Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 11 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Zwifcbenfeld über paläftma. Herr Zwrschenfeld sprach: „Ich sa,' es noch mal: Mit Palästina, das ist ein Skandal. Mord und Brand gegen jüdische Zinder! Das, so etwas kam. sah längst ein Blinder. Änd den Arabern kann ich's gar nicht verdenken. Dah sie nicht glatt ihre Heimat verschenken. Wo wird nicht die Konkurrenz geschädigt? 3« Asien wird das asiatisch erledigt. Doch unserer Jugend redet man "ein. Dies mühte das Land ihrer Zukunft sein. Und der Sohn von Blaustein ist auch dabei. Und der Vater wählt sogar Völkspartci. Die Engländer werden sich scheckig| lachen. Weil die doch schliehlich das Reichen machen. Und da soll ein Mensch die Verantwortung trage». Die Rinder unter die Wilden zu jagen! Wo bleibt unser deutsches Staatsbürgerrecht? Und in Deutschland ist's schliehlich doch auch nicht schlecht. Es gibt doch sogar, so kam mir zu Ohren. Zionistische Ministerialdireltoren. Und da sitzen hier die Zuhausebleiber, So Professoren und Zeitungsschreiber, Und mahnen, in's heilige Land zu wandern. Versteht sich am Rande: immer die Andern. Und wo du dich zeigst a» neutralem Ort. Fällt einer dich an. der um Gelder schnorrt. Für Zion! schluchzt er. Was stört es ihn? Drüben Pogrom. Er sitzt in Berlin." Sprach Rosi: „Wie kannst du so intolerant sein! Cs nluh doch drüben so interessant sein! Und es ist doch schliehlich das Land der Väter. 5 Ton Dane N < u T a cb e. Und das mit 'len Engländern findet sich später. Und die jungem Leute leben in Zelten. Und zum Stc ndesamt geht man änderst selten. Und sie hüten Kamele und bauen Wein, Und sie sollen »och alle so geistig sein.! Und du hast )och selbst schon für Zion gegeben. Und man mus doch mit seinen Leuten leben. Und die Aufriss, die erst neulich kamen. Enthalten doch gute jüdische Namen, Namen mit Geld und mit Staatspräüikaten. Man darf doch nicht auher Fühlung geraten. Was kommt shon heraus bei Protestgeschrei? Und^ ein Bank ürektor ist auch dabei." Als er den Aufruf genau gelesen. Ist Herr Zwischenseid erst sehr still gewesen. Dann hqt er k;st. wenn auch leicht beklommen. -Der Schreiblik hlade das Scheckbuch entnommen. Und zu Rosi prach er: „Nimm meinen Danl! Das ist der Direktor unserer Bank. Man muh seine Bankverbindung pflegen. Und wer nicht dafür ist, der ist dagegen^ Wetzn die O-Bank^ für Palästina ist. Wv! bleibt da in ein simpler Warengrossist? Ich! nähre mick redlich und bleibe im Lande. Doch Wohltun ist schliehlich keine Schande." Herr Zwischen eld hat die folgende Nacht In nicht sehr ruhigem Schlaf verbracht. Er träumte gm einem Brand im Osten. Und las in flammen: „Auf deine Kosten!" Er ist dann s rüh aus dem . Bett gekrochen. — Mit Rosi hat er nicht viel gesprochen. cnlsctzlich der Weltkrieg war und so sehr ich meine Hoffnung auf den Weltfrieden betonen möchte, gewih ist, dah beim jähen Ausbruch des Krieges eine Welle der Einmütigkeit alle Deutschen zusammenschloh. dah die Gemeinsamkeit des ungeheueren Erlebens endlich imstande war. all die kleinlichen Unterschiede zu beheben. Jetzt haben wir wieder einen Krieg erlebt, einen Kleinkrieg nur, wenn 'man will, aber nicht minder erschütternd durch seine Auswirkungen und Opfer. Cs gab viel 'Zeitungsberichte und Debatten, es gab Tote und Verwundete, und noch immer schwelt im Heiligen Land die Flamme des Aufruhrs weiter, ein Windstoh kann sie zu neuem Brand entfachen. Die Konsequenzen? Nach Meldung einer zionistischen Korrespondenz sind in den letzten Wochen — trotz der Gewihheit weiterer Aufstände!