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Der nationaldeutsche Jude · 1929-09-01 · Nr. 9 (September 1929) · p. Seite 3

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 9 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Moses Mendelssohn ein Klassiker der' deutschen Sprache: seine Schriften gewannen nicht zum wenigsten durch den glänzenden 51il weiteste Verbreitung. - Jedoch nicht nur der Sprache nach, sondern auch in der Grünling war Moses Mendelssohn ein Deutscher. Die Freunddes Philosophen mit Lessing verband nicht bloh diese -eiden Männer, sondern ward das symbolische Vorbild für jene herzliche. geistige Vereinigung des deutschen und jüdischen. 'Pc'ens, die dem Deutschtum wie dem deutschen Judentum zum teil gereichte! Wie Mendelssohn selbst immer wieder sagte, lag ihm an der Gleichstellung seiner Glaubcnsgenossenschaft acht bloh vom jüdischen, sondern vom vaterländischen Stand- .»mttc aus. das; dieselbe „wie jede andere zum Nirtzen des -laatcs gebraucht werden könne." Diese echt patriotische Einstellüng des Mannes hat nicht nur M. Kayserling in seiner ausführlichen Biographie Mendelssohns, sondern auch ii-, Schreiber in seiner kleinen Schrift „Moses Mendelssohns Verdienste um die deutsche Nation" (Zürich 1880) nachgewiesen. Dabei ist zu bedenken, das; ^gs 18. Jahrhundert, in ocm Mendelssohn lebte, ein Zeitalter des Kosmopolitismus war. Weder Goethe noch Schiller waren „Patrioten". Bekannt ist dasGoethesche! Wort: „Es gibt keine deutsche Kunst i .11 nb leine patriotische Wissenschaft,, beide gehören wie alles Hohe und Gute der ganzen Welt an." Auch tteksing bekennt cintnal, das; er nicht ..nach dem Lobe eines eifrigen Patrioten geize", das; ihm Vaterlandsliebe als eine „heroische Schwachheit" erscheine. Danach könnte es eigentlich nicht wnndernehmen. wenn der Jude Mendelssohn wenig Patriolismus und Nationalgefühl besessen hätte, zumal die Lage der damaligen Juden recht traurig war. Doch trotzdem hören mir ihn nationales Selbstgefühl und deutsches Sclbstbewuhtiein predigen. Schon in seiner Erstlingsichrist. den „Philosophischen Gedanken", verdammt er die sklavische Rachahmungssucht der Deutschen gegenüber allen;, was französisch ist. Er klagt über die seichte und flache Denkungsart der Franzosen und stellt ihr die Gründlichkeit und Tiefe der deutschen Philosophie gegenüber. „Die Franzosen, welche seit dem * P. Malbranche keinen einzigen metaphysischen Kopf aufzuweisen haben', sahen wohl ein, dah die Gründlichkeit ihr Werk nicht sei: sie machten daher die Artigkeit der Sitten zu ihrem einzigen Augenmerk und übten den spöttischen Witz gegen die. welche tiefsinnigen Betrachtungen nachhingen und in der grohen Welt nach einer gewissen übertriebenen Zärtlichkeit des Geschmacks nicht zu leben muhten. Die ehrlichen Deutschen spotteten mit. Und wie konnten sie anders? Sie. die gern die Hälfte ihres Verstandes dahin geben, wenn ihnen die Franzosen nur zugestehen, dah sie zu leben wissen. Werden denn die Deutschen niemals ihren eigenen Wert erkennen? Wollen sie ewig ihr Gold für das Flittergold ihrer Nachbarn vertauschen?" Und das schrieb Moses Mendelssohn in der Hauptstadt des groben Königs, der die deutsche Literatur verachtete! Ja. er scheute sich nicht, Friedrich deswegen zu tadeln, lieber dessen „Poesics diverses" sagt er in den Literaturbriefen: „Welcher Verlust für unsere Muttersprache, dah sich dieser Fürst die französische geläufiger gemacht! Sie würde einen Schatz besitzen, um den ihre Nachbarn Ursache hätten, sie zu beneiden." Das hinderte ihn nichts den König persönlich aufrichtig zu verehren. In zwei patriotischen Predigten in deutscher Sprache nach dem Siege von Rohbach und nach dem Hubertusburger Frieden bekundet er auch im Namen seiner Glaubensgenossen seine begeisterte Hingebung für Preuhen und dessen König, den,er „ein Muster der Tugend" nennt, „welches in der Geschichte