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Der nationaldeutsche Jude · 1929-04-01 · Nr. 1/4 (April 1929) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1929
Issue
Nr. 1/4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Verbandenacbricbten. 1. Mitteilungsblatt. Das Mitteilungsblatt erscheint in der Folge wiederum monatlich im Umfange von durchschnittlich acht Seiten. Die Schriftleitung hat unser Mitglied Herr Heinz Ludwig übernommen. 2. Hauptversammlung. Die diesjährige Hauptversammlung findet im Mai dieses Jahres statt. Die Einladung erfolgt satzungsgemätz in der Mar-Nummer des Mitteilungsblattes. 3. Berlin. Ein Vortragsabend mit dem Thema: „Abkehr vom Zionismus" fand im Dezember o. 3. statt. Das Referat hielt als Gast unseres Verbandes Herr ttr. FritzBlankenfeld, früher selbst Zionist. Mitverfasser der Schrift „Los vom Zionismus". Er begründete seine Abkehr vom Zionismus, die er in gleicher Weise von allen deutschen Juden fordert, mit Gedankengängen, die an die Lehre Constantin Brunners anlnüpfen. Der formvollendete Vortrag erzwang auch dort, wo wir nationaldeutschen Juden dem Redner nicht folgen konnten. Respekt vor einem Manne, der sich in ehrlichem Mampfe von Jugendoerirrungen befreit hat und den inneren Zwang fühlt, durch Bekenntnis andere vor gleichen Verirrungen zu bewahren. 3n der Aussprache kamen neben anderen „Brunnerianern" einige Mitglieder unseres Verbandes zu Worte, die aus dem Vortrage das heroorhobcn, was für uns natioualdeutsche Juden die Grundlage eines Zusammengehens mit den Brunnergläubigen bilden kann. Etwas aus dem Rahmen fiel die Diskussionsrede eines früheren Palästina-Ehaluz. die aber in sachlicher Hinsicht sehr Interessantes bot und an anderer Stelle dieses Blattes im Auszüge wiedergegeben ist. > Der Vorstand. fünften, und war daher durchweg knapp, nach hiesigen Verhältnissen unter Eesängnisköst. Die Mädchen in den Ehaworoth leben frei und ungebunden und besorgen die häuslichen Arbeiten. Uneheliche Minder sind nicht ungewöhnlich. Diese werden ebenso w»e die ehelichest von der Mutter gettennt und auf Mosten der Zentral-Erekutioe in Minderheimen erzogen. Gewohnt wird zu 50 Pwzent in Zelten Sommer und Winter, einige haben Holzbaracken: im Winter bei den fürchterlichen Regengüssen etwcch schreckliches. Die Sachen werden überhaupt nicht mehr trocken. Die Mwuzothgruppen arbeiten wie die Ehaworoth, verdingen sich bei den Molonisten, das Geld kommt in eine gemeinsame Masse, vom Ueberschutz werden Sachen angeschafft, später; soll ihnen Land von der Zentral-Erekutive zugewiesen werdest. Mwuzoth, die als Lohnarbeiter Ueberschüsse erzielt haben,, sind mir nicht begegnet: sie arbeiten meistens mit Unterbilqnz, wie z. B. die deutsche Mwuza in Chedera und eine bei Belach Tikwah. In einigen Fällen geht auch mal der Massierer durch und die Zurückgebliebenen müssen die Schulden äbarbeiten, um dann auseinanderzugehen. Gut geht es den Mwuzoth. die eigenen Boden haben, wie eine m Chedera, die als die reichste gilt, und es sich sogar leisten kann, eistige ihrer Malariakranlen nach Europa zu schicken. Aber dopt in Chedera befindet sich auch der größte Chaluzfriedhof, und die meisten Chaluzim sind von dein Malariafieber ausg^sogen. — Bei alledem gibt es noch nicht einmal Einigkeit der Juden untereinander. Die „Sephardim" halten sich von den „Aschkenasim" völlig getrennt und bekämpfen diese, wo sie können. Unter dem Begriff Sephardim saht man Spaniolen. Buchara und Jemeniten zusammen. Oft ist es passiett, dah diese für die Araber Partei ergriffen. , Sie haben sich vollkommen den Arabern assimiliert, in Mleidung , sowohl als auch in Gewohnheiten:, auch sollen Ehen zwischen ihnen und Arabern Vorkommen. Das Verhältnis der europäischen Juden unter sich ist auch nicht ideal. Die Russen vertragen sich nicht mit den Polen, diese nicht mit den Galizianern, aber alle sind einig in der Gegnerschaft gegen den dentschen Juden. Die Engländer haben natürlich Interesse daran, die Balance zu halten, soweit es sich um das Verhältnis zwischen Juden And Arabern handelt. Und so machen die Engländer den Juden Zugeständnisse da, wo sie den Arabern nicht schaden» versuchen aber auf jeden Fall, den Araber nicht zu beleidigen, denn 600 000 Araber gegenüber zirka 100000 Juden, an den Grenzen Jbn Saud, Führer der Wahablten, die Drusen und Aegypter: da gebietet es ihnen die Mlugheit, so zu handeln. Der Leidtragende ist der Jude.. So hat denn z. B. Gouverneur Störs im Jahre 1926 auf Anregung der Araber ein altes türkisches Gesetz herausgesucht, das den Juden das Mitbringen von Stühlen an die Mlagemauer verbietet. Am Jom Mippur wurden auf dem Wege zur Mlagemauer aroei Araber von Handgranaten zerrissen, die sie unter ihren