Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 8 (August 1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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^kMMWWW Hü9 dem Cagokamipf. Die politische Betätigung der Inden in England. Im neugewählten englischen Parlament werden fünfzehn Inden sitzen, und zwar von der Arbeiterpartei 3, von der liberalen Partei 5. von den Konscryatven ^.Abgeordnete. Woraus man zum Bergleichmiit unseren politischen Verhältnissen lernen kann, datz 1. nicht jeder jüdische Intellektuelle in England Parteiführer und Politiker ist, 2. datz man auch als Iude politisch rechtsstehend sein darf und das; 3. in England - 'chon vor Disracli übrigens die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung konservativ national empfindet.. In England gibt es bekanntlich keinen Antisemitismus in unserem Sinne; wenn wir aber hier etwa Zusammenhänge sehen, so sind wir für gewisse „Deutsch-Inden" Verräter ait der jüdi schen Einheitsfront und - aufdringliche Hur-raschreier. Auherdeutsche Aufgaben des Hilssorreins der deutschtn 'Juden. In der letzten Sitzung des Geschäftstührenden Ausschusses des Hilfsvereins der deutschen Iuden in Berlin kam eine Reihe «nach Ansicht des Ausschusses) wichtigem Probleme zur Besprechung. Herr Warburg wies unter Darlegung der Eindrücke von seiner Paläitinarcise auf Arbeilsmöglichkeilen für den Hilfsverein in Palästina hin. Besonderes Interesse erweckte die Anregung, das Technikum in Haifa aufs neue zu fördern.- Generalsekretär I)r. M. Wisch nutzer berichtete über seine Studienreise nach Rumänien.! Daraufhin wurden zunächst <!> 30 000 Mark für die kulturelle Arbeit in Rumänien und 100 OM Mark für die sanitären Einrichtungen in den jüdischen Kolonien in Südrutzland! bewilligt. — Arbeit des Hilfsvereins in Palästina, in Rumänien und in Rutzland! Wir lind also wohl zu der erfreulichen Feststellung berechtigt, das; es in .Deutschland keine Arbeitsmöglichkeiteir für den Verein , mehr gibt, und datz die Armut unter den deutschen Iuden abgeschafft worden ist. Nur eins: warum ändert dann der Hilfsvercin der deutschen Iuden nicht seinen ihn doch immerhin einseitig verpflichtenden Flamen ab? In Palästina besuchen jüdische Kinder die christlichen Missions- , . schulen. Der zionistische Rabbiner E s s e l c r in Palästista hat sich an die Zentralkonferenz der amerikanischen <!> Rabbiner gewandt. um eine „geeinte jüdische Aktion zur Bekämpfung des grotzcn Einflusses der christlichen 'Missionen in Palästina" ins Leben zu rufen. In der Tat wurde durch .den Palästina-Orden der Bnei Brith schon im Februar dicics Iahres feitgestellt, datz Hundciltc von jüdischen Kindern ständig die christlichen Missionsschulen besuchen und datz die intensive christliche Missjonspropaganda „ihren Einslutz auf.viele jüdische Kinder ausübel" Eine Aufklärungslampagne ist daher von der Bnei Brith zur Abwehr der Misiionstäligkcit beschlossen worden, nachdem natürlich ein Verbock der Iudenmission von der Regierungsbehörde nicht zu erreichen war. — Das ist auch ein Beitrag zum Thema der „ges.icherten H e i ni n ä k t e": nach allen Enttäuschuagen politischer, wirtschaftlicher und kultureller Natur haben jetzt die Zionisten noch gegen die Gefahr der Taufe ihrer Kinder im eigenen „jüdischen" Lande zu kämpfen. „Saure Gurken-Zeit" in der Tagespresse. Das „Reue Wiener Iournal" hat sich aus Paris einen spaltenlangen Artikel über den „seil uizdenkbaren Zeilen vorzüglichen Ruf der jüdischen Kochkunst" yon der sicher sehr anmutigen Mitarbeiterin ..Sulamith" schreiben lassen und sie überschreibt ihn schmockig-schön: Der Triumph des Schalet. Die Verfasserin schildert all die leckeren.Gerichte, „die injmer dieselben ^bleiben, mögen sie in Rutzland, Deutschland oder sogar in Tunis" gekocht werden. Also eine jüdische Internationale — Ludendorff hat doch rocht! Laut Schlutziatz des Artikels wird ein neues „jüdisches Kochbuch", das jetzt in Paris erscheint, „ohne Zweifel die jüdische-Wopularität in Frankreich und auch in anderen Ländern fördern." Endlich der richtige Weg. den Antisemitismus im Keime zu ersticken. Iüdische Hausfrauen aller Länder, vereinigt Euch! -- Natürlich hat diese Schmockerei bereits rexchsdeutschen antisemitischen Blättern Veranlassung gegeben, über den „jüdischen Iournalismus" herzuziehen. Uebrigens auch ein Zeichen der Sauren Gurken-Zeit, auf Grund solchen Materials die Iuden zu bekämpfen. Di« i: el llntcj diesem Ti und iiv-^ibrigen der sammlung der Berliner lassen, das Kunstwisi Tendenzen verknüpft, von L. Bruck in ... hat Dr. Karl Schwarz, Zw,u l, oirklich verdienstvolle Kustos der Ku-ü,' >,r jüdischen Gemeinde, ein Buch erschein.