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Der nationaldeutsche Jude · 1929-10-01 · Nr. 10 (Oktober 1929) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 10 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Sabbat am Sonntag. gin Beitrag zur HuegWichuhg der Gegensätze. Unter den großen Mä hten, von denen man erwartet, -h sie die Gegensätze zoischen Mensch und Mensch veringern sollen, steht an klier Stelle die Religion. Und och müh man den sichtbaren Bertretern der sittlich-religiösen ödeen, den Kirchen, leider nicht selten den Vorwurf machen, ah in ihrem Namen allerlei äuf Erden geschehen darf, das nur geeignet ist. die Gegensätze zu verschärfen. Unter diesen Umständen ist es besonders beachtenswert, wenn ei» Staat es wagt, in bewußtem Gegensatz ,u seiner mächtigsten iilche ein Werl der Ausgleichung gewisser 'Gegensätze mutig ,n Angriff zu nehmen. Und wir werden uns frage» müssen, ■1) wir nicht selbst daraus lernen lönnen. Die neue Türkei, deren Gebiet ja durchaus' nicht nur von stiohammedanern bewohnt wird, hat im Wege der staat ickien Anordnung eine Kalenderreform durchgeführt, durch oie der bisherige Wochenfeiertag der Mohammedaner, der Freitag, lalendermähig um 2 Tage oormärtsgerückt worden ist, sodah nunmehr der Ruhetag mit dem 'christlichen Sonntag aisammenfällt. Ter Erfolg ist. dah nunmehr die türkischen Staatsbürger. Mohammedaner und Christen, am gleichen Tage feiern. Der praitische, insbesondere auch geschäftliche Vorteil dieser Neuordnung liegt auf der Hand. Fast noch wichtiger aber ist der ideelle Nutze». Tie Türken moham inedanischen und christlichen Glaubens werden einander auch innerlich näherrücken, nachdem ein äußeres Unterscheidungszeichen, das bisher durch die Kirchen den sonst gleichstrebenden Menschen aufgedrückt wurde, beseitigt ist. Für uns Juden im deutschen Vaterland können mir eine naheliegende Nutzanwendung ziehen. Man mag meinen, dah für Teutschland die Frage des allgemeinen Ruhetages weniger brennend sei, da die jüdischen Staatsbürger, die allein in Teutschland für die Feier eines nicht hiit dem Sonntag zu iammenfallenden Ruhetages in Frage Prozent des Volksganzen ausmachen. Unterrichtete, wieviel Mihhelligkeiten stehen,, dah viele deutsche Juden an der festhalten. Tiefe Mihhelligkeiten sind morden, seit die Jüdischnatiifnalen ifirc Propaganda ins Schrankenlose ausgedehnt haben. Ten natürlich zunächst die Schulfrage. In die von den Zionisten nicht nur für bevorzugt, sondern azich anderen Staatsbürgern so dringend empfohlen werden, fällt natürlich jede Schwierigkeit nach dieser Richtung hin weg. Tie Eltern aber, die Wert darauf legen, das; ihre Kinder in allgemeinen Schulen unterrichtet werden und möglichst frühzeitig in enge Berührung mit ihren uichtjüdischen Volksgenossen jugendlichen Alters kommen, geraten in Konflikte, wenn sie gleichzeitig fromme Juden sind und nicht wünschen, dah ihre Kinder am Sabbat die ^Schule besuchen. Ter Ausweg, dah die Kinder zwar in die Schule gehen, aber am Sabbat nicht schreiben, ist natürlich eine Halbheit, die nach keiner der beiden Richtungen hin befriedigt. Tas Ergebnis ist in jedem Falle, dah [bie Kinder unter der wörtlichen oder halbwörtlichen Befolgung einer Formalvorschrift schwer zu leiden haben. Von »en Lücken im Wisse», die durch völlige oder teilweise Versäumung dös Unterrichts entstehen müssen, ganz abgesehen die betreffenden oder betroffenen Kinder müssen ihren nichtjüliischen 'Mitschülern als etwas Besonderes, gewollt Andersart ges erscheinen. Und vom Anders bis zum Feindlich ist nur in kleiner Schritt. An Orten, die überhaupt keine jüdische Schule haben, in denen jüdische Kinder also die allgeisteine Schule besuchen müssen, entstehen die gleichen.Schwierigkeiten zwangsläufig. Tie schriftgläubigen Eltern haben hie? stur die Wahl, ob sie ein ihnen heiliges Gebot verletzen oder ihre Kinder vom ersten Schultage an den gröhten Unannehmlichkeiten und Spöttereien aussetzen wollen. Tazu tritt ein anderes Moment, das fast »och wichtiger ist. 2n der Grohstadt pflegt die Feier des Sonnabend nach auhen hin nicht besonders aufzufallen. Schmieriger liege» die Verhältnisse in der Kleinstadt und auf dem Lande. Ter Lebensrhythmus ist hier viel langsamer, er gestattet auf vielen Gebieten ein Stück Eigenbrötelei: zudem haben dort die Juden vielfach noch die gleichen Berufs- und Lebens Verhältnisse, wie vor der völligen Emanzipation. Eine an sich gewiß schätzenswerte Disziplin hält sie dort auch mehr kommen, kaum e i» Und doch weih jeder gerade dadurch ent Feier