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Der nationaldeutsche Jude · 1927-12-01 · Nr. 10/12 (Dezember 1927) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1927
Issue
Nr. 10/12 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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vom Tentraloerein usw. stets ihren deutschen Klallenaenolien als vorbildlich gegenübergestcllt. 0 Nicht mittet wichtig ist der zweite Punkt. Belloc siebt das Grundproblem nicht viel anders, als es die lion Itc-t aller Länder sehem Für. ihn sind die Iudei.alleJuden -,n Volk. und er sieht keine andere Lösung der Judenfrage da er den autzenpol,tischen Zionismus als Heilmittel sucht anerkcinlt als die, daß die Juden zur nationalen Minderheit gestempelt werden oder sich taktvoll selbst dazu stempeln, d. h. mit anderen Worten, daß sie unter eia mildes Fremdenrecht gestellt werden.. Man Ibllte an sich meinen, daß die deutschen Zionisten die ja längst nicht mehr ernsthast an das Gelingen des Palästma-Erperiments glauben können mit dieser Lösung ganz einverstanden sein mühten. Aber weit gefehlt! Sie betrachten, im Estd-rg-bnis genau wie der Tentraloerein. diesen Lösungsootschlag als eine Beleidigung des „jüdischen Bolkes". > ' Was soll also nach ihrer Meinung die wirklich- Lösung lein? Doch nur, da» die Zionisten weiter! deutsch:-der englische Staatsbürger jüdischen Glaubens bleipcn. alle Rechte des Vollbürgers genießen. dabei ihr eigenes Volkstum ruhig weiter pflegen, aber beileibe nicht als besonderes Volk behandelt werden dürften. Also genau das. was Belloc als unhaltbaren Zustand empfindet und was jeder national suhlend« Deutsche oder Engländer eb.mso empsinden muh. mag er nun Nichtjude oder Jude sein. Die wahre Lösung ergibt sich von selbst. Wie es in Deutschland nationaldeutsche Juden gibt, deren Zahl durch eine bewußt deutsche Erziehung für kommende Generationen vervielfacht werden kann, muh e; in England nationalengli'che. in Frankreich nationalfranzöiische Juden geben. Wenn Belloc von diesen Dingen nichts weih — die deutschen Politiker und Soziologen wissen von ihnen und auch in England wird man die cnglischnational: Bewegung der Juden eines Tages kennen lern:». Damit eröffnet sich d:r e n ig g-.ng bare Weg in die Zukunft. Was dann schließlich in diesem und jenem Lande an Menschen mit bemüht jüoiscknationalem Empfinden übrig bleibt, nachdem das Palästina-Unternehmen endgültig liquidiert sein wird, dürfte früher oder später zu erwägen genötigt sein, ob der sogenaitnte Lösungsvorschlag Bellocs, der im Grunde ein Verzicht auf jede Lösung ist, nicht die logische Konsequenz der zionistischen Theorie selbst darstellt. Woraus die Zionisten selbst die Folgerungen ziehen mögen. M. N. Werner Jansen: D i e Kinder Israel. Ein Mose- Roman. (Verlag Georg Westermann, Braunschweiz. Berlin und Hamburg 1927.) Der Verfasser wehrt sich im Vorwort dagegen, datz sein Roman als Tendenzschrift aufgefatzt werde. Sein Büch, sagt er. handele einzig „von der Kraft des Blutes, für die er keinen siimfälligeren Vorwurf in der Weltgeschichte habe entdecken können, als Mose". Mit dem „Blut" hat es nun freilich einen Haken. Mose ist in dem Roman gar kein reinblütiger Israelit, sondern der Bastard einer ägyptischen Prinzessin und des höchst verruchten jüdischeir Ministers Amram. eines altägyptischen Jud Süß. Am Hofe de; Pharao als Aegypter erzogen, mutz er all: Irrungen und Wirrungen dnrchleideN, die aus der Halbheit erwachsen. Inzwischen