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Der nationaldeutsche Jude · 1929-06-01 · Nr. 6 (Juni 1929) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 6 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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,Deutfcb-jüd»fcb“ oder „JVationaldeutfcb“. ie Jugend fordert Sntfcbetdung und Klarheit. i MW 5 Den nachfolgenden Brief hat uns der jugendliche Berfa,'jer, dessen Name in der literarischen Welt übet daS Anrecht seiner Jahre binauS bekannt ist. als Tntgegnung auf den Artikel .Deu-tsch-jüdiscb" von Hermann Gerson in der „C V.". Zeitung vom 12.April geschrieben. Der Verfasser ist nicht Mitglied unseres Verbandes; seine Ausführungen «eigen, datz unsere hier oft erhobenen Forderungen und Folgerungen auch austerhalb der organisierten jüdischen Jugend lebendig sind. — Bergt im übrigen den Artikel des MaihefteS unseres Mitteilungsblattes unter derselben Ileberschii't, in. dem bereits ein Führer der Jugend Herr» Gerson in gleichem * Sinne geantwortet hat. Berlin-Tegel. 20. Mai 1929. Sehr geehrte Schristlcitung! j öd, erlaube mir, Sic um Veröffentlichung! der nach- .Igendcn feilen in Ihrem geschätzten Blatte jujibrtten: Triid erzeugt Gegendruck. Gerade die jetzige leidenschast-;d,e Propaganda für den jüdischen Internationalismus in?e»tich!and bringt es mit sich, datz die wirklich deutschbewutzten Juden das nationale Bewusstsein in Abwehr gegen jenen doppelt stärken und festigen müssen. Äö daher die Jugend üch mit dieser Frage beschäftigt, — «und sie entpolitisieren, liieste sie ihrer Lebendigkeit berauben wollen, — gibt es keine stvmpromitzlösungen. sondern nur klare, radikale Entschei- > n n g c n. Hat sie sid, erst einmal auf die Pflege des 7 entiditums gegtn den Internationalismus besonnen. — mit lern weniger der ökonomische Kommunismus als vor allem tie Aufhebung der kulturellen nationalen Eigenheiten zugunsten einer imaginären internationalen Kultur gemeint ist, — so will sie ihr Programm leidenschaftlich bis zur letzten Konse- >inen; treiben. Deutschsrin heitzt dann nur Deutschsrin und sonst nichts. Das Bindestrich-Deutschtum („Deutsch-jüdisch",, das Hermann Gerson in chcr „C.-P."-<jeitung empfiehlt, genügt heute der Heranwachsenden deutschen Iugend jüdischen Glaubens nicht mehr; ist ihr nicht entschieden, nicht aktiv und nid,t ehrlid, genug. Freilich steht der junge deutsche Iudki der sid, seiner nationalen Zugehörigkeit klar werden will, vor einer harten Alternative. Wenn wirkliches Deutschseist nur Deutschsein ohne jede Einschränkung ist, so bedeutet das die Aufgabe aller Bindungen mit dem Iudentum, soweit sie nicht wahrhaft religiöser Ratur und. Wir fordern die Reinlichkeit der Entscheidung: Deutschland oder Palästina? Weimar oder Ierusalem? Gewitz stellt diese klare Lösung in ihrer Verwirklichung an den Einzelnen noch Forderungen von autzerordentlicher Strenge: gerade weil sie unsinnig ist. wenn sie nicht auch bis zur letzten Konseguenz durchgeführt wird, also ein völliges Aufgehen des Iudentums in der Wirtsnation anstrebt, erfordert sie: bewutzte Aufgabe der —J freilich nur noch in Resten vorhandenen jüdisch-kulturellen Eigenheiten. Loslösung vor allem vom internationalen Iudentum, lediglich unter Wahrung der religiösen Bindung, (so datz der deutsche Iude dem französischen nicht näher ist. als der! deutsche Katholik dem französischen Katholiken) — und umgekehrt bewutzte Verschmelzung mit der deutschen Kultur Einordnung in das Staatswesen. Bejahung des deutschen Nationalbewutztseins. Gerade die Härte in bezug auf die Verzichtleistungen hat zu den deutsch-jüdischen Kompromitzlösungen geführt, in denen man versucht, das eine zu behalten und das andere zu gewinnen. Für Gerson und seinen Kreis ist der Deutsche Bruder, weil man selbst auch Deutscher ist, — und der russis he oder französische Iude ist da auch Bruder, weil man doch a ich Iude ist. in einem über das Religiöse hinausgehenden mätzigen Sinne. Datz diese Kompromihlösung nur Teil der Juden, nicht aber für das deutsche friedigend ist, liegt auf der Hand: Deutschland kann deutige Entscheidung von den deutschen Juden - v Interessant