Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 1/4 (April 1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/6682492-5438667-5438816--344-4871550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2 / A Verbände ständig« wir uns Begriff lvcstchtsp Meine verehrte im und die ich sehr |im B crband n a das NationaIg Von unserem Ralionglgefiihl. Bon Wilhelm von Scho lz- Borde merkustg. 22. März d. I. sprach der Dichter Wilhelm von Scholz an einem Bortragsabend unseres (stehe Berdandsnachrichten). Wir geben nachstehend ein/ n Auszug des Vortrages; der voll- Äbdruck war leider aus Raumgründen unmöglich. Bei den notwendigen Kürzungen haben >emüht, in erster Linie die Teile unversehrt zu erhalt;», in denen vom Deutschtum als vom Verhältnis der deutschen Volksgenosten zu einander die Red«/ist. Unter diesem , nkte sind auch die von uns vorgenommenen Sperrunger zu betrachten. I Damen und Herren! . j UllU IU Die ehrenvolle lulsorderung, die an mich ergangen werden. gern angenommen habe, als (vast ö n a l d c u t sch'c r Juden über fühl, das Vaterlaudsgcfühl und über die allein mir möglich scheinende, seelische Einslclluiu des heutigen Deutschen zu Zeit I und Zukunft zu sprechen, stellt gleich damit das lebeudigslc Sinnbild meiner Grnndanschauung dieses Themas uns hier vor klugen. Die nationaldeutschen Juden, die mit jeder Hafer ihres Herzens Deutsche, >em deutschen diulturgedanken, dem deutschen Mcnschh ütswillcn zu dienen bestrebt sind, beweisen cs durch ihr Hcrvortrctcn, daß deutsche N a t i o 11, deutsches 'Volk u u d B a icr la n d i h will zunächst sagen: auch etw as anderes sein nuß, als was Rassenthcoretiker und - f i n a t i k e r, als was Deu tsch - t ü m l e r u n d a darunter b e g n a l i o n a l d c ll t s a u s z w l n g e n : daß Sic ihn u rtei l c!i zu ei erlösen - - d a recht v c r sdc h c b c w u ß t s c i n n sastwolIcn ist. Das Deutschtum, das jene anderen verkünden, unter denen gewiß neben Schwärmern und Fanatikern viele ehrlich forschende und ehrlich überzeugte Mäpncr sind, das Dcuffthtum, das von. einer völlig einheitlichen reinen germanischen Nasse träumt, ist wahrscheinlich. so hohe Wärtc man in jeder Nasscnrcinheit sehen mag, als allgcn eine Behauptung wie als allgemeine Forderung ein i fraum und eine Atopie. den Grenzen der Ausdehnung des fielen, eine ur Hunderte wenig nicht. And die Es ist möglich, daß sich in Ländern, bei denen sehr starke natufliche Grenzen schön in Vorzeiten mit Volkes zusammenprüngliche Nasse durch viele Jahrgemischt erhielt. Sicher ist auch das Frage, ob günstige Mischungen von Rassen nicht imtncr schöpferischer gewesen sind als ganz reinerhaltene Nassen, mag 'zunächst unerörtert bleiben. Deutschlands g/ ographische Lage in der Mitte Eurovas aber bedeutet: i hnc eine dauerhaft feste natürliche Umgrenzung, im L stcn und Westen ganz ungeschützt, allen ost-westlichen Bewegungen aber auch deren Rückschlägen, die v est-ostlich gehen — offen zu sein und damit dem Eindringen vielen fremden Bolkssamens in den -deutschen Nuttcrschoß offen zu sein. Die Hunnenzüge sind übei einen großen Teil Deutschlands hingebraust und baben einen -mongolischen Einschlag gebracht. Durch Jahrhunderte sind Einfälle des westlichen Nachbai n, schließlich 1812 durch ganz Deutscht t is c NI i t i s ch e Rationalistcn eisen. Sic, der Verband, ch e r Juden, gewinnen damit weit über Ihiic eigenen ausgesprochenen Ziele Bedeutung., daß Sic uns allen, daß Sie jedem Tcutschcn die Aeberlegung oas denn deutsch sein heißt; aus nation.alistischcn Vorne in nationalu: n Bewußtscin;, wenn ich Ihre Einstellung ci n,frcudiges Wescnhaftscht ein h a ß e r.f ü l l l e s Gegen- Die S ch r i f t l e i t u n g. f land Hindu,ch, bis nach Rußland gegangen; gallisches und romar isches Blut ist dem Deutschen zugcsetzi Was an westlichen und östlichen Völkcrscharcn, Frmzosen, Schweden, halbwilden Hilfsvölkern der östcrrci hischen Habsburger zog im Dreißigjährige» Kriege durih unser Land, nistete sich darin ein, pflanzt« sich darin fort! Nicht minder haben sicher durchziehende spanische Truppenteile Nachkommen hintcrlasstn und ebenso die verbündeten Russen, die in den Freiheitskriegen an deutscher Seite fochten. Ein bekannter E chädelforschcr hat die Behauptung ausgestellt, d»lß sich auf den Dorffriedhöfen allein um Halle an der Saale schon die Schädelformen und -maße aller Menschenrassen Nachweisen lassen; daß also alle Rassen in den Knochenbau der biedern Bauern der Provinz Sachsen ihr Merkmal prägten oder zum mindesten: daß Abkömmlinge aller Rassen etwa in Krjcgszcitm dort ihre letzte Ruhe gefunden haben das heißt natürlich auch durch Mischlingsenkel fortleben. Aber all dies ursprünglich Fremde, das einer anderen Erd- und Volksheima.t entsprossen war, wurde eins mit dem sei't urvord;nklichen Zeiten dies Land bewohnenden Volke, bereicherte es gewiß und bildete Wesen das Steifer. mit ihm ganz einheitlich das wir jsttzt als das deutsche bcj Es ffbt unbeachtete Erlebnisse, die das, was die Geschicht: in ihren großen Entwickelungen lehrt, was der betrachtende Gedanke forscht und erkennt, in einem Augenblick erfühlen, fast sehen lassen. Wenn man in dem kleinen Museum des allein schwäbische» Städtchens Rottwcil am Neckar die Gedenkzeicheu r-mjscher Herrschaft, französischer, schwedischer, öfter reichischqr Macht nebeneinander sieht, erlebt man die Tragödie unserer geographischen Lage in unserer Geschichte!in fast erschreckend deutlichem Bild. Aber dann: Wie tröstlich ist es, daß all dies Fremde ab- Scwölk! vorüberzog, und daß es heute wieder w ' cdcm! der^ eingeborene Schwabe ist, der hier feil stuf seiner Scholle sitzt; mag auch vielleicht Römerbli l und HUnnenblut mit in seinen Adern fließen und d.. und dort in Schädelbildung und Gestalt sichtb,.r Werden! N och von einer anderen Seite als der, daß m m hie grcße Anwahrscheinlichkeit einer Rasseneinheit und freinh« it unseres Volkes dartut, kann man das Problem pufnehmen. Von der, daß wenn nicht jede so do.i jnanch, Rassenmischungen Verjüngungen, ja En! stchunz eines neuen lebenskräftigeren Volkswesens zu bedeut in scheinen. Wir haben in Deutschland das Beispiel < n einem unserer lebendigsten, geistig leistung fähigsten Stämme, den Schlesiern, die um 1200 etwi i— fa t wie durch den Versuch eines Rassenzüchtcs anger> gt — durch Mischung fränkisch-sächsischer bpufemr Kolonisten mit slawischer, besonders polnischer, 'einges essener Bevölkerung' zu entstehen begannen. In