Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 6 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/6682492-5438672-5438824--397-4871599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
6 Oie pmifsifcben 'Juden vor 140 "Jahren. Ghctterehnfucht damals und heute.?er r> cu:;2ict Stimmen". eine oolirFibe 3cit’cbrrr. die r. Volksvartei b,x. dem Rcichsauhenmini-ter nabe- -ur M:::e wollte und >Ri:us'-ugu hebt. trir:^: in einer der letzten Nummern einen Artikel von l)r. ö- W ei' ing über ..Tie Iudenmage im allen Preuhen". dem x:r Zeigendes entnehmen: ... . . . JBaber kam di«-w1ck7ichtslo'e Einnelkung devreun.i'eben Staates. die allerdings von de^ breiten Bevölkerung meinerr.ii: mitgemacht wurde. Tie rtbulb lag tum grotzen :t judi'Len orkbodoien Gei-tlichkeit. die noch Hitze- 13. Jahrhunderts im vreuri'chen Staate 'ich rkn Boden als daallgemeine Ga-trecht erkämvmm vor allem jeden Verzickt ai^i den allen nrengen n der neben Lebensgernein'cham hartnäckig verwetgerte. Stl vreu^i-cke Reo-er.ng 'ab ddrtn nix: mi: Unrecht dielte- ' fab: öint- .'[Staates im Staate". Sie sollte glieverung. Minderheit :H-.ä r_r 7. 1 Emxu.lung . Aber rtxläe - Ameindunac n. ubrrwmb eigenen <»'!a v-ernu't':i.:en Staat-au^'a^ ma» als ei der Br 0: nelien onl :oa die organische Lin- Nattenaldeutlche 3ud«n der Terg »ngenheit aber feine nationale. Vorkammer der neuen :r Ver-obnunr und r aJ j.idi'cher Seite •J.H endei - ' 0 I' n. xebwieriakeiten. welck e nd Vorurteile ne batte. ebe :e 'tne ben-lge'o'«en einer Ivva'rreunieb.-tzr - 'ockebre t ianre. riel^ von vielen, neder ovvo'iriodirien Rabbi rer 'eiern.. ramm: audem > i'r die Antwort Reformer. Sir unr ee. u'.i; *ij* *Uvi ~ c* tc*: .-varirf in X>ci :zv: -äuvl'tzad: 'olgenberma"en: * .. ..Sit Ber in :ra: ein Heuchler -unter }■:? t-'arrc der Sckeinb.iligke:r a!t.?: dir Ldrimen nennen ihn B.o'es i t'Rendels-ohn den - W.e i 'jc n . . j. . er vredigre in Berlin iAu'tlar^ng. "orack von Rel.-mrn . und l ver-äl'üne >:e mi: b-.-.b -'ck.t Buiir'ovbie. und will- ■ de 1 u.t; Iak.m b e rr e i' e n . kil radierende Iuaend mer tlbeisbeit: '.n.er li-dklranl'ur: nrnd.n Sie H.mäle!:er. denn alle; mm nach Berl-n.' 80 7±-Mi6 war der 8in- *1«* >:*>- -.vren aa* Unterricht u-:d Bi-ubr^na un'erer Binder. 8ure-ds'aon in xeniaem 5abr B^urrrr -.rraa-e meinem! mnme anverrrtzuu d heiligen dax sie Brnebunz un'erer eg verdo;ben x-ar. 8-gendiabren lern:« iä, niib:- almeine as egerräi'Le: zu dem <Zwede> wurde iL von b:- in mein dreizehnte- 8abr einem alebrer da.-u öe-onderaus -Boren ver-cbrieden war. re er mib> in die,8vnagoge. und von 7eine Wobnung zur Erlernung der deren. . . . ^inn fragte ich einen dieier hocharei'en Lehrer, d. die Binder gerad in die'er ichönen KuNlt unterrichtete, u. 'ich denn di< verlornen 8tämme Israels befänden. . . . Wa das Männchen für Augen machte, und wie es mich anichaute Heil dir in dem dreimal gesegneten Polen, wo noch d. reine Lehre Sötte» herrscht! Was w irden du aber erst sagen, wenn du Buben uno Mädchen triulich miteinander reden hörtest, und Jüngling mir Iungircuen, die nicht ihre Weiber sind, allein in einen. Zimmer nelen, ja, 0 8ünde! einander mit blähen Händen, berühren 'äl>e't! 8olche Verbrechen werden in Israel de gangen, und der Meiiias zögert noch zu kommen! Und wenn du nun gar die Binder unbedeckten Hauptes daherfvringen und 'chlüvir ge chri'tliche Tänze tanzen sähest, oder hörte«!, wo sie unzüchtige (Sesänge auihren