sind in dieser Beziehung die Schriften gefüh Isen ur en Volk he eine :rlang Dost n-!N. o - eil j e w s l i s über die Judenfragd; er war Antisemit,| . u die konservativen Juden Rutzlands ihre jüdisch-kulturellen Eigenheiten in bewutztem Geglensatz zur russischen Kultur zu; wahren suchten. — und war tzoch bereit, Isie als völlwernge Russen anzuerkennen im Moment, wo sie pewutzt bw russi che Kultur übernahmen, unter Ahfgabe der eigenen. Hat man sich nun für das Deutschtum entschieden, so ist dek ÄZeg klar. Verzichtleistung auf besondere^ kulturell-jüdische Moinente ist dann lein Verzicht. sondern Vöraussetzung für die pro-deutsche Entscheidung, für "deutsche Juden gibt es dann >nur die des deutschen Kultur und der Förderung und Stärkung deutschen Weltgeltung. Praktisd, würde das so aussehcn, datz'man auc, polit i s d, unmöglich einer Partei angehören könnte, die ben Internationalismus in irgendeiner Form dem Dseutschmm 0 orzieht. Man hat vielmehr die nationalen Intehessen klar zu erfassen und zu vertreten, sich willig dem Staatswe en ciuzuordnen. Literarisch und-j o»rnalistisd> miitzte man sid, vor allem von der Dialektik abwende», die zwar in ihrem Glanz bestedicnd, bei alledem aber nicht vertiefend i t, — r ja. gerade weil sie aus schwarz weitz, aus weist schwarz macht, und Recht in Unrecht verdreht, ist sie staatsfeindlich. Abwenden müsste man sid, vom Begriff des Rur-Relativen, dör. soweit er nicht wissensdiaftlid) fundiert ist. in seiner genercllen Anwendung auf alle Probleme der Kunst, der Ethik und Mpral zwar feinste Rüancen aufdedt; aber die Entscheidung des Einzelnen wie des Volkes für -eilt- Ja oder Rein, für Aufbau und Ziel unmöglid) macht. Dadurch wird ein Liberalismus geschaffen. der im Gegensatz zu den Wü»sd,e» der Jugend steht, auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens sachliche Geradheit und Zielfestigkeit gelten zu lassen. Die Krim! "darf nicht nur zerstörend, entmutigend-destrnttiv. sondern Imutz vor allem fördernd und positiv sein; sie ist nicht eitler Selbstzweck, sondern Dienst an der Kunst. Das K a u f in a n n s w eg e n darf nicht im klein ten mehr mit Sdiacherei Verbindung haben; gleichgültig, ob di ster Vorwurf jetzt zu Recht oder Unredit erhoben wird, er nutz verschwinden. Handel und Geschäft sind heute freilich weder in Deutschland nod, anderswo frei vom ostjüdischen „Geschäftsgeist", aber Man hält trotzdem oder gerade deswegen grohzügiges, wertesdiaffendes Hanseaten- und Fuggertum für das ideale Ziel des deutschen Kaufmanns. Dabei spielt nicht die Grötzc des Unternehmens, sondern der darin herrsche rde^ Heist die Hauptrolle. In diesen positiven Voraussetzungen sieht dio deütschbewntzte jüdische Iugend Weg und Ziel der letzten Verschmelzung mit der deutschen Wirtsbevölkerüng. Wie weit im einzi lnen religiöse Reigung und deutsche Bildung einander de Wage halten, mag jeder für sich prüfen. — sid, aber aus jfdcn Fall vor Kompromissen, die ihn weder zum Deutschen stoch zum Juden, sondern zum Paria machen, hüten. 6 oris 8 I b ejr I)r. Einhauscr, ein Führer der Antischächtbewcgung, die Stellung der jüdischen Studenten in München in ungünstiger Weise beeinflutzt. Dies gilt jedoch nicht für den derzeitigen Rektor und seine beiden Vorgänger. Des Kultusministers Stellungnahme zum Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden und die Förderung, die er dessen Bestrebungen angedeihen lätzt, sind bekannt, ebenso seine entschiedene Haltung im Falle Manau. Rektor Bumke har seit seinem Amtsantritt wiederum die Israelitische Kultusgemeinde München zu' den Feiern der Universität'eingeladen und wie seine Vorgänger Vötzler und »euer Schöpfer Wert aüf korrekte Beziehungen zu der,' jüdischen Bevölkerung gelegt. Der Vorsitzende der Münck meindc ist z. B. Mitglied des Vorstands des „Studentenhäus", was zur Folge hat. datz die von der „Asta" Einladungen zu. öffentlichen tungen erhält. , Die offiziellen Beziehungen zur Universität sind durchaus befriedigend und haben jedenfalls gegenüber früher eine wesentliche Besserung erfahren/' Ee- Veteins »eml inde leranstal-

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