Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Echo der Presse. seit dem letzten Erscheinen unseres Mitteilungsblattes und io zahlreiche Preiieäuherungen über unsere Bestrebungen erschienen, dah es schlechthin nicht möglich iit. sie dutchweg auch nur referierend zu erwähnen. Auszüge aus der November Dezember Nummer unseres Plattes brachten die „Breslauer Leitung"/ der „H a m b u r g i s ch e L o r r e s p o n d e n t“, Ulf ,,Berl/incr Börsen - Zeitung", die „Münchener Zeitung", das „Chemnitzer Tageblar t". durchweg angegebene -Zeitungen der verschiedensten Parteirichtungen. Hcrvorgcjhoben wird in enter Linie unsere Erklärung gegen das Pro! Pa - l ä kt i n a - S\ o m i t e e. Das, diese Erklärung auch ist verschiedenen jüdischen Blättern nachgedruckt und vom Standi'unitc der betreffenden jüdischen Gruppe aus kritistert wurde, bedarf kaum der Erwähnung. Das „Deutsche Tageblatt" beschäftigt sich von seinem einseitig „dcutschvölliichen" Standpunkt aus ebenfalls mit dem Palästina-Unternehmen und greift dabei einige Worte aus unserer Zeitschrift heraus. In den „Deutschen Stimmen". der Zeitschrift Deutschen B o I k s p a r t c i, wird Iiervorgchobcn unsere Erklärung gegen das Pro Palästina-Komitee „aus den wahren Charakter vorgedachlcr Gründung hinweiit", Im übrigen wird unser Blatt als „Fundgrube des Jntercs der das, anten kür alle diejenigen, die -der Iudentrage unvoreingencsmmen gegenüberstcbcn". bezeichnet. lieber den Vortragsabend in H-a l l c, bei dem unter Verbands-Vorützender 2 u st i z r a t l»r. 3 j e g mann sprach, brackten die „Saale-Zeitung", die „Hall eichen Nachrichle n" und die „A l l g e m c i n e Zci 1 un < für M i t 1 c I d c u l i ch l a n d" zuitimmendc Berichte: von jü viichcn Zeitungen wurde über den Vortrag im „Wochen bla 11 für den Synagogen-Bezirk H g l l e" berichtet lieber die Versammlung in Breslau, bei der I>r. •)) a uuiann über das Palästina-Problem sprach, brachten Berichte .die „Schlesische Zeitung". die ./Breslauer N e u e ü e n Nachrichte n" und die „schlesische Volkszeitung", alle drei in zustimMndem Sinne. Einen fast vier -Spalten langen Schimpfartikel. offenbar aus der Hetzer eines dem Zionismus nahestehenden, aber über die Sachlage und selbst über die Parteigruppierung innerhalb der Iudcnheit ichr mangelhaft unterrichteten Juden brachte die „iireic Meinung", die übrigens in einer Vorbemerkung den llrtikcl nur „zur Diskussion stellt" und *iuf den „nichtjüdi'cher Cha rakter" des Blattes hinweilt. Vielfach erwähnt wurde selbstverständlich miicr V:rband bei den sehr zahlreichen Berichten über die groszc K nnd - g e b ii n g gegen das Pro P a l ä it i n a - K o nij i t e e. die von einigen «Führern unterer Bewegunggemeiniatn mit führenden Persönlichkeiten anderer Gruppen, insbesondere der Liberalen veranstaltet wurde. -{u nennen sind die „D e u ti ch.c Allgemeine Z e i t u n g". die „F r a n k s j> r t e r Z e i t u n g", der „Berliner LokalAnzeiger, die „B erliner Börten -Z eitun g". der ,.