Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 7/9 (September 1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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eimourer Gotthold Ephraim Lessing fand in der Frei, urerei sehr bald nach ihrer Verpflanzung nach Deutschland rrits vieles .dumpfig'." Soll der Ahnungslose da nicht her- .c-lescn, weil Lessing Kritik übte, mutzte er .plötzlich sterben"? ,d gerade Lessing, der freimaurerische Abgott. Verfasser von rnst und Falk" Gespräche für Freymäurer." zu deflen Ehren ,-otzlogen und Logen benannt sindl! Derartige Gehässigkeiten lidet man auch sonst eingestreut. Von Mozart und sogar * i Schiller, der bekanntlich gar kein Freimaurer war. heitzt; (5. »3), sie seien „eigenartig nm das Leben gekommen und i rdigt". Doch das nebenbei. Kehren wir zu der Vorstellung, die 4 idendorff vom Wesen der Freimaurerei hat, zurück. >-torische Ereigniffe weitz fle so geschickt einzufädeln und zu i,Icii. datz die Meistbeteiligten. Fürsten und Völker, die ihre mit in Kriegen zu Markte trotzen, keine Ahnung davon haben, n-, sie dies nur vermeintlich für sich selbst und ihre Ziele tun,!>-, aber im Hintergründe stet« der grotze Unbekannte auS «lomoniS Blut sitzt und unbemerkt die Drähte zieht. Auch die ueimaurer selbst sind, wie gesagt, ahnungslos. Damit stimmt aber schlecht überein, datz angeblich von der Weltfreimaurerei" bestimmte Weisungen ergehen, die doch ihre .nipsänger stutzig machen sollten. So heitzt es (S. 14) von den I ltpreutzischen Grotzlogen: „Die ihnen von der We»sreii»aurerei zufallende Aufgabe, deutsche Männer' in die icimaurerischen Ziele einzuspannen und dem jüdischen Volt oienstbar zu machen, kann leichter erfüllt werden, wenn ein nationaler Schein gewahrt wird." Darum hätten sie nch von den humanitären Grotzlogen „äutzerlich" getrennt. Und wessen blinder Hatz fähig ist. daS zeigt die unaeheuerliche Beschuldigung (S. 2L): „Gegenüber dem Zer- 'lörnngswillen der Freimaurerei der Feindstaaten stellte die deutsche Freimaurere, ihre .grotze und heilige' Aufgabe nicht etwa dahin fest, mit gleicher Wucht für den Sieg der deutschen Waffen einzutreten, wie z. B. der Grotz-Orient in Paris und Rom und die Grotzlogen Englands und die deS Staates New?)orf . . ." Etwas bedenklich mutz dem Verfafler nachträglich diese Ableugnung der vaterländischen Gesinnung und Mchterfüllung doch wohl erschienen sein, denn die Umschlagieite bringt eine einzige Berichtigung, und diese sagt, die Stelle tiabc zu lauten: „für den vollen Sieg der Waffen". Was ist dadurch gebessert? Wenn Worte einen Sinn haben, dann beschuldigt doch Ludendorff hier deutlich die deutschen Freimaurer. sie hätten einen unentschiedenen Ausgang des Krieges einem deutschen Sieg vorgezogen. — Und nach der Niederlage? Sa arbeitet natürlich die deutsche Freimaurerei „planniätzig" mit der Wellfreimaurerei. Alles geht „planmätzig" nach den Weisungen der Weltfreimaurerei mit verteilten Rollen: „so bedingte es der politische Zweck der Freimaurerei, die Inden- Herrschaft herdeizuführen, die Staaten in autonome Wirtschaftsvrovinzen des jüdischen Weltreichs zu verwandeln und Blutsi|<ib Volksgefühl zu töten. Das war in grotzen Zügen das .Nicht-Politiktreiben' der altpreu bischen "> r o tz l o g e n ". *) Nichts liegt nun wohl näher als die Frage: Wann hat : den» min dieses Treiben begonnen? Aber darüber erfährt! Inan bei Ludendorff nichts Bestimmtes. Die historische Wissen- «chaft weitz, datz es zu allen Zeilen und in allen Ländern geheime Gesellschaften gegeben hat, die freimaurerische Forschung hat trotz emsigster Bemühungen keinen Beweis dafür zu erbringen vermocht. datz die 1717 in London zuerst nachweisbaren Logen, die sich zur Grotzen Loge von England vereinigten und auf deren Konstitutionserteilung an Tochterlogen die gesamte heutige Freimaurerei der Erde beruht, auch »ur in geringstem Zusammenhang mit Geheimgesellschaften stüherer Zeilen standen. Bekannt ist dagegen, datz. als im 1*. Jahrhundert Zeiten der Wirrnis über die Freimaurerei kamen, als ein Wust von Rittertum und Pfäfferei die klare Grundlage: „Menschliche Duldung" und daS edle Hiel: „Menschliche Vervollkommnung" überdeckte. «Schwärmer und Obskuranten den Stammbaum der Logen bis zu Tempelrittern, ja sogar bis zu König Salomo zurückzuverlegen suchten. Ludendorff sind diese abgetanen genealogischen Spielereien gerade recht, denn sie müssen ihm zum Beweise des jüdischen Ursprungs der Freimaurerei dienen. Es kostet Selbstüberwindung, ihm. in diese Fiktion auch nur in der Form: „positum, gesetzt den Fall" zu folgen. Aber tuen wir es einmal Scherze« halber, dann müffen wir doch feststellen: Wenv wirklich schon seit SalomoniS Zeiten solch eist Bund zur Errichtung einer jüdischen Weltmonarchie besteht, dann täte er gut. endlich einzupacken: denn