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Der nationaldeutsche Jude · 1929-10-01 · Nr. 10 (Oktober 1929) · p. Seite 6

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 10 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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f4acb einem Verbanclsabencl. v»„ icom.irr.n. Die nachstehende Schilderung loiirde uns von der Verfasserin, einer Richtjüdin, nach dem Perbandsakend vom 26. September 1929,. an dem sie zum ersten Male als Gast b« uns geweilt hat, eingesandt. Die Schristleitung. Dies der nachhaltigste Eindruck nach den Worten des Redners, nach allem, was in der Diskussion astfkam: Die nationaldeutschen Juden wollen nicht, nur Deutsche sein, -- sie sind es. Denn es kommt dabei nicht so sehr auf die Worte an. als auf den Ton, in dein sie gesprochen werden. Und hinter diesen Worten glühte ein so heilig« r Ernst, ein so leidenschaftliches Wollen, ein Einfach.nicht ai ders-können, das; nicht erst versichert zu werden braucht, es handle sich bei der Idee, um die gekämpft wird, um eine Herzenssache derer, die darum kämpfen. Das Wort für diese Idee ist j,n a t i o n a I b c u t f d>‘': Es wird oft davon bin ich überzeugt.--7 vor eilen Dingen von den Gegnern vorwiegend engpolitikch, parte politisch gedeutet werden: es wird ihm, wie dem nicht näher bezeichneten "Wort „Politik" de? weitverbreitete Unsinn untersiellt werden: Politik sei etwas Abseitiges, eine Spezialstell» rgnahme zu Svczialfragen, und alles Allgemeinmenfchliche sei gänzlich unabhängig von Politik. Leute, die so sprechen, übersehen, das; aufrichtige Politik, immer W e l t a n s ch a u n n g s s a ch e ist. und dg dieser Irrtum, wie gesägt, ziemlich wmt. verbreitet ist. so darf es nicht wundernehmen, wenn, auch me Idee des ..Nationaldeutschen" miszveritanden wird, wenn auch hier etwas in erster Linie als politisch parteimätzig Mngrenzt angesehen wird, was viel mehr Weltanschauungr-, Wesensbekenntnis ist. Das; wir „arischen". Deutschen durchweg zum Chauvinismus neigen, wird uns niemand' nach'agim. Und wie die Abneigung gegen die grosze Klaue der jüdischen Zwischenschicht nicht oolitischer Art, sondern viel tieferen Ursprungs ist, weil sie aus ewig so entstammt die deutschen Juden sondern einer r ichtu n g. Ricksts bind-"« samen Idealen. schem^Wesen: deut ist nicht nur die greifen suchen wirh. auch für den „vom anderen Ufer Der V e r b a n unvereinbaren Mesensunterschieden.Io,: st. Zuneigung zu dem aufrichtig natü u nicht oberflächlicher politischer Freunds' t, Sympathie verwandter Geij> nützt alles Kämpfei einen Kerr, einen gezogen? Das ist eine Problems nach fals nur eine Antwor: -rcundschaft fester als die Liebe zu gcni tzlnsere Liebe gilt deutscher Kultur, d ches Bolksleid ist unser Leid. Und -teile, wo der Feind vorwiegend c:. sondern an dieser Stelle werden natihnaldeutschen Juden stets Bundesgenofinden. nati 0 naldeutjcher Iuden käm. einen schweren Kachpf. Und es ist nur zu begreifen. uv in seinen Reihen gelegentlich müder Zweifel auftaucht: A haben wir schon einen Tuchol einzigen ihrer Anhänger zu uns herüt Einstellung, die das Schwergewicht « «her Richtung verlagert. Und es la darauf geben: Deutsch sein heiszt: Sache um ihrer seilst willen tun. Der ist Deutscher und lImpft mit Waffen ein Vaterland. Und wie der Feuerlinie stehen. c.- nationaldeutschc öiüv deutschen Wesens uni die gelitige, die seelische Gleichberechtigung des deutschen Juden am deutschen "Wesen, am deutschen die Vesten der schar sind, die in gehören auch die, Hände reichen, zur die uM die Idee. 1 Und iin Kamp weniger auf die £11 und ihrer Freunde die vom diesseitigen Ufer aus helfende menschlich wertvolleren Hälfte all derer, m die Ziele des Verbandes wissen. um eine Idee kommt cs ja von jeher chntität als auf die Qualität der Kämpfer an. I^ationaläeutl'che Aufgaben jüäi scher Akademiker. Es »ei mir gestattet, dem Aufsatz des Herrn IV Laa.ser*) Von ejnd. jur. ölalter Sonnenberg, fianno per. einige Vemerkungen hinzuzufügen: Selbstverständlich hat Herr IV. Laaser