Ä orwärt s". die „N e u k ö l ln i s ch e Z c i t u n g". die „N e u e Z e i l" «Charlottenburg». die „Glocke" »Oelde in Westfaleii», die . H a in b u r g e r N a ch r i ch t e n", die „K ö I n i s ch e Pollszc i t u n g", das „Berliner Tagebiat t". das „P ra g e r Tageblatt", der „Duisburger GenerasAn zeiger". die „Tägliche N u n d i ch ä u". das „Dejitsche Tageblatt". die „Deutsche Zeitung",. die „M ü n ch e n e r Z e i t ü n g". das- ,.K arlsruher T a g c - b l a t t". daneben selbstverständlich viele jüdische Zpilungen. Wich in der Presseerörlerung. die sich an die Gründling des Pro Palästina Komitees überhaupt und aneine von dem Komitee berausgegebene Proklamation anichloh. wurste unser Verband als Hauptrufer und eriter Nufer im streit »vielfach genannt. Aussätze aus der Feder unserer Vorstandsmitglieder erschienen in der „Täglichen N und schau" vom 1. Februar 1927^ »Pro Palästina - Komitee und Deutschtum" von Dr. Manfred B I o ch e r t> chnd in der „Berliner B ö r s e n - Z e i t u n g" vom 8. Februar 1927 «,,P a l ä st i n a o d c r D e u t i ch l a n d?" von Di. Ni a i Nauman ns. 2n die'em Zusammenhänge seien der Vollständigkeit halber auch zwei Presse-Aeuherungen erwähnt, in denen unser Verband nicht genannt iit. die aber allgemeines Interesse verdienen. Am 21. Februar 1927 erschien in der „Berliner Bor'en Zeitung" ein Aufsatz „Die Ara beit und der Zionismus" aus der Glieder eines wegen seiieer antienglischen und anti-zionistischen Haltung, aus Palästina vertriebenen Arabers Dr. Schükri Iacir. Der sehr ausführliche und sachliche Artikel schildert die wahren/Verhältnisse in Palästina ganz in dem sinne, wie es wiederholt von unserer Seite geschehen ist. legte dar, das, der Widerstand der Araber gegen den Zionismus unverändert fortbesteht, wenn er sich auch nicht, wie im Anfang, in Gewalttaten ankert. dah die jüdische Einwanderung nach Palästina fast vollständig zum Stillstand gekommen ist, daß die in Palästina eingeborenen Duden (der Verfasser nennt sie „arabische Juden") selbst in ibrch: groben Mehrzahl den Zionismus ablehnen und dah Deutschland seine eigenen Interessen schädigt, wenn es durch Unterstützung der iudischnationalen Bestrebungen die z. Zt. noch sehr starken Sympathien der A-raber — nicht nur in Palästina, sondern auch in den anderen Ländern des nahen Ostens — aufs Spiel setzt. Nicht minder interessant ist ein Artikel „Palästina, eine deutsche Aufgabe?" in der Zeitschrift „Wille und W eg". dem Organ der Liberalen Vereinigung, vom 1. März 1927. In wenigen schlagkräftigen Sähen wird gegen die jüdischnationalen Treibereien Stellung genommen. Die Schluhsätze, die wir wörtlich wiedergeben wollen, lauten: „Die besten, die reifsten und gewissenhaftesten unter unseren jüdischen Mitbürgern lehnen den Zionismus ab. Mit heiligem Ernst und. wie mir scheint, mit zwingenden Gründen das dialektische Spiel mit den zwei Vaterländern, von denen notwendig eines zu kurz kommen muh. Die Herren und Damen indes vom neuen Komitee versichern: das in Palästina unternommene Werk könne die Stellung der Juden im deutschen Staats- und Volksleben nicht beeinträchtigen. Darf man fragen, woher ihnen, den doch Auhenstehenden, solche Weisheit ward? Die paar Zionisten, die den guten Geschmack haben, in Reich und Staat Beamtenstellungen zu amdieren und zu bekleiden, demonstrieren | einstweilen, leider, das Gegenteil." > . Niittelbar erwähnt wurden die Bestrebungen unseres Verbandes auch in den Pressemeldungen über den Erfolg des Protestes gegen die Wahlen zur