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Der nationaldeutsche Jude · 1927-06-01 · Nr. 4/6 (Juni 1927) · p. Seite 8

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1927
Issue
Nr. 4/6 (Juni 1927)
Date
1927-06-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 o it b c ii t u IN hat der Entichliehung der Rabbiner-Bereinigimg eine andere Entichlictzung ihres Vorstandes entgegengesetzt, in der es heiszt: - Entscheidend für die Zugehörigkeit zum Judentum i»t das Bekenntnis zur jüdischen Religion . Hierausergibt iiii; die -ilblclrnunp aller Bestrebungen. die Stammes, 'Bolts oder nationale Zugehörigkeit an Sie 3 l c 11 c der 'H e I i ii i o it letzen. oder für gleichwertig mit ihr erahnen. . v ('icmi’in'am ür beiden Verklärungen, das; -im Grunde nur . ^ine rein iprachkritiiche Darlegung darüber gegeben wird, iva > die liberale Rabbiner-Bereinigung »nd der Borüand der Bereinigung für das liberale Judentum unter dein Wort „Judentum" verstehen. Der ,.I ü d i i ch. e n ' R u n d i äi a u". die sich natürlich eingebend mit beidchi Cnt'chlieiiungen beschäftigt, müijen nur darin,recht gel'en. da>; beide Erklärungen die Bi ög lich test offen I a > s c n . gleichzeitig J i o n i it und I üdii eil liberaler zu «ein. .Gegen diele Festnellung iit an ,!icb auch nicht das geringste einzuwcnden. Es in nicht alrzuiebeii warum ein Iüdi'chnationalcr nicht auch religiös liberal, lein ii>U: rinden «ich doch, unter den Iüdilchnationalen alle Spiel arien der Stellung zur Religion, von der schwärzesten Bribodoiie bis zur - ausgesprochenen Antireligiöiität. Eine ganz andere Frage aber in cs, wie iich die liberalen Organisationen in den praktischen Fragen des j i> d'i > ch e n ö f t e n t l i ch c n Gebens e i n!t e 11 e n wollen, insbesondere in .der G c m e i n d e p o l i t i k. Hier nützt es nichts, nur theoretisch »zu erklären, was man selbst unter „ändtiiium" vernein. 'Nachdem einmal die Zioni'tcn in die Gemeindevolitik unter rein j ü d i' ch n a t i o n a I e r Flagge eingedrungen iind und fait in allen Gemeinden mit den C rtlmboicn e ine-geschI o s i c ne Ka in v i i i o ,i t bilden, in üben sich, damit aus unseren .Nullnsgeuzeinden nicht in lebr kurzer Zeit „Bolksgemeinden", d. h. Qrgani 'alioneii-des „jüdischen Volkes" werden. auf der anderen. 5 t i i f, alle deutsch fühlenden Juden, zusamnu h'diiirtn. Die 'Bertrelung der deutschen Interessen in der tüeincindepolitik war bisber den Liberalen übcrlais.en.• Für die kün'lige Politik wird man nach den jetzt gefalzten Ent- Uüc'-iingcn win Augenmerk darauf richten inüüen,. o b der als „Liberaler" einewi Z i o n i >t c n oder Q r t b o - d o r e n e n t g e g e n g e it c u I t e .Kandidat nicht etwa ein liberaler Zioniit. sondern ein unbedingt z li v v r lässiger Deutsch cV i it. W ollen unsere liberalen Parteien i in Ge in e i n d e l e b e n b r a u ch - bar lein, io in ü l l c n i i c ausgesprochen deuttchliberale Parteien werden. Prioatklage Mari gegen Pcuier' und Rauman». 7m der Beriifungsverbandlung bat das Bericht die .Herren P e n > e r und 'Ji a n nm n n zu einer Geldstrafe von je 200 Reichsmark verurteilt: Heren Mari iit die' Bcröffentlichungs- Bctugnis zugelprochen. Die Begründung des Urteils geht dabin. das? der von Herrn Marr angeführte Satz zwar objektiv ein falsches 3 i t a t daritclle, dag aber die tlUjilentlichkeit nicht dargetan, der Borwurf der „Fälschung" dalier unbegründet lei und die Artikel der Herren Pcn'er und Raumcuin auch formell beleidigende Ausdrücke enthielten. Gegen das Urteil i«'t Revision eingelegt. 