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Der nationaldeutsche Jude · 1929-08-01 · Nr. 8 (August 1929) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 8 (August 1929)
Date
1929-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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TT Helgoland* Von Justizrat I)r. Georg Sieg mann. Das war eine schöne Ueberraschung' für alle Freunde des Ucn Nordseeilands. als sie im „Berliner Tageblatt" v ,n 29. Juni 1929 den Alarmartikel über „Antisemitische ügilalion auf Helgoland" lasen. Freilich wandelte sich bei näherem Zusehen der erste Schreck ei mir in ein heiteres Lächeln um; denn die beiden Vereiste, ie in dem Artikel als besondere Pflegestätte antisemitischer Betätigung genannt werden, sind mir nicht fremd. In dem ,elgoländer Heimatbund bin ich mit andern zahl- .eichen jüdischen Helgoländer-Freunden selbst Mitglied und en Helgoländer Pacht-Club^, der ausschliehlich spärliche Belange verfolgt, habe ich mitbegründet. Schon hieraus allein lieh sich die Unzuverlässigkeit der Verdächtigung erkennen. Wie sollten auch die freien und treigesinnten Helgoländer löblich zu. antisemitischer Betätigung! kommen, bei denen, seit estehen des Bades, zahllose jüdische'Gäste stets willkommene ufnahme gefunden haben. Noch kürzlich, zu meinem 60. Geburtstag, erfreute mich die Gemeindeverwaltung durch nachfolgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr Doktor! Durch Zufall erfahre ich, dah Sie am 2t. d. Mts. Ihren sechzigsten Geburtstag feiern. Ich bitte namens der Gemeinde« und Badeverwaltung Helgoland, meinen herzlichsten Glückwunsch cntgegennehmen zu wollen. Sie, sehr geehrter Herr Doktor, haben unserer Insel eine so lange Reihe von Jahren die Treue gewahrt und sind so innig mit unserer Insel und ihren Bewohnern verwachsen, daß Sie mir gestatten wollen. Ihnen die einliegende Ehrenkarte des Nordseebades Helgoland zu überreichen. Ich hoffe, dah Sie Gelegenheit nehmen werden, von dieser Karle einen recht ausgiebigen Gebrauch zu machen, damit Sie noch lange die für Ihren Beruf erforderliche Kraft und Erholung auf unserer Insel finden mögen. Ich bitte auch meinen versönlichen Glückwunsch entgegen- »ehmen zu wollen und zeichne, hoffend. Sie recht bald hier begrüben zu dürfen, mit besonderer Hochachtung Ihr sehr ergebener gez. Lange, Kurdirektor. Und diese Verwaltung sollte antisemitisch sein? -i- Ich habe mich aber vorsorglich an die G e m c i n b c gewandt und unter dem 8. Juli cr. folgendes Schreiben erhalten: Helgoland, den 8 Juli 1929. - Hochverehrter Herr Juslizrot! Auch wir haben mit grobem Bedauern von dem ZeitnngS» artikel im Berliner Tageblatt Kenntnis, aber sofort in der durch den beigefügten Auszug ersichtlichen Weise dagegen Stellung genommen und das Berliner Tageblatt um Ausnahme einer Gegenerklärung im Sinne der Anlage gebeten. Wir dürfen versichern, datz Sie sich auch in diesem Sommer genau so wohl fühlen werden wie bisher und rufen Ihnen schon heute ein ,herzlich Willkommen auf Helgoland" zu. Die Badeverwaltung gez. Lange. Gemeindevorsteher und Kurdirektor. Dem Schreiben war als Anlage nachstehender Auszug aus dem Sihungsprotokoll der Gemeindeverwaltung vom 3. Juli cr. beigefügt: Der Vorsitzende führt einleitend aus. dah die in der Presse in letzter Zeit erschienenen Berichte, nach denen auf Helgoland eine antisemitische Bewegung bestehen soll, es unbedingt notwendig macht, dazu Stellung zu nehmen. Eemeindevertreter Friedrichs stellt folgenden Antrag <der angenommen wurde): Die Gemeindevertretung wolle beschliehen: 1. Die Mehrheit der Gemeindevertretung bezeichnet den im Berliner Tageblatt vom 29. Juni cr. erschienenen Artikel: ,Antisemitische Agitation auf Helgoland' al» eine verleumderische Hetzerei rein persönlicher Art und bestellte Arbeit. 2. Die Helgoländer Gemeindemid Badeverwaltung lehnt es nach wie vor ab, ihre Säfte nach Partei oder Konfession zu gliedern, in Helgoland ist jeder herzlich willkommen, der Erholung sucht. , 3. Nur wer hier zum Schaden der Jnselbevölkerung eigennützige Pläne verfolgt oder solche Pläne unterstützt, wird als Feind der Helgoländer betrachtet und behandelt, ganz gleich, ob er Jude oder Christ ist. 4. Die Gemeindevertretung, die in ihrer Mehrheit parteilos ist und nur Helgoländer Interessen vertritt, weist den Borwurf, antisemitisch eingestellt zu sein, genau so aufs entschiedenste zurück, wie die Verleumdungen über angebliche england- oder dänenfreundliche, als» staatsfeindliche