Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 1/4 (April 1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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•«tltatofti« fl» Otftamfct 40 Ml«. icsssss ■■■■■■ :susu8Hs::sss: ■■ ■■ ■■ - «Aröe jj des Bervanoes nationÄoeuychevIu-en LL naüonaW :s 9mimmir0 (HtfylBUiHntfP Jahrgang 192» April Ar. 1/4 Wäihlt deutsch! Man wiyd Luch sagen, Ihr sollt keine Partei. wählen, die „antisemitisch verseucht" ist. wolltet Ihr diesem Rate folgen, ' so müßtet Ihr der Wahl ganz fernbleiben. Mag die Parteifahne rot, schwarz, schwarz-weitz-rot oder schwarz-rot-gold sein, in jeder Partei, ohne Ausnahme, findet Ihr „Antisemiten". l Man wird Luch weiter sagen, Ihr sollt keinen Abgeordneten wählen, der persönlich „erklärter Antisemit" ist. Das läßt sich eher hören, denn ein erklärter Antisemit ist im günstigsten Falle ein ÜZuerkopf, und ein ÜZuerkopf als Volksvertreter ist ein Hindernis für geordnete Arbeit. Auch dieser Rat wird nicht leicht zu befolgen sein, denn Ihr wählt ja nicht die Person, sondern die tiste. Immerhin: seht Luch die aussichtsreichen kistenführer daraufhin an, ob sie nicht Antisemiten sind. Mer ist «in Antisemit? Doch wohl ein Mensch, der in „dem Juden" etwas anderes sieht, als den vollberechtigten und voll zu achtenden deutschen Volksgenossen. Demnach ist „Antisemit" jeder, der meint, der Jude gehäre zu einem anderen al» dem deutschen Volke. Lin Antisemit ist also nicht nur der sogenannt« VeutschvSlkische, sondern auch der Jüdischnationale, der aufrichtige Aionist oder der interessante-Aweivaterland»-Vürger mit dem umschaltbaren Aationalgesühl. Und die Hilfstruppen dieser nichtjüdischen und jüdischen Antisemiten sind die unklaren Köpfe, auch hier Juden und-^Nichtjuden, die mit „Linerseits-Andererseits" und mit vielen feinsinnigen Fremdwörtern verlartß^-daß^Palästina ein geifiige» Zentrum der Jude« werde, daß die „jüdische Unükv44 gepflegt werde, daß jüdische Ainder nur in jüdische Schulen gehest, kurz daß die Alust Zwischen Deutschen nichtjüdischen und jüdischen Stamme» recht! breit und tief auszuschachten sei, damit kein deutscher Jude die Ghetto-Mauern entbehrt. Seht Luch die l!iste „Lurer" Partei darauf an, ob einer dieser „praktischen" Antisemiten Luch als Abgeordneter zugemutet wird. Und ist dies der Fall, so legt Luch die Frage vor, ob Ihr nicht um des Deutschtum» willen lieber die Nachbarliste wählt, sei es die der rechten oder der linken Nachbarpartei. Im übrigen gikt für diese Wahl, was für jede frühere galt. Der nationaldeutsche Jude wählt nicht «ach jüdischen, sondern nach deutschen Gesichtspunkten. Lr wählt die Partei, die nach seiner freien, durch Empfindlichkeit nicht getrübten und nicht zu trübenden llebetzeugung die beste Gewähr für eine dem deutschen Vaterland« nützliche Politik bietet. Natio^aldeutsche Juden, wählt deutsch! ü