Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Beleidigungsklage Man gegen Peqser und Raumann. Wir beziehen uns auf unser« früheren Mitteilungen über den Prozeh, der darauf beruht, daß Ami Herrn Rechtsanwalt Dr. Jacob Marr Lu Karlsruhe vorteworfen haben, er habe sich in einer Streitschrift gegen unseren lerband der Fälschung eines Zitats schuldig gemacht. In der Verhandlung erster Instanz vor dem Einzelrichter sind die Herren Penser und Naumann zu je 70 Mark Geldstrafe verurteilt worden.' Die Urteilsbegründung geht im Wesentlichen dahin, daß der Vorwurf der ..Fälschung" nicht begründet erschein«, weil nicht daraetan sei, daß Dr. Man „absichtlich und wissentlich den Standpunkt der Angeklagten bzw. der nationaldeutschen Juden falsch dargestellt, also gefälscht habe". Gegen das Urteil des Einzelrichters ist von den Herren Penser und Naumann sofort Berufung eingelegt worden. Termin vor der zuständigen Strafkammer ist noch nicht anberaumt. Der unbeirrte Centralverein. Von einem Mitglied unseres Verbandes, das gleichzeitig Mitglied des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist. erhalten wir folgende Zuschrift: „In Nr. 7 der Groß-Berkiner C. V.-Post vom 18. März 1927, die vom Landesverband Groß- Berlin des Centralvereins herausgegeben und zu Werbezwecken in besonders grober Auflage verbreitet wird, befindet sich die Aufforderung, neue Mitglieder für den Centralverein zu werbim. Sie enthält die Anweisung, auf die Frage: „Warum soll ich Mitglied des C. V. werden?" unter anderem zu antworten: weil ich als aufrechter Deutscher und Jude nicht tatenlos beiseite stehen darf, wenn wir von Antisemiten „Fremdvolk" im deutschen Vaterland genannt werden. Hier ist die Frage wohl gestattet, warum wir als Deutschs und Juden nur dann zur Abwehrtätigkeit aufgefordert werden, wenn die Lehre vom „Fremdvoik im deutschen Vaterlande" von Antisemiten gepredigt wird. Sind wir nicht zu der gleichen Stellungnahme. ja zu einer viel tatkräftigeren Stellungnahme verpflichtet. wenn die gleiche Lehre von Zionisten oder sonstigen Jüdischnationalen verfochten wi«d? Denn ist es nicht v.iel verhängnisvoller für uns, wenn in aller O e ff e n t l l chke i t. gerade von jüdischer Seite die Lehre vom „Galuth" gepredigt wird. d. h. der Satz, dab die Juden aller Länder ein einheitliches geschlossenes Dalk bilden und in ihren verschiedenen Vaterländern sich als „Fremdvolk" aufhalten bis zu dem Zeitpunkt, wo ihnen die Rückkehr in die in Palästina neu zu errichtende jüdische Volksgemeinschaft ermöglicht wird? Warum ruft der C. V. nicht auchgegen diese Berneiner und Zerstörer unseres deutschen V o lks be w u b t sei n s zum Kampfe auf. trotz seiner Statutenverpflichtung: „Pflege unbeirrter deutscher Gesinnung?" In der gleichen Nummer befindet sich ein langer Bericht des Landesverbandes Grob-Berlin des C. V. über seine Tätigkeit in den letzten Jahren. Unter der Ueberschrift: ,,d) Jnnerjüdische Frag en" heiht es dort u. a.: „Die Frage der E e s a m t st e l l u n g des C. B. zum Zionismus und Keren Hajessod wurde in einer Sitzung vom 25. Februar 1926 eingehend behandelt . Endlich nahm der Landesverband in der Sitzung vom 15. Februar 1927 Stellung zum Pro Palästina- K o m i 1 e e." Beim Lesen dieses Berichtes schüttelt, man den Kopf. Die Frage wurde „eingehend behände!t"? Man „nahm Stellung"? Ja, was bedeutet dies? Interessieren ' kann doch lediglich die Mitteilung, welche Beschlüsse man gefaht hat. welche.Stellung man genommen hat. Warum, wird dres der. Oeffentlichkeit und den Mitgliedern so vorsichtig verschwiegen? Sollte der Grund nur in der Anwendung der veralteten Geheim-Diplomatie liegen, oder scheut man sich. Beschlüsse mitzuteilen, die mit der feierlich zugesagten Pflege unbeirrter deutscher Gesinnung nicht gut in Einklang zu bringen wären? Zumal noch nichts darüber bekannt geworden ist. dab die Hauptvorstandsmitglieder des C. V., die so tatkräftig für das Pro Palästina-Komi¬ V. tee in aller Oeffentlichkeit gearbeitet h etwa ihre Aemter im C. V. niedergelegt I oder dieser Aemter enthoben worden si Da es auch ältesten Mitglie dei: n d e s V. gelingt, hierüber von der Leitung des C. V. klärung zu erhalten, wäre es doch wohl e durch eine Veröffentlichung