Gesinnung. ö. Die Mehrheit der Gemeindevertretung wird alles daransetzen. baldmöglichst die treibenden Kräfte der snstematischen Wühlerei gegen die Helgoländer Bevölkerung zu entlarven. Berbandsaprslug jährigsr Moto aus brachte uns Forsthaus Kasfeeich Caputh, wo sich die Teilnehmer in samen Abendessen spräche unseres Vir .mann trug urii Rubinstein ©4 Mitteilungsblatt Lebhafter Beifall Darbietung.' Nock« heiterster «tirnrnu Stunde trennten ,see aus sich auf 2. Mitteilung! unregelrnähige Z Geschäftsstelle zu Ueberstcht darübeic Zustellung des B>! ordnungsrnähig an blakt. Wir bitten, etwaige Klagen üstellung des Mitteilungsblatte sichten. Cs liegt uns daran, möglichst :« zu gewinnen, ob die seit Juni ei tg lattes durch das Postzeitungspn bwickelt. 3. Winterar >f regungen fü zuzuleiten, insbe lung an Vortra«« Das „Berl. Das Verha der Reisezeit bii schrift und bewi 'Besucher der Ins hierdurch ein gr der Verdächtigen nicht den Mut Schaden, soweit den Rückzug in T andenaebriebten > unser citer uner . _ Ayr 29. Juni d. 2. fand boot-Ausflug statt. Von das Boot zuerst nach Ternplin fei stattfand. Dann ging es w« ckach Spaziergängen bei herrlichctst Wirtshaus am Schwjelowsee zuch wieder zusammenfanden. Nach bandsvorsitzenden Justizrat D (er Mitglied Frau Ella L pichte von Fontane und zwei der abgedruckten „Zwischenfcld"- Gedsi« dankte der Künstlerin für ihre aus« ein Stündchen Tanz und dann g die Rückfahrt angeireten. Erst i die Teilnehmer, um vom Bahnhiff Sonoererpeditionen" zu begeben. it tu R it. Wir bitten unsere Mitglied «die W i n t e r o r b t i t der Geich »ndere Themata anzugeben. deren Habenden gewünscht wird. i Der Bor! dies- Wanniee Dil im nach Wetter g? nein- Antegdioigunserem vor. cht« ckezeichncte vursde in päter Wanntn über die bald eführte sich ■x’ äsiss B<h jtarb Tageblatt" hat dann in der Nr. 824 12. Juli cr. diese! und eine andere Zuschrift des Vorsit enden des Helgoländer Pacht-Clubs nur inhaltlich wiedergec ebi n mit dem Hinzufügen ,>wir haben nochmals bei unserem Geimhrsmann ungefragt, und die Antwort erhalten, datz feine legungen völlig einwandfrei gewesen seien." De! schlicht mit den Worten: „Wir hoffen, datz die Erklc ruch Dar- Prtikel g der wolle sein, auch über die Badesaison histaüs sich Gemeindevertretung, man sei nicht antisemitisch ugd nicht antisemitisch sein, auch ül als zutreffend erweisen wird." ten des „Berl. Tageblattes" in d gclegenheit erscheint hiernach empörend. Gerade zi ese: An- 'Beginn cKne: Zu-!gt es obigen Artikel in Form t damit, dah zahlreiche jüdische Helgrlandsl fernbleiben und dag den Inselb ewi bnern er Schaden entsteht. Von der Unrichtigkeit authentisch, belehrt, bringt es anscheinend uf. seinen Artikel zu berichtigen und, den Möglich, wieder gutzumachen, tritt l iiser Form an. die fast wie eine Wiederholung der Verdächtigung aussieht. In der „4} 111 am Montä g" vom 22. befindet sich, offenbar als Folge des B. T.-Vorstotzes, Briefkasten-Roti»:! „N. Dresden. Ob Sie in Helgolan!« vor antisemitischen Vöbeleien sicher sind? Wir können dqs picht ohne weite« es bejahen, seitdem dort der sozialistische Fül rer Friedrichs in niedrigster Weise Wir könnet «unfern jüdischen Freunden auf Grubd jähriger Erfahr tng und Kenntnis der Helgolandbevölk erung nur die Versicherung geben, datz Helgoland bisher von jedem Anti gmitismus völlig frei ist. und ihnen dringend raten, «gerade in Helgoland ErhoInnj suchen. Das Verhallen des „B. T." in dieser Angelegen!»eit lätzt aber erkennen, wodurch so oft Antisemitismus plötzlichs entsteht an Stellet, die bis dahin davon frei waren. Der Reiti Pütten & Loet Eine Legenp und Schicksale e Menschen bring begehrte Mach Die Grundidee tiger Sprache des 17. Jahrht nur.äutzeres R . könnte die glei h« Geisterbeschwörfr« hammedanisch I Ui 1929 folgende lan!« :s > «tat onalhetzü." d lang- Kückerfchau. 'über ährt!jr. Von Ludwig Straub. «sng. Frankfurt a. M. 1929.) e vom Kraftmenschen, der Gewalt'ii elUrohen will, Unheil über die ihm vertfaue! und erst im Tode erkennt, datz die nur der demütigen Hingabe gew«' ist nicht neu. aber fesselnd in edler unt um Höhepunkt geführt. Das Ghett > nderts, in dem die Vorgänge sich ab ielech ist guisit, nicht inneres Erfordernis. Die >e sein, wenn die Umwelt des , s nicht jüdisch,—sondern christlich «>äre. i Anteile and vom lVierlüs Stelen «fiden oon ihm wird, anväch- -Milieu .Reiters' o >er Leg ende und mo- IA. N.

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