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Der nationaldeutsche Jude · 1928-04-01 · Nr. 1/4 (April 1928) · p. Seite 12

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1928
Issue
Nr. 1/4 (April 1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Mittel«, sondern in erster Linie von der Geistesperfassung unsrer ganzen Nation die wirtschaftlich-kulturelle, politische Neugestaltung des grohdeutschen Reicher ab- HSngt. — ,! Auch ein geschlagenes Volk, auch eine Nation, dir sich wehrt: die sich behaupten muh: kann — ohne der praktischen. der wirtschaftlichen Entfaltung irgendwie Abbruch zu tun, ein Bollwerk wahrer Kultur, >ein Förderer und Bewahrer geistiger Lebenswerte und damit^ZUgleilb ein Träges des n a t i o NB len Gedankens im wertest«^ Binne sein. , Die Tatsache, dah dem deutschen, zehnfach besiegten!Volk. von dem Professor Eucken im Schicksalssommer 16 prophetisch behauptet hat, das; es noch immer jung, im Werdet begriffen sei ... selbst nach der Niederlage genug der Lebenskraft, Lebensbejahung blieb, um auf sie eine solche Hoffnung zuverlässig zu gründen, beweist uns offensichtlich, daß der verlorene Krieg für das, im Augenblick niedergezwungene Deutschtum, dessen Kulturentfaltung vor Ausbruch des Weltenbrands, wie oben bereits erwähnt, keine durchaus ideale und zukunftträchtige war — vielleicht ein Warnungs«ichen, nicht aber, wie die Gegner und Deutschlandhasser sagen, ein Todesurteil ist. . I Wenn unter deutsches Volk auch selbst in Not und Knechtschaft, wie früher auf den Höhen der geistig-kulturellen und nationalen Freiheit unentwegt darnach ringt, sein Recht auf Leben und Arbeit, seinen Platz im Kreis der Nationeh, sein weltpolitisches Stimmrecht von neuem sich zu erobern »nd so den Urteilsspruch des ewigen „Weltgeschehens", der. wie das Resultat der Untersuchung zeigt, bei Abschluh dieses Kampfes nach deutscher Ueberzeugung noch nicht ergangen ist. in positiver Form als die Bestätigung der eigenen Daseinskraft und Schöpferfäbigkeit auf sich herabzuziehen. Bücherschau. Ludendorff auf dem Kriegspfade gegen die Deutschi maurerei. Eine AufklärungSschrift der Gr Freio h e n e l t -!G. m. 23 i N a t i o n a l - M u t t e r l o g e „3u den d r e i k u g e l n". Berlin «Verlag: Deutsches Vetlagsinstitut b. H„ Berlin«. In gemeinsamer Erklärung hatten sämtliche ' Grohmeister der neun deutschen Grohlogen gegen die L u d e n ■ dorffschen Angriffe auf' die Freimaure protestiert und eine ausklärende Schrift aus sachkundiger Fever in 2lusstcht gestellt, die auf Grund freimaurerischer Forschung die irrigen Behauptungen des^ Generals widerlegen sollte. Die vorliegende Schrift löst dieses Versprechen nidit ein. Sie ist weder von den sämtlichen deutschen Grohlogen gemeinsam versaht, noch von den drei altpreuhischen m besonderen. Eine einzelne altpreuhische virohloge spricht für sich selb st. Die Methode der Widerlegung Ludendorffscher Behauptungen besteht nicht darin, dah man diesen jedesmal im einzelnen die Widerlegung entgegensetzt, sondern man begnügt sich damit, die von Ludendorff benutzten Quellen als unzuverlässig und lückenhaft zu erweisen. Dazu bedurfte es aber nicht der Verfassung einer solchen Aufklärungsschrift. denn das ist sofort nach Erscheinen der Broschüre von vielen, viel zu vielen. Seiten geschehen. Auch die Leser unserer Zeitschrift sind , in * diesem Punkt sofort