Repräsentant« n- Versammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde. Näheres über diese Frage selbst finden unsere Leser an anderer Stelle dieses Blattes. Dast die zionistischen und „gesetzestreu"-alljüdischen Blätter uns fast in jeder Nummer mit Freundlichkeiten aufwarten, bedarf nicht erst der Erwähnung. Eine ausführliche Wiedergabe würde den uns zur Verfügung stehenden Raum überschreiten und die Magenneroen unserer Leser zu stark beanspruchen. Als Nebenfrucht unserer Bewegung und der von ihr ausgelösten Gegnerschaft sei noch die Hetze gegen den Breslauer Pfarrer und Privatoozenten Lic. Dr. Sand erwähnt. die prompt einsetzte, nachdem Herr Dr. H a a ck es gewagt hatte, in unserer Breslauer Versammlung als Diskussionsredner und in der Berliner Kundgebung als Referent gegen das Pro Palästina-Komitee und seine Drahtzieher zu sprechen. Der Verlauf dieses Falles war insofern besonders amüsant, als die Herren Zionisten diesmal eine recht unglückliche Hand gehabt haben. Sie glaubten Herrn Pfarrer Dr.- H a a ck in der Weise moralisch totschlaqen zu können, dah sie behaupteten, er habe vor Jahren im Eucken-Bund für die Beschränkung der Zahl der jüdischen Mitglieder gewirkt. Mit dieser Behauptung hatten sie besonderes Pech. Herr Dr. H a a ck ist nqmlich gerade deshalb s. Zt. mit einem erheblichen Teil der Breslauer Mitglieder aus dem Eucken- Bund ausg »fr eten. weil sich dort judengegnerische Strömung bemerkbar machten. Es war also, wie der Berliner lagt, „jenau richtig, bloh det Iejenteil". Verständigerweise hat es Herr Dr. Haack unterlassen, von der „Jüdischen Rundschau", der „Jüdischen Zeitung für O st d e u t s ch l a n d" usw. selbst Berichtigungen zu verlangen. Das wären ja doch nur Versuche am untauglichen Objekt gewesen- Herr Dr. Haack hat sich begnügt, in einer Zuschrift an die „I ü d i s ch - L i b e r a l e Zeitung" den wahren Sachverhalt klarzustellen. Die „Jüdische Zeitung für Ostdeutschland" hat sich daraufhin von einem „Leser" bestätigen lassen, dah sie im Grunde ganz recht gehabt hätte, und ihre etwaigen sonstigen Leser mögen sich dabei beruhigen. Die „Jüdische Rundscha u" hat ihren Rückzug schamhaft in einer Briefkastennotiz vernedelt. Es war also wieder einmal nichts, aber das wird natürlich die Herren, Zionisten nicht abhalten, weiterhin jeden Nichtjuden anzufallen, der den Mut haben sollte, für Deutschland und gegen Palästina zu sein. Ii a b e a n t s i b i. M. P. Biicherjchau. Simltk & Co. Von Jean Richard Bloch, Roma». Vorwort von Romain Rolland. Rotapfel-Verlag, Zürich und Leipzig, geb. 8.— JtM. Ein Buch, verwirrend reich an Gestalten. Gefühlen und Problemen in ihrem Widerstreit, ist uns von dem kaum vierzigjährigen französischen Dichter in der liebevollen Uebertragung Richard Aman ns geschenkt worden. Diese Familie Simler, in der zwar nicht hähliche Gewinnsucht, aber eine Gesinnung, die das Geld als einzigen Träger von Macht und Erfolg wertet, mit einer schöneren, freieren Lebensauffassung ringt, die auch nach Freude verlangt, dieser Kreis, der sich aus der Enge elsässischer Kleinbürger — einer Enge, in der aber Wärme liegt — entwickelt zu dem blohen „& Co/', das wohl grohzügiger, aber eiskalt und rücksichtslos gegen seine Mitglieder und Andere ist. diese Gesellschaft von Elsässer