allen künftigen Bewohnern der Erde zum Beispiel glänzen wird". Als Schriftf elljr lag sehr am Hetzer. iAls zur! Beurteilung schickt. ihm die deutsche „Muttersprache" ihm ein Bekannter leine Schrift mahnt er ihn, besseres Deutsch zu schreiben: „Ihre! Schrift soll die Ehre der deutschen Prosa retten, soll grohxi gründlich denken ein Lessing nahtn n Herren beweisen, dah auch Deutsche mit Geschmack schreiben könnxtz." von ihm gern stilistische B lehrung Seine Art zu'schreiben war meisterhaft. Das Geringerer als Philosophie scheint Sucht nach bleyde scharfsinnig und bezeugt .Mendelssohns ^Schreibart für f(rci von elegant zuträglichste zu sein„ So Schmuck und doch so deutlich, so wenig auf Rührung, Scheine nach, arbeitend, und doch so eind^iugend die Bluse der Philosophie eine Sprache! erkies Philosophie eine Sprache! erkies diese oählen." Die Sprache des die Piuse würde sie Wen; n sollt! groihen Kö wü ischen bcrger Philosopl en läht bekanntlich sehr zu Bei dieser Geleg:nh»t sei die merkwürdige Tatsache erwähnt, dah die B erli e r> A kad e m i e. die eine Preßsarbeit „die Evidenz in hatte, den Prci metaphysischen Wissenschaften" HIos«» HIen«t«l»sokn Nach einer Originalbronze von I. Pletzner-Bcrli». So hat es Lien Charakters anerkannt,!dah uns ein Nationalst»!; sehlt. N^tür lieh meint er den darüber seine Bes irehung der Zimmermannschen Nationalstolz" in Abbt'schen Sch ist der Literaturbriefen. Auch die Ikezensio; der diesen Zusammen die noch heute für fang. Hier prägt er die folginden Worte/ haben: „Wie könnt es, dah die alte Gcschichb interessanter ist, näher angrenzt? bei den Griechen Denkart hatte, ihre: Welthandel <tls die neuere, obgleich diese» » Eine der wichtigsten Ursachen und Römern die ganze Ratio Oil Kommt aber di Gemüter unsl r Nation notwrn belebt, auch nehmen." Es kann nach Moses Mendelsso erworben hat. Ei der Juden, svndeii schlichteste Einwohner d^lssohn als ein Grundübel vernünftigen Nationalstolz". Man verg Moses Mendelssohn verleb, wälrcnd Kaut nur das Alzcisit erhielt. Dabei übertrifst die Konische Schrift die Mendelssohns an Scharfe der Beweisführung, aber >ic Abt and lung des letzteren war stilistisch hervorragend. Wie hoch Kaut Mendelssohn cinschätzte, icwcist eine Bricfstellc: „Eiu solcher Mann, von so sanfter Gemütsart, guter Laune und Hellen; Kopfe in Königsberg zum beständigen und t iglichcn Umgänge zu haben. wü:dc dicjsnige Nahrung der <-eeIc sein der ich so gänzlich entbehren muh. aller Anerkennung, die Mcndeld für die philosophische; LeHtu anderer Böller hatte, sah er in den Deutschen das klassische der Denler. An Lesiin > schreib! „Die Franzosen philos iphiercn den; Witze, die Engländer sindung, und nur die c u t haben kabtcs Bls;t gen ZU pH mit dem B c r st a n d sophieren." Deshalk Deulichcn, das; sie ihre < rohen sophen nicht so ehre;;, u ic sie es dienen. ..Als der grohc licwton tarb, da wurde er von den Engländern mit beinahe königlichen Ehrend Zeugungen bestattet. Der wi nigstens i benso grohe Leibi; iz verschied und ward nicht würdiger beqrdigt alder uer Stadt." des deutschen „Vom Zode für- Batcrla; jeden vaterlandsliebenden Men Liebe In den zum Vaterlande war die neueren Zeiten hin Liebe zum Vater! anbe unter die Vorurteile verst e Liebe zum B ate rI a; de in r M i t b ü r g e r, z u r ü ck, dlg.; i n e w;e von einer neuen o neue DcnIung dem Angeführten keine Frage k>n grohe Verdienste um gehört zu den grohen n auch der Deutschen. die selbst an. kein die aller so dem sich . so rigslijbrig. über usgeschr eben hier Bei sohn agen doch Polk er: mit mit der Emph en u g, lotadelt ec die Philover- -chrrst d" gehö chen Geltung noch immer ncrcn Zpiten st wohl, eine regen;s! rhen wo o m u h s a rt sein, das! die de ltsche Nation Erzieh an nicht nur eiche vom :t in dah drohe Seele die den. d i e d i c e l c a n - sich I

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