unterrichtet worden. Dies mag jedoch hingehest. Zu Bedenken gibt weniger der offensive als der defensive Teil dieser Aufklärungsschrift erheblichen Anlah. Der oder die Verfasser rücken ganz deutlich weit ab von der ursprünglichen Freimaurerei, wie sie in der ganzen Welt mit Ausnahme einiger rein christlich eingestellter Logen, die nur einen geringen Bruchteil bilden, aufgefaht wird. Die sogenannten „2llten Pflichten", die Magna Charta der Freimaurerei, die es deutlich ausivricht, dah in ihr alle Menschen sich vereinigen sollen ohne Rücksicht auf kirchliche Bindung, wenn sie nur das höchste Wesen anerkennen und verehren, die „Alten Pflichten", die Menschen der oerschiedenstqn Herkunft zusammenführey wollen, die sonst hätten getrennt bleiben müssen, werden zum' alten Eisen geworfen und nur noch als historische Erinnerung hingestelll. Die 2lufgabe besteht nach dieser Aufklärungsschrift in einer Erziehung des Menschen aus christlich-deutscher Grundlage. Es kann recht zweifelhaft erscheinen, ob dieses gewih ehrenwerte Prinzip mit der Freimaurerei noch irgend etwas.zu tun hat, und ob es nicht folgerichtiger gewesen wäre, wenn man schon diesen Standpunkt einnimmt, die Freimaurerei als Irrtum abzutun und etwas zu schaffen, was von ihr gänzlich verschieden isst Was würde inan zum Beispiel sagen, wenn etwa Mussolini, der die Italiener im, nationalen Sinne erziehen will und ein Freund der Kirche ist. dies sein Erziehungssystem. da^ gewih ebensoviel Berechtigung hat wie alle andern, plötzlich „Freimaurerei" nennen würde? Es liegt nahe, das Neurufsentnm in diesen Vergleich mit Hineinzuziehen. Die Verfasset dieser Schrift haben es auch gemerkt, dah hier etwas Angreifbares vorliegt. Sie glauben sich dagegen verwahren zu müssen. als hätten sie der augenblicklichen Konjunktur Zugeständnisse gemacht. Dah dies nicht so sei. begründen sie damit, dah sie es ja viel leichter gehabt hätten, der entgegengesetzten, also linksgerichteten Zeitströmnng zu folgeir. Dies Argument ist aber nicht stichhaltig, denn bei der bekannten Zusammensetzung der preuhischen Grohlogen wäre dazu kaum eine Möglichkeit gewesen: und hätten es energische Führer etwa trotzdem durchgesetzt, so hätten sie den gröhten Teil des bisherigen Bestandes verloren. Es ist also schon richtig: Die für die Aufklärunqsschrift Verantwortlichen machen dem Zeitgeschmack wesentliche Konzessionen. Für uns nationaldeutsche Juden ist in ihren Bestrebungen kein Raum, > und nach der. Lektüre dieser Aufklärunqsslzrift weih man nicht, ob man das bedauern soll. Vielleicht entschliehen sich einmal die deutschen Humanitären Grohloge >, hier manchmal mit „sogenannten", Humanitären bezeichnet, die nicht-freimaurerisch? Oeffeirtlichkeit darüber zu unterrichte», welche positiven Leistungen und Bestrebungen sie den Ludendorffschen Angriffen gegenüberzustellen haben, deren ei'nzelne Widerlegung wir ihnen getrost erlassen wollen. A. P. Ludendorff rmti Freimaurerei ein Schlag ins Wasser? Davidsltern, Hakenkreaz in ihrer wahren Bedeutung. Von Ernst Kallmeyer lTriasmus-Verlag. Hamburgs. Ein Nicht-Iudc und Nicht-Freimaurer, der dieser Broschüre zum Schluh sein Porträt hinzufügt. damit man sich aus dessen Anblick überzeugen könne, dah solche Züge nichts Semitisches aufweisen, der auherdem „Kosmosoph" ist, widerlegt in einer klaren und gescheiten Weise die törichten Ludendörffschen Bebauvtungen