Mänteln versteckt halten, um sie von oben unter die Tausende von Juden zu werfen. Glücklicherweise wurden die Araber durch ihre eigene Unvorsichtigkeit daran gehindert. Seitdem halten englische Soldaten die Zugangsstrahen zur Mauer an hohen Festtagen besetzt. Sämtliche jüdischen Heiligtümer bi» auf das Grab Rahel» befinden sich in arabischen Händen, und die Juden sind von ihnen abhängig. Politisch haben sich neuerdings die mohammedanischen und christlichen Araber zusammengetan und bilden eine Front gegen die Juden. Griechen und Armenier sympathisieren natürlich mit den Arabern. Araber und Engländer machen mit dem jüdischen Zionismus das beste Geschäft. Der Boden mutz vom Araber gekauft werden, und wie z. B. bei Mauf des Landes an der Müste von Haifa nach Akko, wo der zukünftige Hafen gebaut werden soll, muhten den Verwandten der eigentlichen Besitzer Bestechungsgelder von einigen 1000 £ gezahlt werden, um gewissen Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen. Sonst hat die englische Regierung im Jahre 1927 der Z. E. verboten, noch mehr Land zu kaufen und brach liegen zu lassen, sie loll erst das Land, das sie bejitzt, kolönisteren. Dazu oben fehlen die Mittel. Der Zweck des vielen Landerwerds war wohl der, um in die Marten von Palästina möglichst viel Dunam jüdischen Bodens einzeichnen zu können, ohne die Besiedlungsmöglichleiten in Betracht zu ziehen. Murz vor meiner Abreise aus Palästina, am 4. Dezember .1927, haben sich in Lew Tel Aviv Araber zirka 30 Häuser gekauft. Bis dato war es ihnen verboten, sich in Tel Aviv anzusiedeln. Das ist der beste Beweis für die unhaltbare Lage in Palästina. I^ationalcleulscke Juden der Vergangenheit. Unsere ßilderfolgc. Nationaldeutschtum hat es unter der jüdischen Bevölkerung Deutschlands immer gegeben. Es ist, im Gegensatz etwa zum Zionismus, in einem grohen Teil der jüdischen Bevölkerung traditionsgemätz verankert und gewachsen^ Der Zionismus hattÄdeal^ und Hoffnungen religiöser Natur, die Messiasidee, die Wiedererrichtung des alten Tempels Salomos erst in den letzten 50 Jahren zu einer praktisch-sozialeit und weiterhin politisch-realen Palästina-Usurpation gleichsam um« gefälscht. Das Rationaldeutschtum der eingesessenen Judengememden am Rhein und Süddeutschland, später auch Brandenburg-Preutzen, aber war immer, was es noch heute ist: ein freiwilliges und glühendes Bekenntnis zur Heimat, ebenso wie die Erkenntnis und Bejahung schicksalhaften Verbundenseins mit dem Vaterland. Deshalb ist auch unser „Verband nationaldeutscher Juden" keine Gründung im Sinne einer ideologischen Bemühung kein Streben nach unerfüllten und unerfüllbaren Zielen: er nt vor allem die Sichtbarmachung von vollzogenen Tatsachen, eine bewutzte Fortführung alter deutschjüdischer Emanzipation und Tradition. Unsere künfttghin regelmätzig veröffentlichte Bilderfolge nationaldeutscher Juden der Vergangenheit soll dieser Verbandsaufgabe der Sichtbarmachung nationaldeutscher Tradition und persönlich erkämpfter völliger Eindeutschung dienen-helfen. Als Vorbilder im Wortsinne und dankbares Erinnern, gleichzeitig als Mahnung und Anklage für die Gegenwstrt. Eine Mahnung an alle Lauen und Halben, die „Staatsbürger- > , Juden": eine Anklage dem Zionismus gegenüber, der mit seiner Propaganda gewordenes und noch werdendes deutsches Volkstum bewutzt untergräbt und schädigt. — Jacob Abraham und sein Sohn Abraham Abrahamsohn waren von 1755—1810 Siegelstecher und Me- >- dailleure der Möniglichen Münze in Berlin. Abrahamsohn auf aus Grund seiner gediegenen tünstlerischen Arbeiten auherdem Rtttglied der Akademie der Münste. Beide „in^Eunst bei Mömgen und Fürsten Preutzens, denen sie in Treue dienken. Mein Makel ward an ihnen gesunden, sie fanden Wohlgefallen und waren geehrt." So lautet etwa die Grabinschrift auf ihrem Friedhof in der Groben Hamburger Strahe. In unserem Gedächtnis — Abraham Abrahamsohn 175. Geburtstag fällt in dieses Jahr — sind Vater und Sohn als die Schöpfer der klassischen Periode der Berliner Medaillenkunst geblieben, deren Arbeiten in komposittoneller sowie in technischer Hinsicht zu den feinsten Rumismatika jener Zeit gehören. Vater und Sohn wirtten bewutzt volkserzieherisch durch die patriotische Symbolik und Denkschriften-Prägung ihrer Medaillen. Minister v. Heenitz, als damaliger Multusmimster der höchste Vorgesetzte der Möniglichen Medailleure, .betont in amtlichen Aeutzerungen gerade auch diese Seite ihrer erfolgreichen Arbeit. / Wer aus numismatischen Interessen über diese Medailleure Näheres zu wissen wünscht, sei auf das vorzügliche Buch über beide von Tassilo Hoffmann hingewiesen. (I. Mauffmann Verlag. Frankfurt a. M., 1927.)

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