sitzen die Hebräer, von Joseph und seiner Familie ins Land gezogen, unter dem ägyptischen Wirtsvolk als üble Schmarotzer und Ausbeuter, machen sich gleichseitig lästig und unentbehrlich. verstricken das.Reich in autzenpolititche Verwickelungen und vertiefen durch ihr hemmungsloses Gebühren di: Kluft zwischen ihnen und dm Aegyptern so, datz die Lag: schließlich unhaltbar wird. Inzwischm finket Mose sich selbst, mldeckt „sein Volk'', sammelt die Israeliten zum Befreiungszugr. führt sie durch das Rote Meer. Und die letzten Seiten des Buckes zeigen ihn, wie „sein Volk" gegen ihn aufsteht, weil er in flammender Empörung einen Hebräer erschlug, der testohlenes' Gold aus ägyptischen Tempeln in das Land der lerheitzung mitzuschleppm veriuchte. Ein Buch des „Bluts"? Und kein Tcndenz-Roman? Die Schilderungm jüdischer Mißwirtschaft in Aegyptm lesen sich, als wärm sie aus deutschvölkischrn Propaganda-Schristm ge schnittm. Und ist dieser Mose wirklich ein Beweis für die Kraft des Blutes, da doch offenbar der Verfasser alles, was edel an diesem Halbisraeliten ist. dem ägyptischen Blutsteil zuschreibt? Man wäre versucht, das Buch auf die Formel zu bringm: der zionistenfreundriche Roman emes Antisemiten. Aber das wäre doch wohl eine zu enge Formulierung. Zweifellos ist Werner Jansen ein ..Deutschvölkischer". und -Volkstum hcitzt ihm Blutstum. Aber er ist ein ehrlicher und deshalb sympathischer Dmtschvölkischer. einer von denen, deren Empfinden stärker zu unsren Herzm spricht, als der trübe Gefühlsmischmasch der Vielen, die brüte drn größten Teil der dmtsckm Literatur „machm". Man hat die Empfindung, datz dieser Mann sich mit dm nationakdeutschm Juden verstehm mützte. mentt et sich nur einmal di: Mühe, nähme, sie kmnm zu lernm. Ja. datz er sich schon heute mit uns versteht in dem Grundeinpfinden: seid, wie ihr seid, aber sei» es sang! Darum sollten wir deuschempfindenden Juden das Buch lesen. Wir sollten er schon deshalb lesen, weil er uns einen Blick in die Empfindungswelt derer öffnet, die uns heute noch verständnislos gegenüberstehen. mit denen wir aber eins sind in der h-itzrn Liebe zu ihrem Volke, zu unserem Bolle. Die Sprache des Buches ist edel und in einzelnen Teilm vo» fortrcitzmdem Schwung. Die Daritellung des „Milieus" ist knapp und mit kulturgeschichtlichen Einzelheiten nicht beschwert, aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb, anschaulich. M. N. Johannes Ledroit: Josef, Erzählung aus dem Lande der Pharaonen (Verlag Emil Roth. Gießen -1927). . Eine wohl in erster Linie für die reifere Jugend bestimmte und geeignete Bearbeitung der Josef-Sage. gut und fclselnd geschnoben, als Geschmk für junge Menschen geeignet. X. Jean-Richard Bloch: Kurdische Nacht: Nus dem Französischen übersetzt. von Paul Amann. (Rotapfel- Äerlag, Zürich und Leip^g 1928.) , 1 Wirklich ein Roman des Blutes, zur Judenfrage in keiner äußeren Beziehung stehend, aber doch offenbar aus dem jüdischnationalen Empfinden des durch feiner Roman „Simler & Ca." auch in Deutschland wohlbekannte» Verfassers geschrieben. Die Darstellung ist von großer Kraft. Ausgezeichnete Uehersetzung. X. WolfgaNg von Weisl: Zwischen dem Teufel und dem Roten Meer. (Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig 1927.) Der Verfasser, in Deutschland als Korrefpondmt der „Vossischm Zeitung" bekannt, ist eine der erfreulichsten Erscheinungen unter d:n Zionisten^ In Palästina ansässig, was für einen Zioniitm ja an und für sich bemerke rswert ist. aber