des Sonnabend zweifellos gröher ge Schulmann interessiert den jüdischen Schulen, ihre eigenen Kinder Von Btudtairat Dr. f. CQacbener. gt ii äls teil stll ei zusammen und Mitglieder am Gottesdienst besst dafür gewih Bes Aber heute herrs diese sind gene Tradition geschl^ des Andersseins erwünschtes Mcit allgemeinen werft Mitbürger ihre einherwandern, dah es sich auch man es sich Iciitje für die Juden verstand. Mihgsti der Emstfindunk schlagen. Was taun Hasses zu verstb laiigst die Emps diese Empsindun Judestheit Hinei t auch du diesen 5t|r Feiertage mit bei den beoorstest was geschehen -s nicht auszuspreckl die bisher alleil Ernst astzugreif^n Schmierigkeiten Und doch ist des jüdischen Kstke sätzliche, T>. h. i n Hindernisse tatst chlü der Feier des s etei als siebenten Ta; mähig richtige i t der Forschung schiste wenn es selbst m unzweifelhaft bt die Mittel raoller f e i t Di b e i e i t Kern der R Jude, der iin R er ihn mit Eiiss insofern walten wahren W c gesetzt, w i e unter de» heutigie laud unter allen abend, zumal d Sinne einer wi durchgesührt weist», häufig genug; gezwungen ist. Ich stelle d wck cht darüber, dah möglichst alle Gemeinde- -cnnabeNd. ihre Geschäfte schlichen Und den cheb. Einsichtige christliche Mitbürger werden tiindnis, vielleicht sogar Anerkennung haben, chchi fast überall die minder Einsichtigen, llnd überall, wo Juden im Rahnstn ihrer slen auftreten, eine gewollte Betonung zi> wittern. Für solche Uneinsrchtigen ist es ei ial, wenn am Sonnabend, an dem im : ttcr Geschäftsbetrieb herrscht, die .jüdischen Geschäfte geschlossen halten und im Festschmuck T i wird dann mit Hinweisen nicht gespart, n it zwei Ruhetagen gut leben lasse, wenn könne — denn der Sonntajg fällt ja auch Geschäftstag aus. So löünen denn Un üss und Geschäftsneid leicht die Brücke von Anders" zu der Empfindung „Feindlich" nupi tun. um wenigstens diese Quelle des en? Nicht wenige deutsche Juden haben indung, dah etwas geschehen muh. 'Wieweit g auch in die schristgläubigen Kteise der r> idit, dafür ist bezeichnend, dah man sich essen freut, wenn zufällig einmal die jüdischen christlichen Zusammenfalle» —- »ihn möge esiden hohen Feiertagen darauf achten. Aber und geschehen kann, das wagt man vielfach Tie Berliner jüdische Reformgemeinde, den Mut gehabt hat, das Prohlem mit weih ein Lied davon zu singen, welche aus altgläubigen Kreisen bereitet werden. in Teutschland, ja r rci sollte, durch eine Muster, etwa d den j ü d i s ch e t lichen Sonn ist. ist auch ein lichen Machtmit dekretiereni sie gemeinden und müssen. Aber wenn wirklich besteht. Und Gebots wird mi dient werden wirklich die Mö als wenn er ge aufrecht zu erha g e m ä h e Befolg lich ist. li c de c Lösung eine höchst einfache. Einer Reform iders nach Art der türkischen stehen grundehrlichen religiösen Empfinden begründete ich nicht im Wege. Tie Bibel spricht von nten Tages. Ob aber der Tag. den wir feiern, heute noch wirklich der kalenderdürfte sich auch mit den schärfsten Mitteln rlich mit Sicherheit feststellen lassen, llnd iiiklich feststände -- wer ehrlich danach strebt, stehende Gegensätze auszugleichen, muh auch durch die trennende AeuherIich - g t werden können, o h n e dah der gion dadurch berührt wird. Der otgengebet. seinem Schöpfer dafür dankt, dah i ht gesegnet hat, muh diese Einsicht auch lgssen, dah er sich sagt: nichts ist dem ii der Religion s o entgegena l b h c i t c n. Eine Halbheit aber bleibt Lebensverhältnissen der Juden in Teutsch- Umständen die Sabbat-Feier am Sonn Sonnabend-Feier doch fast nirgends im chen Fernhaltung von allem Geschäftlichen ejn kann und'auch der frömmste Altgläubige allerlei Umdeutungen der Sabbat-Gebote en titln c htr 0(1 r deih ich w:n» |li >w ernstlich zur Erwägung, ob es Inicht auch am besten in der ganzen Welt.^llivglich "sein Rqform des jüdischen Kalenders imch! türkischem einmalige Einschiebung eines! Schalttages, Wochenfeiertag mit /eip ch r i st - g zusammenzulegen, fco lein Wille tjlZeg. Freilich stehen uns nicht die staatzur Verfügung, die Refonm einfach zu ilrb bei uns von den jüdfjchen ^ieligivnsor allem von den Geistachen ausgehen wird möglich sein und mu« möglich sein, ernste Wille zur völlige» Eindeutschung wahren Sinn des religiösen Sabbatim Sinne der Schriftgläubigen besser g> der Fromme an seinem Wochmfeiertage hkeit hat. sich ganz in Gott zu versenken, ungen ist. durch kleine Kniffe den Schein ftcii, als befolgte er ein Gebot, des en sinitrng der grohen Mehrheit gar picht mög

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