes. den Redaktion der „E.rk leitet sich schlecht, we und einem unbeirrt^.-.... .. nebbich - in der Tat „ernste Lage"? auf Klugheit cngagi mindestens so ernst Hamburg. L ge in 'r üiliäre . H^rr Palästina"^ Hctrr Zwischenfeld Zurechtweisung schon etwas die unjüdische Lieblosigkeit des er weih schlietzlich, das; man es in der .-Zeitung" nicht leicht hat. Es schriftin man zwischen einem jüdischnationqlen deutschen Stuhle sitzt. lind die — Ja. merken denn diese rten Leute gar nicht, daiz er selbit e» meint, wie sie. wirklich verflucht ernst'? Sie finden es am E> de gar lächerlich, das; er auf Verlangen dings, er spricht nicht das reine Jiddisch, das an > ermten und heiteren Kunststätten des Ber iner Westens, von den Lesern der „Jüdischen Rundschau" cuch vielfach im Privätgespräch. bevorzugt wird. Seine Sprache ist deutsch, wie es einem deutschen Staatsbürger zu kommt, und nur ' gewisse melodische Beiklänge deuten darauf hin. datz er sich vorwiegend in Kreisen bewegt, in den:n man gern unter sich ist. Aber wie? Diese diskrete Bez leitmusik, die doch jeder intimen Unterhaltung erst den rmhren Reiz gibt, soll Mauscheln heitzen? Und das sagt ein jüdisches Blatt! Das ist. ja geradezu jüdischer Antisemitismus! Herr Zwnchenteld wird sich sehr überlegen, ob er das nrchite Mal wieder loiort kein Scheckbuch zieht, wenn ihm ein jü rischnationaler Aufrut in die Neunzimmerwohnung flattert. Und vor allem wird Herr Zwischenfeld sofort an seinen Glaubensgenossenoercin schreiben. Immerhin, — auch das will überlegt sein. Findet doch leibst die „C. V! - Z e i tu n g" sefntz Aeutzerungen zur Palästinafrage „wenig angemessen". Alkcrihrcr eigenen 15 Vo Geld für Palästina sagt der Psychoanali sc-Onkel in Wien? -rhöchit aufschiutzreich für das Untcrb> Jedenfalls, er wi schreiben. Aber etn ist inan nicht umsons genug in seinem Verün gesagt worden ist, er könne ganz so bleiben, wie er ist. tüitimern. was ihm nächstem Freunde und die anderen sich ärge Auf datz ihn Das wirke sein Bild und zumal „bei der gegenstandsmitglicder trotz allem doch wieder gegeben hat! Das märe doch >— wie wuhtscin. d nicht an den Glaubensgenossenoercin as anderes wird er tun. Schlietzlich Herr Siegmund . Zwischenfeld, dem oft und wer das Gegenteil sage, sei ein Antisemit. Herr Zuiischenfeld wird sich gar nicht darum >N den Blättern seiner näheren und Geldnehmer nachgesagt wird.. Er wird weiter ganz ungeschminkt seine Meinung zu Zeitereignissen sagen, und er wird ai ch seiner Gattin Rosi nicht das Plappermündchen verbieten lc ssen. Jetzt gerade wird er es tun. weil n, —- beinahe hätte er „daffle" gesagt. Einsicht.blüh' und wachs'! Hans Neusachs. ■n riftgelehrten stellten die ..Dreigemeinden" und persönlicher Fehde lebten, die be- Theologen des 18. Jahrhunderts. In eines der wichtigsten Kulturgeschichtsdenkmäler seiner Glarbens- und Zeitgenossen hinterlassen. Von der Schriftgewandthjit der jüdischen Frauen zeugt' die andere Geschichtsquclle jener Zeit, die ins Schrift-Deutsch übertragenen und daher allgemein zugänglichen „Denkwürdigkeiten der Glücke! von Hameln", die in äutzerst lebendiger Erzählung die Intimitäten, des persönlichen Lebens und die allgemeinen Zustande im 17. Jahrhundert schildern. Unter den jüdischen Aerzten. die in Hamburg praktizierten, fällt bereits im 17* Jahrhundert Simon Lcfmans wegen . seiner Tüchtigkeit auf. Er kam aus Essen und war in jungen Jahrep Leibarzt der Fürstin Bernhardine Sophia von Eisen gewesen. An keine Hamburger Tätigkeit knüpfte sich eine die Geister der Zeit heftig erregende literarische Fehde darüber, ob ein jüdischer Arzt von christlichen Patienten konsultiert werden darf. Zum Sachsen-Koburgiichen Hofrat und Mitglied zahlreicher gelehrter Gesellschaften, brachte es in der Aera der Freiheitskriege Ignatz Gumprecht, der während des Feldzuges sich als Arzt in den verbündeten Lazaretten auszeichnete. Die Brücke von der Medizin zur Literaturgeschichte schlägt David Jos. Beit, d.er Vertraute Goethes und Freund der Rahel Lcviir. Als Armenarzt praktizierte er in Hamburg und machte sich hier zugleich einen Namen als )ner. Bedeutender als seine medizinischen rsuch einer Biographie seines Freundes Johann Albert Heinkich Reimarus, des vielseitigen Hamburger Gelehrten und Freunpes Lefsings. Und an diese Namen reihen Schriftsteller- und Künitlerleriton", dem »ie in Hamburg tätigen geistigen Köpfe Jahrhundert, zahlreiche weitere jüdischer