meiner Zuschrift in schätzten Mitteilungsblatt die Leitung des C. V. zu ei sprechenden Erklärung zu veranlassen. aben. oben d. n i ch t Aufrjvünscht, m geier ent- Jhiei Verfolgungswahn. In der Zeitschrift „Volkswirtschaftliche B Nr. 1 von 1927 bespricht 1)r. Otto Prange ei des Eiebener Professors Friedrich Lenz über die- Sozialdemokratie. In der Besprechung finden sich Sätze: „Das Buch von Lenz hat offenbar auch dal dienst, den ausschlaggebenden, verhängnisvollen Einst schildert zu haben, den hervorragend begabte jüdisch raten hier auf die Entwickelung der deutschen durch Inbesitznahme der deutschen Geister in einen das eigene Deutschtum gerichteten Sinne unter wand herrlicher demokratischer, überstaatlicher und nationaler Ideen ausübten." Einige Sätze später hebt Dr. Prange selbst herv »r. daß „in solchen , Feststellungen" < wohlverstanden: des Professors Lenz, dessen Buch ja blödem Antisemitismus" besprochen wird) liege, und daß er keine 2p rr von riiciuv selbst. Dr tter" Buch deutsche folgende s Beruß gee Litefchichte gegen Vorinter- I* Otto Prange, sich von solchem Antisemitismus „noch heut^ völlig frei wisse". Diese paar Sätze, aus ziner Buchbesprechung entn )mme». haben genügt, um 'Herrn''Dr. Prange solche Verwürfe von jüdischer Seite einzutragen, dab es es für nöfig funden hat. sich mit ausführlichen Schreiben zuerst „Verein zur Abwehr des Antisemitis dann zu unserem Verband zu flüchten. Herr Dr. P, weist u. a. auf ein früher vyn ihm oerfahtes Buch rote Gespenst" hin, in dem ein ganzes Kapitel dem gei u dem m u s". ange ..Das Antifa mitismus gewidmet wird und der Verfasser auberorsentlich scharfe, verurteilende Worte gegen die Judenfeindschaft Wir denken natürlich nicht daran, uns als Verba den Worten zu identifizieren, die Otto Prangx Friedrich Lenz über den Anteil „begabter j Literaten" an der Entwickelung des Sozialismus sck Ob sie recht haben oder unrecht, wird jeder von eigenen parteipolitischen Standpunkte aus selbständig beurteilen müssen. Sachlich liebe sich allenfalls, ohne daß wir dar eigentliche parteipolitische Gebiet betreten, hinzufügeß. unter den Juden, die in dem Aufsatz namentlich werden, weil sie dem an sich keineswegs antinat analen findet. nb mit oder idischer reiben, seinem dab Genannt Jude auch und den Sozialismus die internationale Note gegeben haben, de Lassalle nicht erwähnt ist. Wir wissen, daß von überzeugten Sozialisten zwischen M a r r i s m u Lassallismus unterschieden wird, und dab mast einen Juden als den Vertreter des nationalen Sozialismus gegenüber dem anderen als den Zlrganisator des internationalen Sozialismus hebt. Wir führen dies nur an. um darzutun. dab es aus nicht Kritik am Sozialismus üben heiht. wenn einzelne Juden anführt, die im Gegensatz zu anderen der Bewegung den internatiünalen Einschlag gegeber zu geben versucht haben. Jedenfalls wird man. vok Parteistandpunkte man auch ausgeht, zugeben müsse stch eine Geschichte der deutschen Sozialdemokratie schreiben und dah sich ein Buch über diese Geschichb besprechen läht, ohne dah auch diese Frage erwähnt und man wird weiter zugeben müssen, daß ein Ma Otto Prange gegen den Verdacht des „blöden mitismus" auch dort gefeit sein müßte, wo man ih> sich nicht folgen kann oder will. Dah trotzdem ein! rein sachlich gehaltene Sätze in einer Buchbesprechun. _ nügen, um gegen ihn den Vorwurf des „Antisemitismus" heroorzurufen. ist bezeichnend für die Denkweise gewisser jüdischer Kreise und für die Ueberempfindlichkeit, dieiwirklichen Antisemitismus hervorruft. wo sie ihn zu bekämpfen vermeint. Herr Dr. Biange sagt in seinem Schreiben an den „Verein zun Abwehr des Antisemitismus" wörtlich: heroordurchman Juden oder elchem daß nicht nicht wird. wie ntisesachpaar ge- „Es wäre, in der Tat grauenhaft, wenn es..... . dahin gekommen sein sollte, daß bei gebildeten Juden so völlig.das Verständnis für kritische Bemerkungen über jüdische Dinge verloren gegangen sein sollte. Dies würde darauf hinauslaufen, dah es zwar erlaubt wäre, jedes der zahlreichen Völker der Erde..... zu eryrtern und zu kritisieren, dah aber der jüdische Stamm oder das Judentum hiervon allein eine Ausnahme zu bilden hätte." Herr Dr. Prange hat Recht. Es i st grauenhaft.