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Der nationaldeutsche Jude · 1929-08-01 · Nr. 8 (August 1929) · p. Seite 6

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 8 (August 1929)
Date
1929-08-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Zwtfcbenfeld am zweiten Huguft. Ton Rane Neuraths. Herr ^auidicnfclb bat nach dem Abendessen Gedankenvoll auf dem Balkon geiessen. Plan braucht zwischen Einkauf und Dienst am Kunden Bisweilen auch besinnliche stunden, Und die Zeit geruhsamer Abendvcrdauung Sn beitens geeignet für Weltanschauung, - So über das Leben.unb- »einen Sinn. Mit Mas; natürlich. Doch immerhin. Sn dämmernden Straften verebbt der Berke.tr. Ser zweite tllugust. Berlin ist leer. ' Sie besseren Leute Und noch''iktz Bade. Sas bat man schon hinter uch. Wirklich ichadt. So gebt's seit Sabrcn. Lvas bleibt als Rest? Ser ewige Wechsel — ohne Protest. v>eschärt. Erholung, Erhaltung der Gattung. Zunu Ende die festliche rveuerbestattMg. Ser Staub dem Staube, der Sugeno das **VcI'>, Und ein Nachruf dem seligen, Zwischerncld. Leben in Sterben mir Hindernissen.! Wotu das Ganze? Na, Gott mag's wi"en. [. Srübcr,' da batte man grobe Roünen, l Sachte nickt nur an's Geldverdicnen,! , '’Ucftto noch wirien für allerhand,;; 3nm’ Beispiel. na ja. iür's Vaterland. Sas in ja nun ziemlich anders gekommen.! 'NUe >agt der Sichter? „Sie «''»lut in verglchnmen". S och man lebt ja schlieblich und ijzt »ich satt. Und die Hauvtstrche in, da>; man Nudc bat. ' .Sort unten belebt sich ein Straszenstreifen. Ein Blarlch klingt auf aus Trommeln und Pieinen. Sn Windjacken stampft ein1 Zug daher. Sester Mar'chtrin. Wie Biilttär. «üesinnungs «üleichschrilt.. Dcmonstra'tjonl? Sur was? Gegen was? Weib man's schon? : Schwarzrotgold oder Schwarzweibrot? Cker ist's Ronront trotz,.dem Berbot? Siebt alles gleich aus im Sämmerlicht. Kokarden verschieden — >onst merkt man's nicht. Aber den Srill, das in gewift, Haben iie alle vom alten Kommis,- “ i Cb auch das Mundwerk nach Zukunft schreit,! Sn Mn Knocheit neckt die Vergangenheit. — So schritt man >elbst mal in der Kolonne? Sachte an gar nichts. — Schwitzte mit Wojtne. — Trommeln und Bienen. — Rlärschieren in Lu - Herrgott. — beut in..ja der zweite August t! — Gedenktag beute. -- Sa beizt es gckreien! Sie kennen nicht Seut'che, nur noch Parteien. Metern aus Angst wie die Kinder bei Nacht. An ein Gedenken wird gar nicht gedacht: Und wäre doch wirklich was zu gedenken, Cbne dadurch die Verfassung zu kränken. Sa reden iie höhnisch von „grober Zeit". Gros; war das Eine: die Einigkeit. Heut itebt man ja manches in anderem Licht, Und schön ist's in Deutschland wahrhaftig nicht. Und man schämt sich manchmal und ist auch empört Und weih nicht recht, wo man hingehört. Doch Anno Vierzehn, am zweiten August, Zum Donnerwetter, da bat man's gewuftt. Da ging.man los und fragte nicht weiter. Man war doch Deutscher. Und Landwebrgefreiter. Und man wollte gar nicht so sicher wissen. Wer gerade die erste Bombe geschmissen. Deutschland in Not! Und die Welt in Brand! Recht oder Unrecht — mein Vaterland! Sa, das ist vorbei und die Zeit gewandelt. Man bat uns wirklich nicht gut behandelt. Enttäuschung ist bitter. Man hält sich kühl Und bezweifelt zuletzt das eigne Gefühl. Gewih, man ist Deutscher. Doch darf man wagen. Heute zu sich „erst recht!" zu sagen? Man kommt sich dann vor wie ein Reaktionär. Nur einfach ein Deutscher — das trägt man nicht mehr. Da lieft man bei fortgeschrittenen Dichtern Von moralischer Schuld und schlammigen Trichtern. Und das Blatt vom Glaubensgeminen-Verein, Das schreibt! nur immer vom Sudesein. Man kann kich das Deutschtum nicht wegdisputieren Und will doch nicht geistig den Amchluft verlieren. Plan kann nicht vergessen und will nicht verzichten. Und io pendelt man immer zwischen den Schichten. Undj trägt man sein Bändchen dann und wann. Saifn grinst uns ein.