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Der nationaldeutsche Jude · 1929-07-01 · Nr. 7 (Juli 1929) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 7 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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I i-;,d Gleichstellung jüdischer Prominenter — denn immer handelt ich, vom gesellschaftlichen Standpunkt aus gesehen, nur um :,»c — >" Frankreich, abgesehen von dem kleinen, ganz für lebenden und gegenüber den vielen durcheinanderwirbelnden •r rifcr Gesellschaftskreisen bedeutungslosen Faubourg St. -iniain. Sv bleibt als eigentlichster und interessantester Schauin Guropa für das angeschnittene Problem unser d e u t - öcs, Vaterland. Und zwar auch hier in der Hauptsache r die Stabt Berlin. Das um so mehr, a.ss -im grohen icrnationalcn Verkehr zwischen den oberen Zehntausend aller inder. die mit einem gewissen Lurus reisen und die sich in grohen internationalen Bädern oder an anderen Veruigungsstätten treffen, der wirklich prominente Jude oder .(l) getaufte Nachkommen, mögen sie nun Mendelssohn oder olhschild oder Hatoüny-Deutsch oder sonstwie heihen, mit r gleichen Selbstverständlichkeit auftreten und „dazu gerechnet ,rdcn", wie jeder andere reiche und vornehme Christ, unabingig davon, wie seine gesellschaftliche Position im' eigenen ande ist. Denn auf der Reise verwischen sich alle Unteriiiede viel leichter. Dort hat das Kapital die gröhte Macht, und cs kommt eigentlich nur auf die Manieren des jüdischen Kapitalisten an, ob sein Verkehr mit Andersgläubigen sich ungezwungen und selbstverständlich abspielt. Berlin aber ist, wie gesagt, ein Kapitel für sich. Und zwar ei» Kapitel von ganz verschiedener Färbung, je nachdem inan i, zur kaiserlichen oder zur nachrevolutionärfn Zeit betrachtet.?euu .die jüdischen Familien, bei denen zu verkehren früher de» Gardeossizicren verboten war. spielen heute in der nciigiuppicrtcn Gesellschaft Berlins mit. die gröhte Rolle. Damit ist aber nicht gesagt, das; gerade diese Familien das kullivicrtc alte Judentum in erster Reihe zu vertreten berufen lind. Man findet vielmehr in den wirklich vornehmen, allen jüdischen Familien eine gewisse Abneigung gegen gesellschaftliche Ambitionen und sicher keinen Snobismus, iondern 'eher Neigung zu einer stilleren, aber wirklichen Geselligkeit, und oft eine tiefe Verbundenheit mit künstlerischen Dingen. Diesen im innersten vornehmen Inden, deren Familien gar nicht immer die begütersten sind, im Vergleich zu denen, die in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken streben, ist vielleicht die laute und vordringliche Art vieler ihrer Standesgcnosseu am unsstmpatischste». Solche jüdischen Familien haben schon sehr früh, wenn auch Die Jucken in cken forialiftifckien Parteien. Was ist Führertum? Wir berichteten bereits kurz in unserer Mai-Rummer von cm Artikel, den der Vorsitzende der Deutschen Wirtschafts- ’artci, Professor Bredt. im „Reuen Wiener Journal" nter der Ueberschrift „Will das jüdische Bürgertum Selbstnord begehen?" veröffentlicht hat. Er warnt die östereichischen Juden, sich dem Marrismus und Sozialismus in ie Arme zu werfen und sich in unkluger Weise in politischen Fihrerstellnngen der Linken zu isolieren, da er hierin politisch >nd wirtschaftlich einen Selbstmord der deutsch-österreichischen >uden sähe. Bezeichnenderweise bringt die „C. V."-Zeitung arauf eine Erwiderung von Herrn I)r. O r n st e i n. Präidcnt der Union deutsch-österreichischer Juden, in der er u. a. ur Führerfrage schreibt: „Wer durch Begabung. Fleih und durch die Fähigkeit, anderen seine warme tteberzeugung einzuflöhen< zur Führerschaft gelangt, drängt sich nicht vor, der soll in der vorderen und auch in der vordersten Linie kämpfen, auch wenn er ein Jude ist." In dieser rein ideologischen Auffassung des Führertums sehen wir eine der Ursachen sowohl des politischen Antisemitismus als auch des Mihtrauens der breiten Massen gegen ihre von Parteibonzen aufgedrängten jüdischen Führer. Nicht allein die Ueberzeugung. sondern das Verantwortungsbewuhtsein vor