— mehrere Hundert Ebaluzim nach Palästina gereist. Natürlich wird der Zionismus diese Tat als ein Bravourstück seiner Anhänger feiern, natürlich wird eine gewisse deutsche Presse frohlocken, dah sich „die Juden" noch immer nicht abschrecken lassen und dah die Aussichten auf eine allgemeine 'Iudenauswande- . rung aus Deutschland mit dem Ende des Massenmordes j wieder gesteigert seien. Natürlich hat der andere Teil der! deutschen Judenheit protestiert — was ist damit getan? An uns ist es. zu handeln, denn unserem Jungsein ziemt die Tat. Cs ist sinnlos. Tagungen abzuhalten über Zweck und Ziele des Zionismus und gegenüber dieser Richtung möglichst tolerant m sein. Wir können gar nicht intolerant genug «ein und gar nicht reaktionär genug sein im Kampf gegen diese mörderische Utopie. Und derweil ich diese Worte schreibe, fällt mir auf, welch > i n merkwürdig anonymes Dasein eigentlich unsere deutsche Jugend führt. Ich meine damit die unter uns, die nicht nur zwischenschichtlerisch und talmihaft ein Bindestrich-Deutschtum betonen, das allein in ihrer Vorstellung besteht, sondern die vielen, die sich wirklich zuliefst dem Wesen unserer Heimat verwachsen fühlen, deren Denken und Sein dem volkshaften Charakter unseres Vaterlandes, verbunden ist. Warum rührt sich diese nationaldeutsche Jugend nicht, warum findet ihr nicht den Mut. Junge \ >n allen Städten und Städtchen unseres Reiches, mit aller j Osfenheit eine Gesinnung zu bekennen, die gut. anständig und aufrichtig ist? Warum zögert ihr schüchtern und seid sonst . doch beherzt, wenn es gilt, zu entscheiden, warum mögt! ihr nicht euch zusammenschliehen als Kampffront und Wehr? Doch, ich ahne schon, warum, wenn! es auch traurig $t. : kinzugestehen: ihr seid zaghaft, weil es als „reaktionär" gelten! könnte, das „Völkiiche" zu betonen, weil es bedenklich ist sich zum eigenen Land zu bekennen, da doch das Fremd, mindest aparter und origineller ist. Diese „Krankheit de, Jugend" scheint es zu sein, diese eigentlich urdeutsche Such nach dem Ausländischen. dem Fernliegenden, die ein gut Tei der unfern beherrsch!. Soll diese Scheu, als unmodern ver lästert zu werden, f ir uns entscheidend sein? Was kümmer es uns. wenn die , indem jüdische Sagen lesen, da wir mi ^Inbrunst die Edda erleben, was soll uns jiddisches Theater "da wir Hermann .'öns lieben und die Heide und unser, Wälder und alles, alles, was deutsch ist — Nein, es kam uns wenig tun. wein man uns unmodern nennt und eng herzig, nein, labt euch nicht schrecken von dem Bluff diese Redensarten: hier ist unsere Heimat und hier sind wir bereit mit Geist und Körier. mit Ehre und Besitz einzutreten, st es notwendig ist. Damm: Jeder, der unsere Gesinnung irgendwo in einen Winkelchen seiner.Siele versteckt hat, soll sie hervorholen, da- Polieren wollen dann wir übemehmen, aber wir brauche», euch alle. Unsere Generation muh sich ihrer wirklichen unl zweckvollen Aufgaben benutzt werden. Bildung einer Jugend organisation, die sst rki und bewuht für deutsches Judentum wirkt, ist ein Gebot der Zeit. Verb^nclsnacbricbten. 1. Berlin. Am 19 29, findet im <E b en h o lz sa a I). Rechtsanwalt Thema: „Halsm Änschliehend Aussprir geführte Gäste willst Mittwoch, den 6. Novembe R h e i n g o l d. Potsdamer Strahe ein Verbandsabend statt. Her Walter Simon spricht über da, linn-Prozeh und Judenfrage" che und geselliges Beisammensein. Ein ommen. 2. Breslau. Es früher Vorsitzender qer gerichterat Fr «eite 7.) 3. Rundschreiber schreiben noch nicht noch nicht an die gebeten, dies bald . über die für das Vqr gewinnen kann. starb unser Haüptvorstandsmitglied. Ortsgruppe BreslauDHerr Handels nz Beerel. (Siehe den Nachruf au Diejenigen Mitglieder. die>mnser Rundbeantwortet. d. h. die beigefügte Karte Geschäftsstelle eingesandt haben, werden tun. damit der Schatzmeister Uebersicht einsjahr zur Verfügung stehenden Mittel Der Vorstand. l