«freund von der Seite an Und fragt: „Sie nnd wohl dcutschnational?" - Und was bin ich wirklich? — Sentimental! Herr 'Jwischenfeld hat sich in's Zimmer gewandt. Da lag sein Vereinsblatt. Er nabm's zur Hand- Sn vielen Spalten war dort zu leien,;. Saft cs wieder eiijmal sehr schlimm gewesen. Und in Nieder-Tstpfing im dunklen Bauern Sa wolle man nicht die Verfassung feiern, Und ein Bauernqursche in Groft-Glubschin Ser habe was gegen die Juden geschrie'n. Und er sei noch nicht in's Gefängnis geschafft. Und in der Sustizlsei es krisenhaft. Und man müne pie Einheitsfront errichten Und auf innerjüdischen Streit verzichten. Und für die Einheitsfront sei es egal. Cb deutsch oder judischnational. Und vor allem müsse mit vollen Hunden Man für den Koimpffonds spenden, spenden! .ann Herr Zwischenseid i las es fast unbewuftt. Und i i ihm summte der zweite August, schob er's fort und zog ein Gesicht. .Vielleicht wieder morgen. — Heute mal nicht." 8LKKincl von Crimberg. Ein nationaldeutfcbcr "Jude des frühen Mittelalters. Sn der „Südisch liberalen Zeitung" Rr. 10 ichrcitzt Soiepb Kauffmann einen längeren Aunatz -über diesen jüdischen Minnc'änger. Er erbringt erneut einen! literarischest Beweis iur die tiefe Verwurzelung, die der jüdische: Teil der deutschen Bevölkerung schon vörSahrbunderten im- Bakerlande suchte und gefunden bat. Scilche stummen Zeugen vergangener Zeiten sind noch beute lebendige Gegenargumente zu der entwurzelnden Tätigkeit moderner „jüdisch-nationaler" .Kreise. — Kauffmann schreibt: *r „So traurige Erscheinungen auch der erite Krerizzug für die deutschen Süden, namentlich am Rhein. mit sich! gebracht batte, die schrecklichen Ausschreitungen, die «ich die dem Kreuzbeere vorausziebendcn Banden batten zu schulden kommen lassen, wurden doch von keinem Teile der deutschen Bevölkerung unterstützt oder gebilligt, weder von den Bauern noch den Bürgern, weder von der Rittcrichant noch der Geistlichkeit. Es war die Hölbezeit der Minnesänger, der Wolfram von Eichcnbach und Walter von der Vogelweide. Aus dem Kreile der Minnesänger erklingt auch der Name eines jüdischen .Kunstgenosscn, des Sängers S ü ft k i n d aus dem kleinen Dorfe Trimberg bei Würzburg. Sn der berühmten Manesse scheu Handschrijt, die in der Pariser Bibliothek aufbewahrt wird, und die aus deni Anfang des 14. Jahrhunderts stammt, sind Lieder von etwa!130 deutschen Minnesängern gesammelt, und unter diesen befinden sich auch Lieder des Süftkind von Tlrimberg. Von allen Sängern sind Abbildungen beigefüg. Süftkind ist der Sudentracht der Zeit der Nieder schriftj die erst etwa jLOO Sabre nach seinem Tode erfolgte. Er trägt den spitzen Hudenhut des vierzehnten Sahrhunderts. Es st anzunebmcst, daft Süftkind wohl nicht der einzige Sude w< r. der sich in der mittel-hochdeutschen Lyrik betätigt hat. Sern dieser Dialekt wurde damals von allen deutschen Süden g uprochen und slavische und andere Noch heute wird er v ..jiddisch' gesprochen. mit der Zeit, je nach der Gegend, durch Sprachen, auch hebräisch, aufgefüllt, on einem groften Teile der Süden als

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