sogenannten moralisch:,- Büchern singen! Wie ihre Titte», so üt auch ihr: Kleidung verändert. Weder du noch ich können an der Tracht einen Juden von einem Chri'ten unter scheiden. Zöpfe und Haarbeutel und rote Blöcke mit goldenen Knöpfen tragen heute auch die Jude» und ickzäme» sich dieses Greuels nicht. Wer von ihnen, selbit von den Unverheirateten, trüge noch einen Bart? Juden geben jetzt .Ireudenmabl:, ohne jüdische tSclehrte und Prieiter dazu einzuladen, hören dabei chriit liche Piuiik an. ja sie sitzen an einem Tische mit Christen und trin ken die tSesundbeit ihrer Weiber und Töchter. Crichrick nickt, wenn ich dir sage, dah die Weiber nicht mehr an einem besonderen Tisch, sondern mitten unter den Man nern sitzen. Ter heilige Titel eines Rabbi gilt nichts mein, 'andern man strebt nach christlichen Titeln. Tu kann» jüdi'che Kommerzienrate iehen ebenso wie Hofräte. Kriegs täte. Ho'kommi-iare ufw! Ja. dies; Leute erfrechen ijch noch, mit ioren Titeln zu prahlen! Jüdische Mu iiker. Maler. Advokaten. Me dailleurs — was für ein Unding! Hat der Tchöpfer deshalb unserem Leibe den Lebensatem eingebaucht. damit wir Gemälde und Medaillen anfertigen, oder gar christliche Tbren mit lieblichen Gesängen > ' kitzeln sollen? Gewitz nicht! Ter Tieng des Herrn i't -dek Zweck, zu welchem wir erichanen Daniel Sxndtrs .ns Ccn:;;rob. id. 1- 9. gt!u l&~. t ttbrub' 7ubr :?.i::n.:b:v: -unab brnSurch bet Cbvi':: °' *TT >..v- V '^ih r::; r: nur Kaum begann die Verdauung, >0 ringen m.b.cn wieder an. die,, als ich an Iabren einen Teil. 7endern an die ganze Rackr . . .'. Von den Kün'ten und 'Wi'>en'charren ick frctlti» nicht-, ja kaum >v viel le7en. vva.enbet ru buchnabicren und meinen Namen schreiben tonntzn — aber i ch blieb ein I ude.- Mendel-'obnncke Seite erzieht ihre Kinder nicht wie r.e::;:,_£>erfabrcn «mögen wurden. Sic behaupten, fnua. '0-. viel Hebräiich ru lernen, als'unumgänglich no::,a ::. um die Heilige SLrim le'en zu können: um 'daxtud-.um de» Talmud und keiner zahlreichen Erklärer kümmern >:e ".ch juch:. . . . Ja, diejenigen, welche ihren Kindern eine Nack ihrer Meinung ganz be'vnder-. gute Erziehung geben la"'en wollen. la--en lie lächerlicherwei7« «ogar di« Kun't lernen, nach Regeln richtig zu denken. Roch «cköner in «-. dah >ie nach Anleitung einegronen, bemalten Stückes Papier die Länder und Tömer der ganzen Well auswendig her- >ind. und wer! diesen Zweck einen Augenblick vergiht, der lebt dem 'Willen de- Schöpfers entgegen." " Tah der tzreuhi'che Staat, lügen die „Teutichen Stimmen" die'er amü'anten Schilderung hinzu, einer Organisierung der jüdi'chen Untertanen aul die'er Grundlage entgegenzuwirken 'uchte, war begreiflich. Tie preuhjsche Regietung iah hierin einen bedrohlichen Eingriff in die öffentliche Trdnung und begegnete die>en Widerständen mit sicher nicht immer gerechten Zwangsmethoden. Tie Lökung dieses Konfliktes aber kam aus dem Kreis überragender, weitsichtiger Menschen, die beide Teil« durch ihre bezwingende - Geiktigkeit versöhnten. Ter eine war Gotthold Ephraim Lessing, der Aübrer der Gegenpartei r,ar das Haus Mendelssohn. Und der preutzi'ch« Sta it war dank svriedrich dem Grohen auch in Ge wi>iens- und (»laubenslragen stark genug, diekem neuen Zeitgei't Rechnung zu tragen. Tie Rolle der ortbodoien Geistlichkeit von damals, di« deut'chen Jüdin in eigem ..int«ll«ktukllen Ghetto" künstlich zu erhalte«, häden heutzutage die Z i 0 n i it e n übernommen.