dem geschichtlich Gewordenen, nicht nur Liebe zur! nicht in der Hofgesellschaft, so doch innerhalb der erf en Berliner Gesellschaftskreise eine bedeutende und geistig so, ar führende Rolle gespielt. Man braucht nur an den Freund kskreis Heinrich Heines zu denken, um sofort zu^rvissen, was ich meine. Ja. es ist das Kulturleben Berlins, also zum 2 eil auch das eigentlich wertvolle gesellschaftliche Leben dnsex Stadt, in seiner Entwicklung gar nicht von den Juden rls den stärksten Kulturträgern fortzudenken. - Das ist eine ganz eigenartige, chohl ziemlich vereinzelte Erscheinung im Gesellschpftsleben cider grohen europäischen Stcidt. Einzigartig selbst im Vergleich mit best anderen deutschen Städten und deren Geistigen Zentralen, wie Weimar. München, Dresden und den Zansastädten, in denen die Juden keine oder fast keine kulturhistorische oder gesellschaftliche Rolle gespielt haben. Am nächsten kommt Berlin in dieser Beziehung noch Frankfurt a. M.. allein durch die dort etablierte Erohmächt der Rotschilds. Esind aber mehr finanzielle Fäden. Die sich von dort mich den grohen europäischen Zentralen lull at. n - und spinnen als kulturille Fäden, während Berlin eben in tureller Beziehung dem Judentum so viel zu verdanken Das kommt so rech t in einem wenig bekannten Gedicht F o tanes zum Ausdistnk, das „An meinem 75." betitelt ist, sich über die cingetroffenen Gratulatiosten >st denen, über die er geschrieben hat, in dem der Dichter aufhält. Denn vo den Treskows bis seiner gedacht. zu den Bülows und Arnims, hat nicmund I > Aber die zum das waren doch Alle Patriarchen stellen mich freu was sollen mir Jedem bin ich alle haben sie m alle kannten sie und das ist die beltaq kamen, sehr, sehr andere Räntcn... sind zur Stell, < idlich an ihre Spihe,> noch die Jtzenplitzc! s gewesen, ch gelesen, mich lange schon.; ' Hauptsache.lon|mcn da an Von dieser Seit der Berliner Gesel s So ist die augenb in Europa beschaffest und inneren Mom Forderungen und tum im Gesellsch e aus gesehen ist die Judenfrage innerhalb chast eine ganz besostdcre Erscheinung, llckliche gesellschaftliche ^Situation der Jlt»cn : cs bleibt noch aufzuzcigcn, welche äuhi ren einte diese Entwicklung gedingten und wilche Folgerungen für das deutschbewuhte Juhen-!>< stsleben unseres Vaterlandes hieran knüpfen sind. <Ein zweiter Artikel folgt.) non > Sie, Cohn ZU get> Ich« werr Idee, sondern va in erster Linie zu selbstverständlichen selbst noch nicht Auffassung politi tum befähigt, jüdische Intelligenz fügen. Wir verw Leitartikel. unserer „vom anderen Ufest berechtigung und v Juden nicht durch durch letztes seelischst winnen." lerländische Liebe zum Volke berechtigen wirklichem Führcrtum. Juden, die Schritt, zur restlosen Eindeutschung für qtan haben, sind im Sinne einer ethis hen r Arbeit auch dann nicht zum Führerr sie über die sonst sehr schätzensw-rte und die „warme Ueberzeugung" pereisen in diesem Zusammenhang auf Mai-Rummer. in welcher Dr. Hecketalh " gerade zu dieser Frage schrieb: „Gl ich stlle Gerechtigkeit läht sich für den deuts hen intellektuelle Führerschaft, sondern nur s Einsscin mit dem deutschen Volke geben sich Der „Völkische vom Hundert des 9 Zeitung" in Wien Artikel der zionistis stellt. Dah „über r . bei den letzten Wohl haben. Jüdische Kcu und Ingenieure Hajo« tragen lassen. ein Beobachter" weist darauf hin, dah - edaktionsstabes der sogenannten „ArbcP i aus Juden besteht. Sie druckt ferner schen „Wiener Reuen Welt" ab. der eunzig Prozent der österreichischen 2 len der Sozialdemokratie Folge gele stet fleute, Gewerbetreibende. Aerzte, Juristen en sich in die Register der Partei stin- 90 eren eststden Der „Völkische „„Für uns ist die Juden, und zwar du auch die jüdischen sind, weil sie eben die sich des Judent hi> > Beobachter" fügt seiner Zitation Feststellung von Wert, dah 90 o. H. ^rchwcgs nicht die „armen" Juden, sonl ourgeois, sozialdemokratische Parteigäi i jx der Sozialdemokratie eine Partei s«7 ums mit besonderer Wärme annimm zu: der ern ger X«. ' \

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