Recht, wenn er sagt, das; es eigentlich für den jüdischen Akademiker, besonders für den jüdischen Studenten, keine Son reraufgaben gcbbn darf, autzer der, die allen Akademikern gemeinsam ist oder zumindest doch sein mützte: Ein lebcti in die deutsche Volksgemeinschaft der Kopf- und Handarbeiter. Run steht aber im allgemeinen gerade der jüdische Student den Kopfarbeitern, den "Akademikern, besonders den Kulör und Waffenstudenten ablehnend gegenüber, während er den Anichlutz an die Handai beiter eher rindest. Woher kommt das? Ein groszer. Teil der'Akademiker ist im Gegensatz zu den Arbeitern politisch rechts eingestellt. Und — nur allzu oft hören wir es von unseren! Glaubensgenossen: „die Rechtsparteiensind antisemitisch, sawarz-weitzrok ist gleich jüdenfeindlich!" Die Korporationen nehmen fast durchweg keine Juden auf und beteiligen sich aüch an den Kundgebungen der Rechtsparteien. Dies alles, lient und hört der junge Jude, lange bevor er eine Hochschule bezieht. Wenn er dann auf die Unioeriität kommt, sieht er in jbem christ lichen Kommilitonen von vornherein etwas anderes, einen nicht zu. ihm gehörigen Menschen. .Vollends danit, wenn cs ein Kulör- und Waffenstudent ist. In diesem sitht er nur den Aniisemiten. der ihm übel geiinnt ist, und er verspottet und bewitzelt Mütze und Band und die Schlägermensur als die ungeistige Tätigkeit dieses „Gojen", der er deck »,jüdischen G-eist" entgegensetzt. Man wende nicht ein: .'es gibt aber doch auch paritätische und sogar rein jüdische Korporationen mit dennoch sich den jüdischen Kommilitonen als Freund zu ge winnen. sei es den einzelnen, sei eS eine grötzerc Gemeinschaft und besonders innenhalb einer solchen Gemeinschaft, so scheu in ihm die Juden trotzdem etwas „anderes". Sie fühlen sich beengt und werden zurückhaltend oder verlegen, sobald er bei ihnen ist. Das fühlt natürlich der Nichtjude bald^ und er sieht, datz die morher lustige Gesellschaft steif wird, sich in leeren, nichtssagenden Redensarten ergeht. Nach solchen Erfahrungen fängt per Nichtjude natürlich an. die jüdische Gesellschaft zu meidest ein V c r st ä n d i g i Wozu soll selbst nicht er für "Assimilation eintreten, wenn es die Juden einmal tu da er die lleberzeugung gewinnt, das; 11 g s w i l l e nicht vorhanden ist. n, ja gar nicht wollen? Darum mutz meiner Ansicht nach die a l l e rc r st e Aus gäbe des nationaldeutschen jüdischen "Ata dcmikers sein: zu rächst einmal zu helfen, datz aufgeräumt wird mit den Vorur'eilen gegenüber den auf deutschen Hoch schulen seit langer Ze t eingebürgerten Sitten des Waffen- und Kulörstudententums. Und beseitigt werden mutz der Grützen wahn, der ständig voy der hohen geistigen Tätigkeit des Juden spricht im Gegensatz des Christen, mutz zu sehr verbreitete zu dem vermeintlich geistlosen Verhalten diese lächerlich überhebliche, leider mu Ansicht, der Jude sei allein klug und tüchtig und der Nich jude höchstens ein Muskelmensch. Wir sind und wollen nicht weniger, aber auch nicht mehr .sein als olle anderen. Wenn wir so unbe schwert Und nicht belMigt durch unsere eigenen Vorurteile dem fast denselben Tendenzen. Gewitz, das stimmt. sogar auä» diese oft Gegenstand des Witzes und Spottes seitens jüdl'cher Studenten und werden von ihm der Nachäfferei bezichtigt. So entsteht von Anfang an chne Kluft, eine breite Kluft, die nicht selten Schuld deH jüdischen Studenten ist. Versucht dann ein vorurteilsfreier Nichtjude, ) Siehe ->r. 9 de-; Mitteilungsblattes S. 6. doch sind nichtjüdischen Kommt wir ihn auch in den können. sind, so werden gewi bei ihren anderen seitigen, 1 so datz wir winnen skönnen. Dais und Rehen gegen deh wirklichen deut itonen offen entgegcntreten. so werden meisten Fällen als Freund gewinnen Und wenn l^s wirklich am Anfang auch noch wenige z diese wenigen dafür sorgen, ein etwa Freunden bestehendes Vorurteil zu bc schliehlich auch diese als Freunde ge nützt mehr als flammende Protest«: Antisemitismus, das ist ein Weg zur chen Volksgemeinschaft.

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