durch und durch Europäer, gehört er der konsequenten Richtung des Zionismus an, die i ihr Endziel in der jüdischnationalcn Eigcustaatlichkcit Palästinas unter Ei ig'iederung in den europäischen Kulturkceis erblickt. Wolkqang von Wei^l ist einer d:r besten Kenner des nahen Orients. Er l>at Klejinasim und die ancrenzenden Gebiete kreuz und quer durchreist. ganz allein, unbewaffnet und oft in hoher persönlicher Gefahr, ist in entlegene Winkel des sonst strmg verschlossen:» Arabicn gedrungen, hat mit orientalischenTfürsjcn und mit schlichten Menschrn au » dem arabischen ^Volke, das uns aus der Entfernung so eiheitlich erscheint und doch so vielgestaltig ist, geplaudert. Sinn Buch ist die Zusammenfassung und Ausgestaltung der Reisebriefe, die in der „Vossischen Zeitung" und einem österreichischen Blatte zu lesen waren. Die Darstellung «st farbig und lebendig. Die - Person des Verfassers tritt übemll bescheiden zurück, trotzdem doch alles persönlichstes Erlebnis iffr Das sehr lesenswerte Buch bat reichen Bildschmuck und eine Rcihe guter Karten als Beilagen. M. N. Dr. Alfred Wiener: Kritische Reise durch Palästina. (Philo-Verlag, Berlin 1927.) Der Verfasser ist Syndikus! d:s Centraloereins. Tr hat Palästina bereist und sich, soweit es bei der Kürze des Aufenthalts möglich war, persönlich jein Bild über die dortigen Verhältnisse gemacht. Daneben! hat er reiches urkundliches Material, insbesondere auch wirtschaftliche Berichte und Statistiken, verarbeitet. Das Ergebnis ist auf S. 11£- der zusammkngefaßt: „Die Besiedelung i Keren Hajessod und "die Zionistische kann Nur national sein." In den zionistische P alä st i n a-N u f? des Deutschen Juden aus q b g e < Schrift in den Satz Palästinas, wie sie der Organisation anstrebm, Schlußsätzen wird der bau vom Standpunkte ... . . . . _ lehnt, „solange der Zionismus sich das Ziel steckt, aus der Heimstätte drn künftigen jüdischen Nationalstaat allmählich zu formen, und . . . solange d:r ^Zionismus auch den deutschen Juden als im Ealuth. als in der Verbairnung. in der Fremde anspricht". Es ist dem Verfasser zuzugeben. datz er sich so deutlich ausgedrückt hat. wie er fick als Angestellter des Centralvereins ausdrücken konnte, und datz'sein Buch wertvolles Material für jede» darstellt. der in die Lage kommt, sich mit den üblichen zionistische Scheinargumente r auseinandersetzen zu müssen. Bedauerlich ist nur. datz derselbe Ccntraloerein. dessen Syndikus der Verfas er und m dessen Verlage die Schrift erschienen ist. in seinem eigenen Vorstand Leute enthält, die' genau das Gegenteil vertreten, die^ dem Keren Saiessod und dem Pro Palästina-Komitee angehören und neben diesen jüdijchnationalen Beschäftigungen munter die „unbeirrte Pflege deutscher Gesinnung" >n diesem Verein der unbegrenzten Möglichkeit:» betreiben. M■ N. Pfarrer Dr. phil. A. Pfamikuche: Freimaurerei und völkische Frage. Eine Antwort an General Ludendorff. (Verlag Franz Wunder. Berlin 1927.) Die kleine Schrift ist schon deswegen lesenswert, weil he viele wichtige po'itive Angaben enthält, außerdem aber, weil sie in einem so sachlich:» und vornehmen Ton geschrieben ist. datz wir nur wünschen möchten, er war: häufiger ir polemi Shen Schriften zu finden. Als kleiner Schönheitsfehler in refer Hinsicht darf es vielleicht berechnet werden, datz der Verfasser das Programm westeuropäischer Demokratien schlechthin als phrasenhaft bezeichnen zu dürfen glaubt.

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