'il>ir sehen von jeder weiteren Erörterung ab. bis der Prozcfz rechtskräftig erledigt ät. Echo der Presse. Ituier Preäc Echo war, soweit die Tagespreise in Frage kommt, in den letzten Wochen verbältnismähig schwach, da für uns kein Anlatz vorlag. mit Kundgebungen vor die breitere Deifentlichkeit zu treten. Das „Chemnitzer Tageblatt" bringt einen Auszug aus Rr. 1—3 unseres Mitteilungsblattes und bezeichnet den Inhalt des Blattes als „wie immer sehr vielseitig und sehr interessant". Die „Deutschen 21 i m in c n" zeigen die gleiche Nummer unseres Mitteilungsblattes an, ebenso das „Militär-Wachenb l a I t". das unseren scharfen Kampf gegen den Zionismus hervorhcbt. D ie „M ünchen -Augsburger Abendzeitung" erwähnt in einem Artikel über das alle Jerusalem umer Blatt als Quelle für Aeu'tzerungen des Universitäts- Professors Gchcimrat Eduard Meyer nach seiner Palästina Rene. Der „B ö l k i s ch e -Beobachter", zitiert uns mehrfach n e b ca d e r C. P. - Z e i t u n g. Deine Ausführungen gipfeln in den geistvollen Sätzen: „Jeder Jude braucht rund 50 bis 100 Richljüden zur Ausbeutung. In Palästina stellt sich dies Ergebnis automatisch ein. Daher die Rückwanderung." Der Artikel ist von Herrn Hein,? Schulze gezeichnet. Es wäre wissenswert, ob Herr Schulze selbst seine Schlußfolgerungen versteht. In der jüdischen Preise war riatürlich das Echo unserer Tätigkeit stärker. Das „Allgemeine Jüdische Familie n b l a 1 t" (Leipzigs behandelt in humoristischer, wirklich humoristischer Fort« unsere "Auseinandersetzung mit den Herren Holländer im) Genossen vom Centralverein wegen des Techtelmechtels mit den Zionisten, der Gründung der. „Sozial Geselligen Bereinigung" und anderer unbeirrter Entgleisungen. Man liebt uns offenbar nicht in der Redatlion des Leipziger Blattes, aber wir können doch nicht ganz das Gefühl loswcrdcn, das; mail uns im Grunde immer noch mehr schätzt, als die Herren vom Centralverein, deren „deutsche Gesinnung" ebenfalls zwischen Anführungsstrjchc gesetzt wird. Man wird bei dem Centralverein noch viel zulcrncn inüiien, bis man des ungeteilten Beifalls der Zionisten sicher iit. Aber im Wege der Pcrsonalzusammenhänge, die vom iCcnlralvercin über die S. G. B. und den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten bis zur Zionistischen Bereinigung reichen, wird cs im Laufe der Zeit schon noch gelingen. Das? die ,.C. B. - Z e i t u n g" selbst höchst ungehalten iit, wenn inan an dicie Zusammenhänge rührt, versteht siä> von selbst. Nachdem wir auf die klobigen Schimpfereien des Herrn Holländer in unserer Sonder 'Nummer <3 a) in aller Ruhe und Sachlichtcit nochmals die nackten Tatsachen zusammcngcstellt halten, versucht jetzt der Bcrtretcr des Herrn Holländer, diele Borlommnisse zu bagatellisieren. 