da er in meh^alS zwei Jahr- *) Bon uns gesperrt. Die Schriftlritung. tausenden für die Juden nicht sein Ziel erreichen konnte, so hat er sich als unfähig erwiesen. — Also die zweite Anisahme: Er ist erst 1717 oder: etwas früher entstanden. Ja. glaubt denn wirNich jemand ernsthaft, datz sich Aristokraten. Geistliche. Künstler und Forscher auf Anweisung der entrechteten und verachteten Juden der damaligen Zeit zu einem derartigen Bund zusammengetan haben würden? Ist aber das nicht der Fall gewesen, dann wäre eö. trotzdem viele Sinnbilder seines Gebrauchstums dem alten Testament ebenso entnommen sind, wie noch heute viele englische Vornamen, zum mindesten nicht» mit dem Ursprung aus dem jüdischen Kultus und Schrifttum, und Ludendorff hätte Talmud und Kabbalah. von denen er wahrscheinlich ebenso wenig versteht wie ich und die allermeisten Juden, und die er trotzdem munter aus sveoml hand benutzt, umsonst bemüht. — Oder die allerletzte mögliche Annahme das angebliche Welljudentum hätte den ursprünglich zu gan/ anderen Zwecken gegründeten Freimaurerbund allmählich all brauchbar für seine Ziele befunden und bedjente sich seine! nunmehr seit einiger Zeit. Hier mützte man. 3)a es sich dabe nur um die letzten zwei Jahrhunderte handelt, kann, scho, eher mit Namen, Zahlen und Daten zu operieren in der Lag' sei». Wann sollte daS also wohl gewesen sein? Zu Zeitei Friedrichs deS Grotzen oder Herders und Goethe» oder BlücherS. GneisenauS. Steins. Harden b e r g S oder Wilhelms l.? Und alle diese Freimaur« hätten nichts davon bemerkt? Freilich tonnten sie das stich unbegabt, wie sie »varen; denn sie sind nach Ludendorf (2. 53) „arme Betrogene" gewesen. Aber auch Bismarck bekanntlich berühnit wegen seiner Harmlosigkeit und sein schlechten Informationen, der dem Bund selbst nicht angehörtj und die verdammte Schuldigkeit gehabt hätte, auf seinen kaise lichen Hern, besser aufzupassen, hat gleichfalls nicht die geringsi Ahnung davon gehabt, datz dieser als Protektor der Preußischen.Grotzlogen unter seinen Augen dem jüdischen Weltmonarchen die Wege ebnete? Keiner hat's gemerkt. Natürlich auch die Könige von England, die der 2 k a n!- dinavischen Reiche nicht, datz sie nur geschoben wurden (S. 23), dgtz sie sich haben mitzbrauchen lassen (2. 10). Oder haben pianche geschwiegen, weil sie an Stel e ihrer Nachkommen brennend gern einen Vollblutjuden auf den Thron der künftigen Wellmonarchie sehen wollten? D e Historiker von Zach, selbst T r e i t s ch k e eingeschloffen, der'din Juden gewiß nicht hold war, kannten diese jüdische Geheim» organisation nicht und bezogen in ihren Werken die Weltpolil ik auf andere, ganz nebensächliche Dinge? Und wir alle miss' n nichts? Ja, um Gottes ,allen, woher weitz es dann d;r General Ludendorff?! ' Die Antwort ist nicht schwer. Alle Genannten und Uizählige außer ihnen nahmen nicht für bare Münze, ivis Wirrköpfe, z. B. solche, deren Namen einen Teil des Ludendor fschen Literaturverzeichnisses ausmachen, teils zu ihrer Z' it phantasierten, teils schon vor Jahrhunderten zurechtgebra,t hatten,, und oft genug sind sie mit Achselzucken oder schärfster Zurechtweisung an derlei vorbeigegangen, wenn eS sich an ie heranwagte. Ludendorff aber genügen solche Phantastereiei>, um eine vorgefaßte Meinung zu stützen, die er »iit vielen seiner antisemitischen Gesinnungsgenossen teilt und v>n der weder er noch sie durch das Gewicht der Tatsachen ol er durch Vemunftgründe abzubringen sind. Dieser Einstellu ig lasten sich etwa Satans- und Hexenglauben des Mittelalt' rS vergleichen. Ludendorff greift alles das begierig auf. ,m für einen blinden Hatz, einen eingeklemmten Affekt, besten Entstehung gerade bei ihm ja nicht allzu schwer zu erklären ist. eine Art von intellektuellen Stützen zu gewinnen; denn mer für seine triebhaften Entladungen Vernunftgründe bereit hat. steht in solcher Pseudoklarheit mmdestens vor sich selbst soube er da. Und wo sie sich nicht mühelos einfügen wolleii, diese angeblichen Tatsachen, da wird ihnen auf dem Prokrustesl eit, Gewalt angetan. Nicht alleip. daß biblische Prophezei,»,, en und Gebote sittlich-religiöser Prägung zu praktischen Anweisu», en im Sinne der famosen alljüdischen Weltmonarchie umgebe, tet werden: Die natürliche Entwicklung aller Dinge im Verl mf der Zeiten erkennt Ludendorff in diesen, Falle nicht m. ja. er kommt dem Einwande. datz die Zeit an den Völkirn und an der Freimaurerei nicht spurlos vorübergegangen lein könne, mit der Zurückweisung zuvor, man solle ihm n cht etwa erwidern, die Freimaurerei habe dieses oder jenes abgeschafft. daS seien nur Schliche, er glaube nichts daran. Und so ist derselbe Mann, der als Preußischer General jell auslachen würde, wollte jemand behaupten, Spietzrntenla, fen sei eine in der preußischen Armee übliche Strafe, ernsthaft