über die Freimaurerei und über das Judentum. Wenn er dann zu einer „kosmosophischen" Deu tung der Symbole des Davidssterns und des Hakenkreuzes übergeht und unter Beigabe von Zeichnungen deren Deutung unternimmt, so können wir ihm. als auf diesem Gebiet weder erfahren noch interessiert, nicht folgen. A. P. Arnold Rüge: Todsünde. „Wege und Abwege eines Volkes" (Antaios-Verlag, Leipzig 1927). |Xer Verfasset ist bemüht, dem „völkischen Gedanken" Form zu geben, wie er ihn unbeirrt durch fremde Definitionen sich gebildet hat. Sein Buch soll sein Bekenntnis sein, nicht das Programm einer tatsächlich bestehenden Partei. Da aber der Autor, wie er selbst zugibt. ..Fanatiker" ist, d. h. nach seiner eigenen Auslegung ein Mensch, :,der innerlich durchglüht und durchsonnt von seinen Idealen, unentwegt einem no-ch so! fern gelegenen Ziele nachstrebt". so hat er ein fanatisches Buch geschrieben, das keinen 2lnspruch darauf erbeben kann. ..wahr" genannt zu werden. Was er uns bietet, ist eine durch die Brille Arnold Rugeschen Temperamentes gesehene Welt, die uns merkwürdig verzerrt und verschoben erscheinen mag. In dieser Welt gibt es Idealisten: die echten „Völkischen", die seelisch rein gebliebenen 2lrier. die nur für die Ewigkeit schaffen und durch den Namen Bismarck gekennzeichnet werden sollen, und dann gibt es nur noch die Materialisten: die Barmat» Menschen, die Juden und verjudeten Arier, die nur auf irdische Güter lauern. Das „Bismarcksche" System.- das eben nach Ewigkeitswerten strebte, wurde durch das von 28 i l b e l m I I.. „dem Verderber des deutschen Volkes", herbeigcrufene neue „Barmatsche", d. h. wirtschaftlich eingestellte System abgelöst, das den Niedergang Deutschlands verursachte. „Bismarck und Ba r ma t" sind zwei Angelpunkte deutscher Geschichte, an denen sich das ganze Leid des deutschen Volkes begreifen, von denen aus sich aber auch der einzig mögliche Wea der Errettung aufzeigen läht. — Und wo, ist dieser Weg?: Die einzige Rettung vor dem endgültigen ' Untergänge Deutschlands bzw. des deutschen Volkes ist der „völkische" Gedanke: die Zerstörung des „neuen Systems^, die Sammlung der gleichgesinnten „Fanatiker". Damit ist das Buch plötzlich zu Ende und mit ihm verschlieht sich uns wieder die Welt Arnold Ruges, eine merkwürdige Welt, die Welt eines „völkischen Idealisten". E. B. Das Judentum in seiner kultur- und religionsgefchichtlichen Erscheinung. Von Eduard Lamparter, Stadtpfarrer a. D. (Leopold Klotz Verlag. Gotha, 1928.) Die 340 Seiten starke Schrift, die sich in der Vorrede selbst als „apologetisch," bezeichnet, ist aus jener höchst anständigen und höchst lebensfremden Gesinnung heraus geschrieben, die wir aus den in der C. V.-Zeitung regelmähig abgedruckten Artikeln.harmloser christlicher Judenfreunde keimen. In tatsächlicher Beziehung bringt das Buch nichts. was «inigermahen unterrichteten Lesern neu sein könnte. Die Wertung der Tatsachen ist. entsp-echend dem Hinweis der Vorrede, rein apologetisch Sie haktet ganz und gar an der Oberfläche, weist in bekannter Form auf die Kulturkeistungen vieler Juden hin. verurteilt den Antisemitismus aus ethischen und religiösen Gründen, gibt schüchtern gerade noch zu, dah es „einen jüdischen Typ gibt, der uns unangenehm berührt", tut aber wenige Zeilen später diese» Zugeständnis an die

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