'Auch er versucht es mit Humor, aber der Humor iit etwas sauer, ganz wie die zionistischen Trauben. Die „I ü d i s ch c R u n d i ch a u" und der zionistische Berichterstatter des „Israelitischen F a m i l i e n b I a t 1 e s" erregen iich pflichlgemätz über linieren Wahlvrotest. Das Treiben, des letzteren Herrn würdigt die „Jüdischliberale Z e i"t u n g" in einem Artikel „R e u t r a l e r Zionismus", der an Zitate aus unserem Mitteilungsblatt antnüpft.. Unsere Hauptversaminluiig wurde von verschiedenen jüdischen Zcilungen angetündigt. Als Kuriosum sei erwähnt, das; wir von dem orthodoicn „I ü d i s ch e n W o ch c n b I a t t" in Berruf gesteckt worden iind. weil wir in unserer Rr. 1—3 die Wirkung einergewissen Preise auf die Magciinervcn unserer Leser erwähnt haben. Nicht unmittelbar, aber offensichtlich mittelbar in Zusammenhang mit unserer Bewegung stehend iit ein Aufsatz „Zionismus und Deutschtum" von Georg Mecklenburg "«Chemnitz», der in der „Frankfurter Z e i t u n g" vom 10. Juni 1927 Rr. 423 erschienen und völlig in unserem Sinn^c gehalten ist. Als besonders erfreulich iei vermerkt, das? die „Frankfurter Zeitung" sich durch alle Bceinslussungsvcrsuchc in ihrer klaren Stellungnahme gegen da4 jüdiichnationale Treiben nicht irremachen lägt. M. P. „Angelus Si E l I i n g e r. (Bijrlag Johannes eine rätselhafte, schreitende Natur. »Innung,. gibt er für ein neu zu Künstler gcnicszt Bücherschau. esius, ein Lebensbild", von Georg Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1927.» S ch e f f l c r «A n g e l u s S i I e s i u s> ist hart am Rande geistiger Krankheit hin- Was er für recht erkannt hat. verficht er mit lodernder L idcnschaft, aber von völlig unstäter Geunbedenklich das eben erkämpfte Gestern »rvberndes Morgen auf. Wie jeder echte er sich selbst und ist doch zugleich immer auf der Flucht vor der eignen, in ihrer Unruhe allzu klar erkannten Persönlichkeit. Er ist nicht immer ehrlich im Sinne der Philistermoras, aber er lügt niemals, denn auch seine Widersprüche und' Gegensätzlichkeiten entspringen dem Gesetz seines religiös aufgeregten. und immer suchenden Wesens. Es hat einen eigentümlichen Reiz, die Erscheinung des „Cherubinischen 'Wandersmannes", dieses protzen Dichters, Arztes und fanatischen Ketzerrichters, dessen Leben selbst dem Flackcrfeuer einer brünstigen und ziellosen Phantasie entsprungen zu sein scheint, in der sauberen, vorsichtigen und ein wenig nüchternen Prosa E11 i n g e r s geschildert zu sehen. Grade daß der Verfasser für seinen Helden nicht Partei ergreift, das; er das Sonderbare und Hinreißende dieser Persönlichkeit nicht unterstreicht, sondern aus sich selbst wirken läßt, macht sein Buch so anziehend. Wir aber, hineingcstellt in eine Zeit der Zerrissenheit, taumelnd zwischen einer Wissenschaft, die uns tausend Erfüllungen bot, ohne uns zu befriedigen, und einer Sehnsucht, aus deren Lichtnebel sich noch kein Glaube geformt hat. werden den zwiespältigen Menschen .Scheffler tief begreifen und den Dichter Angelus Silesius um so beglückender empfinden. Ellingers Buch sei deshalb allen denen warm empfohlen, die hinter der greifbaren Erscheinung das Wifken eines Unbegreiflichen ahnen und suchen. B. R. Deutsche Rassenangst. Bon l)r. Michael Müller- Claudius. Verlag C. A. Schwetschke & Sohn, Berlin 1927. Dieses Büch kam uns in die Hand, nachdem in Nr. 1—3 unseres Mitteilungsblattes die Aufsatz-Folge „Fremde und ei ge ne. Art" erschienen war. Der in den beiden Aufsätzen

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