-:! finschaft unglücklicherweise mit zionistsich-n Beachtenswert ist die Kritik des Bucb o Prager Presse", der u. a. schreib d:r .Welch ein Th nicht alles zu dien dilettantische Kom pressioniSmus. Ja Aufgabe, das Weier Wesen der Kunst der soliden Grundlab führt zu Resultaten, seit langem abgeta r geradezu kläglich, gesperrte Satz zu fache, datz einzelne tum verliehen. Es des Anteils der Juihn Es gibt eben S einzige unter ihnen Zweckes „bearbeitet" Aleichge nchtete Arbeit Feststellung von rein datz es eine solche gibt, und datz selbst der russischen und p Iuden in der Kunst. «na, welche Verarbeitung! WaS liehe n', m 'Thema sagen. Statt dessen hier: ei"? pjlation vom Romadenzelt bis zum (5, »och mehr: <t>ie Einleitung fetzt sich t„. der Kunst im allgemeinen, nicht etwa das Juden zu ergründen. Die» geschieht au, e der llnkcnnüiis der Kunstwisienschaft und die für die ältere Kunstwissenschaft berci: sind. Die Behandlung de» Themas tft e Hauptsache scheint für Schwarz der einzige dah der Seist Zion» lebt, und die Tat- »ön den angeführten Künstlern da» Juden ist schade, dah dieser Versuch der Darstellung an den bildenden Künsten so mihglückt ist. Ti sea thffgebiete — und die Kunst ist nicht das - die nicht ungestraft zu tendenziösen werden dürfen. Erst kürzlich hat eine über „moderne jüdische Musik" sich die fachlicher Seite gefallen lassen müssen, im sinne eines Spezifikums gar nicht die berühmte Ehettomusik vom Begriss clnischen Volkskunst nicht zu trennen ist. Ein neues Berliner Zionistenblatt. Tie Etappenzioni schaumschlagend für tcmber soll — wa. propagandistisch nicht schrift der Berliner beglücken. Sie will gung durch die ITA. den Ausbau Palästinä Gr.otz-B erlin ori:i fchriebene Wort belebe Auf d i e Teile u antisemitischen lätzlichen Lrientixch, vorliegende Nummer des Leben" in Groh-Beil allerdings nichts beki jüdisches" Leben tmji eventuell die „C. V.' künften an Hand gehe Die zionistische Meldung, datz im verübt haben. Bei Selbstmordauote nur diesem Zusammenhang Dem preutzischen Vorbehalten, m es sichtsloligkeit des sein, um damit die Eoslar selber fordert von ten in Deutschland treten weiter kräftig t>re verlorene Sache ein. Ab 1. Sep hrscheinlich ist die „Iüdische Rundschau" ertragreich genug — eine Wochen Zionistischen Bereinigung die Berliner nach ihrer etwas reklamehaften Ankündi „die Berliner Iudcnheit verlählich über s und über das jüdische Leben .in ijmtieren. Ein Bilderdienst wird das ge n." id d i e Bilder freuen sich heute schon alle Blätter der Reichshauptstadt. Zur v e r ng über Palästina empsehlen wir unsere Mitteilungsblattes, über ein „jüdisches in autzerhalb der Synagogen ist uns nnt: wenigstens über ein „deutschst obligatem Bindestrich) könnte aber -Zeitung der neuen Kollegin mit Aus n. Selbstmordepidimie unter den polnischen Juden. Vresse veröffentlicht die Korrespond«chzvergangenen Iahre allein in Warschau 891 Iuden. davon 300 Männer und 591 Frauen. Selbstmord »er christlichen Bevölkerung beträgt die etwa 15 der jüdischen. — Man gibt in . offen den wirtschaftlichenund e^t hischen Zusammenbruch des polnischen Iudentums zu. dis durch die skrupellose zionistische Pro paganda aus Hoffnungen in Enttäuschungen gejagt worden ist. t, Regierungszionisten Hans Goslar bleibt der „Jüdischen Rundschau" diese „Aus- . 5 offens und Harrens" allein auf — Amerika hinzuwen >en. Trotzdem scheint man unter den verantwortlichen Zior istenführern nicht gewissenlos genug zu r.._ — s. -- v.. auf sich beruhen zu lassen. Hans unter Hinweis auf diese Selbstmordepidemie als Ergänzung der Palästinaarbeit eine schleunige zionistischer Seite für die Iuden des Hilfsaktion „Golus". — Das wichtigste, wäre, angesichts der verzweifelten Lage der „Palästinaarbeit", die zionistische Propaganda einzustellen, um nicht immer neue Veranlassung zu tiefsten seelischen Ent täuschungen und der:n unausbleiblichen Folgen zu geben! Schriftleitung und verantwortlich: Heinz Ludwig, Berlin-Wilmersdorf;'Verlag: Verband nationaldeutscher Juden E. B„ Berlin W 35 — Druck von Rob. Rohde G. m. b H., Berlin W. 35. — Für Herausgabe und Schriftleitung in Oesterreich verantwortlich: Verband national* deutscher Juden, Wien II, Praterstrahe 34. Zimmer.-2. >